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Blinde und Sehbehinderte im Berufsleben

Research Paper, 2006, 58 Pages
Authors: Johannah Streppelhoff, Dana Hilbig
Subject: Ethnology / Cultural Anthropology

Details

Category: Research Paper
Year: 2006
Pages: 58
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 25  Entries
Language: German
Archive No.: V66982
ISBN (E-book): 978-3-638-59314-4

File size: 323 KB


Excerpt (computer-generated)

Freie Universität Berlin
Institut für Ethnologie
Kurs: Methoden der Ethnologie
WiSe /SoSe 2005/06

Blinde und Sehbehinderte im Berufsleben

eine Forschungsarbeit

von

Johannah Streppelhoff

und

Dana Hilbig

 

 

Inhaltsverzeichnis 2

1 .Einleitung 3

2 Kontaktaufnahme und Interviews 4
2.1 Kontaktaufnahme mit Sandy 4
2.2 Interview mit Sandy 5
2.3 Kontaktaufnahme mit Hedi 10
2.4 Interview mit Hedi 12
2.5 Kontaktaufnahme mit Karen Sophie Thorstensen 15
2.6 Interview mit Karen Sophie Thorstensen 17

3 Auswertung der Interviews 28
3.1 Sandy 28
3.2 Hedi 29
3.3 Frau Thorstensen 31

4 Vergleichende Auswertung 37

Anhang 44

5 Hintergrundinformationen 44
5.1 Definition 44
5.2 Behördenstruktur 45
5.2.1 BAG UB- Bundesarbeitsgemeinschaft für Unterstützte Beschäftigung (BAG UB) e.V. 45
5.2.2 Hauptfürsorgestellen 45
5.2.3 Integrationsämter 45
5.2.4 Integrationsfachdienste (IFDs) 46
5.3 Arbeitsbeschaffungsprogramme 47
5.4 Berufsbildungswerke 48
5.5 Werkstätten 49
5.6 Ausgleichsabgabe 49
5.7 "Blindengeld", "Landesblindengeld" und Sehbehindertengeld 50
5.8 Schwerbehindertenausweis 51
5.9 Statistisches 52

6 Fragebögen 53

A Literaturliste 57
B Internet-Quellen 58

 

 

1 Einleitung

Nachdem wir uns entschlossen hatten, im Zuge des Methodenkurses eine Feldforschungsarbeit anzufertigen, stellten wir eine mögliche Themenliste zusammen. Da wir beide keine Forschungserfahrung hatten, und uns unklar über mögliche Kriterien zur Auswahl eines geeigneten Themas waren, gingen wir anfangs von persönlichen Interessengebieten aus. Dementsprechend weit gefasst fiel unsere erste Themensammlung aus, die von Beziehungsproblemen gemischter Ehen, der Lebenssituation von politischen Flüchtlingen in Deutschland und der Integration behinderter Kinder, über Alters - WGs, die Situation von Hartz 4 Empfängern bis hin zur Untersuchung der Berliner Sado - Maso Szene reichte. Bei näheren Betrachtungen wurde uns jedoch schnell bewusst, dass die meisten Themen zu allgemein waren, und wir größtenteils Schwierigkeiten haben würden, Kontakte herzustellen, welche die Durchführung einer halbwegs ernst zu nehmenden Feldforschung ermöglichten. Letztlich schien uns einzig das Thema Integration von Behinderten geeignet, doch die Eingrenzung auf das Thema dieser Arbeit erfolgte eher zufällig: Anlässlich eines Besuch der "Unsicht-Bar", eines Dunkel-Restaurants mit blinden und sehbehinderten Angestellten in Berlin-Mitte, beschlossen wir, uns mit der Situation blinder und sehbehinderter Menschen hinsichtlich ihrer beruflichen Tätigkeit zu beschäftigen. Der Hauptteil der Forschungsarbeit umfasst drei kommentierte Interviews: Mit einem blinden und einer sehbehinderten Angestellten der Unsicht-Bar, sowie einer Vertreterin des Förderzentrums für Blinde und Sehbehinderte GmbH. In der abschließenden Analyse erfolgt eine Auswertung dieser Gespräche, die Darstellung einiger Hypothesen, die wir im Zuge der Auswertung aufgestellt haben und die Beschreibung unserer Probleme und Beobachtungen innerhalb der Feldforschung.

Im Anhang werden die gesetzlichen Definitionen der Begriffe "Blind" und "Sehbehindert" nach Deutschem Recht erläutert, und eine Zusammenstellung von, in das Thema unserer Arbeit einführenden, Informationen, wie beispielsweise zu relevanten organisatorischen und verwaltungstechnischen Strukturen, staatlichen Eingliederungs- und Fördermaßnahmen, Blindengeld und Schwerbehindertenausweis, sowie einige statistische Werte.

2 Kontaktaufnahme und Interviews

Im Anfangsstadium der Forschung beschränkten wir uns auf Interviews mit Angestellten der "Unsicht-Bar", da das Restaurant mit seinen Angestellten uns verhältnismäßig überschaubar erschien. Die erste Kontaktaufnahme erfolgte über ein Telefonat, bei dem wir unser Forschungsvorhaben schilderten und uns nach möglichen Interviews erkundigten. Wir wurden an die Geschäftsführerin Frau Benedikt verwiesen, die sich sehr offen zeigte und uns die Möglichkeit für Interviews mit Angestellten des Restaurants einräumte. Die Wiedergabe der Interviews erfolgt mittels Fließtext, unsere ursprünglichen Fragestellungen werden im Anhang beigestellt, da die eigentlichen Interviews in der Praxis sehr frei verliefen und dementsprechend schlecht strukturierbar sind. Sämtliche Zitate werden durch Kursiv - Schreibung und Anführungszeichen kenntlich gemacht.

2.1 Kontaktaufnahme mit Sandy

Frau Benedikt hatte sich angeboten für uns einen Interviewtermin mit Sandy, einer sehbehinderten Kellnerin des Restaurants, zu organisieren. Zu dem von ihr genannten Termin fanden wir uns einige Wochen später im Restaurant ein. Auf unser mehrfaches Klingeln öffnete man uns erst nach 10 Minuten. Wir wurden von einer Frau begrüßt, die uns, ohne sich vorzustellen und mit dem Hinweis, sie werde Sandy holen, es sei eine Schulklasse im Restaurant, wir sollten uns doch bitte hinsetzen, im Vorraum, der als Lounge für wartende Gäste dient, stehen ließ. Wir, ohne Vorstellung wer uns geöffnet hatte, suchten uns einen freien Fenstertisch, sahen uns um und beschwerten uns mehrfach beieinander über die viel zu laute, technoartige Musik (die unpassend wirkte, in dem außer uns leeren Raum, aber wohl zur Begrüßung der Klasse oder auch als musikalische Untermalung im Gastraum diente). Nach einiger Zeit trat aus dem Gastraum eine junge Frau, schlank, mit mittellangem, stufig geschnittenen blondem Haar. Sie umrundete zielstrebig die Tische und Sessel zwischen ihr und uns und streckte uns mit einer Begrüßung ihre Hand entgegen, jedoch ohne ihren Namen zu nennen. Daraufhin entfernte sei sich ebenso schnell und sicher wie sie gekommen war, um eine Zigarette und etwas zu trinken zu holen, wie sie bemerkte.

[....]


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