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Das Generalkapitel der Zisterzienser im 12. Jahrhundert

Scholary Paper (Seminar), 2006, 16 Pages
Author: Robert Buff
Subject: History - Middle Ages, Early Modern

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2006
Pages: 16
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 14  Entries
Language: German
Archive No.: V64510
ISBN (E-book): 978-3-638-57308-5

File size: 85 KB
Notes :
Das Generalkapitel der Zisterzienser als instrumentales Leitungsorgan im 12. Jahrhundert. Aufstieg, Probleme, Fall


Abstract

In dieser Arbeit soll geklärt werden, wie es zur Etablierung des Generalkapitels als ein institutionelles Organ der Zisterzienser gekommen ist. Als Quelle dient uns hierbei die Carta Caritatis prior und Carta Caritatis posterior als das Verfassungsdokument der Zisterzienser. Zweitens werden die verschieden Aufgabenbereiche des Generalkapitels näher beleuchtet. Drittens sollen die Probleme, die sich als Oberhaupt des Ordens ergaben mit in die Beobachtungen mit einfließen. Die Untersuchungen sollen sich bis zum Ende des 12 Jahrhunderts erstrecken, da im 13. Jahrhundert das Generalkapitel grundlegende Änderungen erfuhr, auf die hier nicht weiter eingegangen werden kann.


Excerpt (computer-generated)

Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Proseminar: „Reformmönchtum im 12. Jahrhundert“
Sommersemester 2006, 2. Fachsemester

Das Generalkapitel der Zisterzienser im 12. Jahrhundert

von: Robert Buff

 

1. Einleitung 3

2. Voraussetzung 4

3. Die Carta Caritatis  5
3.1. Die Carta Caritatis Prior 5
3.2. Die Carta Caritatis Posterior  6

4. Aufgaben des Generalkapitels  8
4.1. Das Generalkapitel als Gesetzgeber 8
4.2. Die Rechtssprechung 9
4.3. Die Administration 10

5. Probleme des Generalkapitels 12

6. Zusammenfassung  15

7. Literaturverzeichnis  16

 

1. Einleitung

Im Jahre 1221 stellt der Zisterzienser Konrad von Eberbach sein im Bernhardskloster Clairvaux begonnenes Werk Exordium magnum fertig. Zur Carta caritatis machte er folgende Ausführungen.

Inter cetera sane, quae in Carta caritatis ob pacis caritatisque custodiam , disciplinae quoque et Sacri ordinis censuram conservandam mirabili providentia beati viri fratrumque ipsius digesta sunt, hoc praecipuum et omni acceptione dignum invenitur, ut cuncti abbates Cisterciensis ordinnis semel per annum apud Cistercium convenientes generale Capitulum celebrent et de totius vi- tae suae ordine ac indissolubili inter se pace custodienda diligentissime tractent, quaentus tenor vivendi seapius replicatus ac divinarum scriptuarum auctoritate corroboratus non facile tepere, sed per multa plurimorum annorum spacia possit vigere.1 Das erwähnte generale Capitulum dient sowohl der Aufrechterhaltung der Disziplin bzw. der sacri ordinis censura, aber auch dem Erhalt ordensspezifischer Grundwerte wie der pax und der caritas, die Leitwerte aller Zisterzienser sind. So ist durch die Institution als solche ein Erhalt dieser Werte möglich.

Zu Begin soll geklärt werden, wie es zur Etablierung des Generalkapitels als ein institutionelles Organ der Zisterzienser gekommen ist. Als Quelle dient uns hierbei die Carta Caritatis prior und Carta Caritatis posterior als das Verfassungsdokument der Zisterzienser. Zweitens werden die verschieden Aufgabenbereiche des Generalkapitels näher beleuchtet. Drittens sollen die Probleme, die sich als Oberhaupt des Ordens ergaben mit in die Beobachtungen mit einfließen. Die Untersuchungen sollen sich bis zum Ende des 12. Jahrhunderts erstrecken, da im 13. Jahrhundert das Generalkapitel grundlegende Änderungen erfuhr, auf die hier nicht weiter eingegangen werden kann.

2. Voraussetzung

Im Jahre 1098 zogen XX et unus monachi2 aus Molesme aus, um sich in der Einöde von Citeaux niederzulassen. Dem Exordium parvum zu Folge, einem Gründungsbericht Citeaux frühester Zeit, waren die Mönche mit der Einhaltung der Regel unzufrieden und suchten nach einem Weg, diese in angemessener Weise zu verwirklichen.3 Nach anfänglichen Schwierigkeiten wuchs die klösterliche Gemeinschaft jedoch recht rasch, was mit dem Eintritt Bernhard von Fontaine 1113 in Zusammenhang gebracht werden kann.4 Citeaux begann die Idee seines „Mönchtums“ über die Mauern hinaus zu verbreiten. Zwischen 1113 und 1115 wurden während einer ersten Gründungsphase die vier Primarabteien La Ferte, Pontigny, Clairvaux und Morimond nach dem Vorbild von Citeaux gegründet und aus diesen gingen weitere Zisterzen hervor. Die vielen Neugründungen erforderten eine rechtliche Regelung der einzelnen Klöster untereinander.5 Auch wenn die bis dato gegründeten Tochterklöster in näherem Umfeld lagen, musste man sich dem Problem der Ausdehnung annehmen. Weiterhin sollte der Reformgedanke und die Rückbesinnung auf die Benediktsregel nicht verloren gehen, da die Gründergeneration langsam aber sicher in ein betagtes Alter kam. Antworten auf all diese Probleme gibt die Carta Caritatis, das Verfassungsdokument der Zisterzienser.

3. Die Carta Caritatis

Das erwähnte Verfassungsdokument der Zisterzienser, die Carta caritatis, existiert in verschiedenen Redaktionen. Bis 1939 glaubte man, dass der bis dato bekannte Text der ursprüngliche sei und unter Abt Stephan Harding 1118/19 geschrieben wurde. 1939 tauchte jedoch eine weitere Fassung auf, die vermutlich älter ist. Von nun an differenzierte man in Carta Caritatis prior und Carta Caritatis posterior.6

3.1. Die Carta Caritatis Prior

[...]


1 Conradus Eberbacensis. Exordium magnum Cisterciense. Sive narratio de initio Cisterciensis ordinis. In: Bruno Grießer (Hg.), Series scriptorum Sancti Ordinis Cisterciensis Band 2. Romae 1962. S.87.

2 Exordium Parvum. Brem, Hildegard. Einmütig in der Liebe. Die frühesten Quellentexte von Cîteaux ; antiquissimi textus Cistercienses ; lateinisch-deutsch. In: Quellen und Studien zur Zisterzienserliteratur, Band 1. S.64.

3 Ebd., S. 65

4 Exordium Parvum. Brem, Hildegard. Einmütig in der Liebe. Die frühesten Quellentexte von Cîteaux ; antiquissimi textus Cistercienses ; lateinisch-deutsch. In: Quellen und Studien zur Zisterzienserliteratur, Band 1. S. 92.(§ 12), wobei Bernhard hier nicht namentlich genannt wird.

5 Moßig, Christian. Verfassung des Zisterzienserordens und Organisation der Einzelklöster. In: Joerißen, Peter. Bilder und Texte der Ausstellung ; Die Zisterzienser - Ordensleben zwischen Ideal und Wirklichkeit ; eine Ausstellung des Landschaftsverbandes Rheinland, Rheinisches Museumsamt, Brauweiler ; Aachen, Krönungssal des Rathauses 3. Juli - 28. September 1980. Bonn 1980. S. 115

6 Brem, Hildegard. Einmütig in der Liebe. Die frühesten Quellentexte von Cîteaux ; antiquissimi textus Cistercienses ; lateinisch-deutsch. In: Quellen und Studien zur Zisterzienserliteratur, Band 1. S.20


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