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Hausarbeit, 2006, 13 Seiten
Autor: Christian Hardinghaus
Fach: Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Details
Tags: Boot, Buchheims, Tatsachenroman, Filme, Zeiten
Jahr: 2006
Seiten: 13
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 7 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-56898-2
ISBN (Buch): 978-3-638-76744-6
Dateigröße: 143 KB
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Zusammenfassung / Abstract
1981 nach der gleichnamigen Vorlage des Autors Lothar-Günther Buchheim verfilmt, zählt das Boot nach wie vor zu den größten Erfolgen des deutschen Films und ist auch die bisher teuerste deutsche Produktion. Durch seinen Film, der national und international als Aushängeschild der hiesigen Filmwirtschaft gilt, wurde Wolfgang Petersen zum weltweiten Star. Nicht umsonst ist er heute der einzige ernst zunehmende deutsche Hollywoodregisseur. Neben der wahren und überaus fesselnden Geschichte über Panik, Klaustrophobie und dem Kampf ums nackte Überleben einer U-Boot- Mannschaft im 2. Weltkrieg legt der Film vor allem Wert auf tiefgründige Charakterstudien. Erstmals wurde ein großer Kriegsfilm ganz aus deutscher Sicht konzipiert. Während amerikanische Kriegsfilme den Wehrmachtssoldaten oft als schlichtweg bösen Nazi darstellen, erfährt man in diesem Film über Menschlichkeit, Ängste und Sorgen des einfachen deutschen Soldaten. So wird der harte Alltag an Bord geschildert, und auf politische Hintergründe des Nationalsozialismus kaum eingegangen. Von den vierzig Besatzungsmitgliedern zeigt nur einer den ideologischen Führergehorsam. Andere haben keine Zeit sich Gedanken um Innenpolitik oder "Hitlerkult" zu machen. Die Sinnlosigkeit des Krieges und die absolute Aufopferung für das Vaterland wird anhand des Leidens der jugendlichen Soldaten scharf kritisiert, wenn auch nicht direkt thematisiert. Der Autor leistet mit dieser Arbeit eine Interpretation und Gegenüberstellung von Film und Buch. Zudem werden Produktion, Motivation und Besetzung des "Klultfilms" beleuchtet und hinterfragt.
Textauszug (computergeneriert)
Universität Osnabrück
Das Boot - Von Buchheims Tatsachenroman zu einem der erfolgreichsten deutschen Filme aller Zeiten
Christian Hardinghaus
Inhaltsverzeichnis
1. Das Boot - ein authentischer deutscher Kriegsfilm ... 1
2. Der Film ... 2
2.1 Geschichtlicher Hintergrund ... 2
2.2 Filminhalt ... 3
3. Die Produktion ... 4
3.1 Der Regisseur ... 4
3.2 Der Durchbruch: Auf Erfolgswelle mit dem Boot ... 5
3.3 Die Produktion ... 5
3.4 Die Schauspieler ... 6
4. Der Roman ... 6
4.1 Der Autor, das Buch und die wahre Geschichte ... 6
4.2 Unterschiede zum Film und Kritik des Autors ... 8
5. Autor und Regisseur sitzen in einem Boot ... 9
1. Das Boot – ein authentischer deutscher Kriegsfilm
(…) Es war der erste Publikumstest außerhalb Deutschlands, in Los Angeles, vor vielen, vielen, auch jüdischen Zuschauern. Es waren etwa 1500 Leute im Kino. Am Anfang des Filmes taucht der Satz auf, dass von den 40.000 deutschen U-Boot-Fahrern 30.000 nicht mehr zurückkehrten. Während dieses Satzes brach ein Riesenapplaus los, der uns einen Schauer über den Rücken jagte. Ich dachte : Das wird eine Katastrophe! Wenn der Tod von 30.000 Menschen beklatscht wird, dann weiß man nicht, was einen erwartet. Aber es war unheimlich: Der Film hat das Publikum in den folgenden 150 Minuten total umgedreht.(…) (Wolfgang Petersen über die erste Wirkung des Films in Hollywood)1
1981 nach der gleichnamigen Vorlage des Autors Lothar-Günther Buchheim verfilmt, zählt das Boot nach wie vor zu den größten Erfolgen des deutschen Films und ist auch die bisher teuerste deutsche Produktion. Durch seinen Film, der national und international als Aushängeschild der hiesigen Filmwirtschaft gilt, wurde Wolfgang Petersen zum weltweiten Star. Nicht umsonst ist er heute der einzige ernstzunehmende deutsche Hollywoodregisseur. Neben der wahren und überaus fesselnden Geschichte über Panik, Klaustrophobie und dem Kampf ums nackte Überleben einer U-Boot- Mannschaft im 2. Weltkrieg legt der Film vor allem Wert auf tiefgründige Charakterstudien. Erstmals wurde ein großer Kriegsfilm ganz aus deutscher Sicht konzipiert. Während amerikanische Kriegsfilme den Wehrmachtssoldaten oft als schlichtweg bösen Nazi darstellen, erfährt man in diesem Film über Menschlichkeit, Ängste und Sorgen des einfachen deutschen Soldaten. So wird der harte Alltag an Bord geschildert, und auf politische Hintergründe des Nationalsozialismus kaum eingegangen. Von den vierzig Besatzungsmitgliedern zeigt nur einer den ideologischen Führergehorsam. Die anderen haben keine Zeit sich Gedanken um Politik zum machen oder beschweren sich gar über das, was Hitler ihnen eingebrockt hat. Die Sinnlosigkeit des Krieges und die absolute Aufopferung für das Vaterland wird anhand des Leidens der jugendlichen Soldaten scharf kritisiert, wenn auch nicht direkt thematisiert.
2. Der Film
2.1 Geschichtlicher Hintergrund
1941. Hitlers Macht ist auf dem Höhepunkt. Die Landesgrenzen des deutschen Reiches verbreitern sich Tag für Tag. Durch schnelle Blitzkriege im Osten dringen deutsche Truppen scheinbar unaufhaltsam in die Sowjetunion vor. Frankreich ist eingenommen und die Marine kann sich aller französischer Häfen im Atlantik nutzbar machen. Bis 1941 schien es ganz so, als würde die Seemacht Großbritannien die Hoheit auf dem Meer verlieren. „Seit dem ersten Kriegsjahr wurde eine steigende Zahl von U-Booten eingesetzt, anfangs gegen Einheiten der feindlichen Kriegsmarinen, später vor allem gegen Transporter, die in Geleitzügen, d.h. in Verbänden unter dem Schutz von Kriegsschiffen, den Atlantik überquerten.“2 Schon zu Beginn des Krieges werden in deutschen Werften monatlich vierzig U-Boote gebaut. Zahlreiche britische Versorgungsschiffe und ganze Geleitzüge werden durch Admiral Dönitz` Rudeltaktik versenkt. Churchill rüstet zum Gegenschlag und lässt seine Frachter nur noch in Konvois mit Zerstörern fahren und entwickelt neue Messmethoden zum Aufspüren des Feindes. Nun kann auch er gezielt Jagd auf deutsche U- Boote machen. Der Kampf um die Vorherrschaft im Atlantik beginnt von Neuem. Deutsche, Briten später Amerikaner leisten sich bittere Kämpfe mit hohen Verlusten. Aber erst 1943 konnten die Alliierten den Atlantik wieder vollends kontrollieren. “Die Wende in der `Schlacht im Atlantik` kam im Mai 1943. Von diesem Zeitpunkt an neigte sich die Waage endgültig zugunsten der U-Boot-Abwehr. Aus den `Jägern im Weltmeer` (…) wurden die Gejagten.“3 Mitten in diesem Kampf bereitet sich die deutsche Flotte im Herbst 1941 im französischen Hafen La Rochelle auf einen neuen Einsatz im Atlantik vor. Hitler will die Briten mit einer Handelsblockade aushungern. Der Befehl lautete: So viele Handelschiffe wie möglich zerstören.
2.2 Filminhalt
Die Besatzung der U96 unter Obhut eines Nazi-kritischen Kapitänleutnants, genannt „der Alte“ (Jürgen Prochnow), feiert die letzte Nacht vor dem Auslaufen in La Rochelle. Angst und Aufregung mischen sich mit Alkohol und Patriotismus. Alte, erfahrene U-Bootfahrer erzählen vielen, sehr jungen Soldaten von Verlusten und Niederlagen auf See. Neues Besatzungsmitglied ist auch Leutnant Werner (Herbert Grönemeyer), der als Kriegsberichterstatter die U96 begleiten soll. Für die Nazi -Propaganda braucht man möglichst heroische Bilder vom Einsatz deutscher Boote und deutschen Heldentaten auf See. „ Der Kriegsberichter war dazu bestimmt, Mittler zwischen der kämpfenden Truppe und dem Volke in der Heimat zu sein. Seine Aufgabe bestand hauptsächlich darin, alles neue und bedeutsame Material aus der Front für die politische Propaganda zu erfassen.“4 Beim Großteil der 50-köpfigen Besatzung stößt Werner jedoch mit seiner naiven Neugier auf Missgunst. Der erste Teil des Films beschriebt die schier unendlich erscheinende „Gammelfahrt“.
Wochenlang schippert die U96 im Atlantik ohne Einsatzbefehl, geschweige denn Feindkontakt. Die anfängliche Langweile schlägt unter den Soldaten in Aggression um. Ein gelegentlicher Probealarm scheint die einzige Ablenkung vom öden Bordalltag und fiesem Mobbing zu sein.“ Das U-Boot degeneriert zu einer stinkenden Menschenfallein einem insgesamt aussichtslosen Unternehmen.“5 Das soll sich schlagartig ändern, als britische Versorgungsschiffe erspäht und laut Befehl torpediert werden. In all dem lang erwartenden Gefechtseifer hat man jedoch die feindlichen Zerstörer übersehen, die nun mit Tonnen von Wasserbomben die Jagd auf die überraschte U96 beginnen.. Der Kapitän sieht sich gezwungen, die Höchsttiefe zu überschreiten, um dem sichern Tod zu entkommen. Panik und Todesangst holen die Soldaten schnell ein. Als man nach Stunden auftaucht und einen weiteren Torpedo auf ein bereits getroffenen Frachter abschießt, stellen die Männer fest, dass das Schiff noch voll besetzt war. Da man sich auf Grund der engen Kapazitäten entscheiden muss, keine Kriegsgefangenen zu machen, sehen die schockierten Soldaten mit an, wie etliche Männer qualvoll ertrinken. Die Stimmung an Bord ist auf dem Nullpunkt und man sehnt sich danach an Weihnachten den Heimathafen in La Rochelle anzulaufen. Doch die Vorfreude hält nicht lange an, als der Einsatzbefehl kommt, statt nach La Rochelle den italienischen Kriegshafen La Spezia anzusteuern. Ein fast unmögliches Unterfangen: Um dort hinzugelangen, muss man durch die von den Briten bestens bewachte Meerenge von Gibraltar tauchen. Es kommt wie es kommen musste. Die U96 wird bombardiert und getroffen.
[...]
1 Petersen, Wolfgang. Greiwe, Ulrich: Ich liebe die großen Geschichten. S. 174.
2 Kaier, Dr. Eugen (Hrsg.): Grundzüge der Geschichte. Band 4. S. 231.
3 Salewski, Martin: Von der Wirklichkeit des Krieges. .S. 28.
4 Wittwar, Mirko. Das Bild vom Krieg. S. 11.
5 Petersen, Wolfgang . Greiwe, Ulrich: Ich liebe die großen Geschichten. S.156.
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