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Turkmensitan - Zwischen Marktwirtschaft und staatlicher Planwirtschaft

Hauptseminararbeit, 2006, 29 Seiten
Autor: Katharina Jacob
Fach: Geowiss. / Geographie - Regionalgeographie

Details

Veranstaltung: GUS - Entwicklungsprobleme und Perspektiven
Institution/Hochschule: Universität Hamburg
Tags: Turkmensitan, Zwischen, Marktwirtschaft, Planwirtschaft, Entwicklungsprobleme, Perspektiven
Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2006
Seiten: 29
Note: 1
Literaturverzeichnis: ~ 20  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V61055
ISBN (E-Book): 978-3-638-54587-7

Dateigröße: 979 KB


Textauszug (computergeneriert)

Universität Hamburg, Institut für Geographie
Oberseminar: GUS Entwicklungsprobleme- und Perspektiven
SoSe 2006

Turkmensitan - Zwischen Marktwirtschaft
und staatlicher Planwirtschaft

von: Katharina Jacob

 


Inhalt

1. Einleitung

2. Landeskunde

2.1 Lage und naturräumliche Gliederung
2.2 Klima
2.3 Landesstruktur und Bevölkerung

3. Staatsstruktur

4. Wirtschaft

4.1 Ökonomie während der Sowjetzeit
4.2 Wirtschaftlicher Umbruch ab 1991
4.3 Aktueller Stand der Transformation
4.4 Außenhandel

4.4.1 Erdgasexporte
4.4.2 Erdölexporte

5. Landwirtschaft

5.1 Bewässerungslandwirtschaft

5.1.1 Karakum - Kanal
5.1.2 Der „Goldene – Zeitalter – Kanal“

5.2 Landreform und Privatisierung der Landwirtschaft

6. Zusammenfassung und Ausblick

7. Literatur

Abb. 1: Satellitenbild mit Ländergrenzen Turkmenistans [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]
 

 



1. Einleitung

1991 begann mit der politischen Unabhängigkeit von der Sowjetunion für Turkmenistan auch der Transformationsprozess von der sozialistischen Planwirtschaft zur kapitalistischen Marktwirtschaft. Innerhalb kürzester Zeit musste sich das Land von der Arbeitsteilung innerhalb der Sowjetunion auf eine eigenständige Wirtschaft umstellen, die nicht mehr von Kooperation sondern von Konkurrenz gekennzeichnet war. Das kleine Land sah sich so starken Wirtschaftsmächten wie den europäischen Staaten, den USA aber auch dem ehemaligen Partner Russland gegenüber. Auch wenn die wirtschaftlichen Ausgangsbedingungen für den Transformationsprozess aufgrund von hohen Erdgas- und Erdölvorkommen besser als in manch anderen ehemaligen Sowjetstaaten waren, so war dies doch keine Garantie für eine problemlose Transformation. Einen turkmenischen Staat gab es vor Gründung der Sowjetunion 1918 nicht. Mit der Unabhängigkeit begann auch der Versuch ein eigenes Nationalgefühl aufzubauen. Mit Hilfe eines starken Präsidenten als Führer und dem Islam als religiöse Grundlage wurde ein strikter Turkmenifizierungsprozess in Gang gesetzt, der in sämtliche Lebensbereiche eindringt.

Durch die weitgehende Informationsabschottung nach außen ist es schwierig genaue Wirtschaftsdaten aus Turkmenistan zu erhalten. Viele Werte beruhen auf Schätzungen westlicher Beobachter bzw. Besucher des Landes. Der Schwerpunkt der Literatur zu Turkmenistan bezieht sich auf die Energieressourcen Erdgas und Erdöl sowie die Desertifikationsbekämpfung. In der folgenden Hausarbeit möchte ich die Ausgangsbedingungen, Prozesse und Schwierigkeiten der turkmenischen Transformation aus wirtschaftsgeographischer Sicht darstellen. Hierzu werde ich zunächst die geographischen Gegebenheiten beschreiben, dann kurz die politische Veränderung der letzten Jahre darstellen und schließlich auf die wirtschaftliche Transformation speziell im Energiesektor und der Landwirtschaft einzugehen.

2. Landeskunde

2.1 Lage und naturräumliche Gliederung

Turkmenistan ist ein Staat in Zentralasien, der im Norden von Kasachstan und Usbekistan, im Osten von Afghanistan, im Süden vom Iran und im Westen vom Kaspischen Meer begrenzt wird (FWA 2006). Turkmenistan gehört naturräumlich zur Kaspisch - Turanischen Niederung und besitzt einen einheitlichen Naturraum mit einem sehr flachen Relief, einem einfachen geologischen Aufbau und einem trocken-sommerheißen Klima. Die geologischen Fundamente liegen sehr tief und sind von mächtigen diluvialen Sedimentschichten der Wüste Karakum bedeckt. Diese wurden während der wasserreichen Periode des Diluviums von Flüssen, die dem stark vergletscherten Tjan-(?)an und Pamir-Gebirge entsprangen, in die Ebenen transportiert. Als nach der Eiszeit das Klima trockener wurde, wurde auch die Transportkraft der Flüsse geringer. Die Sedimentation versiegte und der Wind wurde in der nun wasserlosen Wüste der bestimmende Formengeber der Landschaft. Es bildeten sich große Dünenfelder (Karger 1978).

Die ca. 400.000 km² große Karakum - Wüste bedeckt 80-90% der Landesfläche Turkmenistans. Den größten Teil nimmt eine gewellte Sandwüste ein, es finden sich jedoch auch von Gesteinschuttmänteln umgebene Restberge und trockene Kalktafeln. Unter der Karakum - Wüste befinden sich die bedeutenden Erdgasvorkommen Turkmenistans. Auch die Gebirgszonen Turkmenistans weisen in ihren Hochlagen einen wüstenartigen Charakter auf (Langbein 2006). Der höchste Berg im weitestgehend flachen Turkmenistan ist der Kugiatang (3137m) an der Grenze zu Usbekistan. Im Süden an der Grenze zum Iran

Abb. 2: Turkmenistan; aus: http://maps.grida.no [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]

erstreckt sich das seismisch aktive Faltengebirge Kope-dağ. Die seismischen Aktivitäten führen in Turkmenistan immer wieder zu schweren Erdbeben, die vor allen Dingen die Hauptstadt A(?)chabat mehrmals völlig zerstörten (zuletzt 1948). Die Kaspisch - Turanische Niederung ist eines der großen abflusslosen Gebiete der Erde. Es gibt wenige Flüsse, die in den angrenzenden Hochgebirgen entspringen und unter ständigem Wasserverlust durch Verdunstung und Versickerung in Richtung Kaspisches Meer, Aral-See und Balcha(?)-See fließen. Die bedeutendsten Wasserläufe Turkmenistans sind der Amu-darja im Osten, er mündet in den Aralsee und ist einer der größten Flüsse Zentralasiens, und der Murgab im Süden, der in einem Binnendelta in der Karakum - Wüste versiegt. Des Weiteren wird der Karakum - Kanal durch den gesamten Süden Turkmenistans geleitet. Im Westen befindet sich die Wasserfläche des Kaspische Meeres, im Norden des kaspischen Meeres die Lagune Kara-Bogaz-Gol.

Kara-Bogaz-Gol
Im Norden Turkmenistans befindet sich der Kara-Bogaz-Gol. Er liegt 2-3 m unter dem Spiegel des Kaspischen Meeres und wird regelmäßig durch eine schmale Wasserstraße von diesem überflutet. Das Wasser verdunstet dort und hinterlässt ein stark salzhaltiges Wasser (bis 350 Promille / Kaspisches Meer 13 Promille). Somit ist der Kara-Bogaz-Gol eines der salzigsten Gewässer der Erde. Seit fast 100 Jahren wird der Kara-Bogaz-Gol zur Salzgewinnung genutzt, zunächst per Hand, später in modernen Salzgewinnungsanlagen. Um den Ertrag zu steigern wurden Verdunstungsbecken angelegt. Da man in den 1970er Jahren die Austrocknung des Kaspischen Meeres befürchtete, verschloss man 1980 die Wasserstraße, die den Kara-Bogaz-Gol mit dem Kaspischen Meer verband mit einem Damm und hoffte so die Salzgewinnung noch 25 Jahre weiter betreiben zu können. Der Versuch scheiterte, bereits drei Jahre nach dem Bau des Dammes war das Becken fast vollständig ausgetrocknet. Salzstürme waren die Folge. Salz und Staub legte sich auf die Felder in weiten Teilen Turkmenistans. Nach Bewässerungsversuchen mit Kanälen und Röhren wurde 1992 der Damm eingerissen, so dass das Becken inzwischen wieder mit Wasser gefüllt ist.

Abb. 3: Landschaftszonen Turkmenistans; aus: Langbein 2005 [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]

2.2 Klima

[...]


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