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Integration durch Sprache in der Schule

Termpaper, 2006, 16 Pages
Author: Till-Bastian Fehringer
Subject: Pedagogy - Intercultural Pedagogy

Details

Institution/College: University of Marburg
Tags: Integration, Sprache, Schule
Category: Termpaper
Year: 2006
Pages: 16
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 19  Entries
Language: German
Archive No.: V63635
ISBN (E-book): 978-3-638-56639-1
ISBN (Book): 978-3-638-75338-8
File size: 213 KB
Notes :
Die Integrationsfrage von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund ist derzeit ein hochaktuelles und brisantes Thema. Bezüglich der Integration in Schule und Klassenverbund steht in der vorliegenden Arbeit die Sprache im Mittelpunkt. Sprache ist der Schlüssel, ohne den Integrationsprozesse auf anderen Ebenen erst möglich werden. Tenor der Arbeit: Der Erwerb der Zweitsprache funktioniert nur in Kooperation mit der Förderung der Muttersprache. Dies setzt interkulturelles Lernen voraus.


Abstract

Die Frage nach der richtigen Integration von Ausländern in die Gesellschaft ist derzeit ein hochaktuelles brisantes und vielschichtiges Problem und nimmt im öffentlichen, politischen, gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Diskurs eine bedeutende Stellung ein. Zuletzt hat dies die Diskussion um die so genannten Einbürgerungstests gezeigt. Auch und besonders „nicht-deutsche“ Kinder und Jugendliche in den Schulen zählen heute oft zu den „Problemgruppen“. Nicht selten basiert dies auf falschen oder fehlgeschlagenen Integrationsmaßnahmen. Neben der immer stärker werdenden Forderung nach Kultur- und Staatskenntnis als Voraussetzung für einen deutschen Pass, wird der Beherrschung der deutschen Sprache eine zentrale Bedeutung beigemessen. Darzulegen, dass Sprachkenntnis indes nicht nur Einbürgerungsbasis, sondern auch Grundvoraussetzung für eine gelungene Integration sein sollte, ist das Hauptanliegen der vorliegenden Arbeit. In dieser soll es um die Integration durch Sprache in der Schule gehen. Im Mittelpunkt stehen dabei Kinder und Jugendliche ohne Deutsch als Muttersprache, also in gewisser Weise „Sprach-Fremde“. Wie wichtig eine wirksame Integration durch Sprache ist, belegen als Beispiel die folgenden alarmierenden Zahlen aus Berlin: Fast 60 Prozent der ausländischen Kinder müssen in Deutsch gefördert werden. 25 Prozent können nicht genug Deutsch, wenn sie eingeschult werden. Im ersten Teil der Arbeit werden einleitend mangelnde Sprachkenntnisse und die damit verbundenen Barrieren als Problemfeld in der Schule dargestellt. Anschließend soll im Hauptteil der Arbeit die Integrations-Schlüsselfunktion der Sprache herausgestellt werden, die andere Integrationsebenen erst ermöglicht. Dort geht es um vielschichtige Probleme und Ansätze des Zweitsprachenerwerbs. Abschließend steht die Frage im Mittelpunkt, welche Möglichkeiten „die Schule“ zur (Sprach)-Integration hat auf didaktisch-pädagogischer (Stichwort: Interkulturelles Lernen und bilinguale Erziehung), aber auch auf schulpolitischer Ebene: Hier soll der aktuelle Fall, Deutschpflicht auf dem Schulgelände einer Berliner Schule, erwähnt und betrachtet werden.


Excerpt (computer-generated)

Integration durch Sprache in der Schule

von: Till-Bastian Fehringer

 


1 INHALTSVERZEICHNIS

2 EINLEITUNG 3

3 PROBLEMFELD SPRACHBARRIEREN  5

4 INTEGRATION UND ZWEITSPRACHE DEUTSCH  7

4.1 ZWEITSPRACHERWERB UND PROBLEME DES KINDES  7
4.2 AUFGABEN UND MÖGLICHKEITEN DER SCHULE 9

4.2.1 Verbindung aus Interkulturellem Lernen und Bilinguismus 9
4.2.2 Sprachmotivation durch Zwang? Deutschpflicht auf dem Schulgelände  12

5 FAZIT UND AUSBLICK 14

6 LITERATUR 15

INTERNETQUELLE:  16


 

 

2 Einleitung

Die Frage nach der richtigen Integration von Ausländern in die Gesellschaft ist derzeit ein hochaktuelles (z.B. Rütli-Schule im Berliner Bezirk Neukölln), brisantes und vielschichtiges Problem und nimmt im öffentlichen, politischen, gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Diskurs eine bedeutende Stellung ein. Zuletzt hat dies die Diskussion um die so genannten Einbürgerungstests gezeigt. Auch und besonders „nicht-deutsche“ Kinder und Jugendliche in den Schulen zählen heute oft zu den „Problemgruppen“. Nicht selten basiert dies auf falschen oder fehlgeschlagenen Integrationsmaßnahmen. Neben der immer stärker werdenden Forderung nach Kultur- und Staatskenntnis als Voraussetzung für einen deutschen Pass, wird der Beherrschung der deutschen Sprache eine zentrale Bedeutung beigemessen. Darzulegen, dass Sprachkenntnis indes nicht nur Einbürgerungsbasis, sondern auch Grundvoraussetzung für eine gelungene Integration sein sollte, ist das Hauptanliegen der vorliegenden Arbeit. In dieser soll es um die Integration durch Sprache in der Schule gehen. Im Mittelpunkt stehen dabei Kinder und Jugendliche ohne Deutsch als Muttersprache, also in gewisser Weise „Sprach-Fremde“. Für den Gegenstand der Arbeit ist es daher nicht notwendig, zwischen Ausländern, Migranten, Asylanten oder Aussiedlern zu differenzieren, da weniger Herkunft oder rechtlicher Status im Vordergrund stehen, sondern vielmehr deren ihnen gemeinsamen Probleme mit der deutschen Sprache und der damit verbundenen Frage, wie dieses Problem im Sinne der Integration gelöst werden kann. Wie wichtig eine wirksame Integration durch Sprache ist, belegen als Beispiel die folgenden alarmierenden Zahlen aus Berlin: Fast 60 Prozent der ausländischen Kinder müssen in Deutsch gefördert werden. 25 Prozent können nicht genug Deutsch, wenn sie eingeschult werden.1

Im ersten Teil der Arbeit werden einleitend mangelnde Sprachkenntnisse und die damit verbundenen Barrieren als Problemfeld in der Schule dargestellt. Anschließend soll im Hauptteil der Arbeit die Integrations-Schlüsselfunktion der Sprache herausgestellt werden, die andere Integrationsebenen erst ermöglicht. Dort geht es um vielschichtige Probleme und Ansätze des Zweitsprachenerwerbs. Abschließend steht die Frage im Mittelpunkt, welche Möglichkeiten „die Schule“ zur (Sprach)-Integration hat auf didaktisch-pädagogischer (Stichwort: Interkulturelles Lernen und bilinguale Erziehung), aber auch auf schulpolitischer Ebene: Hier soll der aktuelle Fall, Deutschpflicht auf dem Schulgelände einer Berliner Schule, erwähnt und betrachtet werden.

3 Problemfeld Sprachbarrieren

Die Beherrschung der deutschen Sprache zeigt sich als Grundvoraussetzung für eine gelingende Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund, scheint aber in der Praxis gleichzeitig eines der Hauptprobleme für diese zu sein.2 Sprachbarrieren führen schnell zu Barrieren auf anderen Ebenen, auch und vor allem – wie für das Thema dieser Arbeit entscheidend – im schulischen Bereich. Die (deutschen) Mitschüler werden nicht verstanden, die Lehrer ebenso wenig. Dies schlägt irgendwann um auf die Leistung, führt zur Abschottung. Man versteht nicht und fühlt sich nicht verstanden – einen Abwärtsspirale, die mit fortgeschrittenem (Schul-)Alter kaum noch gestoppt werden kann und in die Nach-Schulzeit übergeht: „Fakt ist, dass Schülerinnen und Schüler nichtdeutscher Muttersprachen […] noch immer weit überproportional die deutschen Schulabschlüsse verfehlen und bei der Suche nach Ausbildungsplätzen benachteiligt sind.“3 Je größer die Sprachbarrieren sind und bleiben, desto schwieriger wird die Teilnahme am schulischen Leben innerhalb des Klassenraumes (also am fachlichen Unterricht) und auch außerhalb (in der Kommunikation mit den Mitschülern). Dies wird an einer Definition darüber, was Sprache an sich eigentlich auszeichnet, deutlich:

Sprache ist ein „auf kognitiven Prozessen basierendes, gesellschaftlich bedingtes, historischer Entwicklung unterworfenes Mittel zum Ausdruck bzw. Austausch von Gedanken, Vorstellungen, Erkenntnissen und Informationen […]“4. All diese Grundfunktionen der Sprache sind beim Nicht-Muttersprachler um so eingeschränkter, je weniger die Kompetenz in der „Zweitsprache“ ausgeprägt ist. Als Schlussfolgerung bedeutet dies auch, dass Kinder mit Migrationshintergrund „ausreichende Deutschkenntnisse benötigen, [wenn ihnen] die Möglichkeit einer gleichwertigen Schulkarriere offen stehen soll […]“5.

[...]


1 Vgl. DER SPIEGEL 12/2006, 24.

2 vgl. auch Dietz 1999 am Beispiel jugendlicher Aussiedler in Deutschland.

3 Barkowski 2003, 149.

4 Bußmann 1990, 699.

5 Luchtenberg 2003, 239.


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