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Chrisitian Krachts Roman "1979" im Kontext der Popliteratur

Termpaper, 2006, 22 Pages
Author: David Dylong
Subject: German Studies - Modern German Literature

Details

Event: Imaginierte Ferne: Literarische Bilder vom Orient seit dem 18. Jahrhundert
Institution/College: University of Dortmund
Tags: Chrisitian, Krachts, Roman, Kontext, Popliteratur, Imaginierte, Ferne, Literarische, Bilder, Orient, Jahrhundert
Category: Termpaper
Year: 2006
Pages: 22
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 21  Entries
Language: German
Archive No.: V63020
ISBN (E-book): 978-3-638-56151-8
ISBN (Book): 978-3-638-66903-0
File size: 271 KB

Abstract

Zur ersten Berührung des Verfassers mit dem Themenkomplex „Popliteratur“ kam es durch das Seminar „Imaginierte Ferne: Literarische Bilder vom Orient seit dem 18. Jahrhundert", im Wintersemester 2005/06 an der Universität Dortmund. Hier wurden Bücher analysiert, die das Bild des Orients als thematischen Schwerpunkt innehaben, so auch u.a. Christian Krachts 2001 veröffentlichtes Werk „1979“. Es wurde festgestellt, dass sich die Literaturwissenschaft bisher noch kaum mit Krachts zweitem Roman „1979“ beschäftigt hat, obwohl sein Erstlingswerk „Faserland“ als Gründungsdokument der literarischen Bewegung „Popliteratur“ eingeordnet wurde. Diese Erkenntnis warf die Frage auf, ob und inwiefern sich Krachts Roman „1979“ in das Phänomen der Popliteratur einordnen lässt. Zuerst wird eine Definition für den Begriff „Popliteratur“ erarbeitet, welche als konkrete Basis für die unter Punkt 4 folgende Textanalyse dienen soll. Diese Grundlage wird durch die Einordnung der Popliteratur in die Literaturgeschichte, sowie durch einen kurzen Abriss der deutschsprachigen Popliteratur erweitert, welche dem Leser die Ursprünge und den Umfang der literarischen Bewegung näher bringen soll. Dabei werden die Wurzeln der Popliteratur jedoch nur kurz benannt, da eine konkrete Darstellung der Literaturgeschichte bis zur Gegenwart den Rahmen dieser Hausarbeit sprengen würde. Nach der Begriffsklärung wird der Autor des Romans „1979“, Christian Kracht, vorgestellt. Die Vorstellung des Autors ist in diesem Fall insofern besonders wichtig, als dass sich Kracht in der Öffentlichkeit, z.B. durch das Verweigern von Interviews und durch den Einsatz in einer Werbekampagne einer bekannten Bekleidungsfirma, selbst darstellt und in einer Art „Pop-Rolle“ inszeniert. Ein Verhalten, welches signifikant für das Auftreten der Popliteraten in der Öffentlichkeit ist. Es folgt das Kernstück der Arbeit, die Analyse des Romans im Kontext der Popliteratur. Die Analyse dient dem Ziel, die Anfangsfrage zu beantworten, ob sich Krachts Werk in die Popliteratur einordnen lässt, oder ob es sich hierbei bereits um ein neues Genre handelt, welches popliterarische Themen und die Schreibweise jedoch noch aufgreift. Das Ergebnis wird unter Punkt 5 präsentiert. Hier werden abschließend auch die wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst und ein Ausblick in die Zukunft der Popliteratur gegeben, sofern dies überhaupt noch möglich ist und Popliteratur nicht bereits durch eine neue Art von Literatur abgelöst worden ist.


Excerpt (computer-generated)

1979 - Chrisitian Krachts Roman im Kontext der Popliteratur

von: David Dylong

Wintersemester 05/06

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Themenmotivation
1.2. Überblick

2. Popliteratur

2.1. Eingrenzung und Versuch einer Definition der literarischen Strömung Popliteratur
2.2. Entwicklung und Einordnung der deutschsprachigen Popliteratur

3. Der Autor Christian Kracht

4. Der Roman 1979

4.1. Inhaltsangabe
4.2. Aufbau und Struktur
4.3. Sprachanalyse
4.4. Inhaltsanalyse

4.4.1. Figurenentwicklung (-konstellation)
4.4.2. Das Bild des Orients

5. Fazit und Ausblick

6. Literaturverzeichnis


 


 

1. Einleitung

1.1. Themenmotivation

Die Motivation für das Schreiben einer Hausarbeit mit dem Titel „1979 – Christian Krachts Roman im Kontext der Popliteratur“, ergab sich für den Verfasser aus der Recherche im Rahmen einer Seminargestaltung. In dem Seminar „Imaginierte Ferne: Literarische Bilder vom Orient seit dem 18. Jahrhundert", im Wintersemester 2005/06 an der Universität Dortmund, wurden Bücher analysiert, die das Bild des Orients als thematischen Schwerpunkt innehaben, so auch u.a. Christian Krachts 2001 veröffentlichtes Werk „1979“. Es kam zur ersten Berührung des Verfassers mit dem Themenkomplex „Popliteratur“, wobei festgestellt wurde, dass sich die Literaturwissenschaft bisher noch kaum mit Krachts zweitem Roman „1979“ beschäftigt hat, obwohl sein Erstlingswerk „Faserland“ als Gründungsdokument der literarischen Bewegung „Popliteratur“ eingeordnet wurde.1 Diese Erkenntnis warf die Frage auf, ob und inwiefern sich Krachts Roman „1979“ in das Phänomen der Popliteratur einordnen lässt.

1.2. Überblick

Zuerst wird im Rahmen dieser Hausarbeit eine Definition für den Begriff „Popliteratur“ erarbeitet, welche als konkrete Basis für die unter Punkt 4 folgende Textanalyse dienen soll. Diese Grundlage wird durch die Einordnung der Popliteratur in die Literaturgeschichte, sowie durch einen kurzen Abriss der deutschsprachigen Popliteratur erweitert, welche dem Leser die Ursprünge und den Umfang der literarischen Bewegung näher bringen soll. Dabei werden die Wurzeln der Popliteratur jedoch nur kurz benannt, da eine konkrete Darstellung der Literaturgeschichte bis zur Gegenwart den Rahmen dieser Hausarbeit sprengen würde.

Nach der Begriffsklärung wird der Autor des Romans „1979“, Christian Kracht, vorgestellt. Die Vorstellung des Autors ist in diesem Fall insofern besonders wichtig, als dass sich Kracht in der Öffentlichkeit, z.B. durch das Verweigern von Interviews und durch den Einsatz in einer Werbekampagne einer bekannten Bekleidungsfirma, selbst darstellt und in einer Art „Pop-Rolle“ inszeniert.2 Ein Verhalten, welches signifikant für das Auftreten der Popliteraten in der Öffentlichkeit ist. Es folgt das Kernstück der Arbeit, die Analyse des Romans im Kontext der Popliteratur. Die Analyse dient dem Ziel, die Anfangsfrage zu beantworten, ob sich Krachts Werk in die Popliteratur einordnen lässt, oder ob es sich hierbei bereits um ein neues Genre handelt, welches popliterarische Themen und die Schreibweise jedoch noch aufgreift. Das Ergebnis wird unter Punkt 5 präsentiert. Hier werden abschließend auch die wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst und ein Ausblick in die Zukunft der Popliteratur gegeben, sofern dies überhaupt noch möglich ist und Popliteratur nicht bereits durch eine neue Art von Literatur abgelöst worden ist.3 Popliteratur

2.1. Eingrenzung und Versuch einer Definition der literarischen Strömung Popliteratur

Betrachtet man das Kompositum Popliteratur, so setzt es sich zusammen aus den Lexemen „Pop“ und „Literatur“. Die genauere Betrachtung soll nun dem Lexem „Pop“ zugesprochen werden. Pop steht zunächst abkürzend für „populär“ und wird hergeleitet aus dem lateinischen „populus“, welches für „das Volk“ steht. „Populär“ wurde im Zuge der Eindeutschung zunächst für Termini wie „volkstümlich“ oder „volksnah“ verwendet, bzw. für „massen- und breitenwirksam“ oder „beliebt“. Kulturtheoretisch wurde der Begriff jedoch von den englischen Geistes- und Sozialwissenschaften Ende des 19.Jh. aufgegriffen, wo er aus dem Kontext der sogenannten „popular culture“ („Populärkultur“) hergeleitet wurde.4 Der Begriff „popular culture“ wurde dabei sehr abwertend und synonym mit Begriffen wie „Kitsch“ und „Schund“ als Pendant zur Hochkultur, der „wahren Kunst“, verwendet.5 Ende der neunziger Jahre war der Begriff „Pop“ fester Bestandteil der deutschen Medien, allen voran des deutschen Feuilletons, welches durch besonders große Kreativität bei der Pop-Kompositabildung - Pop-Star, Pop-Szene, Pop-Queen, Pop- Film, Popliteratur etc. - bestach.6

[...]


1 Vgl. Baßler, Der deutsche Pop-Roman, 2005, S. 111

2 Vgl. Stahl, Popliteratur, online 08.2005 (aus Übersichtszwecken verzichtet der Autor auf eine Darstellung der kompletten Internetadressen in den Fußnoten und verweist auf das Literaturverzeichnis)

3 Vgl. Jegorow, Popliteratur?, online 05.10.2005

4 Vgl. Jung, Viel Lärm um nichts, in Jung (Hg.), Alles nur Pop?, 2002, S. 10/11

5 Vgl. Nünning, Populärkultur, 2004, S. 535

6 Vgl. Jung, Viel Lärm um nichts, in Jung (Hg.), Alles nur Pop?, 2002, S. 10


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