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Lehrforschungsprojekt Freizeitsoziologie - Projektarbeit

Termpaper, 2006, 63 Pages
Authors: Bachelor of Arts Marek Zalewski, Axel Winne
Subject: Sociology - Miscellaneous

Details

Event: Lehrforschungsprojekt Freizeitsoziologie
Institution/College: University of Dusseldorf "Heinrich Heine"
Category: Termpaper
Year: 2006
Pages: 63
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 9  Entries
Language: German
Archive No.: V65773
ISBN (E-book): 978-3-638-58263-6
ISBN (Book): 978-3-638-71090-9
File size: 449 KB
Notes :
Untersuchung, bei der 128 Düsseldorfer Bürger Ende 2005, Anfang 2006 aus ausgewählten Stadtteilen zu ihren Freizeittätigkeiten befragt wurden. Forschungsfragen: • Welche (demographischen) Faktoren sind entscheidend bei der Wahl von Freizeitpräferenzen? • Gibt es Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Düsseldorfer Bürgern im Hinblick auf ihre Freizeittätigkeiten und lassen sich Gruppierungen feststellen oder bilden? inkl. Frage-/Antwortbogen, Methodenbeschreibung,Auswertung, SPSS


Abstract

Die Freizeit spielt in unserer heutigen Gesellschaft, die im zunehmenden Maß eine wachsende Leistungs- und Erlebnisgesellschaft darstellt, eine entscheidende Rolle, wenn es um den nötigen Ausgleich zum Alltag geht. Im Zentrum des heutigen Alltaglebens steht eine sich selbst aufrechterhaltende und steigende Handlungsdynamik, die sich durch Erlebnismuster definiert und soziale Milieus als Erlebnisgesellschaften prägt. Der Alltag wird regelrecht ästhetisiert (Schulze 2000: 33). Freizeit bietet, im Sinne der in der Wissenschaft gebräuchlichen Definitionen, eine Nische, um nicht im Chaos und in der Hektik des Alltags zu versinken und bietet Raum für die Selbstnutzung und Organisation der Zeit, die frei zur Verfügung steht – frei von Verpflichtungen. Freizeit wird vorwiegend im Gegensatz zur Arbeitszeit verstanden und dient nicht zuletzt der Selbstverwirklichung, Erholung und Selbstentfaltung. Sie grenzt sich von zweckgebundenen Tätigkeiten wie Schlafen und Essen, als auch von fremdbestimmten Handlungen wie Arbeit und Schule ab. Menschen gehen in ihrer Freizeit unterschiedlichen Tätigkeiten nach. Sie kochen, fahren in den Urlaub, kümmern sich um ihre Familie, gehen ihren Hobbys nach oder widmen sich Dingen, die ihnen persönliche Freude bereiten. Die Freizeitsoziologie widmet sich der Untersuchung dieser Tätigkeiten. Zunächst als wenig systematisch abgegrenztes Themengebiet, werden Einzelbeschäftigungen wie Sport, Urlaub und Kultur schon seit längerer Zeit empirisch erforscht. Wie organisieren Menschen ihre Freizeit, welche Tätigkeiten üben sie aus und wie viel Zeit stellen sie einzelnen Aktivitäten zur Verfügung? Die Vielfalt der heutigen Gesellschaft, sei sie definiert als Erlebnis-, Konsum- oder Genussgesellschaft, bietet eine Vielzahl an freizeitlichen Gestaltungsmöglichkeiten. ‚Präferenzgesteuerte Lebensführung’ ist das Stichwort; der Lebensstilforschung wird zunehmend Beachtung geschenkt. Zu investierende Faktoren wie Geld und Zeit spielen entscheidende Rollen bei der (bewussten) Auswahl der Freizeitaktivitäten. Bildung, Einkommen und das Alter sind entscheidende demographische Einflüsse, die die Auswahl der Freizeitaktivitäten beeinflussen. In dieser Untersuchung, bei der 128 Düsseldorfer Bürger aus ausgewählten Stadtteilen zu ihren Freizeittätigkeiten befragt wurden, spielt u.a. folgende Frage eine zentrale Rolle: · Welche (demographischen) Faktoren sind entscheidend bei der Wahl von Freizeitpräferenzen?


Excerpt (computer-generated)

Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Philosophische Fakultät
Seminar: Lehrforschungsprojekt Freizeitsoziologie
Semester: WS 2005/2006

Projektarbeit zum Lehrforschungsprojekt Freizeitsoziologie

von: Marek Zalewski und Axel Winne

 


1. Einleitung (Marek Zalewski)  3

2. Theoretischer Abschnitt (Axel Winne/Marek Zalewski)  4

2.1 Bisherige Forschung (Axel Winne)  4
2.2 Hypothesen über Zusammenhänge (Axel Winne/Marek Zalewski)  6

3. Daten (Marek Zalewski)  11

3.1 Stichprobenplan (Stichprobengruppe) (Marek Zalewski)  11
3.2 Stichprobenrealisierung (Ausschöpfung/Non-Response) (Marek Zalewski)  13

4. Analyse (Axel Winne/Marek Zalewski)  16

4.1 Hypothese 1 (Marek Zalewski)  16

4.1.1 Univariate Analyse 16
4.1.2 Bivariate Analyse 17
4.1.3 Multivariate Analyse 20

4.2 Hypothese 2 (Marek Zalewski)  22

4.2.1 Univariate Analyse 22
4.2.2 Bivariate Analyse 27
4.2.3 Multivariate Analyse 29

4.3 Hypothese 3 (Axel Winne)  30

4.3.1 Univariate Beschreibung  30
4.3.2 Bivariate Beschreibung 32
4.3.3 Drittvariablenkontrolle  36

4.4 Hypothese 4 (Axel Winne)  39

4.4.1 Univariate Beschreibung 39
4.4.2 Bivariate Beschreibung 41
4.2.3 Multivariate Analyse 45

5. Fazit (Axel Winne)  51

ANHANG (Axel Winne/Marek Zalewski)  54

I ABBILDUNGEN 55
II FRAGEBOGEN (AUSZUG)  57
III ANTWORTBOGEN (AUSZUG)  62

LITERATURVERZEICHNIS (Axel Winne/Marek Zalewski)  63


 

 

1. Einleitung (Marek Zalewski)

Die Freizeit spielt in unserer heutigen Gesellschaft, die im zunehmenden Maß eine wachsende Leistungs- und Erlebnisgesellschaft darstellt, eine entscheidende Rolle, wenn es um den nötigen Ausgleich zum Alltag geht. Im Zentrum des heutigen Alltaglebens steht eine sich selbst aufrechterhaltende und steigende Handlungsdynamik, die sich durch Erlebnismuster definiert und soziale Milieus als Erlebnisgesellschaften prägt. Der Alltag wird regelrecht ästhetisiert (Schulze 2000: 33). Freizeit bietet, im Sinne der in der Wissenschaft gebräuchlichen Definitionen, eine Nische, um nicht im Chaos und in der Hektik des Alltags zu versinken und bietet Raum für die Selbstnutzung und Organisation der Zeit, die frei zur Verfügung steht – frei von Verpflichtungen. Freizeit wird vorwiegend im Gegensatz zur Arbeitszeit verstanden und dient nicht zuletzt der Selbstverwirklichung, Erholung und Selbstentfaltung. Sie grenzt sich von zweckgebundenen Tätigkeiten wie Schlafen und Essen, als auch von fremdbestimmten Handlungen wie Arbeit und Schule ab. Menschen gehen in ihrer Freizeit unterschiedlichen Tätigkeiten nach. Sie kochen, fahren in den Urlaub, kümmern sich um ihre Familie, gehen ihren Hobbys nach oder widmen sich Dingen, die ihnen persönliche Freude bereiten.

Die Freizeitsoziologie widmet sich der Untersuchung dieser Tätigkeiten. Zunächst als wenig systematisch abgegrenztes Themengebiet, werden Einzelbeschäftigungen wie Sport, Urlaub und Kultur schon seit längerer Zeit empirisch erforscht. Wie organisieren Menschen ihre Freizeit, welche Tätigkeiten üben sie aus und wie viel Zeit stellen sie einzelnen Aktivitäten zur Verfügung? Die Vielfalt der heutigen Gesellschaft, sei sie definiert als Erlebnis-, Konsum- oder Genussgesellschaft, bietet eine Vielzahl an freizeitlichen Gestaltungsmöglichkeiten. ‚Präferenzgesteuerte Lebensführung’ ist das Stichwort; der Lebensstilforschung wird zunehmend Beachtung geschenkt. Zu investierende Faktoren wie Geld und Zeit spielen entscheidende Rollen bei der (bewussten) Auswahl der Freizeitaktivitäten. Bildung, Einkommen und das Alter sind entscheidende demographische Einflüsse, die die Auswahl der Freizeitaktivitäten beeinflussen. In dieser Untersuchung, bei der 128 Düsseldorfer Bürger aus ausgewählten Stadtteilen zu ihren Freizeittätigkeiten befragt wurden, spielen folgende Fragen eine zentrale Rolle:

• Welche (demographischen) Faktoren sind entscheidend bei der Wahl von Freizeitpräferenzen?
• Gibt es Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Düsseldorfer Bürgern im Hinblick auf ihre Freizeittätigkeiten und lassen sich Gruppierungen feststellen oder bilden?

Vor der konkreten Hypothesenbildung und der Auswertung der erhobenen Daten soll jedoch eine kurze Vorstellung theoretischer Definitionen der Freizeit stehen. Diese Theoriemodelle geben einen interessanten Einblick in die Möglichkeiten der wissenschaftlichen Betrachtungsweise des von der Mehrheit der Bevölkerung als selbsterklärend verstandenen Begriffs der Freizeit.

2. Theoretischer Abschnitt (Axel Winne/Marek Zalewski)

2.1 Bisherige Forschung (Axel Winne)

Die Anfänge systematischer sozialwissenschaftlicher Freizeitforschung liegen in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts; die ersten umfangreichen empirischen Arbeiten zu diesem Bereich folgten etwa 40 Jahre später. Die Entstehung und Geschichte der Freizeitforschung näher zu umreißen, würde den Rahmen dieser Arbeit bei weitem sprengen, so dass nachfolgend lediglich auf einige wenige - aktuell gebräuchliche - theoretische Definitionen von Freizeit eingegangen wird. Festzuhalten ist, dass es grundsätzlich zwei unterschiedliche Arten der Definition von Freizeit gibt, welche sich mit negativem und positivem Freizeitbegriff beschreiben lassen. Der negative Freizeitbegriff definiert Freizeit „als eine Zeitspanne, die nicht Arbeits-, Schul-, Mahl-, Schlaf-, Warte- und Wegzeit ist.“ (Boeckh, 1997, S.32) Diese Denkweise fußt auf der Überlegung, dass Freizeit erst im Zuge der Industrialisierung entstanden ist, da im Rahmen der Erwerbsarbeit zwangsläufig Zeiträume entstehen, in denen nicht gearbeitet wird, welche dann als Freizeit betrachtet werden können. Als bekannte Vertreter dieses Ansatzes sind u.a. Habermas, Blücher oder Schelsky zu nennen.

Der positive Freizeitbegriff nähert sich seiner Definition aus der entgegengesetzten Richtung. Beispielsweise sehen Opaschowski oder auch Lüdtke Freizeit als einen autonom gestaltbaren Zeitraum, in welchem die Entfaltungsmöglichkeiten der Individuen ins Zentrum rücken. Zur weiteren Konkretisierung dieses Ansatzes sollen einige Überlegungen Opaschowskis aufgezeigt werden, da seine Aktivitäten auf dem Gebiet der Freizeitforschung seit Jahren äußerst rege sind. Ihm zufolge ist Freizeit eine grundsätzlich freie Zeit, die eng verbunden ist z.B. mit der Freiheit, eigene Entscheidungen zu treffen oder auch der Möglichkeit zur sozialen Interaktion. Obwohl er zunächst vom Begriff der Lebenszeit ausgeht, unter welchem er Arbeitszeit und Freizeit subsummiert, sieht er Freizeit mitnichten als bloßen Gegensatz zur Arbeit. Vielmehr bedeutet Freizeit seiner Ansicht nach eine zur freien Verfügung stehende Zeit, welche in sämtliche Lebensbereiche – und somit auch in die Arbeitszeit – hineinfallen kann. Erscheint diese These auf den ersten Blick noch als provokant, so wird die dieser Überlegung zugrundeliegende Denkweise bei Betrachtung der von ihm vorgenommenen Einteilung der Lebenszeit in die Zeitabschnitte Dispositions-, Obligations- und Determinationszeit schon wesentlich deutlicher. Als Dispositionszeit bezeichnet er den im gebräuchlichen Sinne verwendeten Begriff der freie Zeit, in der das Individuum die Möglichkeit zur Selbstbestimmung hat. Die Determinationszeit hingegen ist die abhängige Zeit, welche durch Organisation und Fremdbestimmung geprägt ist. Diese dient hauptsächlich der Existenzsicherung. In der Mitte dieser Gegensätze ist die Obligationszeit zu verorten. Sie beschreibt eine Art „zweckgebundener Nicht-Arbeitszeit“. Das heißt: Sie dient nicht primär der Existenzsicherung, sondern in dieser Zeit werden Besorgungen, Einkäufe, Haushaltsarbeiten etc. erledigt oder es wird familiären Verpflichtungen nachgekommen.

Die Obligationszeit ist zwar auch, ähnlich der reinen Erwerbstätigkeit, von Verpflichtungen geprägt, jedoch nicht völlig fremdterminiert, da Art, Dauer und Intensität der Tätigkeiten vom Handelnden selbst bestimmt werden können. Was anhand dieser Funktionszuschreibung klarer wird, ist, dass Freizeit seines Erachtens, anders als beim negativen Freizeitbegriff, nicht nur die Nicht-Arbeitszeit beschreibt, sondern vielmehr eine eigene Zeitspanne umreißt, die sich durch Zwanglosigkeit und Freiwilligkeit auszeichnet. Ob diese nun tatsächlich auch, wie von Opaschowski behauptet, in die eigentliche Arbeitszeit hineinfallen kann, bleibt fraglich. Deutlich wird an diesem Ansatz jedoch, dass Nicht-Arbeitszeit nicht zwangsläufig gleichbedeutend mit Freizeit ist. Viele weitere Konstrukte zur Definition der Freizeit sind darüber hinaus formuliert worden, aber auch Opaschowski bemerkt freimütig: „Freizeit ist das, was die Mehrheit der Bevölkerung als Freizeit empfindet(...)“ (Opaschowski 1988: 197). Demzufolge konzentrieren sich seine empirischen Untersuchungen auch vorrangig auf die gängigen Freizeitaktivitäten wie z.B. Sport, Bildung, Kultur, Unterhaltung oder Reisen. Im Rahmen des Lehrforschungsprojekts gelangte die Projektgruppe allerdings zu der Auffassung, dass auch andere Tätigkeiten (die nach Opaschowski in der Obligationszeit stattfinden) als Teil einer selbstbestimmten Freizeit angesehen werden können, so dass die erfassten Daten außerdem Bereiche wie „Haus und Garten“ miteinschließen.

2.2 Hypothesen über Zusammenhänge (Axel Winne/Marek Zalewski)

[...]


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