Autor: Andre Steege
Fach: Psychologie - Sonstiges
Details
Tags: Ethik und Moral, Moralentwicklung, Alltagsmoral
Jahr: 2001
Seiten: 10
Note: keine
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 166 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-14079-9
Moral ist eine Thematik, der wir uns im täglichen Leben stellen. Was ist Moral überhaupt und wie äußert sie sich beim Menschen. In der Arbeit möchte ich näher auf Ethik und Moral, weiterhin wie sich Moral eigentlich entwickelt, und letzlich auf die Alltagsmoral, eingehen.
Textauszug (computergeneriert)
Moral
Andre Steege
Inhaltsverzeichnis
1. Definition und Begriffsbestimmung Seite 2
2. Ethik und Moral Seite 4
3. Moralentwicklung Seite 6
4.1. Zusammenhang zwischen Biologie und Ethik Seite 7
4.2. Aufgaben / Ziele des Ethikunterrichts Seite 7
5. Alltagsmoral Seite 8
6. Literaturverzeichnis Seite 10
1.Definition und Begriffsbestimmung
Das Wort "Moral" stammt ursprünglich vom lateinischen Adjektiv moralis (sittlich) bzw. vom Substantiv mos (Plural: mores), welches soviel bedeutet wie Sitte, Gewohnheit, aber auch Charakter heißen kann.
Die Moral ist im modernen Sprachgebrauch eine Sammelbezeichnung für ethisch- sittliche Normen des Handelns. Es handelt sich also um das, was "gute Sitte" ist, was sich schickt, was das Zusammenleben der Menschen ermöglicht, dass jeder die Verwirklichung der vitalen Werte gewissermaßen zugunsten der Verwirklichung der Sozialwerte versucht einzuschränken. Unter den vitalen Werten versteht man Nahrungstrieb, Geschlechtstrieb, Sicherheitsverlangen, Geltungstrieb, Besitzstreben etc., während man den Sozialwerten Anerkennung der Rechte der fremden Persönlichkeit, Gerechtigkeit, Selbstbeherrschung, Duldsamkeit, Zuverlässigkeit, Höflichkeit, Treue, Wahrhaftigkeit, um nur einige von vielen zu nennen, zuordnet.
Zur geltenden Moral gehören bei allen Völkern und zu allen Zeiten außer diesen eben genannten Sozialwerten, die von der Religion als bezeichneten Verhaltensweisen wie z.B. Nächstenliebe, Verehrung der Ahnen, Vollziehung religiöser Kulthandlungen etc.. Der Umfang und der Inhalt von Moral hat sich natürlich im Laufe der Zeit geändert und ist von Volk zu Volk bzw. von Bevölkerungsschicht zu Bevölkerungsschicht verschieden.
So glaubten die griechischen Sophisten im fünften vorchristlichen Jahrhundert, dass die Moral auf Kosten des eigenen Glücks ginge und, ob es denn gut sei, sich den sozialen Regeln einer bestimmten Moral unterwerfen zu müssen.
Auch Sokrates sah nur den Sinn einer glaubhaften Moral in einer Sicherung des individuellen Wohlergehens. Dieses Verhalten würde aber dazu führen, dass der Mensch als Individuum ohne Gemeinschaft auskommen würde, was für Platon undenkbar schien: "Denn weder mit einem anderen Menschen kann ein solcher befreundet sein noch mit Gott; denn er kann in keiner Gemeinschaft stehen, wo aber keine Gemeinschaft ist, da kann auch keine Freundschaft sein. Allein das gemeinschaftliche Leben ist für Platon der Ort wahrhaften Glücks. Gerechtigkeit ist diejenige Tugend, die das Handeln an dieser Form gemeinschaftlichen Lebens orientiert. Weil der Mensch nur in einer Gemeinschaft wechselseitiger Anerkennung glücklich sein kann, wird er sich, wenn er vernünftig ist, stets als Mitglied einer solchen Gemeinschaft verhalten ( S.18/19). Kant dagegen glaubte, dass die Orientierung am Gerechten möglicherweise auf Kosten der Orientierung am eigenen Glück ginge, jedoch sah er nicht darin einen Widerspruch am Sinn der Moral. Für Kant stand fest, dass der Verzicht auf individuelle Befriedigung kein Zeichen der Schwäche, sondern gerade der Stärke einer moralischen Lebensführung war.
Genau wie Platon war auch Kant der Meinung, dass diese Lebensführung dem einzelnen Menschen Stabilität verleihen würde. Im Gegensatz zu den Sophisten gehörte für Kant zum Inbegriff von Moral die Auflösung des Konflikts zwischen eigenem Glücksstreben und moralischem Verhalten.
Friedrich Nietzsche ging sogar noch einen Schritt weiter, da er der Meinung war, dass derjenige, der sich dem Prinzip der Glückseligkeit verschriebe, gerade nicht dem Prinzip der Moral verschreiben müsste. Im Vergleich zu vielen seiner Vorgänger trennte Friedrich Nietzsche klar die individuelle Moral von der sozialen Moral. So ist die eigentliche Leistung moralischen Handelns einen Ausgleich zwischen dem eigenen Verlangen nach einem möglichst erfüllten Leben und dem gleichberechtigten Glücksstreben anderer Menschen zu schaffen.
Anhand dieser Auszüge von Martin Seel, "Die Spannung zwischen Glück und Moral", erkennt der Leser recht schnell die unterschiedlichen Auffassungen und die Veränderungen zwischen den einzelnen Zeitepochen zum Begriff Moral.
Eine exakte Definition von Moral, nach der sich jeder zu richten hat und nur einen richtigen Weg für die Menschheit aufweist, gibt es nicht. Sie stellt lediglich ein Grundgerüst dar, um nach ethisch- sittlichen Normen handeln zu können.
2. Ethik und Moral
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