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Wer macht Jugendkulturen? Eine Diskussion um die Identitätsprägung der Jugend

Autor: Gesa Mann
Fach: Ethnologie / Volkskunde

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Details

Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2001
Seiten: 16
Note: 3
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 176 KB
Archivnummer: V6494
ISBN (E-Book): 978-3-638-14050-8

Textauszug (computergeneriert)

 

Wer macht Jugendkulturen?

Eine Diskussion um die Identitätsprägung der Jugend


Gesa Mann

Magister:
Anglistik-Sprachwissenschaften, 2. Fachsemester
Europäische Ethnologie/ Kulturwissenschaften, 1. Fachsemester
Kulturgeographie, 2. Fachsemester


Einleitung

So gib mir auch die Zeiten wieder,
da ich noch selbst im Werden war,
da sich ein Quell gedrängter Lieder
ununterbrochen neu gebar,
da Nebel mir die Welt verhüllten,
die Knospe Wunder noch versprach,
da ich die tausend Blumen brach,
die alle Täler reichlich füllten!
Ich hatte nichts und doch genug:
Den Drang nach Wahrheit und die Lust am Trug!
Gib ungebändigt jene Triebe,
das tiefe, schmerzvolle Glück,
des Hasses Kraft, die Macht der Liebe,
gib meine Jugend mir zurück!
Johann Wolfgang Goethe

Bereits Goethe beschrieb die Spannung des Lebensabschnitts zwischen "Kind sein" und "Erwachsen sein" und wünschte sich in diese Zeit zurück. Gemeint ist die Zeit, in der ein Mensch versucht, einen generationsspezifischen Lebensstil zu entwickeln, um individuelle Verhaltensweisen und Ausdrucksformen und spezielle Werte und Normen zu entwickeln und sich somit von der "Erwachsenenwelt", auch von der restlichen Gesellschaft, zu unterscheiden.
"Ein subkultureller Stil drückt sich nicht nur symbolisch als Selbstverständnis der stilbildenden Gruppe aus, er lässt sich auch als eine chiffrierte Ausdrucksform von Klassenbewusstsein und als eine symbolische Kritik an der herrschenden Ordnung ‚lesen′."
Aus Untersuchungen und ihren Auswertungen ergibt die Situation der Jugendlichen, dass sie die Prinzipien und Vorstellungen eines Erwachsenenanspruchs verkörpern müssen, andererseits gibt und gab es immer Gruppierungen, die sich diesem Einfluss entzogen haben und eigenständig und unabhängig von Erwachsenennormen handelten (z. B. die Wandervogelbewegung und die folgenden Organisationsformen und heute die Hip Hop-Bewegung, die Chaostage oder die Loveparade).
Der Ursprung war zunächst eine eigenständige Jugendkultur, die jedoch dann teilweise ihre Unabhängigkeit verlor, wenn Erwachsene sie in kommerzielle Strukturen einpassten und daraus eine Kontrollfunktion ableiteten. Jürgen Reulecke (1986) geht sogar soweit, dass Jugend als eigenständige Kultur gar nicht existiert, sondern von Erwachsenen bzw. der Gesellschaft inhaltlich bestimmt wird. John R. Gillis (1974) stellte jedoch zwölf Jahre vorher die These auf, dass "Jugend" eine eigenständige Kultur mit einem ihr immanenten Bewusstsein ist und somit ihre eigene Geschichte macht.
Um dem Phänomen "Jugend" auf die Spur zu kommen, sollen weitere Autoren zu Wort kommen.

In dem ersten Teil der folgenden Diskussion um die Identitätsprägung der Jugend, soll mit Hilfe eines geschichtlichen Überblicks, auf die Entwicklung der Jugendkulturen seit den 50er Jahren eingegangen werden. Dabei werden verschiedenen Sichtweisen unterschiedlicher Autoren betrachtet, die sich zu diesem Thema geäußert haben.
In einem Exkurs soll die Rolle der Medien dargestellt werden, die oftmals entscheidend die Inhalte der Jugendkulturen bestimmten und bestimmen.
In der verwendeten Literatur wurden meist die Begriffe "Jugendkultur" und "Subkultur" synonym verwendet. Diesem Gebrauch möchte ich mich im Nachfolgendem anschließen.

Die Entwicklung der Jugendkulturen seit Mitte des 20. Jahrhunderts

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