Subtitle: Ein kurzer Überblick
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2006, 15 Pages
Author: Katharina Kurzmann
Subject: Pedagogy - General
Details
Institution/College: Johannes Gutenberg University Mainz (Pädagogisches Institut)
Tags: Grundbegriff, Bildung, Einführung, Erziehungswissenschaften
Year: 2006
Pages: 15
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 16 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-55990-4
ISBN (Book): 978-3-638-76711-8
File size: 220 KB
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Abstract
In dieser Arbeit steht der Grundbegriff „Bildung“ im Vordergrund. Was ist Bildung? Wie wird Bildung in der heutigen Gesellschaft gesehen? Und nach welchen Kriterien wird „Bildung“ be¬urteilt? Diese Fragen, die eine Begriffsklärung unvermeidlich machen, sollen ebenso behandelt werden, wie die Bestimmung verschiedener Bildungstheorien und –dimensionen. Dafür erscheint es sinnvoll, die Wandlung des Bildungsbegriffs in der Historie zu beschreiben und ihn an Hand von klassischen und modernen Bildungstheorien verschiedener Vertreter zu erläutern.
Excerpt (computer-generated)
Johannes Gutenberg Universität Mainz, Pädagogisches Institut
Proseminar „Einführung in die Erziehungswissenschaft“
SS 2006, 1. Fachsemester
Grundbegriff Bildung
von: Katharina Kurzmann
Inhalt
1. Einleitung 2
2. Begriffsklärung 2
3. Der Begriff aus historischer Perspektive 3
4. Zusammenfassung der klassischen Bildungstheorien 4
5. Bestimmungsdimensionen von Bildung und Bildungstheorien 6
6. Umdeutungen des klassischen Bildungsbegriffs 7
7. Modernisierung des Bildungsbegriffs 9
8. Bildungsformen 11
9. Resümee 12
10. Literaturnachweis 14
1. Einleitung
In dieser Arbeit steht der Grundbegriff „Bildung“ im Vordergrund. Was ist Bildung? Wie wird Bildung in der heutigen Gesellschaft gesehen? Und nach welchen Kriterien wird „Bildung“ beurteilt? Diese Fragen, die eine Begriffsklärung unvermeidlich machen, sollen ebenso behandelt werden, wie die Bestimmung verschiedener Bildungstheorien und –dimensionen. Dafür erscheint es sinnvoll, die Wandlung des Bildungsbegriffs in der Historie zu beschreiben und ihn an Hand von klassischen und modernen Bildungstheorien verschiedener Vertreter zu erläutern.
2. Begriffsklärung
„Bildung (eruditio, ex rudibus = aus dem Rohzustand und über ihn hinaus) meint die Aneignung von Kenntnissen und Fertigkeiten in Selbstverfügung und aktiver Gestaltung mit dem Ziel der reflexiven Ausformung eines kultivierten Lebensstils (Educand-Perspektive)“ (RAITHEL u. a. 2005, 37).
„Bildung“ als Grundbegriff hat eine lange geisteswissenschaftliche Tradition und nimmt mittlerweile eine zentrale Stellung in der Pädagogik ein. „Bildung“ ist ein exklusiv deutscher Begriff, der eine Grundkategorie in der Pädagogik darstellt. Früher wurde „Bildung“ vor allem „… als die Kultivierung der verschiedenen Facetten von Menschlichkeit verstanden, um an den in einer Gesellschaft üblichen Lebensformen teilhaben zu können“ (a.a.O.). Mit Blick auf die Entwicklung der Pädagogik in Deutschland kann man sehen, dass, innerhalb von Idealismus und Neuhumanismus, dieser Akzent überhöht wurde, sodass Bildung vor allem als Herausformung von inneren Werten und Vervollständigung der eigenen Erlebnistiefe verstanden wurde. Moderne Definitionen des Begriffs sehen die Förderung von Eigenständigkeit und Selbstbestimmung des Menschen im Vordergrund. Diese Bildung entsteht durch die Auseinandersetzung des Menschen mit der ökonomischen, kulturellen und sozialen Lebenswelt (vgl. ADORNO 1971, 44). "Bildung wird übereinstimmend gesehen als ein Prozess, Weg oder Ablauf in der Zeit. Dabei wird der Mensch von einem Zustand in den anderen geführt. Seine Verfassung ändert sich. Diese Veränderung wird als Verbesserung verstanden." (LASSAHN 1977, 39).
3. Der Begriff aus historischer Perspektive
Neben einer Einordnung des Begriffs „Bildung“ in unterschiedliche Dimensionen (vgl. LANGEWAND 1994 u. Kapitel 5) bietet es sich an die Entwicklung aus historischer Perspektive zu analysieren. Wenn man den Begriff nun genauer betrachten möchte, ist dies nur unter Verwendung von z.B. Platons „Paideia“ möglich (vgl. Kapitel 4), da dort erstmals eine Theorie der Bildung entworfen wurde.
Im Mittelalter wird Bildung dann auf Gott bezogen und auf ihn ausgerichtet. Das bedeutet, dass der Mensch sich Gott (wieder) annähren soll. Dabei entfremdet sich der Mensch von sich selbst. In der selben Zeit ist auch der humanistische Bildungsbegriff anzusiedeln, bei dem es vor allem darum geht, sich selbst nach freiem Willen zu bilden. Dazu kommt ein gewisser Bedarf an gebildeten Kaufleuten, was dazu führt, dass die Bildung zum Merkmal einer geistigen Elite wird. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts findet der Übergang zu einer naturalistischen Ausdeutung des Bildungsbegriffes statt (vgl. SCHWENK 2004, 211).
In der Mitte des 18. Jahrhunderts wird der Begriff „Bildung“ aus dem theologischen Bezug gelöst und innerhalb der Aufklärung neu definiert. In dieser Zeit ist das Ziel der Bildung, dass der Mensch bzw. der Heranwachsende zum einen individuelles Glück findet und zum anderen, dass er dem Gemeinwohl dient. Die Bildung in der Zeit der Aufklärung war vernunft- und berufsständisch orientiert. Der Bildungsbegriff wurde als schulpädagogischer Bildungsbegriff verstanden, da durch die allgemeine Schulpflicht die Heranwachsenden zu vernunftbestimmten, glücklichen und tüchtigen Menschen gemacht werden sollten. Der klassische Bildungsbegriff grenzt sich dann zum Bildungsbegriff der Aufklärung dadurch ab, dass der Prozess des „Sichselber- Bildens“ viel stärker zum Ausdruck kommt. Bildung wird als ständige Auseinandersetzung zwischen dem „Ich“ und der „Welt“ verstanden. Eine Zusammenfassung der klassischen Bildungstheorien soll im folgenden Abschnitt behandelt werden. Ab dem 19. Jahrhundert kommt es verstärkt zu Umdeutungen des Begriffs, die in Kapitel 6 näher erläutert werden sollen, da sich darauf auch die Kritik der Moderne stützt (vgl. a.a.O. 211ff).
4. Zusammenfassung der klassischen Bildungstheorien
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