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Autor: Eike Groenewold
Fach: Medien / Kommunikation - Forschung und Studien
Details
Institution/Hochschule: Universität zu Köln (The, Fi, Fe )
Tags: Theorie, Schweigespirale, Grundlagen, Kritische, Betrachtung, Makrotheorie, Ansätze, Massenkommunikationsforschung
Jahr: 2006
Seiten: 16
Note: 2,3
Literaturverzeichnis: ~ 10 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 195 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-57969-8
Textauszug (computergeneriert)
Universität zu Köln, Institut für Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft
Proseminar III Ansätze der Massenkommunikationsforschung
Sommersemester 2006, 2. Fachsemester
Die Theorie der Schweigespirale –
Grundlagen und Kritische Betrachtung einer Makrotheorie
von: Eike Groenewold
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung S.2
2. Die Theorie der Schweigespirale S.3
2.1 Kernpunkte der Theorie S.3
2.1.1 Erläuterung des Spiralprozesses S.3
2.1.2 Belege für die Isolationsfurcht- Hypothese: Das Asch Experiment S.4
2.2 Methodik der Forschung S.6
2.2.1 Empirische Forschung: Der Eisenbahntest S.6
2.3 Öffentliche Meinung S.7
3. Kritische Standpunkte zur Theorie S.8
3.1 Inhaltliche und methodische Kritik S.8
3.2 Kritikpunkte nach Donsbach
4. Schlussbetrachtung S.12
5. Literaturverzeichnis S.14
1. Einleitung
Die Theorie der Schweigespirale hat Ihren empirischen Ursprung in den anfangs nicht erklärlichen Umfrageergebnissen im Vorfeld der Bundestagswahl des Jahres 1965. Hier handelt es sich um ein Konzept von öffentlicher Meinung, dass man am besten als Makrotheorie bezeichnen kann. Die breite Fächerung des Themas in verschiedene Bereiche der Wissenschaft bringt eine große Fülle an Literatur mit sich, die gleichzeitig Chance und Problematik bei der Auswahl von Lektüre bedeutet. Eine weitere Schwierigkeit stellt die Tatsache dar, dass die Theorie sich innerhalb der letzten 20 Jahre ständig weiterentwickelt hat und somit ein Überblick über die Thematik erschwert wird. Was jedoch bei der Literaturrecherche am schnellsten ins Auge fällt ist der große Anteil von kritischer Literatur zum Thema. Deshalb soll es Ziel der folgenden Arbeit sein, zu Beginn die Grundzüge der Theorie darzustellen, um sie danach kritisch beleuchten zu können. Die Grundzüge der Theorie beinhaltet methodische, wie inhaltliche Aspekte; und ebenso wird auch in der Kritik zwischen Methodik und Inhalt unterschieden werden. Um den Rahmen des Textes in Grenzen zu halten, wird Elisabeth Noelle-Neumanns geschichtsphilosophische Forschung nur am Rande erwähnt werden, obwohl sie einen relativ hohen Standpunkt im Bereich ihrer Forschung hat. Ebenfalls wird der Begriff der Öffentlichkeit und die Rolle der Massenmedien nur in Grundzügen erläutert werden. Obgleich bekannt ist, dass die Rezeption des Themas beispielweise in den USA anders als in Deutschland zu sehen ist, beschränkt sich der Inhalt, der in dieser Arbeit verwendeten Diskussion, auf nationale Literatur.
2. Die Theorie der Schweigespirale
2.1 Kernpunkte der Theorie
Im folgenden Abschnitt sollen die Grundzüge der Theorie der Schweigespirale erläutert werden, wie sie Elisabeth Noelle- Neumann in ihrem Werk „Die Schweigespirale. Öffentliche Meinung- unsere soziale Haut (1989)“ darlegt.
2.1.1 Erläuterung des Spiralprozesses
Noelle Neumanns Theorie beschreibt einen Spiralprozess. Unter der Voraussetzung, dass ein öffentliches und aktuelles Thema moralische Aspekte hat, geht die Kommunikationsbereitschaft des Einzelnen zurück, wenn er eine von der vermuteten Mehrheit differierende Meinung hat. Der Mensch fürchtet sich, durch seine Meinungsäußerung, zu isolieren. Hingegen sind diejenigen, die glauben auf der Seite der Mehrheitsmeinung zu sein, eher dazu bereit, ihre Meinung öffentlich preiszugeben. Die Spiralwirkung vertieft sich nach Noelle-Neumann dadurch, dass die (tatsächlichen oder scheinbaren) Meinungsführer stärker wirken als sie wirklich sind und solche, die sich nicht an öffentlicher Diskussion beteiligen schwächer zu sein scheinen als sie faktisch sind.1 Dabei muss angemerkt werden, dass Noelle-Neumann unter „Reden“ jegliche Form des kommunikativen Ausdrucks im weitesten Sinne versteht.2 Aus der Isolationsfurcht entwickelt sich beim Individuum ein dauerndes Streben nach Meinungskonformität. Jede Person nimmt die öffentliche Meinung direkt durch andere oder durch die Medien wahr.3 Diese Fähigkeit, die Zu- und Abnahme von Meinungsverteilungen in der Gesellschaft zu registrieren nennt Noelle-Neumann quasi-statistischen Sinn.4 Es kann jedoch zu einer Fehleinschätzung der sozialen Umwelt kommen. Diesen Gesichtspunkt bezeichnet Noelle-Neumann als pluralistische Ignoranz.5 Diese Verzerrung der Meinungswahrnehmung wird auch als doppeltes Meinungsklima bezeichnet.
[...]
1 Vgl. Elisabeth Noelle-Neumann: Öffentliche Meinung- Die Entdeckung der Schweigespirale (2. Aufl.). Frankfurt/M. 1989, S.264.
2 Vgl. Elisabeth Noelle-Neumann: Die Schweigespirale. Öffentliche Meinung- unsere soziale Haut. (6. erweiterte Neuauflage). München. 2001, S.42 f.
3 Vgl. Merten, K./Schmidt, S.J./Weischenberg, S. (Hrsg.): Die Wirklichkeit der Medien. Opladen. 1994, S.320 f.
4 Vgl. Schmidt, Siegrfried J./ Zurstiege, Guido: Orientierung Kommunikationswissenschaft. Was sie kann, was sie will. Reinbeck. 2000, S.100.
5 Vgl. Elisabeth Noelle-Neumann: 1989, S.316 f.
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