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Diploma Thesis, 2006, 79 Pages
Author: Dipl.-Kfm. Sven Lindhoff
Subject: Economics / Business: Controlling
Details
Tags: Lebenszykluskostenrechnung, Implementierung
Year: 2006
Pages: 79
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 50 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-58729-7
ISBN (Book): 978-3-638-71131-9
File size: 529 KB
Life cycle costing and its useful implementation
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Abstract
In der heutigen Zeit beeinflussen innovative Aktivitäten zunehmend den weiteren Fortbestand vieler Unternehmen - sie werden zum zentralen Überlebensfaktor. Die Bereitschaft und die Fähigkeit, neue Produkte zu entwickeln, zu akzeptieren und zu realisieren, bilden die Basis für langfristiges Wachstum und bedeutende Gewinnchancen von Unternehmen. Vor diesem Hintergrund spielen neben dem Einsatz entscheidender Instrumentarien zum Wachstum von Unternehmen auch jene Bemühungen eine zentrale Rolle, die den ansteigenden und differenzierten Anforderungen des Marktes gerecht werden. Folge dieser täglich wachsenden Produktkomplexität und begrenzter Kapazitäten von Märkten sind immer kürzer werdende Entwicklungs- und Einführungszeiten von Produkten und Dienstleistungen. Der sich daraus abzeichnende Trade-off zwischen kurzlebigen Marktzyklen und steigenden Entwicklungskosten stellt eine enorme Herausforderung an das interne Rechnungswesen dar. Sowohl die Verringerung der Einzelkosten und der beschäftigungsvariablen Kosten als auch der Anstieg von Gemeinkosten indirekter Leistungsbereiche sind nur einige Merkmale der sich kontinuierlich anpassenden Kostensituation. Die traditionellen Ansätze der Kostenrechnung werden unter Berücksichtigung eines immer schnelleren Wandels von Unternehmen und ihrer Umwelt zunehmend kritisiert. In der Literatur und auch für die Behandlung der Thematik dominieren dadurch Fragen der Erfassung, Aufbereitung, Darstellung und Zurechnung von Kosten und Erlösen auf verschiedenste Bezugsobjekte sowie Ansätze für eine praktische Implementierung. Insbesondere die Entscheidungen in den frühen Phasen der Produktentwicklung haben einen weitreichenden Einfluss, da sie bereits im großen Maße Lösungs- und Kostenstrukturen künftiger Produkte festlegen. Die grundlegende Herausforderung besteht zweifelsohne in der Verflechtung einer strategisch ausgerichteten Produktlebenszykluskostenrechnung mit den Werkzeugen des operativen Controllings. Diese Herangehensweise ermöglicht gerade bei langlebigen Produkten, Abweichungen zwischen Plan- und Ist-Daten auf Jahresebene frühzeitig zu erkennen und diese durch den Einsatz geeigneter Maßnahmen zu kompensieren.
Excerpt (computer-generated)
Technische Universität Berlin
Fakultät VIII – Wirtschaft und Management
Institut für Betriebswirtschaftslehre
Lebenszykluskostenrechnung und deren praktische Implementierung
Sven Lindhoff
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung ... 1
2 Produktlebenszyklus ... 3
2.1 Grundlagen ... 3
2.2 Phasen im Produktlebenszyklus ... 3
3 Lebenszykluskostenrechnung ... 9
3.1 Historische Entwicklung ... 9
3.2 Sinn und Zweck ... 10
3.3 Abgrenzung der Phasen und der Kostenkategorien im integrierten Produktlebenszyklus ... 11
3.4 Bezugsobjekte ... 14
3.5 Lebenszykluskostenrechnung aus Produzentensicht ... 15
3.6 Lebenszykluskostenrechnung aus Konsumentensicht ... 16
3.7 Grenzen und Möglichkeiten der Kostenermittlung ... 18
3.7.1 Verrechnung der Vorlaufkosten ... 18
3.7.2 Quantitative Prognosemethoden ... 23
3.7.3 Ermittlung der Marktkosten ... 25
3.7.4 Ermittlung der Nachlaufkosten ... 26
3.8 Möglichkeiten der Planung und Kontrolle ... 28
3.8.1 Instrumentarien einer operativen Planung ... 28
3.8.2 Instrumentarien einer strategischen Planung ... 33
3.8.3 Problematik der Ist-Werte-Bestimmung ... 35
3.8.4 Operative Kontrolle ... 38
3.8.5 Strategische Kontrolle ... 42
3.9 Konzeptionen einer Lebenszykluskostenrechnung ... 43
3.9.1 Erfolgswirtschaftliche Deckungsbeitragsrechnung ... 43
3.9.2 Finanzwirtschaftliche Investitionsrechnung ... 48
3.10 Periodenbezogene Erfolgszurechnung ... 49
3.10.1 Grundlagen ... 49
3.10.2 Ausgestaltung einer Entscheidungsrechnung ... 50
3.10.3 Grenzen und Möglichkeiten der Erfolgsperiodisierung ... 53
4 Praktische Implementierung der Lebenszykluskostenrechnung ... 58
5 Zusammenfassung ... 68
Literaturverzeichnis ... 69
1 Einleitung
In der heutigen Zeit beeinflussen innovative Aktivitäten zunehmend den weiteren Fortbestand vieler Unternehmen - sie werden zum zentralen Überlebensfaktor. Die Bereitschaft und die Fähigkeit, neue Produkte zu entwickeln, zu akzeptieren und zu realisieren, bilden die Basis für langfristiges Wachstum und bedeutende Gewinnchancen von Unternehmen. Vor diesem Hintergrund spielen neben dem Einsatz entscheidender Instrumentarien zum Wachstum von Unternehmen auch jene Bemühungen eine zentrale Rolle, die den ansteigenden und differenzierten Anforderungen des Marktes gerecht werden. Folge dieser täglich wachsenden Produktkomplexität und begrenzter Kapazitäten von Märkten sind immer kürzer werdende Entwicklungs- und Einführungszeiten von Produkten und Dienstleistungen. Der sich daraus abzeichnende Trade-off1 zwischen kurzlebigen Marktzyklen und steigenden Entwicklungskosten stellt eine enorme Herausforderung an das interne Rechnungswesen dar. Sowohl die Verringerung der Einzelkosten und der beschäftigungsvariablen Kosten als auch der Anstieg von Gemeinkosten indirekter Leistungsbereiche sind nur einige Merkmale der sich kontinuierlich anpassenden Kostensituation. Die traditionellen Ansätze der Kostenrechnung werden unter Berücksichtigung eines immer schnelleren Wandels von Unternehmen und ihrer Umwelt zunehmend kritisiert. In der Literatur und auch für die Behandlung der Thematik dominieren dadurch Fragen der Erfassung, Aufbereitung, Darstellung und Zurechnung von Kosten und Erlösen auf verschiedenste Bezugsobjekte2 sowie Ansätze für eine praktische Implementierung. Insbesondere die Entscheidungen in den frühen Phasen der Produktentwicklung haben einen weitreichenden Einfluss, da sie bereits im großen Maße Lösungs- und Kostenstrukturen künftiger Produkte festlegen.
Die grundlegende Herausforderung besteht zweifelsohne in der Verflechtung einer strategisch ausgerichteten Produktlebenszykluskostenrechnung mit den Werkzeugen des operativen Controllings. Diese Herangehensweise ermöglicht gerade bei langlebigen Produkten, Abweichungen zwischen Plan- und Ist-Daten auf Jahresebene frühzeitig zu erkennen und diese durch den Einsatz geeigneter Maßnahmen zu kompensieren.
Zunächst wird das Lebenszyklusmodell als quantitatives Prognosemodell herangezogen und dessen Einsatz für eine Lebenszykluskostenrechnung hinterfragt. Neben der konzeptionellen erfolgswirtschaftlichen3 Ausgestaltung und den Problemfeldern in der Kostenermittlung werden besonders operative Planungs- und Kontrollverfahren für eine Lebenszykluskostenrechnung analysiert. Fragen nach der Zurechenbarkeit von Erfolgen auf die einzelnen Perioden eines Produktlebenszyklus sollen die Grenzen aber auch die Möglichkeiten von finanzwirtschaftlichen4 Entscheidungs- und Dokumentationsrechnungen verdeutlichen. Sowohl die erfolgs- als auch die finanzwirtschaftlichen Aspekte einer Lebenszykluskostenrechnung werden abschließend auf praktische Anwendung geprüft und aus Sicht des strategischen und operativen Controllings ausführlich thematisiert.
2 Produktlebenszyklus
2.1 Grundlagen
In Analogie zu den Lebewesen unterliegen auch Produkte dem Gesetz vom Werden und Vergehen. Unter diesen evolutionswissenschaftlichen Gesichtspunkten kann der Produktlebenszyklus dementsprechend als aus der Biologie übernommenes Modell interpretiert werden. In ihm lässt sich die Abfolge verschiedener Phasen im „Leben“ eines Produktes graphisch abbilden und zur Beschreibung von Sachverhalten, zur Erstellung von Prognosen, zur Bewertung sowie zur Ableitung von Handlungsempfehlungen verwenden.5
Der Gedanke des Produktlebenszyklus findet sich in dem Konzept wieder, die Entwicklung einer neuen Generation von Produkten zu fördern. Das grundlegende Ziel besteht darin, den Nutzen jenes Produktes zu maximieren und gleichzeitig die Kosten des Produzenten, des Konsumenten und der Umwelt möglichst gering zu halten. Dafür sollten alle Phasen des Produktlebenszyklus von der Entwicklung bis hin zur Markt- und Entsorgungsphase simultan beobachtet werden, was bei optimaler Berücksichtigung durchaus zu konfliktären Zielen führen kann.6
2.2 Phasen des Produktlebenszyklus
Mit dem Markteintritt beginnt das eigentliche Produktleben. Das allgemeine Produktlebenszyklusmodell beschreibt die idealtypische Absatz- bzw. Umsatzentwicklung eines Produktes innerhalb einer bestimmten Zeitspanne, in der sich das Produkt am Markt befindet, wobei deren Verlaufsmuster, Länge und Form durchaus unterschiedlich sein können. Der Verlauf wird insbesondere von den jeweils geltenden Phasenbedingungen wie Marktpotential, Art und Handlungsweisen der Wettbewerber, Wertewandel und konjunkturellen Schwankungen beeinflusst.7
Abb. 1 Produktlebenszyklus Grundmodell (nur in der Download-Version verfügbar)
Aus den vielen Modellarten zur Beschreibung des Produktzyklus hat sich in der Vergangenheit das Fünf-Phasenmodell wie in Abb. 1 durchgesetzt, das in sich nicht nur plausibel ist, sondern sich auch phasenspezifisch relativ gut abgrenzen lässt. Auf der Ordinate sind im wesentlichen die jeweiligen Umsätze, Gewinne bzw. Verluste abgetragen, auf der Abszisse hingegen die Zeit in Konkretisierung der einzelnen Phasen.8 Dieses klassische Produktlebenszyklusmodell bezieht sich vorwiegend auf den Marktzyklus von Produkten, das zumeist in die Phasen Einführung, Wachstum, Reife, Sättigung und Degeneration unterteilt wird.9 Das Modell findet seinen Ursprung in folgenden Hypothesen:
- Jedes Produkt durchläuft typische Lebensphasen in deterministischer, sequentieller Reihenfolge.
- Für entsprechend eingegrenzte Produktsorten gelten typische Verlaufsmuster.
- Die Dauer von Phasen und der Absatz bzw. Umsatz können anhand der Vergangenheitsdaten unter Kenntnis dieses Musters als Funktion der Zeit vorhergesagt werden.
- Durch die Identifizierung der Modellphase, in der sich ein Produkt befindet, können Normstrategien für die zukünftige Produktpolitik abgeleitet werden.
Die kritiklose Annahme dieser Hypothesen hat in der Praxis nicht selten zu Fehlentscheidungen geführt. Ihr Einsatz im Produktlebenszyklus sollte deshalb nicht als sicheres Prognoseinstrument verstanden werden, sondern eher als möglicher Leitfaden zur Visualisierung eines Produktlebens.
[...]
1 Trade-off bezeichnet die Kostensubstitution zwischen den Anfangs- und Folgekosten.
2 Vgl. Dellmann, K./ Franz, K.-P., Von der Kostenrechnung zum Kostenmanagement, Hrsg. K. Dellmann und K.-P. Franz, Bern – Stuttgart – Wien 1994, S. 15 f.
3 Meist auf eine Periode beschränkte kostenrechnerische Betrachtung der Gewinnsituation.
4 Mehrere Perioden umfassende investitionsrechnerische Betrachtung der Finanzsituation, beinhaltet Angaben zur internen Verzinsung des eingesetzten Kapitals, des Amortisations- und des Break-Even-Zeitpunktes.
5 zitiert nach Trommsdorff, V., Produkt- und Technologielebenszyklus VL 7: Strategisches Marketing, Vorlesungsskript, Technische Universität Berlin, SS 04, S. 6.
6 Vgl. Kusiak, A., Concurrent Engineering – Automation, Tool and Techniques, John Wiley & Sons, Inc. New York 1993.
7 Vgl. Grüneberg, N., Das Produkt-Management – Seine Funktion im Marketing, Wiesbaden 1973, S. 89 f.
8 Vgl. Becker, J., Modell des Produktlebenszyklus – Grundlagen, Anwendungen, Perspektiven, in: Thexis 2/2002, S. 2 - 5.
9 Vgl. Back-Hock, A., Lebenszyklusorientiertes Produktcontrolling - Ansätze zur computergestützten Realisierung mit einer Rechnungswesen-Daten-und-Methodenbank, Berlin 1988.
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