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Die Entwicklungspolitik der Armutsbekämpfung - Aktuelle Konzepte und Herausforderungen

Scholary Paper (Seminar), 2006, 16 Pages
Author: Norman Tannert
Subject: Politics - International Politics - Topic: Development

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2006
Pages: 16
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 11  Entries
Language: German
Archive No.: V66312
ISBN (E-book): 978-3-638-58960-4

File size: 89 KB


Excerpt (computer-generated)

Universität Potsdam

Fachgebiet: Internationale Politik

Die Entwicklungspolitik der Armutsbekämpfung
– aktuelle Konzepte und Herausforderungen

Name: Norman Tannert

 

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 3

2. Begrifflichkeit und kurze empirische Bestandaufnahme von Armut 4

3. Konzepte der Armutsbekämpfung in der Vergangenheit 5

4. Grundlagen eines neuen Entwicklungskonsens 7
Post-Washington Consensus 7
Millennium Development Goals 8
Poverty Reduction Strategy Papers 9

5. Aktuelle Herausforderungen in der Armutsbekämpfung 10
Selektivität der Entwicklungshilfe 10
Konditionalität der Entwicklungshilfe 11
Direkte Budgethilfe 11
Capacity Building 12
Pro-Poor Growth 13

6. Literaturverzeichnis 15

 

1. Einleitung

Die Armutsbekämpfung kann als das erklärte Hauptziel der Entwicklungspolitik gelten, welche kurz nach dem Ende des zweiten Weltkrieges ihren Anfang nahm. Obwohl die Entwicklungspolitik moderner Prägung somit auf eine nunmehr fast 60-jährige Geschichte zurückblicken kann, nehmen sich die konkreten Ergebnisse in der Armutsbekämpfung äußerst unbefriedigend aus. Gegenwärtig leben ca. 20% der Menschheit in extremer Armut, 45% der Weltbevölkerung verfügen nicht über mehr als 2$ pro Tag. Insgesamt 840 Millionen Menschen leiden Hunger. Dass der Prozentsatz der extrem Armen in den vergangenen Jahren leicht zurückgegangen ist, ist ausschließlich der wirtschaftlichen Entwicklung in Süd- und Ostasien, insbesondere China, zu verdanken. In allen anderen Armutsregionen der Welt ist die Zahl der Armen nach Angaben der Global Economic Prospects der Weltbank weiter auf dem Vormarsch. Auch geht die Schere zwischen Arm und Reich im weltweiten Maßstab immer weiter auseinander: Allein zwischen den Jahren 1988-1993 stieg der Gini-Indikator um 4,5 Punkte auf insgesamt 62,5. Die Frage von Enrique Dussel, wie lange sich eine steigende Ungleichheit zwischen den Teilen der Weltbevölkerung in einer Zeit des kommunikativen Zusammenwachsens aufrechterhalten lässt, bevor sie in Instabilität und Kooperationsverweigerung umschlägt, ist nicht von der Hand zu weisen (vgl. Dussel 2002).

Die vergangenen Dekaden haben verschiedenste Konzepte der Armutsminderung hervorgebracht, die sich hinsichtlich der angenommenen Ursachen von Armut unterschieden und auf dieser Grundlage in unterschiedliche Bekämpfungsstrategien mündeten. Bevor auf diese Konzepte genauer eingegangen werden soll, erscheint es jedoch angebracht, den Begriff der Armut kurz genauer zu skizzieren. Im Anschluss daran folgt eine kurze geschichtliche Darstellung der entwicklungspolitischen Paradigmen in der Armutsbekämpfung, bevor sich diese Arbeit ausführlich den aktuellen Konzepten zuwendet.

2. Der Begriff der Armut

Ähnlich den meisten zentralen Schlüsselbegriffen der politischen Wissenschaften ist auch der Begriff der Armut nicht eindeutig definiert.

In einer ersten Bedeutung wird Armut als absolutes Konzept verstanden: Der Teil der Bevölkerung, der unter eine festgelegte Armutsgrenze (Einkommen oder Kalorien) fällt, gilt als arm – das bekannteste Beispiel ist hier die Einkommensgrenze von 2$ pro Kopf/Tag für „Arme“ und 1$ für „extrem Arme“, die von der Weltbank angelegt wird. Armut als relatives Konzept setzt das individuelle Pro-Kopf-Einkommen ins Verhältnis zum Durchschnittseinkommen eines Landes – arm ist zum Beispiel wer weniger als 20% des Durchschnittseinkommens verdient. Auf diesem Armutsverständnis bauen auch Messkonzepte der Ungleichverteilung wie der Gini-Index bzw. -koeffizient auf. Weniger gebräuchlich ist die Vorstellung von Armut als subjektivem Konzept, wonach die Wahrnehmung der eigenen Lebensumstände eines Individuums ausschlaggebend für seine Verortung innerhalb oder außerhalb eines Armutsverhältnisses ist.

[...]


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