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Autor: Johanna Lemke
Fach: Theaterwissenschaft
Details
Institution/Hochschule: Universität Leipzig (Institut für Theaterwissenschaft)
Tags: Begriffe, Theatertheorie, Aristoteles, Grundlage, Poetik, Forschungsseminar, Theatertheoretische, Begriffsbildung
Jahr: 2006
Seiten: 17
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 8 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 228 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-55584-5
Die Arbeit ist der Zwischenstand einer Forschungsarbeit und bietet eine fundierte Klärung der Begriffe "Mimesis", "Katharsis" und "Techne" sowie deren Bedeutung für die antike Theatertheorie. Die verschiedenen Schulen werden in der Arbeit genauso miteinbezogen wie Übersetzungsproblematiken.
Textauszug (computergeneriert)
Institut für Theaterwissenschaft, Universität Leipzig
Zwischenergebnis der Forschungsarbeit
Wintersemester 2005/2006, Sommersemester 2006
Die Begriffe der Theatertheorie des Aristoteles /
Auf Grundlage der ‚Poetik’
von: Johanna Lemke
Gliederung
Einleitung 2
1. Die Begriffe der Theatertheorie des Aristoteles, auf Grundlage der Poetik 4
1.1 Problem der Theoriebildung 4
1.2 Die Begriffe
1.2.1 Mimesis als Grundlage der Dichtungstheorie 4
1.2.2 Die Erweiterung des Mimesisbegriffs durch die Betrachtung des Begriffs techne 9
1.2.3 Die Funktion der katharsis in der aristotelischen Theatertheorie und ihr Zusammenhang mit mimesis 12
Ausblick 15
Bibliographie 17
Einleitung
Die vorliegende Arbeit ist das Ergebnis aus dem Forschungsseminar zu Schlüsselbegriffen theaterwissenschaftlicher Theoriebildung, angeboten von Herrn Prof. Dr. Girshausen im Wintersemester 2005/2006. Die Verfasserin arbeitete in der Forschungsgruppe „Antike“ und dort am Ursprungstext der „Poetik“ des Aristoteles. Grundlage war nach Absprache mit Herrn Girshausen vor allem die Arbeit am Begriff mimesis, aus der sich weitere Begriffe und theatertheoretische Ansätze ergeben sollten. Die Forschungen der Verfasserin orientierten sich vorwiegend an der Lektüre und Auslegung des Ursprungstextes. Vielleicht mehr als in anderen Forschungsgruppen wurde Sekundärliteratur hinzugezogen, um sich dem differenzierten antiken Welt- und Kunstbild nähern zu können. Hinzu kommt die mangelnde Kenntnis der altgriechischen Sprache, weswegen eine genaue Arbeit am Ursprungstext gar nicht möglich ist – zu vielfältig sind die Übersetzungsdifferenzen und Auslegungen. In der Präsentation der Ergebnisse am 19. Januar 2006 ergaben sich aus der Diskussion im Seminar weitere Anregungen, die in dieser Arbeit ebenfalls eingebracht wurden. Weiterhin dienten Mitschriften von zwei Vorlesungen von Herrn Prof. Dr. Girshausen als Hilfestellung bei der Begriffsklärung (Vorlesung: Grundlinien einer Geschichte der Theatertheorie Europas I und II, im Wintersemester 2002/03 sowie Sommersemester 2003).
Die Arbeit ist keine Hausarbeit im konventionellen Sinne, da die Forschungsarbeit sich ausschließlich mit dem mimesis-Verständnis bei Aristoteles beschäftigte und keinen Vergleich mit anderen Textgrundlagen oder Diskussionsversuche vorsah. Der Konnex mit den anderen Mitarbeiterinnen der Antike-Gruppe hätte in dem eigentlich auf zwei Semester angelegten Seminar nun gefolgt. Durch den abrupten Abbruch des Forschungsseminars konnte diese Verknüpfung mit der Absicht, einen vollständigen theoretischen Text zur Theatertheorie der Antike zu erstellen, nicht durchgeführt werden. Diese Arbeit ist nun also gewissermaßen ein Zwischenstand der Forschungsarbeit. Es ist daher kein Anspruch auf die vollständige Darlegung der Theatertheorie des Aristoteles zu erheben. Vielmehr liegt ein Ansatz der Untersuchung antiken theatertheoretischen Verständnisses vor, aus dem weitere Spezifizierungen folgen können.
Für die vollständige Darstellung des aristotelischen Mimesisverständnisses ist die Erläuterung einiger anderer Begriffe notwendig. So dienen hier die Termini techne und katharsis als Erweiterung, aber auch als unverzichtbare Ergänzung zur mimesis-Definition. Zwar ist die Arbeit orientiert an einer handbuchartigen Darstellung einzelner Begriffe, es wird aber nicht ein Begriff in lexikalischer Art und Weise unabhängig von dem anderen erläutert. Vielmehr erschließt sich ein Terminus aus dem anderen, bedingen sie sich gegenseitig und können nicht einzeln, jeder für sich betrachtet werden. Die Dichtungs- und Theatertheorie des Aristoteles steht im engen Zusammenhang mit zeitgeschichtlichen und produktionsspezifischen Aspekten. Diese werden jedoch nur am Rande betrachtet und innerhalb der einzelnen Definitionen eingefügt. Weiterhin liegt dieser Arbeit zugrunde, dass die Ursprungstexte Platons und Aristoteles gesondert und von verschiedenen Seminarteilnehmern erarbeitet wurden. So wird in der vorliegenden Arbeit die Theorie Platons zwar erwähnt, jedoch nur äußerst knapp erläutert. Im Falle eines verknüpfenden, lexikalischen Textes müssten an den entsprechenden Stellen Verweise eingefügt werden, ebenso auf die Aristoteles-Rezeption - darauf soll an dieser Stelle aus Gründen der Übersichtlichkeit aber verzichtet werden.
1. Die Begriffe der Theatertheorie des Aristoteles, auf Grundlage der ‚Poetik’
1.1 Problem der Theoriebildung
Ein Problem stellt die unklare Definition von Theorie und Theoriebildung dar, welches hier insofern wirksam wird, da sich diese Arbeit vordergründig mit der theatertheoretischen Komponente der Poetik beschäftigen soll. Zwar ist die Schrift der erste Versuch, eine Spezifizierung innerhalb der im antiken Griechenland als Künste geltenden Formen Lyrik, Musik, Malerei und Theater durchzuführen. Dennoch tut sich die Frage auf, inwieweit der Text als explizite Dichtungs- oder Theatertheorie begriffen werden kann, ohne diesen normativen Anspruch gehabt zu haben. Das Problem der Theoriebildung außerhalb von geschlossenen, ausgeschriebenen Theorien tritt dann auf, wenn Kategorien ohne normativen Anspruch gesetzt werden. Dieses Problem ist an dieser Stelle nicht zu klären, es kann nur insoweit behandelt werden, dass hier die breite Wirkung der Poetik als Kriterium für ihre „Theoriehaftigkeit“ gesehen werden soll. Eine beabsichtigte Theatertheorie ist Aristoteles nicht zu unterstellen. Dennoch wurden durch die Schrift Termini gesetzt und Normen erstellt. Die Poetik kann also durchaus als die erste Dichtungs- und Theatertheorie der abendländischen Welt begriffen werden und hier als solche behandelt werden.
1.2 Die Begriffe
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