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Autor: Bernhard Paul
Fach: Latein
Details
Institution/Hochschule: Universität Regensburg (Institut für Klassische Philologie)
Tags: Caesarmörder, Brutus, Ciceros, Korrespondenz, Hauptseminar, Cicero, Epistulae
Jahr: 2005
Seiten: 42
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 32 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 1142 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-59148-5
Zunächst erfolgt ein Überblick über das Briefkorpus ad Brutum, wobei auch zentrale die Briefsammlung betreffende Fragen angesprochen werden. Darauf werden die Briefe 23 und 24 detailliert interpretiert. Schließlich wird noch einmal der zentrale Aspekt der unterschiedlichen Einschätzung Octavians durch Cicero und Brutus beleuchtet.
Textauszug (computergeneriert)
Universität Regensburg
Institut für Klassische Philologie
Lateinisches Hauptseminar (Prosa): Cicero, Epistulae
Der Caesarmörder Brutus in Ciceros Korrespondenz
Bernhard Paul
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung ... 3
2. Die Gestalt des Brutus ... 3
3. Die politische Situation in der ersten Jahreshälfte 43 v. Chr. ... 5
4. Überblick über das Briefkorpus
4.1 Allgemeiner Teil: Gliederung und Fragen der Echtheit ... 6
4.2 Inhaltlicher Überblick über die einzelnen Briefe ... 7
5. Exemplarische Analyse ausgewählter Briefe
5.1 Analyse von Cic. ad Brut. 23 (Cicero an Brutus) ... 14
5.2 Analyse von Cic. ad Brut. 24 (Brutus an Cicero) ... 23
6. Zusammenfassung
6.1 Die unterschiedliche Bewertung Octavians ... 30
6.2 Bewertung von Ciceros Politik ... 32
7. Anhang
7.1 Abdruck der beiden genauer analysierten Briefe
7.1.1 Cic. ad Brut. 23 ... 34
7.1.2 Cic. ad Brut. 24 ... 35
7.2 Paralleltext: Auszüge aus Cic. Phil. ... 36
7.3 Konkordanz der erhaltenen Briefe ... 37
7.4 Zeittafel: Von der Ermordung Caesars bis zur Schlacht von Philippi ... 38
7.5 Karte Italiens ... 40
8. Literaturverzeichnis ... 41
1. Einleitung
In Ciceros reichem literarischem Schaffen gehören die 26 Briefe der Sammlung ad Brutum aus Ciceros letztem Lebensjahr 43 v. Chr. wohl nicht zu den bekanntesten Werken. Doch diese Dokumente, die innerhalb des überlieferten Briefkorpus die kürzeste der vier Sammlungen bilden, sind ein wertvolles Zeugnis für Ciceros letzten Lebensabschnitt. Hier findet er sich nach langen Jahren der politischen Bedeutungslosigkeit plötzlich wieder im Rampenlicht der Politik: Er hält von Oktober 44 v. Chr. bis April 43 seine 14 berühmten Philippischen Reden gegen Antonius und ist damit der führende republikanische Politiker, der sich zu dieser Zeit in Rom aufhält. Eine andere bekannte, wenn nicht die bekannteste Figur der Republikaner, der Caesarmörder M. Iunius Brutus, befindet sich zu dieser Zeit im Osten des Reiches. Der erhaltene Briefwechsel gibt Einblick in das Handeln dieser bedeutenden Politiker in ihrem Kampf um den Bestand der Republik und in ihr aufgrund unterschiedlicher politischer Ansichten nicht immer spannungsfreies Verhältnis.
In dieser Arbeit soll zunächst – nach einer knappen Einführung in die geschichtliche Situation und einer Kurzcharakteristik des Brutus – das Briefkorpus im Überblick dargestellt werden, bevor in Detailanalyse die Briefe 23 und 24 untersucht werden.
2. Die Gestalt des Brutus
M. Iunius Brutus dürfte vor allem als Haupt der Caesarmörder eine der bekanntesten Gestalten der römischen Geschichte sein: Durch die Tat stellt sich Brutus in eine lange Tradition seiner gens, die sich von L. Iunius Brutus herleitet, der im Jahr 509 v. Chr. Tarquinius Superbus vertrieben und somit die Königsherrschaft in Rom beendet haben soll.1 So ist Brutus denn auch ein strikter Gegner jeder Art von regnum.2 STEWENS weist jedoch darauf hin, „[d]ass sich Brutus [...] an aristokratischrepublikanische Vorbilder anschloss, [sei] nicht ohne weiteres selbstverständlich“, obwohl sein Vater M. Iunius Brutus eher den Popularen zugeneigt war und 78 auf Betreiben des Pompeius ermordet wurde.3 Stärkeren Einfluss dürfte allerdings ein anderer Verwandter ausgeübt haben, Brutus’ Onkel Cato der Jüngere, der ein Halbbruder von Brutus’ Mutter Servilia war. Durch ihn kommt Brutus auch mit stoischem Gedankengut in Berührung. Brutus wird ein berühmter Anwalt und Redner, er tritt zusammen mit den berühmtesten Rednern Hortensius und Cicero auf. Bezeichnend für seine gesamte traditionalistische Geisteshaltung ist, dass er einen archaisierenden attizistischen Stil pflegt. Neben der rhetorischen Tätigkeit verfasst er philosophische Schriften, die fragmentarisch überliefert sind. 59 v. Chr. nimmt er durch Adoption den Namen Q. Caepio Brutus an. Stets (wegen des Todes seines Vaters) Pompeius feindlich gesinnt, ist Brutus unter Umständen an der Vettius-Affäre in den 50er Jahren beteiligt, einem Attentatsplan gegen Pompeius.
Ab Ende der 50er Jahre ist Brutus auch mit Cicero befreundet. Hierbei gibt es jedoch trotz Übereinstimmung in der politischen Gesinnung auch Meinungsverschiedenheiten: Cicero widmet Brutus zwar die Tusculanae disputationes, den Orator, Brutus tritt als Gesprächsteilnehmer in Ciceros Brutus auf; jedoch blickt Brutus als alteingesessener Angehöriger der Nobilität stets mit einem gewissen Adelsstolz auf den homo novus Cicero herab. So stellt beispielsweise Brutus in seinem Cato, den er nach dem Tod seines Onkels 46 verfasst hat, die Rolle Ciceros bei der Aufdeckung der Catilinarischen Verschwörung eher in den Hintergrund, zugunsten der Rolle Catos.4
[...]
1 Vgl. STEWENS (1964), S. 9. Zur Biographie des Brutus vgl. auch GELZER (1919) sowie BENGTSON (1970) und WILL (1999).
2 Vgl. Brutus’ eigene Aussage Cic. ad Brut. 25,6: Ego certe quin cum ipsa re bellum geram, hoc est cum regno et imperiis extraordinariis et dominatione et potentia quae supra leges se esse velit ...
3 STEWENS (1964), S. 13.
4 Vgl. GELZER (1919), Sp. 983f.
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