Termpaper, 2004, 14 Pages
Author: Axel Limpert
Subject: Film Science
Details
Tags: Film
Year: 2004
Pages: 14
Grade: 2,5
Bibliography: ~ 12 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-55144-1
ISBN (Book): 978-3-638-79289-9
File size: 166 KB
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Abstract
Der Begriff „Postmoderne“ wird häufig dafür benutzt, künstlerische Phänomene zeitlich zu verorten. Doch die Debatte folgt nicht nur einem genuin kunsthistorischen Kontext. Vor allem Literaturwissenschaften, Philosophie und Soziologie arbeiten mit dem Begriff und haben sich dieses Schlagworts angenommen, um ihn ausdrücklich gegen den Begriff der „Moderne“ abzugrenzen. Darüber hinaus ist er längst zu einer Modevokabel außerhalb des akademischen Diskurses avanciert. Diese Hausarbeit skizziert die Debatte an einem konkreten Beispiel: dem Film. Dabei widme ich mich in einem ersten Schritt (Kapitel 1.1.) dem Ausdruck „Postmoderne“: zunächst erkläre ich die Entstehungsgeschichte des Begriffs Postmoderne sowie die Sichtweise einiger postmoderner Philosophen. Kapitel 1.2. stellt wesentliche Stilelemente des postmodernen Films vor. Besonders das Element des Zitats ist in diesem Kontext wichtig, ohne das der postmoderne Film nicht zu denken wäre. Denn das postmoderne Kino spielt häufig ironisch mit Versatzstücken aus anderen Spielfilmen und weiteren Kunstgattungen, etwa der Architektur. Deshalb stelle ich im dritten Kapitel Beispiele für den postmodernen Film vor, die insbesondere mit Zitaten arbeiten.
Excerpt (computer-generated)
Universität GH Duisburg- Essen
Seminar: „Vom Stummfilm zum Videoclip“
SS 2004, 8. Semester
Der postmoderne Film
von: Axel Limpert
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 1
1. Hauptteil 2
1.1. Der Begriff Postmoderne 2
1.2. Stilelemente des postmodernen Films 3
1.3. Beispiele für den postmodernen Film 5
Schluß 10
Literaturverzeichnis
Filmliste
1. Hauptteil
1.1. Der Begriff Postmoderne
Der Ausdruck „Postmoderne“ ging zunächst von der Literaturwissenschaft aus, griff über auf die Architektur und die Malerei, gefolgt von der Soziologie und der Philosophie. Mittlerweile gibt es postmoderne Theologie, postmodernes Reisen, postmoderne Patienten und etliches mehr. In der Diskussion umstritten ist er hinsichtlich seiner zeitlichen Ansetzung. In den USA, wo die Debatte begann, bezog sich die Postmoderne auf die Phänomene der fünfziger Jahre. Um 1970 griff sie auf Europa über, der New Yorker indes sprach bereits vom Post- Postmodernismus. Arnold Toynbee zufolge begann die Postmoderne 1875, Jean- Francois Lyotard meint, schon Aristoteles hätte postmoderne Positionen vertreten und argumentiert, dass derjenige postmodern ist, der sich der Vielfalt der Sprach-, Denk- und Lebensformen bewusst ist und damit umzugehen weiß und das solches Denken keinesfalls nur im 20. Jahrhundert präsent sei.(Welsch 1997: 10)
Das postmoderne Denken versucht, sich auf die Eigengesetzlichkeiten der Dinge einzulassen. Wolfgang Welsch schlägt die Umschreibung „radikale Pluralität“ vor, um diesen Anspruch zu umschreiben. Die Moderne forderte diese Pluralität und leitete sie ein, ohne imstande zu sein, sie vollständig zu realisieren. Die Postmoderne nun ist dadurch gekennzeichnet, dass die radikale Pluralität zum Allgemeingut wird, dass sie nicht mehr länger in „aparten Zirkeln“ verharrt. Pluralisierung wird in diesem Sinne nicht als reiner Zersetzungsprozess der tradierten Lebenswirklichkeiten verstanden, sondern als untrennbares Element wirklicher Demokratie. (Welsch: 5)
Die Forderungen der Moderne des 20. Jahrhunderts nach Pluralität kann man wohl am ehesten am Beispiel der Kunst nachzeichnen: Die Kunst brach die bisherigen Einheitskonzepte auf und arbeitete von nun an mit Mitteln, die von Diskontinuität und Divergenz geprägt waren. Der individuelle Ansatz des Künstlers rückte in den Mittelpunkt des Schaffens, der den gesellschaftlichen Geschmack fragmentierte, die Kunstszene nahm Abschied von einem utopischen Modell und wendete sich einer Vielzahl unterschiedlichster Erprobungen zu. (Welsch: 25) Jean- Jacques Lyotard zufolge antizipiert die Malerei die Postmoderne und tritt für eine Fortführung der künstlerischen Avantgarde ein, da sie auf neue und paraloge Möglichkeiten verweist. (Welsch: 34) In der Postmoderne wird die Forderung nach Pluralität zur allgemeinen Grundverfassung, weshalb sie auch nicht als anti- modern, eher als radikal modern bezeichnet werden kann. (Welsch: 6)
Welsch sieht aber auch die Gefahr, dass in der heutigen Zeit der Begriff Postmoderne durch Beliebigkeit und Abweichung vernebelt wird. Die Ansprüche postmoderner „Kulturgüter“ werden so weit minimiert, dass sie schon als gelungen erscheinen, wenn möglichst viele exotische Komponenten in einen Topf geworfen werden: „Man kreuze Libido und Ökonomie, Digitalität und Kynismus, vergesse Esoterik und Simulation nicht und gebe auch noch etwas New Age und Apokalypse hinzu- schon ist der postmoderne Hit fertig.“ (Welsch: 2) Mike Sandbothe verweist in seinem Aufsatz „Was heisst hier Postmoderne“ auf das Problem, dass der Begriff Postmoderne im wesentlichen mit vier Fehleinschätzungen verbunden ist. Diese Fehleinschätzungen haben sich selbst in den Köpfen derer festgesetzt (Feuilleton- Redakteure, Filmproduzenten, Filmkritiker), die täglich mit diesem Wort hantieren und denen man ein qualifiziertes Urteil über postmoderne Phänomene zutrauen sollte. (Sandbothe 1998: 41)
Das Epochenmissverständnis: Sieht man nur den Begriff, so schließt sich die Postmoderne, im Sinne von „Nachmoderne“, an die Moderne an. Das Präfix „post“ lässt nun dem Vorurteil Raum, es im eppochal- oppositionalen Sinn zu deuten. Folgt man dem Autor, so ist die Postmoderne eben keine neue Epoche, und auch das sie als feindlicher Gegenpol der Moderne aufgefasst wird, quasi als Antimoderne erscheint, geht am wesentlichen vorbei. Denn postmodernes Denken will nicht alte Inhalte durch radikal neue ersetzen, um somit die Probleme der Moderne lösen. Sie setzt nicht auf einheitliche Lösungen und universalen Umbruch. Lyotard kommt vielmehr zu dem Ergebnis, dass die Postmoderne Bestandteil der Moderne selbst ist, nur eben andere Akzente setzt, die unter anderem darin bestehen, die Moderne als Wegbereiter der Heilsverkündungen von Wissenschaft und Technik zu kritisieren. (Sandbothe:44-46)
Das Moderne- Missverständnis ist eng verknüpft mit den Vorstellungen, die man mit dieser Epoche verbindet: Landläufig wird unter Moderne das Neue, das Andere verstanden. Die Philosophen Francis Bacon und Rene` Descartes leiteten im 16. und 17. Jahrhundert die Neuzeit ein und waren damit die Wegbereiter der Moderne. Hat man dieses Verständnis von Moderne als Anhang der Neuzeit, dann ergibt sich für den Begriff Postmoderne, sie als Nachneuzeit verstanden zu wissen. Die Postmoderne wendet sich, um mit den Worten von Sandbothe zu sprechen, „gegen den technischen Totalitarismus, gegen den mathematischen Einheits- und wissenschaftlichen Letztbegründungsimpetus der Neuzeit.“
[...]
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