Termpaper, 2006, 17 Pages
Author: Christian Hardinghaus
Subject: History - National Socialism, World War II
Details
Tags: Rassismus, Fußball
Year: 2006
Pages: 17
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 12 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-56738-1
ISBN (Book): 978-3-638-77582-3
File size: 205 KB
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Abstract
Rassismus hat es wohl schon immer gegeben zu haben. Fußball erst seit Ende des 19. Jahrhunderts. Dass Fußball einen enormen Stellenwert genießt, zeigte sich bei der Weltmeisterschaft 2006 wiederum sehr deutlich. Menschen aller Bevölkerungsschichten, Länder und Hautfarben sind gleichermaßen von dem Ballsport fasziniert. Die Fanfeste auf den Straßen der deutschen Großstädte haben gezeigt, dass Menschen unterschiedlicher Nationen gemeinsam und friedlich miteinander feiern können, sich akzeptieren und freundschaftlich begegnen. Dennoch darf und sollte man nicht vergessen, dass der Fußballalltag in deutschen Stadien oft ganz anders aussieht. Immer häufiger kommt es in Fußballstadien, besonders bei ostdeutschen Clubs in unterklassigen Ligen zu Diskriminierungen und rassistischen Beschimpfungen gegen ausländische Spieler. Besonders die Gruppe der Hooligans tritt hierbei ins Rampenlicht. Ein trauriges Kapitel des Fußballs ist, dass er bereits eine mit Rassismus verbundene Vergangenheit hat. Der Autor untersucht in diesem Buchte den Fußball und seine Geschichte auf Rassismus und Antisemitismus. Begonnen wird mit dem stark patriotisch geprägtem Fußball zu Beginn des 20. Jahrhunderts über die Bedeutung des Ballsports im Ersten Weltkrieg und schließlich zum verstaatlichtem, antisemitisch geprägten Fußball des „Dritten Reiches.“ Im zweiten Teil betrachtet der Autor den Rassismus in Stadien der heutigen Zeit, geht hierbei detailliert auf verschiedene Variationen des Rassismus ein und behandelt die stark rechts-national geprägten Ansichten der Hooligans und ihre Riten.
Excerpt (computer-generated)
Rassismus im Fußball
von: Christian Hardinghaus
Inhaltsverzeichnis
1 Fußball und Rassismus 2
2 Fußball: patriotisch vor dem und antisemitisch im „Dritten Reich“ 3
2.1 Die Anfänge des deutschen Fußballs 3
2.2 Fußball im Ersten Weltkrieg 4
2.3 Fußball in der Weimarer Republik 5
2.4 Antisemitismus im Fußball des „Dritten Reiches“ 5
3 Rassismus und Antisemitismus im heutigen Fußball 8
3.1 Beispiele von Rassismus in Fußballstadien 8
4 Von Fußballfans und Hooligans 11
5 Rassismus im Stadion 14
6 Mut zur Prävention und Aufklärung 16
7 Literaturverzeichnis 17
1 Fußball und Rassismus
Rassismus hat es wohl schon immer gegeben zu haben. Fußball erst seit Ende des 19. Jahrhunderts. Dass Fußball einen enormen Stellenwert genießt, zeigt sich bei der diesjährigen Weltmeisterschaft 2006 wiederum sehr deutlich. Menschen aller Bevölkerungsschichten, Länder und Hautfarben sind gleichermaßen von dem Ballsport fasziniert. Die Fanfeste auf den Straßen der deutschen Großstädte haben gezeigt, dass Menschen unterschiedlicher Nationen gemeinsam und friedlich miteinander feiern können, sich akzeptieren und freundschaftlich begegnen. Dennoch darf und sollte man nicht vergessen, dass der Fußballalltag in deutschen Stadien oft ganz anders aussieht. Immer häufiger kommt es in Fußballstadien, besonders bei ostdeutschen Clubs in unterklassigen Ligen zu Diskriminierungen und rassistischen Beschimpfungen gegen ausländische Spieler. Besonders die Gruppe der Hooligans tritt hierbei ins Rampenlicht.
Ein trauriges Kapitel des Fußballs ist, dass er bereits eine mit Rassismus verbundene Vergangenheit hat. In meiner Hausarbeit möchte ich den Fußball und seine Geschichte auf Rassismus und Antisemitismus untersuchen. Ich beginne mit dem stark patriotisch geprägtem Fußball zu Beginn des 20. Jahrhunderts, gehe auf die Bedeutung des Ballsports im Ersten Weltkrieg ein und komme schließlich zum verstaatlichtem, antisemitisch geprägten Fußball des „Dritten Reiches.“
Im zweiten Teil des Referates betrachte ich den Rassismus in den Stadien der heutigen Zeit. Ich gehe hierbei auf verschiedene Variationen des Rassismus ein und behandele die stark rechtsnational geprägten Ansichten der Hooligans und ihre Riten. Abschließend erwähne ich noch zwei Antirassismus-Kampagnen, die aufzeigen, dass es für jeden einzelnen Möglichkeiten gibt, gegen die Diskriminierungen von ausländischen Sportlern etwas zu tun.
2 Fußball: patriotisch vor dem und antisemitisch im „Dritten Reich“
2.1 Die Anfänge des deutschen Fußballs
Der Fußball kam in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts von England nach Deutschland. Dieser faszinierende neue Ballsport wurde vor allem vom gebildeten akademischen Bürgertums angenommen. Pädagogen schätzen den Sport, da man ihn im Gegensatz zum Turnen in freier Natur ausüben konnte. Die ersten Vereinsgründungen gingen häufig auf Initiativen von Ärzten, Architekten, Journalisten oder Offizieren aus. Das Arbeitertum hatte zunächst kein Interesse an dem Ballsport, da die Angst vor Verletzung und einen dadurch bedingten Arbeitsausfall zu groß war. Letztendlich wohl auch, weil die Utensilien wie Ball, Schuhe und Trikot nicht gerade leicht erschwinglich waren. Am 28. Januar 1900 wurde der Deutsche Fußball Bund (DFB) aus Vertretern von 86 deutschen Vereinen gegründet. Ab 1903 wurden deutsche Meisterschaften ausgespielt. 1904 trat der DFB als 8. Mitglied der FIFA bei und der erste deutsche Meister wurde der VFB Leipzig. Wie das Turnen bekam auch der Fußballsport schon von Beginn an eine starke patriotisch geprägte Komponente. Fußball wurde als Vehikel zur Vertiefung des vaterländischen Gefühls betrachtet. Wie zuvor beim Turnsport, wo französische Begriffe verbannt wurden, geschah dies auch schnell mit dem englisch geprägten Fußball. Der Braunschweiger Professor Konrad Koch, einer der Gründerväter des DFB und Vorantreiber der Fußballregeln, untersagte das Verwenden von englischen Ausdrücken wie „Goal“ oder „Hands“. Man wollte nicht, dass deutsche Spieler englischen Manieren auf dem Platz nachäfften und sich lächerlich machten. „ Nach der Gründung des DFB forcierte Koch seine Bemühungen. Im ersten deutschen Fußball-Jahrbuch wiederholte er seine Forderungen, den Fußball, welcher der Jugend ein ` Stahlband für Leib und Seele sein sollte,` unsrer deutschen Sportart entsprechend auszubilden und seinen Betrieb von jeder Ausartung fern zu halten.` Da sich `eine Anzahl englischer Ausdrücke bei uns eingeschlichen` hätten deren sich ` unreife Knaben und Jünglinge` besonders gerne bedienten, höre man ` auf recht vielen Spielplätzen ein widerwärtiges Kauderwelsch, das unsrem köstlichen Spiele in den Augen echt vaterländisch gesinnter Männer` zum Nachteil gereiche.“1
Mit deutschen Ausdrücken und Tugenden fand der Fußball bis zum Beginn des ersten Weltkriegs immer mehr Anhänger, und das in allen gesellschaftlichen Schichten. Der DFB erklärte, das Ziel des Fußballspiels solle es sein, alle Deutschen unabhängig von ihrer Herkunft miteinander zu verbinden. Politik solle aus dem Sport gänzlich rausgehalten werden. Die Presse warf dem DFB jedoch nicht selten vor, die Spiele würden durch ihren „Hurrapatriotismus“ dazu benutzt, vaterländische Propaganda zu machen. Dem Fußball tat das aber keinen Abbruch mehr. Die Begeisterung nahm immer mehr zu. Dem DFB gelang es […],seine Mitgliederzahl von 13644 im Jahre 1905 auf 189294 am Vorabend des Ersten Weltkrieges zu steigern.“2 Mitglieder zu steigern.
2.2 Fußball im Ersten Weltkrieg
[...]
1 Vgl. Havemann, Nils: Fußball unterm Hakenkreuz. S. 34
2 Vgl.ebenda. S. 36
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