Carl R. Rogers und die klientenzentrierte Beratung

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Details

Titel: Carl R. Rogers und die klientenzentrierte Beratung
Autor: Wiebke Saum
Fach: Pädagogik - Allgemein
Veranstaltung: Modelle und Theorien der Beratung
Institution/Hochschule: Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig (Erziehungswissenschaft)
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2006
Seiten: 30
Note: keine
Literaturverzeichnis: ~ 5  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 172 KB
Archivnummer: V61397
ISBN (E-Book): 978-3-638-54865-6

Textauszug (computergeneriert)

Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig
Institut für Erziehungswissenschaft
Vorlesung: Modelle und Theorien der Beratung

Carl R. Rogers und die klientenzentrierte Beratung

von: Wiebke Saum

 


Gliederung

1. Einleitung

2. Zur Person Carl R. Rogers

2.1 Die Herkunftsfamilie
2.2 Das Studium
2.3 Der berufliche Werdegang

3. Rogers Menschenbild

3.1 Die Selbstaktualisierung
3.2 Das Selbst
3.3 Das Selbstkonzept

4. Der personenzentrierte Ansatz

4.1 Kongruenz
4.2 Akzeptanz
4.3 Empathie

5. Die klientenzentrierte Beratung

5.1 Die Klienten-Berater-Beziehung
5.2 Das Beraterverhalten (direktive vs nondirektive Verhaltensweisen)
5.3 Der Beratungsprozess

6. Schlussfolgerungen

 


 

1. Einleitung

Im alltäglichen Leben begegnen wir vielen Therapie- oder Beratungseinrichtungen. Da gibt es Jugendberatungsstellen, Familien- und Eheberatungsstellen, Sucht- oder Schuldnerberatungen. Der Bereich der Beratung ist aus unserem Alltag nicht mehr weg zu denken. An der Anzahl der Richtungen, in denen Beratung angeboten und somit wohl auch benötigt wird, lässt sich auch erahnen, dass es nicht nur einen Ansatz, eine Philosophie darüber geben mag, wie mit einem „Rat suchenden“ umzugehen ist, damit ihm am Ende geholfen wird. Da gibt es in dem Bereich der Lebensberatung und Therapie, Ansätze wie NLP. Gestalttherapie und natürlich die Psychoanalyse, um nur eine kleine Auswahl der angewandten Techniken zu nennen. Diese Ausarbeitung soll sich mit Carl R. Rogers und seiner Idee der nicht-direktiven Beratungsweise auseinander setzten, welche in der Mitte des 20. Jahrhunderts erfolgreich einen Gegenpol zu den direktiven Anwendungen von Beratung darstellen sollte. Kaum eine später entstandene Beratung oder Therapie die nicht von Rogers´ Auffassungen beeinflusst werden sollte. Vor dem Einstieg in die Thematik sollten die zentralen Begrifflichkeiten Rogers´ dargestellt werden.

Rogers entwickelte das Konzept des nicht-direktive (nondirectiv) Beraterverhaltens als Gegenpol der damals üblichen direktiven Verhaltensweisen in der Beratung. Später nannte er seinen Ansatz klientenzentriert. Rogers wollte mit dieser begrifflichen Änderung das Augenmerk auf den Klienten richten und nicht auf die Methode, da der Klient das Zentrum des Prozesses darstellt. Am Ende seines Lebens hat Rogers den klientenzentrierten (clientcentered) Begriff mit dem personenzentrierten (person-centered) synonym gesetzt, wobei der klientenzentrierte Begriff im deutschen Sprachgebrauch eher im therapeutischen oder beraterischen Bereich sich wieder findet (wo im übrigen im englischen Sprachraum kein unterschied gemacht wird). Der personenzentrierte Ansatz stellt hier eher eine Grundhaltung dar, welche in jeglichen Bereichen der Arbeit mit Menschen zum Einsatz kommt. In der folgenden Ausarbeitung soll die zuletzt genannte Definition als Grundlage dienen.

2. Zur Person Carl R. Rogers

Carl R. Rogers ist wohl eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der Psychologie des 20. Jahrhunderts und hat mit seinem, durch eigene Erfahrungen, entwickelten Ansatz und dem ihm innewohnenden und ausformulierten Menschenbild, den Bereich der Therapie und Beratung revolutioniert.

2.1 Die Herkunftsfamilie

Am 8. Januar 1902 wird Carl Ransom Rogers als viertes von sechs Kindern einer Farmerfamilie in Oak Park (Illinois) in den USA geboren. In dem streng protestantischen Elternhaus lernte Rogers hart und diszipliniert zu arbeiten, beschreibt sich Rogers selbst als „... Sohn praktischer, erdverbundener, hart arbeitender Eltern mit einer festen religiösen Einstellung.“ (Schmid 1989, S. 76) Freizeitaktivitäten jeglicher Art, sowie Genuss von Alkohol, lehnten sie rigoros ab. Diese Grundeinstellungen des Lebens und Arbeitens sollten im späteren Lebensverlauf die Arbeiten des Carl Rogers bedeutend beeinflussen. So beschreibt Pervin zwei Tendenzen, die sich widerspiegeln. Zum einen „... die Beschäftigung mit religiösen und ethischen Fragen...“ und zum anderen “... der Respekt vor wissenschaftlichen Methoden.“ Pervin 2005, S.216)

2.2 Das Studium

Aufgrund der Erfahrungen im elterlichen Betrieb - versuchte sein Vater die Farm mit wissenschaftlichen Hintergrund zu führen - beginnt Rogers nach seinem Schulabschluss im Jahre 1919 das Studium der Agrarwissenschaft an der Universität Wisconsin. Beeinflusst durch freundschaftliche Beziehungen zur YMCA-Gruppe (Young Men′s Christian Association) wächst in Rogers immer mehr der Wunsch, sich christlich einzusetzen und er wechselte das Studium, um zunächst ein Geschichtsstudium zu beginnen. Dieses bricht er ebenso ab, als er nach New York umsiedelt um dort, nach der Heirat einer Kunststudentin, am Union Theological Seminary in New York das Studium der Theologie aufzunehmen. Carl Rogers arbeitet für einen Seelsorgedienst mit Kindern und sammelt die Erfahrungen, welche er später in seinen Theorien wiedergibt. Er besucht Kurse in klinischer Psychologie. Durch Diskussionen innerhalb dieser Kurse, kommt Rogers zu dem Schluss sich von der Kirche und seinen christlichen Dogmen abzuwenden, welche seiner Meinung nach die Entwicklung des Menschen verhinderten und nicht dem modernen Menschenbild entsprächen. Insbesondere die Theorien der „...grundlegenden Verderbtheit der menschlichen Natur [beschreibt Rogers später] als Ausschlaggebend für das Absetzen von diesem Glauben.“ (Schmid 1989) So kehrt Rogers dem christlichen Glauben den Rücken und studiert ab 1926 am Teachers College der Columbian University Erziehungspsychologie. Das Studium schließt er 1931 mit dem Erreichen des Doktortitels ab. Sein Studium beschreibt Rogers als „aufsaugen“ der bestehenden Theorien. Er lernt das Spannungsfeld zwischen Subjektivität und klinischer Objektivität kennen. Er fühlt sich in verschiedene Richtungen gezogen und versucht über Jahre mehrere Elemente in Einklang zu bringen. „... das religiöse mit dem wissenschaftlichen, das intuitive mit dem objektiven, das klinische mit dem statistischen.“ (Pervin 2005, S. 217)

2.3 Der berufliche Werdegang

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