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Presentation (Elaboration), 2005, 9 Pages
Author: Maya Entner
Subject: Orientalism / Sinology - Miscellaneous
Details
Institution/College: University of Bonn (Abteilung für Südostasienwissenschaft)
Tags: Asiatische, Werte, Moderne, Unvereinbarkeit, Demokratie, Rechtsstaat, Hauptseminar, Werte, Nationale, Identität, Herrschaftslegitimität
Year: 2005
Pages: 9
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 5 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-54508-2
File size: 77 KB
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Excerpt (computer-generated)
Rheinische Friedrich – Wilhelms – Universität Bonn
Abteilung für Südostasienwissenschaft
Hauptseminar „Asiatische Werte: Nationale Identität und Herrschaftslegitimität“
(WS 2005/06)
Referatsausarbeitung
„Asiatische Werte“ vs. (westliche) Moderne: Unvereinbarkeit mit
Demokratie und Rechtsstaat?
vorgelegt von: Maya Entner
HF: Südostasienwissenschaft, 5. Semester
Inhaltsverzeichnis
I. Einführung 3
II. Ist der Konfuzianismus unvereinbar mit Demokratie und Rechtsstaat? 3
A. Die politische Philosophie des Konfuzianismus 3
B. Max Webers Konfuzianismus-Studie 3
C. Die Instrumentalisierung des Konfuzianismus: Das Beispiel Singapur 4
D. Konfuzianismus und "Asian Values" aus Sicht der Post-Entwicklungs-Forschung 6
III. Abschließende Betrachtungen 7
Literatur 9
I. Einführung
Die Fragestellung des am 6. Dezember 2005 gehaltenen Referats im Rahmen des Hauptseminars "Asiatische Werte: Nationale Identität und Herrschaftslegitimität" lautete: Wie ist Konfuzianismus als angenommener Bestandteil "asiatischer Werte" im Hinblick auf die Durchsetzung vermeintlich westlicher Modernisierungsansätze, insbesondere Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, zu bewerten? Die vorliegende Referatsausarbeitung folgt dem Referatsverlauf, indem zunächst eine kurze Einführung in die politische Philosophie des Konfuzianismus vorgenommen wird. Anschließend wird Max Webers Konfuzianismus-Studie bzw. die für die Fragestellung relevanten Elemente seiner Arbeit erläutert. In einem dritten Schritt wird die Instrumentalisierung des Konfuzianismus zu Legitimationszwecken am Beispiel Singapurs und unter besonderer Berücksichtigung der Kritik Eun-Jeung Lees aufgezeigt, um anschließend auf die Ergebnisse des Post-Entwicklungs-Forschers Majid Rahnema einzugehen. Abschließend wird eine zusammenfassende Bewertung vorgenommen.
II. Ist der Konfuzianismus unvereinbar mit Demokratie und Rechtsstaat?
A. Die politische Philosophie des Konfuzianismus
Kennzeichen der politischen Philosophie des Konfuzianismus ist die Vorstellung von der Regierung durch Moral, während im Westen das Prinzip der Regierung durch Gesetze herrscht. Dadurch bedingt ergibt sich auch ein anderes Verständnis von der Rolle des Staates innerhalb der Gesellschaft. Trotzdem kann man davon sprechen, dass die Regierungstheorie nach Konfuzius (551 - 479 v. Chr.) gleichzeitig paternalistisch und demokratisch ist, denn sie beinhaltet sowohl die Vorstellung von einem väterlichen Regenten, der in der Verantwortung für sein Volk (insbesondere für dessen materielles und moralisches Wohlergehen) handelt, als auch die Definition vom Volk als intelligentes und kritisches Korrektiv der Regierung und als höchste Quelle der Weisheit. Im politikwissenschaftlichen Terminus ausgedrückt, gibt es also in diesem Modell durchaus eine Vorstellung von Partizipation im Sinne eines allgemeinen Wahlrechts und Wettbewerb im Sinne eines Rechts auf Opposition (Smith, S. 60).
B. Max Webers Konfuzianismus-Studie
Die Studie des Konfuzianismus und Taoismus von Max Weber (1864 - 1920) wurde 1915 erstmals veröffentlicht und ist Teil einer Reihe vergleichender Versuche über die Wirtschaftsethik der Weltreligionen. Für diese Studie zog Max Weber die damals vorliegende sinologische Literatur heran und fand bei seinen sinologischen Zeitgenossen Akzeptanz, aus heutiger Sicht ist die Studie dagegen in mancher Hinsicht nicht mehr aktuell. Interessant ist allerdings für diesen Zusammenhang, dass Weber konfuzianischen Gesellschaften jegliche "Spannung" abspricht und sie als durch "pietätvolle Fügsamkeit in die feste Ordnung der weltlichen Gewalten" gekennzeichnet sieht (Metzger, S. 235). Er betrachtet den Konfuzianismus als determiniertes geschlossenes System und die (als Gegenstand seiner Untersuchung chinesische) Gesellschaft als Ganzes. Der Konfuzianer verfolgt Webers Ansicht nach bescheidene weltliche Ziele (wie ein langes Leben, Gesundheit und Reichtum und die Erhaltung des guten Namens über den Tod hinaus) vor dem Hintergrund der Annahme, dass die gegebene Welt die beste aller möglichen Welten ist, ihr also grundsätzlich das "radikale Böse" abzusprechen sei. Weber folgert daraus, dass dem Konfuzianer "nicht nur die Autonomie gegenüber dieser Welt, sondern auch jegliche Verpflichtung zu einem selbstauferlegten intensiven und systematischen moralischen Kampf zur Überwindung seiner inneren Schwächen" fehle (Metzger, S. 235). Er betont insgesamt die überragende Bedeutung von Autoritätspersonen und das Aufgehen des Einzelnen in der Gruppe, insbesondere im Rahmen der sogenannten "Familienpietät" (Metzger, S. 246).
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