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Autor: Corinna Schücke
Fach: Germanistik - Linguistik
Details
Institution/Hochschule: Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald (Deutsche Philologie)
Tags: Sprachliche, Diskriminierung, Ausländern, Akten, Interkulturelle, Kommunikation
Jahr: 2006
Seiten: 30
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 15 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 1054 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-57595-9
Textauszug (computergeneriert)
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
Deutsche Philologie
Sprachliche Diskriminierung von Ausländern in kommunikativen Akten
Corinna Schücke
Inhaltsverzeichnis
Einleitung ... 3
1 Begriffserläuterung ... 4
1.1 Kategorisierung ... 4
1.1.1 Sprachliche Kategorisierung ... 4
1.2 Diskriminierung ... 5
1.2.1 Sprachliche Diskriminierung ... 6
1.3 Ausländer ... 6
1.4 Kommunikativer Akt ... 7
2 Formen der sprachlichen Diskriminierung ... 8
2.1 Übergang von formeller zu informeller Anredeform ... 8
2.2 Ethnische Kategorisierung ... 8
2.3 Generalisierung ... 9
2.4 Ausländerregister ... 10
2.5 Negative Beschreibung ... 12
2.6 Expliziter Vergleich ... 12
2.7 Positive Darstellung ... 12
3 Kategorisierung zum "Ausländer" ... 12
4 Gründe für sprachliche Diskriminierung ... 13
5 Positive versus negative Diskriminierung ... 15
6 Auswertung selbstgewählter Zeitungsartikel ... 17
7 Resümee ... 22
Literaturverzeichnis ... 24
Anlagen:
Zeitungsartikel
Einleitung
"Weißt Du... Bin ich 11 18 18, bin ich Checker-Bunny." Mit diesem Slogan wirbt derzeit ein Dialogmarketinganbieter für seine Telefonauskunftsdienste im deutschen Fernsehen. Es handelt sich unverkennbar um das sich in den letzten Jahren zur Jugendvarietät etablierten sogenannten Kanakdeutsch. Die Dame, die sich im Werbespot dieser Sprechweise bedient, ist allem Anschein nach der deutschen Sprache jedoch auch in ihrer Hochvarietät fähig. Ihre Verständigungsstrategie ist es anscheinend, die Varietät ihres Anrufers aufzunehmen, um so eine Identifikationsgrundlage zwischen beiden herzustellen. Böse Zungen könnten aber auch behaupten, sie äffe ihren Anrufer nach, was eine diskriminatorische Handlung wäre. Die eben noch so positiv anmutende Intention der Call-Center-Beschäftigten gerät aufgrund des Argwohns des Fernsehzuschauers ins Schwanken. Wie ist die Situation also richtig zu verstehen?
Je größer die kulturelle Distanz zwischen der einheimischen und einer anderen ethnischen Gruppe ist, desto geringer ist der Kontakt zwischen beiden. Sein Wissen über die andere ethnische Gruppe bezieht der Einheimische nicht unbededingt aus der direkten Interaktion, sondern vor allem aus den Medien. Dort aber erscheinen Ausländer in der Regel in negativer Verzerrung (Hess-Lüttich 2003). Folgen sind Stereotypenbildung und daraus resultierend Diskriminierung von Ausländern, auch in sprachlicher Hinsicht.
Erst in den 1980er Jahren wurde in Deutschland das Augenmerk auf die sprachliche Diskriminierung von Ausländern in den Medien gerichtet. Zwei Drittel der seinerzeit wertenden Artikel der Print-Medien stellten Ausländer negativ dar. Besonders gut kamen Gäste, Künstler und Sportler weg, besonders schlecht hingegen Asylbewerber. Außerdem wurde auch nach der jeweiligen Herkunft der Ausländer unterschieden: Italiener standen höher im Kurs als beispielsweise Afrikaner oder Türken. (vgl. Hess-Lüttich 2003)
In der vorliegenden Hausarbeit sollen, nach Klärung der notwendigen Arbeitsdefinitionen, die Formen, Ursachen sowie die dafür in der einschlägigen Fachliteratur genannten Gründe sprachlicher Diskriminierungen zusammengetragen werden. Des weiteren bin ich daran interessiert, intentionale und unbewusste sowie positive und negative Diskriminierung zu unterscheiden, da ihnen meines Erachtens eine unterschiedliche Bewertung zukommen sollte. Die Print-Medien fokussierend, werde ich im Ergebnis dessen selbstgewählte Zeitungsartikel in Hinblick auf sprachliche Diskriminierungen sowie deren Intentionalität auswerten.
1 Begriffserläuterung
Da sich allein schon der Titel der vorliegenden Arbeit aus mehreren unbestimmten Begriffen zusammensetzt, möchte ich damit beginnen, Begriffsbestimmungen vorzunehmen, um den Rahmen der Arbeit abzustecken.
1.1 Kategorisierung
Basis aller Diskriminierung ist die Kategorienbildung, das heißt, das Zu- beziehungsweise Einordnen und das damit gegebenenfalls verbunden (Aus-)Sortieren von Objekten, Ereignissen, Menschen etc. zu bestimmten anderen Einheiten in irgendeiner Form. "Man ordnet damit ein, stellt Bezüge her, fasst damit in und nach Gruppen zusammen, schafft Kombinationen etc. " (Hinnenkamp 1989b, 257)
Die Gründe zur Vornahme von Kategorisierungen (generell, also nicht nur im Hinblick auf sprachliche Diskriminierungen) sind Detweiler zufolge:
"(1) reduction in the complexity of the environment, (2) identification of what objects are, (3) reduction in the necessity for constant learning, since new objects can be identified as members of a class, (4) advanced knowledge of appropriate und inappropriate action (…), (5) and a method for relating classes of events." (Hinnenkamp 1989b, 256)
Kategoriengebundenes Wissen muss nicht zwangsläufig auf Erfahrung basieren. Es ist auch nicht abhängig vom unmittelbaren Umgang mit den in Frage kommenden Kategorien und bedarf keiner spezifischen Interaktion zwischen Kategorisierer und Kategorisiertem (beim Zeitungsartikel, vlg. Punkt 6, beispielsweise der Fall), sondern kann rein ideologischer Natur sein.
Je markanter eine Kategorie ist, desto unanfechtbarer für den So-Kategorisierten und desto verfügbarer, brauchbarer, verwertbarer ist sie für den So-Kategorisierenden. Diese von Hinnenkamp als Kategorien-Markanz bezeichnete Selektion basiert auf einer primären Auswahl unter allen verfügbaren Kategorien. (vgl. Hinnenkamp 1989b, 265)
1.1.1 Sprachliche Kategorisierung
Entsprechend der eben erfolgten Erörterung ist sprachliche Diskriminierung dann "die Bezugnahme auf eine Person mittels einer sozialen Kategorie", die durch einen Sprecher - in welcher Form auch immer (direkt, indirekt, anaphorisch, selbstreferentiell etc.)- verbalisiert wird. (vgl. Wagner 2001, 18)
[...]
Kommentare
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
31.03.2008 19:52:25
Traurig, traurig, überall werden die Ausländer diskriminiert. Sogar bei kommunikativen Akten! Pfui, pfui! Man sollte nichts über sie schreiben, dann können sie auch nicht diskriminiert werden. Dann braucht man auch nicht solche hirnrissigen "Arbeiten" zu verfassen. Warum bloß so viele Ausländer nach Deutschland kommen? Wahrscheinlich alles Masochisten, die sich gern diskriminieren lassen. Beispielsweise durch Sozialhilfe.