Autor: Anne Neuhäuser
Fach: Wirtschaft - Bank, Börse, Versicherung
Details
Tags: Direktbanken
Jahr: 2000
Seiten: 18
Note: keine
Literaturverzeichnis: ~ 19 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 166 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-56611-7
Textauszug (computergeneriert)
Direktbanken
von: Anne Neuhäuser
INHALTSVERZEICHNIS
1. EINLEITUNG UND PROBLEMSTELLUNG 1
2. BEGRIFFSKLÄRUNG 1
2.1 DEFINITIONEN: DIREKTBANK, DIRECTBANKING 1
2.2 WELCHE MÖGLICHKEITEN DES DIREKTEN VERTRIEBES GIBT ES 2
3. DIE PRODUKTPALETTE DER DIREKTBANKEN 3
4. DAS FÜR UND WIDER 5
4.1 VORTEILE FÜR KUNDEN UND BANKEN 5
4.2 NACHTEILE FÜR KUNDEN UND BANKEN 6
5. UMSETZUNG IN DER PRAXIS 7
5.2 DAS ANGEBOT DER DRESDNER BANK 7
5.2 DIE ADVANCE BANK 9
6. EIN BLICK IN DIE ZUKUNFT 12
7. LITERATURVERZEICHNIS 15
1. EINLEITUNG UND PROBLEMSTELLUNG
Direktbanken ohne Filialen werden immer beliebter. Alle Geldgeschäfte - von der Kontostandsabfrage bis zur Überweisung - können rund um die Uhr mittels verschiedener Medien wie Telefon oder PC abgewickelt werden1. Mit diesem Semesterbericht versucht der Autor die Bedeutung direkter Vertriebswege in der heutigen Zeit darzustellen. Der Einstieg in diese Arbeit erfolgt über die nötigen Begriffsdefinitionen und einige Informationen über die Entstehung und Verbreitung von Direktbanken sowie die zunehmende Eingliederung direkter Vertriebswege in die Vertriebsstrukturen von traditionellen Universalbanken. Ferner wird der Autor auf das Produktangebot eingehen und die Vor- und Nachteile des DirectBanking erläutern. Am Beispiel der Dresdner Bank AG und ihrer Direktbankentochter, der Advance Bank, soll im Folgenden versucht werden, das mögliche Spektrum, welches der direkte Vertrieb bietet, zu verdeutlichen. In Anschluß daran soll schließlich die Frage gestellt werden, ob die Direktbanken tatsächlich die Filialbanken in Zukunft verdrängen könnten und werden. Dazu wird der Autor seine eigenen Gedanken äußern und seine Vermutungen auch bestmöglich begründen.
2. BEGRIFFSKLÄRUNG
2.1 Definitionen: Direktbank, DirectBanking
Der Einsatz direkter Vertriebswege innerhalb des Bankgewerbes wird als DirectBanking bezeichnet. Darunter versteht man die Summe aller systematischen Aktivitäten zum Absatz von Bankleistungen durch den Einsatz von Technik als Hauptvertriebsmedium ohne Zwischenschaltung von betriebsinternen Absatzstufen wie beispielsweise Zweigstellen 2. Der Aufenthaltsort des Kunden beim Erledigen der Bankgeschäfte hierbei frei wählbar, in der Regel jedoch die Privatwohnung. Als Direktbanken versteht man diejenigen Finanzdienstleister, die sich auf den Einsatz direkter Vertriebswege konzentrieren und dem Kunden somit den Zugang zu Bankdienstleistungen mit hoher zeitlicher und räumlicher Verfügbarkeit ermöglichen.
2.2 Welche Möglichkeiten des direkten Vertriebes gibt es
Der Direktvertrieb ohne Zweigstellennetz begann 1965 mit Gründung der Allgemeinen Deutschen Direktbank AG. Dieser folgte 1966 die Augsburger Aktienbank. 1989 setzte die Citibank als erste Universalbank den Direktvertrieb in größerem Umfang ein. Mit Gründung der Direkt Anlage Bank im Mai 1994 setzte ein regelrechter Direktbankenboom ein3 .Plötzlich gründeten viele Kreditinstitute Direktbanken als Tochtergesellschaften, um sich der neuen Konkurrenz entgegenzustellen. Der Direktbankenmarkt entwickelte sich so umfangreich, daß man heute von 3 verschiedenen Arten des DirectBanking sprechen kann: 1.eigenständige Direktbanken ohne Anbindung an eine Filialbank, 2. Direktbanken als Tochtergesellschaften von Bankenkonzernen und 3. Direktvertriebsaktivitäten, die in die Filialbank integriert sind. Beispiele für heutige Direktbanken als Tochtergesellschaften eines Konzerns sind die Advance Bank als Tochter der Dresdner Bank AG, die Comdirect als Tochter der Commerzbank, die Bank 24, welche im September 1999 jedoch wieder in ihren Mutterkonzern, die Deutsche Bank integriert wurde, die Direkt Anlage Bank als Tochter der Bayrischen Hypotheken- und Vereinsbank und Consors als Tochter der Schmidt Bank.
Die Anwendung und das Angebot direkter Vertriebswege werden aber heute im Zuge der wachsenden Konkurrenz auch zunehmend in die Organisations- und Vertriebsstrukturen der Filialbanken integriert. So bieten viele traditionelle Finanzdienstleister ihren Kunden auch die Nutzung von TelefonBanking oder InternetBanking an. Diese Kombination von Vertriebswegen, auch Multi Channel Management genannt, scheint besonders vielversprechend, da bei erklärungsbedürftigen Produkten der PC als Vertriebsmittel ausscheidet4.
Nicht nur Banken nutzen die direkten Vertriebswege, sondern auch marktfremde Unternehmen. So bietet beispielsweise die 1990 entstandene VW- Bank Direct neben Finanzierungs- und Leasingangebote auch schon eine Reihe von Finanzdienstleistungen über Internet an, die längst über das Angebot einer Autobank hinaus gehen5 . Allgemein gibt es 2 Arten der Direktbanken: Die einen verfügen über ein Vollangebot an Bankdienstleistungen, um die Erstbankverbindung des Kunden zu werden6 . Auf der anderen Seite gibt es die Banken mit einem eingeschränkten bzw. spezialisierten Produktspektrum und nur geringen Beratungsleistungen. Zu diesen zählen auch die Direct-Broker, die sich ausschließlich auf das Wertpapiergeschäft beschränken. Gerade in dieser Branche hat der Einsatz direkter Vertriebswege großen Erfolg, da die Dringlichkeit der Wertpapiergeschäfte nach schnellstmöglicher Erledigung drängt. Viele Kunden klagen darüber, daß sie bei ihrem Wertpapierhändler oft nicht durchkommen, Aufträge im Datenstau steckenbleiben oder Anfragen minutenlang in Warteschleifen auflaufen. Diese Defizite hat sich Karl Matthäus Schmidt, ein 25jähriger BWL-Studenten zu Nutzen gemacht, als er 1994 die Direct-Broker-Bank Consors gründete7. Sie zählt heute sogar zu den 5 erfolgreichsten Banken Deutschlands.
3. DIE PRODUKTPALETTE DER DIREKTBANKEN
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1 o.V. (1996), http//www.berliner_kurier/archiv/1996/0915/none/0060/index.html
2 Vgl. Krause (1998), S. 17.
3 Vgl. Krause (1998), S. 50.
4 Vgl. Instenberg-Schieck (1999), S. 603.
5 Vgl. Benkelbers (1999), S. 11.
6 Vgl. Rogg (1999), S. 666.
7 Vgl. Gärtringen (1999).
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