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Hauptseminararbeit, 2001, 26 Seiten
Autor: Nadine Buschmann
Fach: Soziologie - Methodologie und Methoden
Details
Institution/Hochschule: Universität Mannheim (Mikrosoziologie und Sozialpsychologie)
Tags: Sozialpsychologie, Soziologie, Interview, Umfragen, Fragebogen, Frageeffekte
Jahr: 2001
Seiten: 26
Note: 2
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-14071-3
Dateigröße: 188 KB
Die Hausarbeit beschäftigt sich mit verschiedenen Befragungsmethoden und untersucht verschiedene Aspekte der Fragebogengestaltung und deren Auswirkungen.
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Nadine Buschmann
I N H A L T S V E R Z E I C H N I S
0 EINLEITUNG 02
"Nicht der Interviewer muß schlau sein, sondern der Fragebogen"
(Fuchs, 1994)
1 ALLGEMEINE ASPEKTE DER FRAGEBOGENGESTALTUNG 04
1.1 Frageformulierung 04
1.2 Antwortformatierung 05
1.3 Fragebogenkonstruktion 06
1.4 Antwortverzerrung 08
2 UNTERSCHIEDLICHE BEFRAGUNGSMODI 11
2.1 Schriftliche und mündliche Formen der Befragung 11
2.2 Unterschiedliche Fragebogenkonstruktionen 14
3 AUSWIRKUNGEN VON BEFRAGUNGSMODI 17
4 SCHLUßBEURTEILUNG 22
LITERATURVERZEICHNIS 24
SELBSTÄNDIGKEITSERKLÄRUNG 25
0 EINLEITUNG - "Nicht der Interviewer muß schlau sein, sondern der Fragebogen" (Fuchs, 1994)
Die Befragung eines repräsentativen Querschnitts der Bevölkerung mittels eines standardisierten Fragebogens stellt in der Markt- und Meinungsforschung wie auch in der Sozialforschung ein gängiges Instrumentarium dar, das von schriftlichen Befragungen bis hin zu telefonisch durchgeführten Befragungen reicht.
Die Umfrage- bzw. Sozialforschung ist nicht nur Bestandteil eines gesellschaftlichen Dialogs, sie bedient sich auch einer spezifisch dialogischen Technik, um Informationen zu sammeln: dem Interview.
Das Interview spielt also insofern eine hervorragende Rolle, als das es die gebräuchlichste Methode zur Klärung der meisten Forschungsfragen ist.
Besonders auch das telefonisch durchgeführte Interview wird seit einigen Jahren zur Messung von Meinungen und Einstellungen der Bevölkerung oder von Bevölkerungsteilen zu aktuellen Fragen, Problemen, sozialen Mißständen, usw. immer öfter verwendet.
Obwohl in den USA schon seit den vierziger Jahren Telefoninterviews durchgeführt werden, galten sie vor allem nach einigen Fehlschlägen in der Bundesrepublik noch lange Zeit als schnell ("quick") und unsauber ("dirty").
Heute aber, insbesondere im Zuge der mittlerweile großen Telefondichte in der BRD, ist der Anteil der durchgeführten Telefoninterviews laut Angaben des ADM (Arbeitsgemeinschaft Deutscher Marktforschungsinstitute) nahezu gleich dem Anteil der durchgeführten face-to-face-Befragungen.
Neben Telefon- und face-to-face-Interviews werden ausserdem noch schriftliche Befragungen durchgeführt, bei denen der Befragte auf sich alleine gestellt ist und nicht von einem Interviewer durch den Fragebogen geleitet wird. Diese strukturierten bzw. standardisierten Formen des Interviews stehen weniger strukturierten Befragungen, wie z.B. einer Gruppendiskussion, einem Expertengespräch oder auch einem Leitfadengespräch gegenüber.
Allen Formen der Befragung gemein ist aber, ausser dem "self administrated interview", dass sie sich durch eine spezielle Dialogsituation, also einer spezielle Kommunikationssituation zwischen dem Interviewer und dem Befragten auszeichnen. Natürlich treten der Befragte und der Interviewer, wie in einer herkömmlichen Dialogsituation auch, in kommunikativen Kontakt, allerdings ist diese durch einen sehr viel strukturierteren, künstlicheren Ablauf gekennzeichnet. Die Kommunikations-situation des Interviews wird durch die Struktur des Fragebogens bestimmt, die durch den Interviewer nur vermittelt wird und dessen Aufgabe es ist, den Befragten möglichst unbeeinflusst durch das Interview zu leiten.
"Als sozialwissenschaftliches Messinstrument strukturiert und standardisiert der Fragebogen die situativ bedingte Kommunikation zwischen Befragtem und Interviewer in einem vom Forscher vorgegebenen und festgelegten Bezugsrahmen"
Trotzdem ist es nicht ausgeschlossen, dass der Befragte erstens auf spezifische Weise und unter Beeinflussung durch andere Faktoren (z.B. die Umgebung, in der er sich befindet, die Situation, in der man den Befragten angetroffen hat, usw.) antwortet, was die Repräsentativität der Umfrage gefährden kann.
Speziell bei der Konstruktion des Fragebogens und der Formulierung von Fragen für ein Interview gilt es daher einige grundlegende Dinge zu beachten, um ein möglichst vergleichbares und unbeeinflusstes Ergebnis zu erhalten.
In der vorliegenden Arbeit werden wir uns also zu einem großen Teil der Frage zuwenden, welche Beeinflussungen des Befragten und damit auch welche Antwortverzerrungen entstehen können, welche Kriterien bei der Formulierung von Fragen beachtet werden müssen und auf welche Weise ein Fragebogen allgemein sinnvoll aufgebaut wird.
Im Besonderen wird das Augenmerk auf den Vor- und Nachteilen der verschiedenen Befragungsmodi liegen, um schließlich die Frage zu klären, wie sich die einzelnen Befragungsarten auf das Antwortverhalten des Befragten auswirken und zu welchen spezifischen Antwortverzerrungen es kommt. Dabei soll vor allem auch geklärt werden, welche Unterschiede es in der Fragebogenkonstruktion und Frageformulierung in den verschiedenen Befragungsmodi gibt.
Ziel der Arbeit wird also sein, die Unterschiede der einzelnen Befragungsarten allgemein herauszustellen und im Besonderen die Unterschiede in der Konstruktion des Fragebogens und dem Antwortverhalten des Befragten aufzuzeigen.
1 ALLGEMEINE ASPEKTE DER FRAGEBOGENGESTALTUNG
1.1 Frageformulierung
Bei der Planung und dem Entwurf eines Fragebogens gilt es zunächst die Fragen für ein spezielles Thema zu konstruieren, das erhoben werden soll. Dabei muß vorab bedacht werden, dass es sich bei den Fragen in einem standardisierten Interview nicht um eine Aneinanderreihung von Forschungsfragen handelt. Die Erhebungsfragen sind vielmehr das Ergebnis eines Vorgangs, den man Operationalisierung nennt, bei dem die Erforschungsfragen in Erhebungsfragen "übersetzt" werden. Die Operationalisierung geschieht methodisch geleitet und hat zur Folge, dass in einem standardisierten Erhebungsinstrument zusammengefassten Fragen unter inhaltlichen und formalen Aspekten mit den Forschungsfragen korrespondieren müssen.
Allgemein gilt es dabei zu beachten, dass in einem standardisierten Interview nicht beliebig komplizierte Erhebungsfragen gestellt werden können, die den Interviewer wie auch den Befragten überfordern und somit die Standardisierung der Erhebung in Frage stellen würden. Um den Interviewer nicht zu überlasten ist es zudem notwendig, dass die Fragen ohne allzu komplexe Intervieweranweisungen durchgeführt werden können. Auch um das Interesse des Befragten zu Beginn des Gespräches zu gewinnen und über die gesamte Dauer des Interviews aufrecht zu erhalten, ist es erforderlich, dass sich das Erhebungsgespräch als interessantes und strukturiertes Interview darstellt, so dass auf eine gewisse Fragebogendramaturgie zurückgegriffen werden kann.
Das Medium jeden Interviews, sei es ein schriftlich oder mündlich durchgeführtes Interview, ist die Sprache. Sie ist dabei keinesfalls ein eindeutiges, zweifelsfreies Medium der Verständigung. Es bestehen nicht nur regionale Unterschiede, sondern die Sprache ist vor allem auch durch verschiedene Schichten der Gesellschaft unterschiedlich. Allgemein muß deshalb weiterhin bei der Formulierung von Fragen für die Konzeption eines Fragebogens darauf geachtet werden, dass die verwendete Sprache den Kern des Problems klar und ohne Schnörkel darzustellen vermag und allen Ballast vermeidet. Sie muß durch Klarheit und Einfachheit überzeugen, zielorientiert sein.
Bei der Operationalisierung nun im Spezielleren kann man auf einige sprachliche und inhaltliche Faustregeln bezüglich der letztendlichen Formulierung der Erhebungsfrage zurückgreifen, die auf der Basis von empirischen Studien und Experimenten entstanden sind. Es ist allerdings ratsam, diese "Regeln" nicht blind anzuwenden, sondern hauptsächlich als ernstzunehmende Hinweise zu betrachten, die auf die spezielle Fragestellung und Zielsetzung der Untersuchung ausgerichtet sein müssen und die Eigenheit des Themas beachten:
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