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Protokoll vom 06. Dezember 2001 - Epochale und künstlerische Zuordnung des Tiber... close

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Protokoll vom 06. Dezember 2001 - Epochale und künstlerische Zuordnung des Tiber- und Kasseler Apollons

Other, 2002, 15 Pages
Author: Britta Heidel
Subject: Archaeology

Details

Category: Other
Year: 2002
Pages: 15
Grade: 1
Language: German
Archive No.: V6473
ISBN (E-book): 978-3-638-14035-5

File size: 320 KB
Notes :
Inkl. Literaturverzeichnis und Bildnachweis.



Excerpt (computer-generated)

Ruhr-Universität Bochum
Klassische Archäologie
Proseminar: Bestimmungsübung

Wintersemster 2001

Protokoll vom 06. Dezember 2001

Epochale und künstlerische Zuordnung des Tiber- und Kasseler Apollons

Eingereicht von: Britta Heidel
Studiengang: Kunstgeschichte 1
Klassische Archäologie 1
Wirtschaftswissenschaft 1
Abschluß: Magister

Wir beschäftigten uns eingehend mit dem Typus des Tiber- Apollons (Abb.1) und des Kasseler Apollons (Abb. 2). Dabei sollten Unterschiede der beiden Skulpturen und die Probleme der eindeutigen Zuordnung in die Epoche des möglichen Künstlers thematisiert werden.
Die Statue des Tiber-Apollons wurde 1891 im Tiber nahe dem Ponte Palatino gefunden und steht heute im Museo Nationale Romano in Rom. Die Höhe der Figur mißt 2,04 m.1 Der Körper ist hoch aufgerichtet. Der rechte Fuß ist leicht nach vorn und seitwärts gesetzt und tritt mit dem ganzen Fußballen auf. Die Muskeln der Standbeinseite sind angespannt. Das gesamte Gewicht der Figur ruht auf dem linken Bein. Dadurch liegt die linke Schulter eindeutig tiefer als die rechte.
Der rechte Arm hängt locker herab. Obwohl der linke Arm von der Schulter abwärts nicht mehr erhalten ist, kann man anhand der Muskelanspannung davon ausgehen, daß der Arm angewinkelt war. Die linke Hand war also erhoben.
Der Kopf ist halb abgewendet. Die Haare fallen in langen Locken auf die Schulter. Das Deckhaar ist strähnig ausgearbeitet und mündet auf der Stirn in kleine ,,Schneckenlocken". Diese Locken rahmen das jugendliche Gesicht zangenförmig ein. Die Gestalt blickt nachdenklich auf den Gegenstand, den er einst in seiner linken Hand hielt. Geht man von Darstellungen auf Münzen oder Gemmen aus, ist es möglich, daß die Figur in der rechten Hand einen Bogen und in der linken Hand einen Lorbeerzweig oder -kranz gehalten haben muß. Ein mögliches Indiz, daß es sich um einen Lorbeerzweig handelte, ist der halbhohe Baumstamm, der am linken Bein als Stütze der Figur dient. Andererseits kann die Statue auch eine Kithara in der linken Hand gehalten haben. Beide Möglichkeiten können hier in Betracht gezogen werden.
Apollon ist der griechische jugendliche Gott des Lichtes und des Todes, der Gesetzmäßigkeit und Ordnung, des Rechts und Friedens, Schutzgott der Künste und der Musen und Gott der Weissagungen mit den Orakelstätten in Delphi und Delos. Zu seinen Attributen zählen der Pfeil, Bogen, die Kithara und der Lorbeerzweig oder Lorbeerkranz. Der Lorbeer galt bei den Griechen als heilbringend und steht als Zeichen für Milde und Gnade.2 Diese Eigenschaften sollten auch auf die Statue des Gottes übertragen werden.

[...]

1 Wolfgang Helbig: Führer durch die öffentlichen Sammlungen klassischer Altertümer in Rom, Bd. 3, Tübingen 1969, S.161

2 Gerhard J. Bellinger: Knaurs Lexikon der Mythologie, München 1999, S. 41


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