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Details

Veranstaltung: Seminar Wirtschaftsinformatik
Institution/Hochschule: Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Tags: Referenzbausteinbasierte, Modellierung, Seminar, Wirtschaftsinformatik
Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2005
Seiten: 28
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 17  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 298 KB
Archivnummer: V63189
ISBN (E-Book): 978-3-638-56297-3
Anmerkungen :
Hat Autor zuerst versehentlich als kostenfreie Arbeit geschickt - Info von Olp, 27.10.06 (Edith, 30.10.06)

Textauszug (computergeneriert)

Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Projektseminar: MOVE, Abgabetermin: 2005-10-05

Referenzbausteinbasierte Modellierung

von: Michael Leyh

 


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung 1

1. Referenzbasierte Modellierung 2

1.1 Der Modellbegriff 2
1.2 Der Modellierungsbegriff  3
1.3 Referenzmodelle und Referenzbausteine  4

1.3.1 Das Referenzmodell  4
1.3.2 Wiederverwendbarkeitsentwurf  5
1.3.3 Anpassung  6
1.3.4 Evaluierung  7
1.3.5 Referenzbausteine  7

2 Identifikation und Verwendung von Referenzprozessbausteinen  9

2.1 Identifikationsformen  9
2.2 Verfahren zur Identifikation von Strukturanalogien 9

2.2.1 Vorbereitung 9
2.2.2 Messung der Ähnlichkeit  10
2.2.3 Analyse 13

2.3 Wiederverwendung von Referenzbausteinen  15

2.3.1 Grundlagen  15
2.3.2 Speicherung von Referenzprozessbausteinen  15
2.3.3 Schnittstellen  18
2.3.4 Verwendung von Referenzprozessbausteinen 18

Zusammenfassung und Ausblick 22

Literaturverzeichnis 23

Anhang  25
 



 

1 Einleitung

Zunehmende Kundenorientierung und die Änderungshäufigkeit von Rahmenbedingungen in Unternehmen führen zu einer stärkeren Individualisierung von Prozessmodellen. Die Komplexität der Erstellung im Rahmen dieser Individualisierung führte zur steigenden Bedeutung der Wiederverwendung von bereits erstellten Modellen. Im Mittelpunkt dieser Entwicklung steht einerseits die Vereinfachung der Modellierung, andererseits die Möglichkeit auf best practice Erfahrung vorausgegangener Modellierungen zurückgreifen zu können. Ein Ansatz zur Prozessmodellierung, der die flexible Generierung unternehmensspezifischer Informationsmodelle ermöglicht, beruht auf der Verwendung vorgefertigter Referenzmodelle bzw. Referenzbausteine. Um diesen Ansatz verwirklichen zu können, werden Methoden benötigt, welche die Identifikation brauchbarer Referenzmodelle bzw. Referenzbausteine ermöglichen. Die wichtigste Methode zur Ableitung von Referenzmodellen bzw. Referenzbausteinen bietet die Analyse von Strukturanalogien zwischen bereits erstellten Datenmodellen. Diese Analyse ermöglicht das systematische Auffinden von ähnlichen Sachverhalten, sowie deren Beschreibung auf einer höheren generalisierten Ebene. Diese Generalisierung erlaubt die Wiederverwendung der erstellten Referenzbausteine in zukünftigen Projekten. Das Ziel dieser Arbeit ist es, sowohl einen Überblick über die Methodik des Auffindens von Strukturanalogien zu geben, als auch die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Wiederverwendung erstellter Referenzbausteine näher zu beleuchten. Das 1. Kapitel wird zunächst eine Einführung in den theoretischen Hintergrund der Modelerstellung geben. Anschließend werden auf dieser Grundlage die Begriffe des Referenzmodells sowie des Referenzbausteins hergeleitet. Vor allem der Anpassung, Auffindung und Evaluierung von Referenzmodellen wird besondere Aufmerksamkeit zukommen. Das 2. Kapitel bildet den Hauptteil der Ausarbeitung. Ausgehend von den in Kapitel 1 verwendeten Begriffen, sollen die beschriebenen Fragestellungen nach der Identifikation und der Wiederverwendung von Referenzbausteinen im Mittelpunkt stehen. Der erste Teil dieses Kapitels wird sich mit Voraussetzungen und Verfahren zur Identifikation von Strukturanalogien beschäftigen. Im zweiten Teil dieses Kapitels wird daran anschließend das Konzept der Wiederverwendung von Referenzbausteinen näher erläutert, da die Identifikation von Referenzbausteinen eine notwendige, jedoch keine hinreichende Bedingung für deren erfolgreichen Einsatz in zukünftigen Projekten ist. Vor allem die kontextspezifische Anpassung der erstellten Bausteine ist im Rahmen der Wiederverwendung von entscheidender Bedeutung. Aus dieser Forderung ergeben sich Bedingung einerseits für die Definition und Schnittstellen der Referenzbausteine als auch Regeln für deren Verwendung. Diese Bedingungen werden in diesem Kapitel erläutert, wobei ebenfalls die Grenzen und Schwierigkeiten der Wiederverwendung aufgezeigt werden sollen. Den Abschluss der Ausarbeitung bildet eine kurze Zusammenfassung, welche nicht nur ein Resümee, sondern auch einen Ausblick für zukünftige Potentiale gibt.

1. Referenzbasierte Modellierung

1.1 Der Modellbegriff

Der Modellbegriff ist in der Literatur heterogen definiert. Aufgrund verschiedener Sichtweisen und Bezugsrahmen ist heute keine einheitliche Definition des Modellbegriffs möglich1. Im Mittelpunkt der andauernden Diskussion stehen vor allem abbildungsorientierte und konstruktionsorientierte Perspektiven auf den Modellbegriff [Broc03, S. 9]. Im Folgenden wird der Modellbegriff der von STACHOWIAK entwickelten allgemeinen Modelltheorie verwendet. Dieser Modellbegriff vereint sowohl die konkurrierenden Anschauungen, eröffnet aber auch die Möglichkeit einer prozessorientierten Sichtweise. Nach STACHOWIAK ist der Begriff Modell durch drei Merkmale gekennzeichnet:

(1) Abbildungsmerkmal: Modelle referenzieren ein Original, zu dem sie in einer Abbildungsrelation stehen.
(2) Verkürzungsmerkmal: Ein Modell erfasst nicht alle Attribute des Originals, sondern nur diejenigen, die dem Modellschaffer bzw. Modellnutzer relevant erscheinen.
(3) Pragmatisches Merkmal: Welche Teile eines Originals abzubilden sind, wird pragmatisch beantwortet. Als pragmatisch wird erachtet, die Auswahl an zu einer Zeit wahrgenommenen Zwecken eines Subjekts auszurichten.

Auf Basis dieses Modellbegriffes können drei unterschiedliche Grundpositionen identifiziert werden2: Modell als Abbildung: Ein Modell wir hier als eine Abbildung einer objektiven Realität verstanden. Dieses traditionelle Modellverständnis wird ebenso als positivistischer Modellbegriff bezeichnet [WSKM02]. Die Voraussetzung für diesen Modellbegriff ist die objektive Existenz und Wahrnehmbarkeit der Realität sowie die Möglichkeit der objektiven Abbildung dieser Realität. Dieser Modellbegriff umfasst ausschließlich die Repräsentation der abgebildeten Realität. Im Rahmen der Modellerstellung kommt dem Modellersteller lediglich eine passive Rolle zu. Modell als zweckrelevante Abbildung: Ein Modell bildet einen Ausschnitt der Realität vor dem Hintergrund eines Subjekt- und Zweckbezugs. Der Modellierer hat bei der Modellerstellung einen aktiven Einfluss auf den Modellierungszweck, die Abgrenzung des Modellobjektes sowie die Auswahl der verwendeten Sprachen zur Repräsentation des Modells. Bei dieser Auffassung hat der Modellierer zwar Einfluss auf die Modellbildung, jedoch wird die Relation zwischen Modellobjekt sowie Modellabbildung unabhängig vom Subjekt betrachtet.

Die Modellgestaltung sollte jedoch berücksichtigen, dass das Objektsystem möglicherweise nicht objektiv existiert, sondern erst durch die kognitive Wahrnehmung und Konstruktionsleistung eines Menschen erzeugt wird und somit subjektiv ist.3 Da ein System meist von mehreren Menschen genutzt wird, muss der Subjektivität der Erstellung durch einen Modellierer durch Abstimmung zwischen den verschiedenen Modellnutzern entgegengewirkt werden. Viel versprechend erscheint diesbezüglich der konstruktionsorientierte Ansatz der Modellerstellung, der den Aspekt der Subjektivität der Wahrnehmung in den Modellbegriff einbezieht.

Modell als Konstruktion: Im konstruktionsorientierten Modellbegriff wird die Subjektivität der Wahrnehmung des Modellierers in den Modellbegriff einbezogen. Die Definition von SCHÜTTE zeigt dies: „Ein Modell ist das Ergebnis einer Konstruktion eines Modellierers, der für Modellnutzer eine Repräsentation eines Originals zu einer Zeit als relevant mithilfe einer Sprache deklariert. Ein Modell setzt sich somit aus der Konstruktion des Modellierers, dem Modellnutzer, einem Original, der Zeit und einer Sprache zusammen.“ Diese Definition ermöglicht dem Modellierer eine aktive Rolle im Modellerstellungsprozess. Das reine Modellabbild steht nicht mehr im Vordergrund. Vielmehr kommt es schon bei Auswahl und Abgrenzung des Realitätsausschnittes zu einer subjekt- und zweckbezogene Abgrenzung4. Die Wahrnehmung der Realität ist abhängig vom Theorien- und Erkenntnisstand des Modellierers. Der Modellierer nimmt somit eine kontext- sowie zweckgebundene Interpretation des Realitätsausschnittes vor. Diese beeinflusst wesentlich die Erstellung der Modellrepräsentation.

1.2 Der Modellierungsbegriff

[...]


1 vgl. [HSW98, S. 22-24]; siehe auch: [Schü98, S. 40-68; Wolf01, S. 43-111]

2 [FeLo02, S. 10f.]

3 [Broc03, S. 12].

4 [FeLo02, S. 16]

Kommentare

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