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Mythen von Autorschaft und Weiblichkeit und die Künstlerin Frida Kahlo

Autor: Anonym
Fach: Kunst - Sonstiges

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Details

Veranstaltung: Einführung in die Geschlechterforschung der Kunstgeschichte
Institution/Hochschule: Humboldt-Universität zu Berlin
Tags: Mythen, Autorschaft, Weiblichkeit, Künstlerin, Frida, Kahlo, Einführung, Geschlechterforschung, Kunstgeschichte
Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 1999
Seiten: 15
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 12  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 100 KB
Archivnummer: V60893
ISBN (E-Book): 978-3-638-54462-7

Zusammenfassung / Abstract

Mythen bestimmen schon seit Urzeiten das Leben der Menschen. Sie werden immer wieder erzählt, transformiert und umgedeutet. Ein immer wiederkehrender Mythos der Kunstgeschichte ist der Mythos der männlichen Autorschaft / Künstlerschaft. Die Frau wird dabei nur als Subjekt angesehen, das die Schöpfung des Künstlers legitimiert. Ihr wird dabei durch ihren Körper eine "naturgegebene Besonderheit" zugewiesen, die sie in den privaten Raum drängt. Weibliche Künstler werden in der Kunstgeschichte benachteiligt oder einfach übersehen. Wenn doch einige Künstlerinnen Erfolg haben, wird dieser meist mit ihrer Biografie in Verbindung gebracht, was bei Künstlern nicht vorkommt. Besonders wird dann der Schmerz und das Leiden der Frauen herausgestellt und ihre Kreativität begründet. Ich möchte ausgehend von der Frage nach dem Mythos der Autorschaft aufzeigen, inwiefern Mythen von Weiblichkeit entstanden sind und welche Auswirkungen sie auf die Kunst und Kunstproduktion haben. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Künstlerin und ihrer "Weiblichkeit". Als Beispiel möchte ich die mexikanische Malerin Frida Kahlo anführen, die in letzter Zeit eine Wiederentdeckung erfahren hat.

Textauszug (computergeneriert)

Humboldt-Universität Berlin
Seminar:
Einführung in die Geschlechterforschung der Kunstgeschichte


Mythen von Autorschaft und Weiblichkeit
und die Künstlerin Frida Kahlo

 
im SS 1999

 

Inhaltsverzeichnis:

Einleitung ...3

Die Frage nach dem Mythos ...4

Die Frage nach der "Autorschaft" ...4

Die Mythen der Weiblichkeit ...6

Künstlerinnen und "Weiblichkeit" ...8

Die Künstlerin Frida Kahlo ...9

Der "Frida-Kahlo-Mythos" ...12

Zusammenfassung ...14

Literaturverzeichnis ...15

 

Einleitung

Mythen bestimmen schon seit Urzeiten das Leben der Menschen. Sie werden immer wieder erzählt, transformiert und umgedeutet. Ein immer wiederkehrender Mythos der Kunstgeschichte ist der Mythos der männlichen Autorschaft / Künstlerschaft. Die Frau wird dabei nur als Subjekt angesehen, das die Schöpfung des Künstlers legitimiert. Ihr wird dabei durch ihren Körper eine "naturgegebene Besonderheit" zugewiesen, die sie in den privaten Raum drängt. Weibliche Künstler werden in der Kunstgeschichte benachteiligt oder einfach übersehen. Wenn doch einige Künstlerinnen Erfolg haben, wird dieser meist mit ihrer Biographie in Verbindung gebracht, was bei Künstlern nicht vorkommt. Besonders wird dann der Schmerz und das Leiden der Frauen herausgestellt und ihre Kreativität begründet.

Ich möchte ausgehend von der Frage nach dem Mythos der Autorschaft aufzeigen, inwiefern Mythen von Weiblichkeit entstanden sind und welche Auswirkungen sie auf die Kunst und Kunstproduktion haben. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Künstlerin und ihrer "Weiblichkeit". Als Beispiel möchte ich die mexikanische Malerin Frida Kahlo anführen, die in letzter Zeit eine Wiederentdeckung erfahren hat.


Die Frage nach dem Mythos

Was ist eigentlich ein Mythos? Das Wort selbst kommt aus dem Griechischen und bedeutet “Wort“ oder “Rede“. Allgemein wird der Mythos als eine Erzählung oder Überlieferung verstanden, die sich auf die Vorstellungen von Völkern oder den Ursprung der Welt beziehen. Die Mythen der Völker und Kulturen unterscheiden sich in vielen Merkmalen, haben aber meist die Personalisierung von Schöpfung und Schicksal sowie Motive für eine Erlösung von den irdischen “Fesseln“, wie Schuld und Vergänglichkeit, gemeinsam. Dabei kann man die literarischen Mythen, zum Beispiel der Antike, von den heutigen Mythen, den Alltagsmythen, unterscheiden. 

Roland Barthes bezeichnet den Mythos als “ein Mitteilungssystem, eine Botschaft“1 Die “Rohstoffe“ des Mythos sind dabei für ihn die “Materialien der mythischen Aussage (Sprache, Photographie, Gemälde, Plakat, Ritus, Objekt usw.)“2 Die erwähnte Personalisierung der Schöpfung erfolgt fast ausschließlich über den Mann als Meister und Schöpfer.


Die Frage nach der “Autorschaft“

Der Begriff “Autorschaft“ ist eng mit dem Begriff des Autors, vor allem mit dessen Namen, verbunden. Heute werden Werke meist den jeweiligen, oder auch vermeintlichen, Autoren zugeordnet. Damit ist Autorschaft auch immer mit Authentizität und Autorität verbunden. Der Begriff der “Autorschaft“ ist erst sehr spät aus dem Bereich der Wissenschaften auf die Kunst übertragen worden. Seit dem Mittelalter garantierte der Autorenname auch Autorität. Dabei wurden christliche Mythen der Schöpfung auf den Autor übertragen. Der Künstler schafft etwas Neues, durch Gott Legitimiertes.

[...]


1 Barthes, Roland. Mythen des Alltags. Frankfurt/M. 1964. S.85

2 Ebd. S.92-93

 

Kommentare

Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:

http://www.grin.com/e-book/60893/