Bitte warten
Bitte installieren Sie den Flash Player, wenn kein E-Book erscheint.
Autor: Katharina Lepski
Fach: Sprachwiss. / Sprachforschung (fachübergreifend)
Details
Institut: Universität Mainz (Fachbereich für Angewandte Sprach- und Kulturwissenschaften Germersheim)
Tags: Cantautrici, Zeiten, Frauenbewegung, Proseminar
Jahr: 2006
Seiten: 16
Note: 2,3
Literaturverzeichnis: ~ 19 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 256 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-57570-6
ISBN (Buch): 978-3-638-75351-7
Zusammenfassung / Abstract
In meiner Hausarbeit beschränke ich mich auf einige bestimmte italienische Liedermacherinnen, um anhand ihrer beispielhaft einen Überblick über Feminismus und soziales Engagement von Vertreterinnen der italienischen Musik darzustellen. Im Weiteren werden chronologisch verschiedene Musikstile der jeweiligen Sängerinnen aufgezeigt, von der Musica Leggera Nilla Pizzis in den 1950-er Jahren, der Theatermusik Milvas, der Rockmusik Gianna Nanninis in den 1970- und 80-ern und dem Balladenstil Alices bis hin zur modernen Populärmusik Laura Pausinis.
Textauszug (computergeneriert)
Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, Sommersemester 2006
Proseminar: « Gesang und Melodie fast von Natur-Italien im Spiegel der Musik »
Die Cantautrici in Zeiten der Frauenbewegung
von: Katharina Lepski
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung S. 2
2. Gesellschaftliche Situation der 1950-er Jahre S. 3
2.1 Beispiel Nilla Pizzi S. 3
3. 50-er und 60-er Jahre- zwischen Konformismus und feministischer Selbstbehauptung S. 5
3.1 Maria Ilva Biolcati alias Milva S. 5
4. Aufständische 70-er und 80-er Jahre S. 6
4.1 Gianna Nannini S. 6
4.2 Carla Bissi alias Alice S. 9
5. Moderne Populärmusik S. 10
5.1 Beispiel Laura Pausini S. 10
6. Fazit S. 12
Anhang S. 13
Bibliografie
1.) Einleitung
In meiner Hausarbeit beschränke ich mich auf einige bestimmte italienische Liedermacherinnen, um anhand ihrer beispielhaft einen Überblick über Feminismus und soziales Engagement von Vertreterinnen der italienischen Musik darzustellen. Im Weiteren werden chronologisch verschiedene Musikstile der jeweiligen Sängerinnen aufgezeigt, von der Musica Leggera Nilla Pizzis in den 1950-er Jahren, der Theatermusik Milvas, der Rockmusik Gianna Nanninis in den 1970- und 80-ern und dem Balladenstil Alices bis hin zur modernen Populärmusik Laura Pausinis.
‚Cantautrici’, das ist im Italienischen die weibliche Form von ‚Cantautori’, und bedeutet Liedermacher/innen. Dabei muss gesagt werden, dass die männlichen Liedermacher etwa bis zur Hälfte des 20. Jahrhunderts das musikalische Geschehen in Italien stark dominierten im Gegensatz zu ihren weiblichen Berufsgenossinnen.
Feministische Bewegungen entwickelten sich, im Vergleich mit anderen europäischen Ländern, in Italien erst später, worin ein wichtiger Grund besteht für dieses zu dieser Zeit noch vorherrschende Ungleichgewicht zwischen Männern und Frauen in der italienischen Musikbranche. Zudem war in den 1950-er Jahren die gesellschaftliche Situation eine ganz andere als heute. Den italienischen Frauen wurde noch die „traditionelle“ Frauenrolle zugeschrieben, die für sie ein Dasein im Haus, an der Seite des Ehegatten vorsah, das hauptsächlich aus hausfraulichen Pflichten bestand. Daher hatten es die Liedermacherinnen entsprechend schwer, sich in dieser von Männern dominierten Domäne zu behaupten. Dennoch schafften es einige Cantautrici, mit ihrer Musik bereits in den 1950-er Jahren politische Gedankenanstöße auszudrücken und der Öffentlichkeit näher zu bringen, wie zu Beispiel Nilla Pizzi, deren musikalische Karriere im Weiteren erläutert wird. Einige Zeit später, Ende der 1960-er und Anfang der 70-er, bestimmte Gianna Nannini als prägnanteste Sängerin dieser Zeit das musikalische Geschehen in Italien. Sie war gleichzeitig Vorreiterin und „Sprachrohr“ der Feministinnen. Die in der heutigen Zeit bekannteste italienische Sängerin ist Laura Pausini, deren musikalischer Werdegang, aber vor allem auch deren soziales Engagement, im Hauptteil dargelegt wird.
2.) Gesellschaftliche Situation der 1950-er Jahre
2.1) Beispiel Nilla Pizzi
Das gesellschaftliche Klima Italiens ist in den 50-er Jahren des 20. Jahrhunderts noch stark von konservativen Einflüssen bestimmt, es herrschen zu dieser Zeit strenge Gesellschaftsnormen und vor allem das Thema Sexualität wird noch weitgehend tabuisiert. Die Cantaurici, wie z.B. Nilla Pizzi und Jula De Palma, sind in der Mitte des 20. Jahrhunderts dementsprechend an die im damaligen Italien herrschenden Gesellschaftsnormen angepasst1, sowohl in ihrem Erscheinungsbild als auch in ihrer Musik. Das bedeutete in den 50-er Jahren für eine italienische Frau vor allem sich „anständig“ zu kleiden, einen moralisch vertretbaren Lebensstil zu verfolgen und einen lupenreinen Ruf zu besitzen. Jegliche feministisch-orientierten politischen Bemühungen stehen in den 1950-er Jahren praktisch still, trotz des wirtschaftlichen Aufschwungs Italiens und der Befreiung vom faschistischen Regime Mussolinis und dem damit verbundenen Einzug der Demokratie in Italien. Die Liedermacherinnen dieser Zeit drücken in ihrer Musik nur wenig und zumeist verschleierte politische Kritik oder gar feministische Gedanken aus.
Als ein Beispiel für diesen weitgehenden Konformismus in der Musik ist Nilla Pizzi zu nennen, deren bürgerlicher Name Adionilla Negrini Pizzi lautet, geboren am Ende des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1919. Sie gewinnt 1951 mit ihrem Lied Grazie dei fiori das erste San Remo-Festival Italiens. Diesen Erfolg wiederholt die Sängerin ein Jahr später mit dem Lied Vola colomba und gewinnt desgleichen das Musikfestival von Neapel mit dem Titel Desiderio e sole2 und wird somit eine feste Größe in der italienischen Musikszene. Zusätzlich gewinnt sie 1952 in San Remo mit dem Lied Papaveri e papere auch noch den zweiten Preis. Von diesem Musikstück existiert ebenfalls eine deutsche Version, die Die süßesten Früchte heißt und unter anderem von Caterina Valente3 gesungen wurde. Ob es sich bei Nilla Pizzis Papaveri e papere um ein politisch motiviertes Stück handelt ist nicht eindeutig bewiesen, obschon dem Text eine gewisse Mehrdeutigkeit, insbesondere in Bezug auf den Begriff ‚papaveri’ anhaftet4. Dieser Begriff bedeutet im Italienischen sowohl ‚hohe Tiere in der Politik’ als auch ‚Mohn’. Wenn man es bei der zweiten simplen Bedeutung belässt, liest sich der Liedtext als harmloses Kinderlied ohne hintergründiges politisches Motiv:
[...]
1 Gianni Borgna: Storia della canzone italiana, 1992, S. 339
2 Gianni Borgna: Storia della canzone italiana, 1992, S. 430,434
3 Vollständiger Liedtext siehe Anhang S. 15
4 Vollständiger Liedtext siehe Anhang S. 15
Kommentare
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden: