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Autor: Julia Deitermann
Fach: Filmwissenschaft
Details
Institution/Hochschule: Universität Augsburg
Tags: Eine, Untersuchung, Orson, Welles, Citizen, Kane, Filmtheorie
Jahr: 2003
Seiten: 19
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 7 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 195 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-54633-1
Textauszug (computergeneriert)
Universität Augsburg, Lehrstuhl für Komparatistik/NDL
Proseminar: Filmtheorie, Sommersemester 2003
Eine filmtheoretische Untersuchung von Orson Welles’
"Citizen Kane"
von: Julia Weinmann
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Inhalt von Citizen Kane
3. Die Sprache des Films
3.1 Rückblendetechnik
3.2 Verknüpfungstechnik
3.3 Kameraperspektive
3.4 Gegenstände als Zeichen
3.5 ‚Sound’
3.6 Tiefenschärfe
4. Der historische Hintergrund
4.1 Roosevelts Politik des New Deal
4.2 Der Mythos des Amerikanischen Traums
5. Das ‚Rosebud’-Motiv
6. Resümee
Bibliographie
1. Einleitung
„Der wahrscheinlich wichtigste amerikanische Film aller Zeiten“1 – so lautet heute die einhellige Meinung anerkannter Filmkritiker in aller Welt auf die Frage nach der herausragenden Stellung von Orson Welles’ Erstlings- und Meisterwerk Citizen Kane, welches 1941 in Amerika veröffentlicht wurde.
Die Faszination, die der Film auf den Zuschauer ausübt, ist auch über ein halbes Jahrhundert nach seiner Erstaufführung ungebrochen. Jede neue Generation von Filmliebhabern – Wissenschaftler ebenso wie gewöhnliche Kinogänger – bemüht sich in gleichem Maße um die Auflösung des Rätsels um ein einziges Wort: ‚Rosebud’. Doch auch im Hinblick auf historische Zusammenhänge, wie Roosevelts Politik des New Deal oder dem Mythos des Amerikanischen Traums, erweckt Citizen Kane anhaltendes Interesse und fordert diesbezüglich eine tiefer gehende Untersuchung. Der Film schildert die Saga des Charles Foster Kane, Medienmogul und Politiker, öffentliche Figur und Privatmann, und lässt ihn auf sozialkritische Weise zum Symbol des amerikanischen Lebens in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts werden. Welles’ Klassiker lässt sich keinem bestimmten Genre zuordnen, vereinigt aber eine enorme Fülle an gattungsübergreifenden filmischen Mitteln. Durch für die damalige Zeit bahnbrechende Neuerungen wie der Wiedereinführung von Weitwinkelobjektiven und Tiefenschärfe anstelle von Schnitten, dem Bruch mit der chronologischen Erzählweise durch den Einsatz der Rückblendetechnik, der Erfindung der den Zuschauer führenden subjektiven Kamera oder der Verwendung der Überblendungstechnik erhob Orson Welles Citizen Kane zu einem filmhistorischen Meilenstein, der den Beginn einer neuen Filmepoche anzeigt.
Trotz den aus heutiger Sicht revolutionären Neuheiten und der meisterhaften Inszenierung durch Orson Welles, geriet der Film 1941 zu einem finanziellen Misserfolg und zog steigenden Druck auf Welles nach sich, was bald darauf zu seiner Entlassung aus Hollywood führte. Von da an musste er sich mit Auftragsarbeiten und mittelmäßigen Rollen durchschlagen, um weiterhin freiproduzierte Filme drehen zu können. Ein Grund für den damaligen Kino-Flop rührt vom Boykott der Hearst-Presse her, da der Zeitungszar William Randolph Hearst sich in seiner Rolle als Vorlage für die Hauptperson in Citizen Kane nicht gefiel.
Trotz dieser Rückschläge hat Welles die Entwicklung des Films stark beeinflusst und seine Stellung als herausragender Regisseur, Produzent, Schauspieler und Drehbuchautor vor allem durch Citizen Kane als einem Musterbeispiel des Autorenfilms gefestigt. Diese Arbeit setzt sich zum Ziel, eine filmtheoretische Untersuchung von Orson Welles’ Meisterwerk Citizen Kane zu liefern, wobei insbesondere auf filmtechnische Neuerungen, die Sprache des Films und auch historische Zusammenhänge eingegangen werden soll. Der Einfluss Welles’ auf die weitere Entwicklung des Films spielt hierbei eine bedeutende Rolle.
2. Inhalt von Citizen Kane
In seinem Märchenschloss Xanadu stirbt der steinreiche Charles Foster Kane einen einsamen Tod. Der Film schildert rückblickend die Erfolgsgeschichte eines Zeitungsmagnaten, der die öffentliche Meinung Amerikas über Jahrzehnte beherrschte, als die Biographie eines gescheiterten Mannes, der sich nie von seiner Vergangenheit lösen konnte. Zwar erlangt Kane, der als kleiner Junge gewaltsam von seinen Eltern getrennt wurde, unermesslichen Reichtum, Macht und Einfluss, doch sowohl seine politische Karriere als auch seine beiden Ehen scheitern. Von seiner ersten Frau Emily, der Nichte des Präsidenten, entfremdet er sich immer mehr, schließlich kommen sie und der gemeinsame Sohn bei einem Autounfall ums Leben. Auch seine zweite Ehe mit der unglücklichen Opernsängerin Susan, die von Kane zum Weitersingen gezwungen wird, endet in der Isolation auf Xanadu, wo sie sich gefangen fühlt und ihn schließlich verlässt. Die Rahmenhandlung des Films bildet der Auftrag des Reporters Thompson, das Geheimnis um Kanes letztes Wort ‚Rosebud’ zu entschlüsseln, was ihm trotz ausführlicher Schilderungen von ehemaligen Vertrauten des Zeitungszaren nicht gelingt. Auf den Aufbau des Films soll im nächsten Kapitel in Hinblick auf die Rückblendetechnik näher eingegangen werden.
3. Die Sprache des Films
3.1 Rückblendetechnik
[...]
1 Monaco, James: Film Verstehen – Kunst, Technik, Sprache, Geschichte und Theorie des Films und der Neuen Medien; Hamburg; Rowohlt Taschenbuch Verlag GmbH 2000: S. 313
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