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Termpaper, 2006, 34 Pages
Author: Andrea Schulz
Subject: Nursing / Foster Care Management / Social Services
Details
Institution/College: University of Vechta (Interdisziplinäre Gerontologie)
Tags: Präventive, Hausbesuche, Modellprojekt, Medizinische, Rehabilitation, Pflege, Pflegebedürftigkeit, Angehörige, ambulant, teilstationär, Entlastung
Year: 2006
Pages: 34
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 15 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-57566-9
ISBN (Book): 978-3-640-21152-4
File size: 331 KB
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Abstract
Die bekannte demografische Entwicklung in Deutschland und Europa führt zu einem zahlenmäßigen Anstieg älterer Menschen in unserer Gesellschaft. Zudem steigt die durchschnittliche Lebenserwartung der Menschen in allen Industriestaaten. Diese an sich für den Einzelnen positive Entwicklung bringt auch verschiedene Herausforderungen mit sich. Mit steigendem Lebensalter nimmt das Risiko hilfe- oder pflegebedürftig zu werden zu. Der alternde Mensch ist ganz unterschiedlichen Veränderungen ausgesetzt. Je älter ein Mensch ist, desto höher ist das Risiko multimorbid zu werden. Risikofaktoren für Erkrankungen konnten im Laufe des Lebens kumulieren und die entsprechenden Folgen nach sich ziehen. Dies ist der Punkt, an dem der Bereich der Prävention (als Teil der Rehabilitation) insbesondere für Menschen im höheren Lebensalter, greifen kann und auch sollte. Präventive Strategien mit der Zielgruppe älterer Menschen können durch verschiedene Handlungsmöglichkeiten genau diese Risikofaktoren aufdecken und entgegenwirken. Bei entsprechender Ausrichtung der Lebensgewohnheiten zur Vermeidung von Risikofaktoren kann die Gefahr ernsthafter Erkrankungen, wie z.B. Schlaganfall und Herzinfarkt oder geriatrischen Syndromen, wie beispielsweise Immobilität mit Sturzgefahr oder Inkontinenz entgegengewirkt oder deren Auswirkungen positiv beeinflusst werden. In Folge dessen kann nicht nur der Betroffene selbst von diesen Erfolgen, wie der Vermeidung oder Verzögerung von Hilfs-/Pflegebedürftigkeit oder unerwünschter Pflegeheimeinzüge, profitieren. Letztlich wäre auch der gesamtgesellschaftliche Effekt in Bezug auf Kostenträger wie z.B. Krankenkassen (medizinische Behandlungen), Pflegekassen (pflegerischer Versorgung) oder Sozialhilfeträger (Kostenübernahme bei stationärer Pflege für Bedürftige) nicht unerheblich. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage nach der Umsetzung einer wirksamen Prävention für die Zielgruppe älterer Menschen. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit soll ein erster allgemeiner Überblick über die Kategorien von Prävention sowie der Präventionsbereiche für ältere Menschen gegeben werden. Die Präventionsforschung soll im Folgenden den Einstieg in die theoretische Auseinandersetzung mit dem Modellprojekt „Aktive Gesundheitsförderung im Alter“ darstellen.
Excerpt (computer-generated)
Präventive Hausbesuche –
ein richtungsweisendes Modellprojekt?
von: Andrea Schulz
Wintersemester 2006/2007
INHALTSVERZEICHNIS
1 EINFÜHRUNG 5
2 PRÄVENTION 7
2.1 KATEGORIEN DER PRÄVENTION 7
2.2 PRÄVENTIONSBEREICHE FÜR ÄLTERE MENSCHEN 8
3 PRÄVENTIONSFORSCHUNG 9
3.1 EXKURS: ANTONOVSKY´S SALUTOGENESE UND DEREN BEZUG ZUR PRÄVENTION 10
3.2 ENTWICKLUNG EINES KONZEPTS ZUR GESUNDHEITSFÖRDERNDEN BERATUNG IN DEUTSCHLAND – „AKTIVE GESUNDHEITSFÖRDERUNG BEI ÄLTEREN MENSCHEN“ 11
3.2.1 Stichprobe 12
3.2.2 Ziel und Fragestellungen des Modellprojektes 12
3.2.3 Interdisziplinäres Team zur Gesundheitsförderung im Alter 13
3.2.4 Qualifizierung der Pflegekraft für Gesundheitsförderung älterer Menschen 14
4 PRÄVENTIVE HAUSBESUCHE 15
4.1 UMSETZUNG DER HAUSBESUCHE IM MODELLPROJEKT „AKTIVE GESUNDHEITSFÖRDERUNG BEI ÄLTEREN MENSCHEN“ 15
4.2 GERIATRISCHES SCREENING UND ASSESSMENT ZUR ERFASSUNG VON RESSOURCEN UND PROBLEMEN 17
4.3 AUSWERTUNGEN UND EMPFEHLUNGEN AUS DEN PRÄVENTIVEN HAUSBESUCHEN 18
4.4 ERGEBNISSE ZU RESONANZ UND MITARBEIT DER TEILNEHMER 19
4.5 BEOBACHTUNGEN, ERFAHRUNGEN UND AUSWIRKUNGEN AUS DEM MODELLPROJEKT 23
4.6 RESÜMEE UND AUSBLICK IN BEZUG AUF DAS MODELLPROJEKT 25
5 RESÜMEE UND SCHLUSSBETRACHTUNG 28
LITERATURVERZEICHNIS 31
ANHANG 33
„In unserer Bevölkerung gibt es kaum eine Altersgruppe,
die differenziert, so heterogen und so stark im Umbruch ist
wie die Älteren. (...)
Ältere und auch sehr alte Menschen verfügen
Über erstaunliche Kompetenzen zur Problembewältigung
und vermögen mit Unterstützung durch geeignete Maßnahmen
ein hohes Maß an Autonomie, an Lebensqualität
und an Lebensqualität zu bewahren oder zurückzugewinnen.
Geeignete Ressourcen
im sachlichen und personellen Umfeld gilt es optimal zur erschließen.“
(Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend 2002, S.19).
1 Einführung
Die bekannte demografische Entwicklung in Deutschland und Europa führt zu einem zahlenmäßigen Anstieg älterer Menschen in unserer Gesellschaft. Zudem steigt die durchschnittliche Lebenserwartung der Menschen in allen Industriestaaten. Diese an sich für den Einzelnen positive Entwicklung bringt auch verschiedene Herausforderungen mit sich. Mit steigendem Lebensalter nimmt das Risiko hilfe- oder pflegebedürftig zu werden zu. Der alternde Mensch ist ganz unterschiedlichen Veränderungen ausgesetzt. Je älter ein Mensch ist, desto höher ist das Risiko multimorbid zu werden. Risikofaktoren für Erkrankungen konnten im Laufe des Lebens kumulieren und die entsprechenden Folgen nach sich ziehen. Dies ist der Punkt, an dem der Bereich der Prävention (als Teil der Rehabilitation) insbesondere für Menschen im höheren Lebensalter, greifen kann und auch sollte.
Präventive Strategien mit der Zielgruppe älterer Menschen können durch verschiedene Handlungsmöglichkeiten genau diese Risikofaktoren aufdecken und entgegenwirken. Bei entsprechender Ausrichtung der Lebensgewohnheiten zur Vermeidung von Risikofaktoren kann die Gefahr ernsthafter Erkrankungen, wie z.B. Schlaganfall und Herzinfarkt oder geriatrischen Syndromen, wie beispielsweise Immobilität mit Sturzgefahr oder Inkontinenz entgegengewirkt oder deren Auswirkungen positiv beeinflusst werden. In Folge dessen kann nicht nur der Betroffene selbst von diesen Erfolgen, wie der Vermeidung oder Verzögerung von Hilfs- /Pflegebedürftigkeit oder unerwünschter Pflegeheimeinzüge, profitieren. Letztlich wäre auch der gesamtgesellschaftliche Effekt in Bezug auf Kostenträger wie z.B. Krankenkassen (medizinische Behandlungen), Pflegekassen (pflegerischer Versorgung) oder Sozialhilfeträger (Kostenübernahme bei stationärer Pflege für Bedürftige) nicht unerheblich. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage nach der Umsetzung einer wirksamen Prävention für die Zielgruppe älterer Menschen. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit soll ein erster allgemeiner Überblick über die Kategorien von Prävention sowie der Präventionsbereiche für ältere Menschen gegeben werden. Die Präventionsforschung soll im Folgenden den Einstieg in die theoretische Auseinandersetzung mit dem Modellprojekt „Aktive Gesundheitsförderung im Alter“ darstellen.
Der Exkurs zu Antonovsky´s Salutogenese ermöglicht an der Stelle den Bezug zu einer übergeordneten „Gesundheitstheorie“ und deren mögliche Übertragbarkeit auf das Arbeitsfeld der Prävention für ältere Menschen. Schwerpunkte der Ausführungen in der vorliegenden Arbeit werden das Modellprojekt der „Aktiven Gesundheitsförderung im Alter“ und insbesondere dessen Konstrukt der präventiven Hausbesuche sein. Die detaillierte Auseinandersetzung mit dem Konzept soll einen Einblick in eine Möglichkeit der Gesundheitsförderung bzw. Prävention mit entsprechenden Instrumenten für die oben genannte Zielgruppe und Ziele aufzeigen. Die Fragestellungen nach der Akzeptanz, Durchführbarkeit und Professionalität der Beteiligten sollen in diesem Zusammenhang nach der aktuellen Forschungslage beantwortet werden. Das Eingehen auf vergleichbare Präventionsansätze im In- und Ausland soll im Rahmen der vorliegenden Arbeit nur am Rande erfolgen, da ein Vergleich vorhandener Konzepte ein vertieftes Studium, auch und gerade in Bezug auf das Spannungsfeld der Kosten- Wirksamkeitsvergleiche, notwendig machen würde. Gerade in Deutschland gibt es hierzu noch keine evidenzbasierten Ergebnisse, denn das Konzept der Prävention für ältere Menschen, insbesondere mit dem Instrument präventiver Hausbesuche, steht noch am Anfang seiner Entwicklung und Anwendung in der Praxis.
2 Prävention
Der Begriff „Prävention umfasst alle Maßnahmen und Aktivitäten die eine bestimmte Schädigung verhindern, weniger wahrscheinlich machen oder verzögern.“ (Meier-Baumgartner, Anders, Dapp 2005, S.15). Nach § 3 SGB IX ist Prävention vor Rehabilitation verankert. Allerdings gibt es für die Prävention keine eigenständige Anspruchsgrundlage oder Zuständigkeitsregelung. Dies wird beispielsweise im §1 SGB V deutlich. Die Aufgaben der Krankenversicherung umfassen unter anderem neben der Erhaltung und Wiederherstellung der Gesundheit gleichberechtigt die Verbesserung der Gesundheit. Trotzdem ist die Prävention im primär kurativ ausgerichteten Gesundheitssystem nicht den therapeutischen, rehabilitativen und pflegerischen Maßnahmen gleichgestellt oder integriert (vgl. Kruse 2002, S.21).
Perrez fasst die verschiedenen Strategien der Prävention und Gesundheitsförderung unter den Oberbegriffen Aufklärung, Beratung, Training, umgebungsbezogene Intervention und Krisenintervention zusammen (vgl. Kruse 2002, S.41f.) Akteure und Zielgruppen in der Umsetzung von Prävention im gerontologischen Bereich sind ältere Menschen, betreuende und pflegende Angehörige, Experten und Entscheidungsträger im Gesundheitswesen, die Regierung sowie gesellschaftliche Institutionen. Im Zusammenwirken dieser Akteure und Zielgruppen soll für adäquate und bedarfsgerechte Prävention sensibilisiert werden (vgl. Kruse 2002, S.55ff.).
2.1 Kategorien der Prävention
Prävention kann vorbeugende medizinische Maßnahmen, die gezielte Vermeidung krankhafter Zustände und Bewahrung der Gesundheit umfassen. Meier-Baumgartner, Anders und Dapp (2005, S.15) unterteilen Prävention in drei Bereiche:
• Primäre Prävention – Erhalt der Gesundheit durch Verringerung der Krankheitsanfälligkeit oder Erhöhung der allgemeinen Widerstandsfähigkeit1,
• Sekundäre Prävention – frühes Erkennen von Gesundheitsgefährdungen und Erkrankungen mit dem Ziel der Frühtherapie und Kontrolle der Risikofaktoren,
• Tertiäre Prävention – Verhütung von Krankheitsrückfällen, Verhinderung der Verschlechterung von Krankheitszuständen und der Folgen von Krankheiten.
In der folgenden Übersicht wird den klassischen Bereichen der Prävention die primordiale Kategorie hinzugefügt. Diese Ebene der Prävention meint die gezielte und aktive Förderung der Gesundheit.
[Übersicht in der Downloaddatei vorhanden]
Im Bereich der Gesundheitsförderung spielt die Kooperation mit kommunalen Netzwerken eine besondere Rolle. „Das gesundheitliche Versorgungsangebot muss hohe Professionalität und Qualifikation der Anbieter sicherstellen, damit diese ihre Leistung bedarfsgerecht nach definierten Qualitätsstandards abgeben können.“ (Meier-Baumgartner, Anders, Dapp 2005, S.19). Die Autoren konstatieren damit einen hohen Bedarf an Kooperation von Kostenträgern, Koordination und Vernetzung bestehender Versorgungsangebote sowie Integration ergänzender Maßnahmen zur Schließung struktureller Lücken2. Das Ziel ist die Schaffung eines überschaubaren und leicht zugänglichen Systems von Hilfen. Der Hausarzt ist in diesem Zusammenhang als wichtigste Kontakt- und Vertrauensperson älterer Menschen sowie primäre Anlaufstelle bei medizinischen und sozialen Problemen zu sehen (vgl. Meier-Baumgartner, Anders, Dapp 2005, S.19).
2.2 Präventionsbereiche für ältere Menschen
[...]
1 „Die primäre Prävention ist um so erfolgreicher, je früher sie einsetzt, d.h. schon in der Kindheit und Adoleszenz. (...). Die Prävention muss durch das ganze Erwachsenenleben erhalten werden.“ (Wettstein u.A. 2001, S.32).
2 Modellprogramm des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend „Altenhilfestrukturen der Zukunft“ – Berliner Koordinierungsstellen Rund ums Alter.
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