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Sozialisation und Identität türkischer Migrantinnen der zweiten Generation in der Bundesrepublik Deutschland

Autor: Yelda Balkuv
Fach: Medien / Kommunikation - Interkulturelle Kommunikation

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Details

Kategorie: Magisterarbeit
Jahr: 2006
Seiten: 133
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 34  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 869 KB
Archivnummer: V63575
ISBN (E-Book): 978-3-638-56592-9

Textauszug (computergeneriert)

Universität Hildesheim
Fachbereich III
Informations- und Kommunikationswissenschaften
Institut für Angewandte Sprachwissenschaft

Sozialisation und Identität türkischer Migrantinnen
der „zweiten Generation“ in der Bundesrepublik Deutschland

Arbeit zur Erlangung des akademischen Grades einer Magistra Artium
im Internationalen Informationsmanagement

vorgelegt von: Yelda Balkuv
vorgelegt im: Februar 2006

 

Inhalt

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Lebenssituation und den Lebensentwürfen türkischer Migrantinnen der zweiten Generation in Deutschland. Unter Berücksichtigung der gege-benen kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Rahmen-bedingungen und Entwicklungen werden der Sozialisationsver-lauf und die Identität der Migrantentöchter sowohl aus der Sicht der Forschung als auch aus ihrer eigenen Sicht betrachtet und analysiert.


Abstract

The focus of this study is on the everyday life and prospects of second-generation Turkish immigrants in Germany.
Taking into account current cultural, social and political condi-tions and developments, the progress of socialization and the identity of the migrant children will be considered and analyzed both from the academic and from their own point of view.
 

Inhaltsverzeichnis

Inhalt ... I
Abstract ... I
Abbildungsverzeichnis ... V

Einleitung ... 1

I. Teil - Sozialisation und Identität - theoretischer Bezugsrahmen ... 4

1 Was ist „Sozialisation“? ... 5
1.1 Begriffliche Definitionen ... 5
1.2 Sozialisation und Sozialisationsforschung ... 6
1.3 Ebenen der „Sozialisation“ ... 9
1.4 Phasen der „Sozialisation“ ... 10
1.5 Sozialisationstheorien ... 11
1.5.1 Rollen- und Interaktionstheorien ... 11
1.5.2 Kulturvergleichende Sozialisationsforschung ... 14
1.5.3 Ebenen der kulturvergleichenden Sozialisationsforschung ... 15

2 „Identität“ ... 21
2.1 Begriffsbestimmung „Identität“ ... 21
2.2 Das Identitätskonzept von Lothar Krappmann ... 22
2.3 Grundqualifikationen des Rollenhandelns ... 23
2.3.1 „Rollendistanz“ ... 23
2.3.2 „Empathie“ ... 23
2.3.3 „Ambiguitätstoleranz“ ... 24
2.3.4 „Identitätsdarstellung“ ... 24

II. Teil - Gesellschaftliche Rahmenbedingungen und familiale Sozialisation in der Türkei ... 25

3 Der Islam ... 25
3.1 Die Tradition ... 27
3.2 Das Gesetz ... 27
3.3 Die Frau im Islam ... 28
3.4 Die Stellung der Frau im islamischen Familienrecht ... 29
3.4.1 Die Verschleierung ... 30
3.4.2 Die Ehe ... 31
3.4.3 Die Besitzverhältnisse ... 32
3.5 Der Beginn der emanzipatorischen Reformen ... 32
3.6 Die moderne Türkei ... 33

4 Die soziokulturellen Aspekte der türkischen Gesellschaft ... 34
4.1 Wert- und Normvorstellungen in der Türkei ... 34
4.2 Zum Begriff der „Ehre“ ... 34
4.3 Die Gesellschaftsstruktur der Türkei ... 35
4.3.1 Heirat und Ehe ... 36
4.3.2 Die Familie ... 38
4.3.2.1 Zum Begriff der „Familie“ ... 38
4.3.2.2 Familienstruktur und Geschlechterverhältnis ... 38
4.3.2.3 Erziehung und familiale Sozialisation ... 39

III. Teil - Zur Lebenssituation von Migrantenfamilien in Deutschland- unter besonderer Berücksichtigung türkischer Migrantinnen der 2. Generation ... 41

5 Arbeitsmigration und Ausländerpolitik in Deutschland nach 1945 ... 42
5.1 Die Anwerbephase der Gastarbeiter ... 42
5.2 Vom Gastarbeiter zum Einwanderer ... 45

6 Modelle und Konzepte zum Umgang mit Migrantenkindern im Spiegel der pädagogischen Forschung ... 50
6.1 Die Ausländerpädagogik ... 50
6.1.1 Das Sozialisationsmodell von Schrader/Nikles/Griese (1976) ... 51
6.1.2 Das Sozialisationsmodell von Boos-Nünning (1976) ... 54
6.2 Die Interkulturelle Pädagogik ... 56
6.3 Zusammenfassung ... 57

7 Zur Lage von Migrantenkindern unter besonderer Berücksichtigung von Migrantentöchtern ... 59
7.1 Daten und Fakten zur Lage von Migrantenkindern ... 59
7.2 Zur Bildungssituation von Migrantenkindern ... 61
7.3 Zur Lebenssituation türkischer Migrantinnen der 2. Generation ... 64
7.3.1 Familienstruktur und bikulturelle Sozialisation ... 65
7.3.2 Familiale Sozialisation ... 66
7.3.3 Die außerfamiliale Sozialisation ... 68
7.4 Exkurs : Aufklärungs- und Sensibilisierungskampagnen ... 70

8 Zum Stand der Forschung über Migrantinnen der 2. Generation nach Haubner (2005) ... 72

9 Ausblick auf die empirische Studie ... 74

IV. Teil - Qualitative Untersuchung der Sozialisation und Identität türkischer Migrantinnen der 2. Generation in Deutschland ... 75

10 Die qualitative Forschung ... 76
10.1 Das „Interpretative Paradigma“ ... 77
10.2 Auswahl der Forschungs- und Auswertungsmethode ... 78
10.2.1 Das qualitative, problemzentrierte Interview nach Witzel (1982) ... 79
10.2.2 Die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring (1983) ... 80
10.2.3 Vorbereitung der Interviews ... 81
10.3 Durchführung der Interviews ... 82
10.4 Die Auswertung des Interviewmaterials ... 84
10.4.1 Die zusammenfassende und explizierende qualitative Inhaltsanalyse ... 85
i. Die Biographie von Elem: „Das Leben ist Kampf! Siege!“ ... 85
ii. Die Biographie von Ferhan: „Ich bin Türkin mit Leib und Seele und ohne Einschränkungen!“ ... 93
iii. Die Biographie von Esra: „Ich hab’ beide Seiten in mir.“ ... 99
10.4.2 Bildung von Kategorien und Materialcodierung ... 107
10.5 Abschlussanalyse ... 117
11 Schlusswort ... 122

Literaturverzeichnis ... 124

Internet-Quellenverzeichnis ... 127

 

Einleitung

Die Bundesrepublik Deutschland blickte im Jahr 2005 auf eine 50-jährige Geschichte der Arbeitsmigration zurück. Das ursprüngliche wirtschaftspolitische Ziel der Bundesrepublik, den vorherrschenden Arbeitskräftemangel in Deutschland kurzzeitig durch die Beschäftigung ausländischer Arbeitskräfte auszugleichen, wurde nicht erreicht.
Heute leben über sieben Millionen Menschen mit Migrationshintergrund in der Bundesrepublik Deutschland, davon ist jeder fünfte in Deutschland geboren (vgl. Beauftragte der Bundesregierung für Ausländerfragen 2002).

Seit Mitte der 1970er Jahre erscheinen Publikationen, die sich mit der Lebenssi-tuation, den Sozialisationsbedingungen und -verläufen sowie der schulischen und beruflichen Ausbildung der Kinder von Arbeitsmigranten aus dem Blickwin-kel der sozial- und erziehungswissenschaftlichen Forschung befassen.

Ende der 1970er Jahre entsteht ein neuer Zweig der Migrationsforschung, der die Lebens- und Sozialisationsbedingungen der Migrantentöchter als eigen-ständige Teilgruppe wahrnimmt und analysiert. Hier bilden die Untersuchungen zur Situation türkischer Migrantinnen der 2. Generation im Jugendalter nach wie vor den allgemeinen Forschungsschwerpunkt. Studien, die die Lebenssituation der Türkinnen im Erwachsenenalter thematisieren und erforschen, liegen indes noch nicht in repräsentativer Anzahl vor.

Die vorliegende Arbeit hat das Ziel, zur Klärung folgender Fragen beizutragen:

  • Wie sahen die familialen und außerfamilialen Sozialisationsbedingungen aus, unter deren Einfluss die türkischen Mädchen der 2. Generation in der BRD aufgewachsen sind?
  • Welche Anschauungen, Denk- und Verhaltensweisen, Verarbeitungsformen und Strategien haben die jungen Frauen angesichts der unter-schiedlichen Anforderungen zweier Kulturkreise im Jugendalter ausgebildet?
  • Welche Art von „Identität“ entwickeln die Frauen?
  • Wie sehen die „Lebensentwürfe“ der Türkinnen in Deutschland aus?

Die Analyse der Sozialisation und Identität türkischer Migrantinnen der 2. Gen-reration in der Bundesrepublik Deutschland wird in meiner Arbeit sowohl auf der Grundlage theoretischer Ansätze und Konzepte als auch aus Sicht der Betrof-fenen durchgeführt. Die Untersuchung erfolgt in vier Schritten:

Der erste Teil der Arbeit umreißt den theoretischen Bezugsrahmen. Hier begin-ne ich mit einer Einführung in die zentralen Begriffe des Forschungsgegens-tands „Sozialisation“ nach Hurrelmann (1986 und 1991). Im Anschluss daran stelle ich die interaktionistischen Sozialisationstheorien nach Mead (1968) und die kulturvergleichenden Ansätze nach Liegle (1991) sowie das Identitätskon-zept von Krappmann (1971) vor, die den genannten theoretischen Rahmen für den empirischen Teil der Arbeit bilden, in dem die Sozialisationsbedingungen und „Lebensentwürfe“ der türkischen Migrantinnen exemplarisch vorgestellt und analysiert werden.

Im zweiten Teil der Arbeit beschäftige ich mich im Wesentlichen mit den sozio-kulturellen Rahmenbedingungen in der Türkei. Hierzu stelle ich einführend die Grundsätze des Islam und deren Auswirkungen auf die heutigen sozialen Ge-gebenheiten innerhalb der türkischen Gesellschaft und hier im Besonderen de-ren Auswirkungen auf die türkischen Migranten in Deutschland vor. Die Einbe-ziehung des Islam in die Untersuchung ist von großer Relevanz, da das gesell-schaftliche Leben in der Türkei nach wie vor in erheblichem Maße von den reli-giös gefärbten Sitten und Bräuchen beeinflusst wird und der Islam in der Kultur der Menschen fest verankert ist.

Noch heute beeinflussen die von islamischen Grundsätzen geprägten traditio-nellen Wert- und Normvorstellungen die Sozialisationsbedingungen, die gesell-schaftliche Rolle und die „Identität“ der türkischen Frau – auch in der Migration.

Im dritten Teil der Arbeit beschreibe ich anhand ausgewählter Literatur die fami-lialen und außerfamilialen Sozialisationsbedingungen türkischer Migrantinnen der 2. Generation in Deutschland. Dazu stelle ich zunächst die Geschichte der Arbeitsmigration nach 1945 unter Einbeziehung der für den Kontext dieser Ar-beit relevanten gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen und Entwicklun-gen in Deutschland zusammengefasst dar, um im Anschluss Konzepte und Modelle zum Umgang mit Migrantenkindern im Spiegel der pädagogischen For-schung aufzuzeigen.

Im letzten, dem empirischen Teil meiner Studie gehe ich der Frage nach, wie junge türkische Migrantinnen selbst ihr Aufwachsen in der Bundesrepublik beur-teilen.

[...]


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