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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2006, 16 Pages
Author: Nino Tchirakadze
Subject: Tourism
Details
Tags: Nationalpark, Borjomi-Kharagauli
Year: 2006
Pages: 16
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 21 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-58878-2
File size: 555 KB
Die Arbeit erfasst die Implementierung des Nationalparktes im Rahmen des WWF-Projekts
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Abstract
Kaukasien gehört zu den 25 „Global Biodiversity Hotspots“, also Ökoregionen der Erde mit einem besonders hohen Anteil endemischer Arten und zugleich starker Gefährdung. Mindestens 80 Arten sind aus weltweiter Sicht extrem selten oder gefährdet. Der biologische Vielfalt der Gebirgslandschaften, den komplexen Wechselwirkungen zwischen Mensch und Natur, sowie Problemen der Nutzung und des Schutzes natürlicher Ressourcen unter Gebirgsbedingungen widmen sich in zunehmenden Maße Programme und Aktivitäten internationaler Organisationen. Einer davon ist der World Wide Fund for Nature (WWF). Die Organisation zählt Kaukasus zu den weltweit 200 Ökoregionen, deren Biodiversität die größte Bedeutung hat, aber am meisten gefährdet ist. Keine andere Ökoregion der gemäßigten Klimazone weist so hohen Anteil endemischer Pflanzenarten auf, wie Kaukasus. Deswegen kommt für den Erhalt der Biodiversität, was in Kaukasien gibt – global betrachtet – Georgien eine bedeutende Rolle zu. Auf der Rangliste der Biodiversity Index (BDI) belegt Georgien in Europa Platz I (Russland ausgenommen) und weltweit Platz 36. Das Reichtum und die Vielfalt seiner Flora und Fauna ist ein Ergebnis der verschiedensten Mikroklimazonen im Schnittpunkt westlicher feuchter und östlicher kontinentalerer Klimabedingungen. Bei der außerordentlichen Bedeutung Kaukasiens und damit auch Georgiens als „Hotspot der Biodiversität“ bekommen die Schutzgebiete eine Schlüsselfunktion. Die Artenvielfalt zu bewahren, wurden in der Region schon vor etlichen Jahrzehnten die Schutzzonen eingerichtet. Heutzutage stehen in Kaukasien insgesamt 9,5 % der Gesamtfläche unter Schutz. Einer der dieses Schutzgebietes und Gegenstand dieses Essays ist der Nationalpark Borjomi-Kharagauli. Der vorliegende Essay beschreibt in ersten Kapiteln den Nationalpark Borjomi-Kharagauli, erläutert die IUCN-Kategorien für die Nationalparks und wirft einen kurzen Blick in den Sowjetnaturschutz. Die Implementierung des Nationalparks, sowie die Probleme und Perspektiven der Weiterentwicklung werden im letzten Teil behandelt.
Excerpt (computer-generated)
Der georgische Nationalpark Borjomi-Kharagauli
von: Nino Tchirakadze
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Der Nationalpark Borjomi-Kharagauli 4
3. Die IUCN-Kategorien für die Nationalparks 6
4. Naturschutz in der Sowjetzeit 7
5. Entwicklung des Nationalparks Borjomi-Kharagauli 8
6. Schlussfolgerung: Perspektive der Weiterentwicklung und Probleme 10
Literaturverzeichnis 12
Anhang 14
1. Einleitung
Kaukasien gehört zu den 25 „Global Biodiversity Hotspots“, also Ökoregionen der Erde mit einem besonders hohen Anteil endemischer Arten und zugleich starker Gefährdung. Mindestens 80 Arten sind aus weltweiter Sicht extrem selten oder gefährdet.1 Die Tabelle 1 verdeutlicht wie viele Tiere und Pflanzen in Georgien und in Kaukasien gefährdet und in die Rotbücher aufgenommen sind.
Tabelle 1: Anzahl der in die Rotbücher der Kaukasusstaaten aufgenommenen seltenen und gefährdeten Pflanzen- und Tierarten Kaukasiens.2 [Tabelle in der Downloaddatei vorhanden]
Der biologische Vielfalt der Gebirgslandschaften, den komplexen Wechselwirkungen zwischen Mensch und Natur, sowie Problemen der Nutzung und des Schutzes natürlicher Ressourcen unter Gebirgsbedingungen widmen sich in zunehmenden Maße Programme und Aktivitäten internationaler Organisationen.3 Einer davon ist der World Wide Fund for Nature (WWF). Die Organisation zählt Kaukasus zu den weltweit 200 Ökoregionen, deren Biodiversität die größte Bedeutung hat, aber am meisten gefährdet ist. (Siehe Anhang №1) Keine andere Ökoregion der gemäßigten Klimazone weist so hohen Anteil endemischer Pflanzenarten auf, wie Kaukasus.4 Deswegen kommt für den Erhalt der Biodiversität, was in Kaukasien gibt – global betrachtet – Georgien eine bedeutende Rolle zu. Auf der Rangliste der Biodiversity Index (BDI) belegt Georgien in Europa Platz I (Russland ausgenommen) und weltweit Platz 36.5 Das Reichtum und die Vielfalt seiner Flora und Fauna ist ein Ergebnis der verschiedensten Mikroklimazonen im Schnittpunkt westlicher feuchter und östlicher kontinentalerer Klimabedingungen.6
Bei der außerordentlichen Bedeutung Kaukasiens und damit auch Georgiens als „Hotspot der Biodiversität“ bekommen die Schutzgebiete eine Schlüsselfunktion. Die Artenvielfalt zu bewahren, wurden in der Region schon vor etlichen Jahrzehnten die Schutzzonen eingerichtet. Heutzutage stehen in Kaukasien insgesamt 9,5 % der Gesamtfläche unter Schutz.7 Einer der dieses Schutzgebietes und Gegenstand dieses Essays ist der Nationalpark Borjomi- Kharagauli. Der vorliegende Essay beschreibt in ersten Kapiteln den Nationalpark Borjomi-Kharagauli, erläutert die IUCN-Kategorien8 für die Nationalparks und wirft einen kurzen Blick in den Sowjetnaturschutz. Die Implementierung des Nationalparks, sowie die Probleme und Perspektiven der Weiterentwicklung werden im letzten Teil behandelt.
2. Der Nationalpark Borjomi-Kharagauli
Im Jahre 2000 ist Georgien dem Übereinkommen über den Erhalt der biologischen Vielfalt beigetreten und hat sich verpflichtet, 20 % der Landesfläche als „Geschenk an die Welt“ unter Schutz zu stellen. Hierzu leistet der Nationalpark Borjomi-Kharagauli einen großen Beitrag. Der Nationalpark Borjomi-Kharagauli ist ein Naturschutzgebiet im südwestlichen Georgien. (Siehe Anhang №2) Er befindet sich im Kleinen Kaukasus, umfasst rund 76.000 Hektar und bildet 1% der gesamten Landfläche von Georgien. Der Park liegt auf einer Höhe von 400 bis 2.642 Metern und ist einer der größten Nationalparks Asiens.
Zwei Drittel des Nationalparks werden von unberührten Gebirgswäldern geprägt. Im nördlichen Teil, auf einer Höhe von 400 bis 1.800 Metern über dem Meeresspiegel, dominiert der kolchische Wald mit immergrünem Buschwerk (wie Rhododendron, Kirschlorbeer und Steineichen). Der Nationalpark beheimatet zudem besonders artenreiche alpine und subalpine Wiesen. Auf 2.000 Metern Höhe finden sich subalpine Wiesen mit hohem Gras und im Sommer bunt blühendem kaukasischen endemischen Pflanzen: Lotus, Hahnenfuß, Frauenmantel sowie Windröschen. Der Nationalpark ist auch Lebensraum vieler selten gewordener Tierarten Braunbären, Wölfe, Luchse, Rothirsche und Gämsen.9 Die höchsten Berge im Park sind der Sametschwario (2.642 m), der Schawimta (2.511 m) und der Tschaltsitela (2.496 m). Auf dem Parkgelände entspringen verschiedene Heilquellen, darunter Zanawi und Larebi.10
Der Nationalpark ist vor allem die touristische Attraktion. Er ist von April bis Oktober geöffnet. Die durchschnittliche Lufttemperatur ist im Sommer +25 Cº und im Winter -5 Cº. Er verfügt über acht Wanderpfade in verschiedenen Schwierigkeitsstufen, die in Begleitung zertifizierter einheimischer Führer genutzt werden können. Sie erlauben Wanderungen zwischen einem und fünf Tagen und verlaufen auf Höhen zwischen 800 und 2.642 Metern. Unter den Pfaden ist auch der Pfad Zar Nikolaus I.,11 des Herrschers Lieblingsweg von seiner Sommerresidenz nahe dem Dorf Likani in das Gebirge.12
[...]
1 Vgl. Schmidt, Peter, A., (2005) S. 170.
2 Quelle: Krever, V., Zazanashvili, N., (2001) nach Schmidt, Peter, A. (2005), S. 171.
3 Vgl. Schmidt, Peter, A., (2005) S. 159.
4 Vgl. „Naturschutz im Kaukasus“, BMZ Materialien, (2006) S. 6.
5 Vgl. Steinmetzer, Karin, (2005), S. 1.
6 Vgl. http://www.kaukasus-reisen.de/borjomi-kharagauli.htm.
7 Vgl. „Naturschutz im Kaukasus“, BMZ Materialien, (2006) S. 7.
8 IUCN -International Union for the Conservation of Nature and Natural Resources.
9 Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Borjomi-Kharagauli-Nationalpark.
10 Markenname Borjomi light (Zanawi) und Markenname Borjomi super light (Larebi).
11 Das Borjomi-Gebiet und das Mineralwasser Borjomi haben im 19. Jahrhundert die russischen Soldaten zufällig entdeckt. Nach der Bekanntmachung wurde es Lieblingsresidenz für den Zar Nikolai den I. Dank dem Imperator wurde die Jagd und Holzeinschlag verboten und das Gebiet unter Schutz gestellt.
12 Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Borjomi-Kharagauli-Nationalpark.
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