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Autor: Robert Tanania
Fach: Ethnologie / Volkskunde
Details
Institution/Hochschule: Universität Augsburg (Lehrstuhl Volkskunde)
Tags: Barbarossa, Städtebund, Reichspolitik, Staufer, Oberitalien, Reichsstadt, Mittelalter
Jahr: 2006
Seiten: 36
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 38 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 247 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-56160-0
ISBN (Buch): 978-3-638-66636-7
Es handelt sich um die Ausarbeitung eines 30-40 minütigen Referates auf dem Niveau einer Semninararbeit mit ausführlicher Literaturliste und Teittafel.
Zusammenfassung / Abstract
Die Jahre von 1150 bis 1250 waren die entscheidenden in der Entwicklung der mittelalterlichen europäischen Städte und ihre Institutionen blieben bis in die Neuzeit ohne grundlegende Änderungen bestehen . In Italien bildeten sich Kommunen mit mehr Bürokratie als in den anderen europäischen Ländern.Die oberitalienische Region war neben Unteritalien, der Provence und Katalonien am offensten für Einflüsse aus der arabischen und der byzantinischen Welt.In Oberitalien ist die Kommune die Spitze einer Entwicklung, die schon in der fränkischen Zeit begann . Im Gegensatz zu Gallien, wo sich die Stadt im 3. und 4. Jahrhundert auf eine Zitadelle reduzierte, wurde die italienische Stadt von einer Mauer umgeben . In Gallien zog infolge dieser Entwicklung der Adel auf das Land und in Italien blieb die Aristokratie in der Stadt sesshaft . Die Mauer war im römischen Rechtsdenken heilig und dies kam auch in der Sage vom Sprung des Remus über die Stadtmauer zum Ausdruck . Das städtische Umland, der comitatus, wurde oft von der Kommune unterworfen und es hatte auch keine Teilhaberechte an der Kommune.In der weiteren Entwicklung konnte sich der ländlich orientierte Lehnsadel zwischen die bischöflichen und städtischen Strukturen schieben und eine innere Stabilität erreichen . In der Fachwelt gilt frühestens die Zeit der karolingischen Machtergreifung als die Geburtsstunde der Entstehung der Kommune . Während dieses Werdevorgangs des mittelalterlichen Stadt in Oberitalien standen diese in engstem politischen Kontakt mit Deutschland.Der Begriff Stadt bedeutete in Italien civitas, die der Mittelpunkt des umliegenden Territoriums war, das mit der Christianisierung zum Bischofssitz wurde . In den Urkunden des Lombardenbundes wird die Bezeichnung civitas den Bischofsstädten vorbehalten . In den Kommunen wurde der hierarchisch-herrschaftlichen Ordnung des Mittelalters eine neue Form des menschlichen Zusammenwirkens mit neuen Formen der politischen Organisation entgegengesetzt . Der Auslöser für die Ausbildung der städtischen Kommune war der seit der Herrschaft der Salier andauernde Investiturstreit zwischen Kaiser und Papst: die Bedeutung der Bischöfe in den italienischen Städten hat durch diese Auseinandersetzung mehr zugenommen als in den Städten des Alten Reichs . Infolge der mit dem Investiturstreit einhergehenden Doppelwahlen kam es zur Entstehung von stärkeren sozialen und politischen Unruhen in den italienischen Kommunen .
Textauszug (computergeneriert)
Universität Augsburg, Europäische Ethnologie/Volkskunde
Proseminar: Die Reichsstädte im Mittelalter
WS 2006/07
Barbarossa und der lombardische Städtebund –
Die Reichspolitik der Staufer in Oberitalien
von: Robert Tanania
Gliederung
Zeittafel 8
1. Die Kommunen in Oberitalien 12
2. Consules, Podestàs und Rat 15
3. Die wirtschaftliche Entwicklung der oberitalienischen Kommunen 17
4. Die historische Entwicklung der Lombardei 19
4.1 Die Langobarden 19
4.2 Das bischöfliche Regime 20
5. Kaiser und Lombardenbund 22
5.1 Die Zeit bis Barbarossa 22
5.2 Ziele und Politik Barbarossas 22
5.3 Barbarossa und Italien 22
5.3.1 Ziele und Politik in Italien 22
5.3.2 Mailand 23
5.3.3 Erster Italienzug (1154) 24
5.3.4 Der Reichstag von Roncaglia bei Piacenza (1158) 24
5.3.5 Vierter Italienzug (Oktober 1166) 26
5.3.6 Der Lombardenbund 26
5.3.7 Fünfter Italienzug (1174) 28
5.3.8 Friede von Konstanz und Anerkennung des Lombardenbundes (1183) 28
6. Der Zweite und Dritte Lombardenbund 30
Quellen- und Literaturverzeichnis
Fremdwörter
administratio weltlichen Gewalt1
auctoritas Superiorität der geistlichen Autorität2
comitatus der Stadt rechtlich zugeordnetes Umland3
parlamentum entscheidet über Gebiets- Handels- und Rechtsstreitigkeiten verbindlich4
podesta5 Bürgermeister
rectores nehmen neben militärischen Führungsaufgaben auch richterliche Funktionen in der Berufungsinstanz wahr6
renovatio imperii Erneuerung des Reichs
Zeittafel
300 die Langobarden werden an der Elbe sesshaft
546 Kaiser Justinian weist den Langobarden als foederati Wohnsitze in Pannonien und Noricum zu7.
712-744 König Liutprand
1059 Gründung des Kardinalskollegium8
10. Jh. . Phase der bischöflichen Stadtherrschaft
Ende 10./Anfang 11. Jh. Aufstände gegen die Bischöfe in den Kommunen
1120-1140 institutionelle Umformung der früheren Kommune
etwa 1124/25 Geburt Friedrichs
1125 Tod Heinrichs V.
Herzog Lothar III. von Sachsen König
1130 Konrad III. von Hohenstaufen lombardischer König (Neffe Heinrichs V.)
1132-33 erster Italienzug Lothar III.
1136-37 zweiter Italienzug Lothar III.
1138 Konrad von Hohenstaufen wird König
1147-52 Barbarossa Herzog von Schwaben
1150 Beginn des Amtes der podesta in Ferrara9.
4.3.1152-1190 Barbarossa deutscher König
1153 Vertrag von Konstanz mit Papst Eugen III.
1154/55 der 1. Italienzug Barbarossas10 sollte nicht nur dazu dienen, die Kaiserkrone zu erlangen, sondern verfolgte wie die fünf darauf folgenden Züge auch die Absicht, die unumstrittene Herrschaft über Reichsitalien, insbesondere über die lombardischen Städte, zu sichern
18.06.1155 Hadrian IV. Krönt Barbarossa in Rom zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches
1156 Barbarossa setzt den Kölner Erzbischof Rainald von Dassel als Erzkanzler für Italien ein11
Oktober 1157 Barbarossa beruft einen Reichstag nach Besançon ein, vor allem um seinen Herrschaftsanspruch in Burgund zu unterstreichen
1158-62 2. Italienzug
1158 der päpstliche Patrimonismus wird in die Jurisdiktion Reichsitaliens einbezogen12
11.-26.11.1158 Reichstag von Roncaglia
1159 Papst Hadrian IV. erhebt Forderungen, die wesentlich zur Verhärtung der Fronten im Schisma beigetragen haben13
Päpstliche Doppelwahl in Rom
1160 Synode von Pavia (Papstschisma)
1162 Barbarossa erobert Mailand14
1163-64 3. Italienzug
1164 Bildung des Veroneser Städtebundes gegen den Kaiser
Mai 1165 Reichstag zu Würzburg
1166-68 4. Italienzug
Oktober 1166 Barbarossa zieht mit einem Heer von Augsburg über den Tonalpass und Val Camonica nach Lodi von wo er nach Süden aufbrach15.
1167 weil Reinald und Christian bei Tusculum die Römer geschlagen hatten, brach der Kaiser die Belagerung von Ancona ab und marschierte nach Süden16
Gründung des Lombardenbundes17
Reichsregierung verliert Monza an Mailand18
Einnahme Roms, Flucht Alexanders, Vernichtung des Barbarossa-Heeres durch eine Seuche
Juli 1167 die Truppen des Kaisers kämpfen sich in Rom Quartierweise vor, Papst Alexander III. flieht, die Römer geben auf19
30.07. Barbarossa lässt den Gegenpapst inthronisieren20
1168 Paschalis III. stirbt21
Barbarossas Flucht aus Italien
1168-74 sechsjähriger Aufenthalt Barbarossas in Deutschland
Pfingsten 1169 Barbarossa lässt auf dem Reichstag in Bamberg seinen Zweitgeborenen Heinrich zum Nachfolger wählen22
1171 Noch Ende des Jahres 1171 hatte Barbarossa Erzbischof
Christian von Mainz nach Italien geschickt, um dort die Reichsmacht wenigstens aufrechtzuhalten23.
März 1172 Barbarossa erhebt Klage gegen den Lombardenbund, weil nach dessen Meinung dieser und die Anhänger Alexanders III. das römische Kaisertum auf die Griechen übertragen wollten24.
1174-78 5. Italienzug
In dem Frieden von Montebello gab Barbarossa nach seinem erfolglosen Kriegszug 1174 seinen starren Rechtsstandpunkt auf und die Lombarden unterwarfen sich nur formal25.
1176 Schlacht von Legnano, Niederlage Barbarossas gegen die Mailänder
Barbarossa entsendet eine hochrangige Gesandtschaft an die päpstliche Kurie in Anagni26
Juli 1177 Friede von Venedig27 mit Papst Alexander III., Ende des Kirchenstreites (Triumph des Papstes?)
1178-81 Prozeß und Kampf gegen Heinrich den Löwen
1180er Jahre Italienzug Barbarossas28
Juni 1183 Friede von Konstanz mit dem Lombardenbund nach Ablauf des Waffenstillstandes von Venedig 117729
1184 Barbarossa trifft sich mit Lucius III. in Verona zur Lösung der in Venedig offengebliebenen Fragen30
[...]
1 Engels, Die Staufer, 1998, S. 94.
2 Engels, Die Staufer, 1998, S. 94.
3 Jakobs, Kirchenreform und Hochmittelalter 1046-1215,1994, S. 39.
4 Engels, Die Staufer, 1998, S. 102.
5 Schumann, Geschichte Italiens, 1983, S. 77.
6 Engels, Die Staufer, 1998, S. 102.
7 Dilcher, Stadtkommune, 1967, S. 11.
8 Schumann, Geschichte Italiens, 1983, S. 77.
9 Schumann, Geschichte Italiens, 1983, S. 77.
10 Jakobs, Kirchenreform,1994, S. 39.
11 Kramer, Geschichte Italiens, Band I, 1968, S. 83
12 Engels, Die Staufer, 1998, S. 141.
13 Engels, Die Staufer, 1998, S. 93.
14 Bedürftig, Taschenbuch Staufer, 2000, S. 144. Vgl. auch Fuhrmann, Deutsche Geschichte, 1993, S. 166.
15 Knefelkamp, Das Mittelalter, 2003, S. 207.
16 Knefelkamp, Das Mittelalter, 2003, S. 207.
17 Bedürftig, Taschenbuch Staufer, 2000, S. 144.
18 Haverkamp, Herrschaftsformen, 1970, S. 184.
19 Knefelkamp, Das Mittelalter, 2003, S. 207.
20 Knefelkamp, Das Mittelalter, 2003, S. 207.
21 Engels, Die Staufer, 1998, S. 91.
22 Engels, Die Staufer, 1998, S. 91.
23 Knefelkamp, Das Mittelalter, 2003, S. 211.
24 Engels, Die Staufer, 1998, S. 91 f.
25 Engels, Die Staufer, 1998, S. 92.
26 Engels, Die Staufer, 1998, S. 92.
27 Engels, Die Staufer, 1998, S. 93 f.
28 Jakobs, Kirchenreform,1994, S. 68.
29 Engels, Die Staufer, 1998, S. 97. Vgl. auch Goez, Geschichte Italiens, 1988, S. 158 , 165 und Dilcher, Stadtkommune, 1967, S. 3.
30 Jakobs, Kirchenreform,1994, S. 68.
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