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Hauptseminararbeit, 2006, 39 Seiten
Autor: B. A. Catharina Trost
Fach: Geschichte - Neueste Geschichte, Europäische Einigung
Details
Institution/Hochschule: Universität Rostock (Historisches Institut )
Tags: Parteitag, Hauptseminar, Parteien, Massenorganisationen, SBZ/, SED, Erich Honecker, NÖSPL, Erich Apel, Walter Ulbricht, ÖSS
Jahr: 2006
Seiten: 39
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 41 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-56021-4
ISBN (Buch): 978-3-638-66609-1
Dateigröße: 487 KB
Diese Hauptseminararbeit ist im Rahmen eines HS entstanden. Sie beinhaltet die Hauptfelder des NÖSPL und dessen Wirkungsweise auf die ökonomische Lage in der DDR der 50- und 60er Jahre. Gleichfalls ist in ihr der Übergang "Vatermord" Ulbrichts sehr ausführlich enthalten.
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Zusammenfassung / Abstract
Um sich mit der wirtschaftlichen Konzeption der SED nach dem Mauerbau am 13. August 1961 auseinander zu setzen, müssen im Vorfeld die ökonomischen Ausgangspositionen und politischen Entwicklungen in der DDR bis 1961 berücksichtigt werden. Unter Punkt 2 sind die Vorläufe zu den Wirtschaftsreformen näher untersucht worden. Es wird dargelegt, in welcher Beziehung die DDR zur UdSSR stand und dass die angestrebten Ziele nie erreicht wurden. Ersichtlich wird dieses aus der eingefügten Tabelle aus dem Statistischen Jahrbuch von 1966. Natürlich steht in dieser Hauptseminararbeit außer Frage, dass die SED eine dominierende Rolle bei der Entwicklung der DDR-Wirtschaft in Anspruch nahm. Doch es soll ebenfalls näher beleuchtet werden, wie sich dieses konkret auf die DDR-Wirtschaft auswirkte. Unter diesem Punkt wird aufgewiesen, welche Mitglieder des Politbüros zum „jungen“ Nachwuchs der SED-Spitze gehörten und wie Ulbricht versuchte parteikonforme Wirtschaftsfachleute um sich zu scharen. Andreas Herbst, Gerd-Rüdiger Stephan und Jürgen Winkler haben in ihrem Buch, „Die SED Geschichte-Organisation-Politik“ klar herausgearbeitet, welche Funktionäre an die Spitze strebten. Den Hauptumfang dieser Hauptseminararbeit soll das „Neue Ökonomische System der Planung und Leitung der Volkswirtschaft“ (NÖSPL) unter Punkt 3 einnehmen. Um den Lebensstandard der Bundesrepublik zu erreichen, kann Walter Ulbrichts Losung: „Überholen ohne Einzuholen“ als Hauptmotivation für diese Reform gesehen werden. Nur, wie wurde versucht dieses in die Praxis umzusetzen? Hat man diese Losung je erfüllen können und wann und unter welchen Bedingungen kam es zum Abbruch der Reformen? Anhand von gegenübergestellten Kennziffern wird gezeigt, wie die reale Entwicklung von 1959 bis 1963 verlief. Hierzu mussten die Protokolle des VI. Parteitages mit einbezogen werden um deutlich zu machen, wie utopisch die Vorstellungen Ulbrichts waren. Schließlich, und um der Komplexität dieses Themas gerecht zu werden, muss der Wechsel von der Ära Ulbricht zu Honecker im Jahr 1971 mit in den Kontext einbezogen werden.
Textauszug (computergeneriert)
Universität Rostock
Historisches Institut
Hauptseminar: Parteien und Massenorganisationen in der SBZ/ DDR
Sommersemester 2006
Die SED zwischen dem VI. und VIII. Parteitag
vorgelegt von:
Catharina Trost
4. Semester Geschichte (Hauptfach)
Rostock, den 03. August 2006
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Ausgangsbedingungen und Vorläufe zu den Wirtschaftsreformen 4
2.1 VI. Parteitag der SED 5 2.2 Modifikation der Personalstruktur 7
3. "Neues ökonomisches System der Planung und Leitung" - NÖSPL 8
3.1 Erste Etappe des NÖSPL 11
3.2 Zweite Etappe des NÖSPL und die Evolution zum ÖSS 17
3.3 Scheitern der Wirtschaftsreform 19
4. Entmachtung von Walter Ulbricht 20
4.1 Kronprinz Erich Honecker 20
4.2 Machtkampf hinter den Kulissen - Vorbereitungen zum Sturz Ulbrichts 23
4.3 Sturz Ulbrichts oder "Die Palastrevolution" 26
4.3.1 14. Tagung des ZK der SED 27
4.3.2 Brief an das KPdSU-Politbüro und Leonid Breshnew 29
4.3.3 Reise nach Moskau und Rücktritt Ulbrichts 30
5. Zusammenfassung 32
6. Literatur- und Quellenverzeichnis 35
6.1 Gedruckte Quellen 35
6.2 Ausgewählte Literatur 36
7. Abkürzungsverzeichnis 38
1. Einleitung
Um sich mit der wirtschaftlichen Konzeption der SED nach dem Mauerbau am 13. August 1961 auseinander zu setzen, müssen im Vorfeld die ökonomischen Ausgangspositionen und politischen Entwicklungen in der DDR bis 1961 berücksichtigt werden.
Unter Punkt 2 sind die Vorläufe zu den Wirtschaftsreformen näher untersucht worden. Es wird dargelegt, in welcher Beziehung die DDR zur UdSSR stand und dass die angestrebten Ziele nie erreicht wurden. Ersichtlich wird dieses aus der eingefügten Tabelle aus dem Statistischen Jahrbuch von 1966.
Natürlich steht in dieser Hauptseminararbeit außer Frage, dass die SED eine dominierende Rolle bei der Entwicklung der DDR-Wirtschaft in Anspruch nahm. Doch es soll ebenfalls näher beleuchtet werden, wie sich dieses konkret auf die DDR-Wirtschaft auswirkte.
Hierbei geziemt es sich, den VI. Parteitag unter Punkt 2.1 näher zu prüfen und aufzuzeigen, welche Veränderungen nach seiner Beendigung in Kraft traten und wie sich diese auswirkten. Auch die verschiedenen Kursrichtungen in der Politik der SED dürfen hierbei nicht außer Acht gelassen werden. Zu nennen wäre in diesem Zusammenhang die Modifikation der Personalstruktur der SED-Führung, die unter Punkt 2.2 Erwähnung findet. Unter diesem Punkt wird aufgewiesen, welche Mitglieder des Politbüros zum "jungen" Nachwuchs der SED-Spitze gehörten und wie Ulbricht versuchte parteikonforme Wirtschaftsfachleute um sich zu scharen. Andreas Herbst, Gerd-Rüdiger Stephan und Jürgen Winkler haben in ihrem Buch, "Die SED Geschichte-Organisation-Politik" klar herausgearbeitet, welche Funktionäre an die Spitze strebten.
Den Hauptumfang dieser Hauptseminararbeit soll das "Neue Ökonomische System der Planung und Leitung der Volkswirtschaft" (NÖSPL) unter Punkt 3 einnehmen. Um den Lebensstandard der Bundesrepublik zu erreichen, kann Walter Ulbrichts Losung: "Überholen ohne Einzuholen" als Hauptmotivation für diese Reform gesehen werden. Nur, wie wurde versucht dieses in die Praxis umzusetzen? Hat man diese Losung je erfüllen können und wann und unter welchen Bedingungen kam es zum Abbruch der Reformen? Anhand von gegenübergestellten Kennziffern wird gezeigt, wie die reale Entwicklung von 1959 bis 1963 verlief. Hierzu mussten die Protokolle des VI. Parteitages mit einbezogen werden um deutlich zu machen, wie utopisch die Vorstellungen Ulbrichts waren.
Schließlich, und um der Komplexität dieses Themas gerecht zu werden, muss der Wechsel von der Ära Ulbricht zu Honecker im Jahr 1971 mit in den Kontext einbezogen werden. Es wird aufgezeigt, welche Machtkämpfe hinter den Kulissen stattfanden und wie Honecker agierte, die alleinige Macht für sich zu beanspruchen. Auch soll hierbei die Beziehung von Ulbricht zu Breshnew mit einbezogen werden, was unter Punkt 4 ausführlich geschieht. Es wird aufgezeigt, wie Breshnew seine Einstellung zu Ulbricht wandelte und damit Honecker die Macht "übertrug" und somit am Sturz Ulbrichts aktiv beteiligt war, denn ohne sein "Abnicken" in Moskau wäre Honecker nicht Erster Sekretär der SED geworden.
In der Zusammenfassung wird eine Gesamtbilanz für die DDR in den sechziger Jahren gezogen und welche kommunistischen Vorstellungen von Ulbricht bis 1971 umgesetzt werden konnten. Auch wird die Überheblichkeit der DDR gegenüber der BRD klar dargestellt und das einzig die SED mit ihrem Dogmatismus letztlich das Scheitern des NÖS zu verantworten hatte.
Die Historiographie über das "weite Feld" der DDR erlebte natürlich nach der Wiedervereinigung 1990 und mit der Öffnung der Archive einen qualitativen Schub. Stellvertretend für viele Autoren, die sich vor und nach der "Wende" mit diesem Thema beschäftigten, sollen hier André Steiner, Hermann Weber, Peter Przybylski, Jörg Roesler und nicht zuletzt Monika Kaiser Erwähnung finden.
2. Ausgangsbedingungen und Vorläufe zu den Wirtschaftsreformen
Im Herbst 1959 wurde der Fünfjahresplan eingestellt und an seine Stelle trat nun mehr ein Siebenjahresplan. Ulbricht begründete diese Umstellung vor der Volkskammer mit der Notwendigkeit, angesichts der [...] „aggressiven Pläne des westdeutschen Militarismus und der NATO die Lösung der ökonomischen Hauptaufgabe bis 1961 für alle östlichen Verbündeten ins Auge zu fassen.“1
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1 Zitat bei Doernberg, Stefan: Kurze Geschichte der DDR. 2. Auflage. Berlin (Ost) 1968. S. 382.
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