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Internationaler Handel mit Emissionszertifikaten

Seminararbeit, 2006, 28 Seiten
Autor: Ilyas Bora
Fach: Wirtschaft - Volkswirtschaftslehre

Details

Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2006
Seiten: 28
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 13  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V67088
ISBN (E-Book): 978-3-638-59361-8
ISBN (Buch): 978-3-638-93029-1
Dateigröße: 620 KB

Zusammenfassung / Abstract

Der allgegenwärtige Wandel bringt es mit sich, dass von Zeit zu Zeit Foki in Politik, Wirtschaft und auch Gesellschaft bezüglich Problemstellungen und Zielsetzungen Veränderungen unterworfen sind, ja gar völlig neue geboren werden. Ohne anfangs bemerkt zu werden, hat sich ein solches neues Problem empor erhoben. Gezwungen durch Naturereignisse katastrophalen Ausmaßes hat die Menschheit die Klimaerwärmung, an der sie selbst Mitschuld trägt, in den Mittelpunkt internationaler Politik gerückt. Die immer stärker werdende Einsicht, dass der Austoß von Klimagasen zur globalen Erderwärmung und so zu Klimaveränderung führt, hat in den vergangenen Jahrzehnten eine umfassende Aktionswelle ausgelößt, welche Maßnahmen beinhaltet, die helfen sollen wieder "Herr der Lage" zu werden. Unter dem Kyoto-Protokoll haben sich die Nationen der Welt zusammengeschlossen, um gegen menschengemachte Emissionen von Klimagasen anzugehen. Die vorliegende Arbeit soll einen Einblick in die Funktionsweise des auf ökonomischer Anreiztheorie basierenden Emmissionshandelssystem gewähren. Es stellt die grundlegenden Elemente des Instrumentariums dar und verweißt immer wieder auf die volkswirtschaftlichen Zusammenhänge die dadurch berührt werden.


Textauszug (computergeneriert)

UNIVERSITÄT HOHENHEIM, Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
Seminararbeit im Rahmen des Außenwirtschaftlichen Seminars
Wintersemester 2006/07, 29. November 2006

Internationaler Handel mit Emissionszertifikaten

von: Ilyas Bora

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung  1

2. Volkswirtschaftliche Betrachtung des internationalen Emissionszertifikatehandels  3

2.1 Einführung eines Modells mit reglementiertem Emissionshandelssystem  3
2.2 Folgen des Emissionszertifikatehandels im Inland  5
2.3 Folgen des Emissionszertifikatehandels im Ausland  5

3. Betrachtung aktueller Systeme 9

3.1 Das Kyoto Protokoll 9
3.2 Problematik, Struktur und Funktionsweise des Emissionshandels  12

3.2.1 Emissionszertifikate - Definition und Funktion  12
3.2.3 Handel, Clean Development Mechanisms, Joint Implementation  15
3.2.4 Das Problem der Hot-Air  18

3.3 Das Europäische Emissions Trading System - Vorreiterrolle?  19

3.3.1 CDM und JI als Wohlfahrtsverlustminimierer 19
3.3.2 Wohlfahrtsverluste durch Emissionshandel  20

3.4 Die Entwicklung außerhalb des Kyoto Protokolls  21

4. Fazit und Ausblick  23

5. Literaturverzeichnis 25



 


Abkürzungsverzeichnis

CDM = Clean Development Mechanisms
CER = Certified Emissions Reductions
EGV = Europäischer Gemeinschaftsvertrag
ETS = Emissions Trade System
JI = Joint Implementation
UNFCCC = United Nations Framework Convention on Climate Change
WTO = World Trade Organization
 


 

1. Einleitung

Globalisierung und Liberalisierung sind die offensichtlichen Trends, auf die die Weltwirtschaft langfristig zusteuert. Globale Handelsräume in denen immer weniger tarifäre und nicht-tarifäre Handelshemmnisse bestehen entwickeln sich überall auf der Welt. Sie sorgen, unter idealtypischen Bedingungen, für ein nachhaltiges Wachsen der Weltwirtschaft. Diese zunehmende Dynamik einer sich vergrößernden Weltwirtschaft stellt uns daher immer wieder vor neue, internationale Herausforderungen. Diese können in der Regel auch nur durch internationale Zusammenarbeit und multilaterale Verhandlungen überwunden werden. Die in dieser Arbeit verfolgte Perspektive gründet sich auf den speziellen umweltpolitischen Problemen, die die Globalisierung der Weltwirtschaft unter zunehmender Dynamisierung mit sich bringt.

Abbildung 1 zeigt, wie sich der weltweite Energiebedarf in den vergangenen Jahrzehnten gesteigert hat. Weiter sieht man, wie er auch in Zukunft in Anbetracht des starken Wachstums der aufstrebenden Märkte der Entwicklungsländer, insbesondere Asiens und Lateinamerikas weiter steigen wird. Hervorzuheben ist, dass der Anteil des fossilen Brennstoffbedarfs weiter zunimmt. Somit kommt es weltweit zu einer Fortsetzung des Trends zu übermäßigem CO2- Ausstoß, wie Abbildung 2 zeigt.

Eine Erwärmung des Weltklimas ist die Folge dieses Trends und wirkt sich somit verheerend auf die klimatischen und geologischen Gegebenheiten auf der Erde aus. Mitte der neunziger Jahre wurden die ersten Versuche gestartet, auf einer multilateralen Ebene diesem negativen Trend Einhalt zu gewähren. 1994 trat die UNFCCC in Kraft, welcher nahezu alle Staaten der Erde als Mitglieder beiwohnen. Die UNFCCC hat folgende Leitsätze zum Ziel:

• Informationssammlung und -austausch über Treibhausgasemissionen, nationale Politik und Optimierungspotentiale.
• Implementierung nationaler Strategien für den Umgang mit Treibhausgasemissionen unter besonderer Berücksichtigung der Auswirkungen der Bereitstellung finanzieller und technologischer Unterstützung an Entwicklungsländer.
• Zusammenarbeit bei der Vorbereitung für Maßnahmen im Falle von Auswirkungen des Klimawandels. (Vgl. o. V.: UNFCCC Website 2006)

Die Entwicklung der vergangenen zehn Jahre war geprägt vom Bestreben, einen internationalen Konsens auf dem Gebiet des Klimaschutzes anzustreben. Im Dezember des Jahres 1997 gipfelten diese Bemühungen in Verhandlungen über eine Begrenzung des weltweiten Ausstoßes von Treibhausgasen. Das in Kyoto ausgehandelte Protokoll trat mit Wirkung zum 1. Januar 2005 in Kraft. Es legte den Grundstein für eine neue, internationale Umweltpolitik und markierte gleichzeitig den Start zu einem Handel mit Emissionszertifikaten über ein reglementiertes System. (Vgl. o. V.: UNFCCC Website 2006)

Diese Arbeit richtet ihren Fokus auf diese Systeme zum Handel mit Emissionszertifikaten. Im ersten Teil folgt eine volkswirtschaftstheoretische Betrachtungsweise, um die makroökonomischen Wirkungen solcher Systeme aufzuzeigen. Der zweite Teil soll insbesondere auf die aus dem Kyoto Protokoll entsprungenen Handelssysteme für Emissionszertifikate und deren Funktionsweise abzielen. Gegenstand der Arbeit ist eine Folgenabschätzung der Implementierung von Emissionshandelssystemen in der Weltwirtschaft. Es soll überprüft werden, ob es im Rahmen eines internationalen Handels mit Emissionszertifikaten zu ökonomischen und ökologischen Verlusten kommt.

Abbildung 1: World primary energy demand by fuel [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]

Abbildung 2: Weltweiter CO2-Ausstoß von 1971 - 2030 [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]

2. Volkswirtschaftliche Betrachtung des internationalen Emissionszertifikatehandels

2.1 Einführung eines Modells mit reglementiertem Emissionshandelssystem

Die volkswirtschaftliche Betrachtung soll hier anhand eines von Copeland und Taylor angenommenen Modells nachverfolgt werden. In diesem Modell gelten besondere Annahmen. Anzumerken ist, dass die für diese Arbeit gewählten Annahmen im Modell sich möglichst nah an der Wirklichkeit orientieren, um den Ergebnissen eine möglichst hohe Realitätsnähe zu verleihen.

Zur Vermeidung des externen Effekts, welcher durch die Treibhausgasemissionen verursacht wird, wird hier eine Zertifikatslösung eingeführt. Kernelement eines Modells für den Handel mit Emissionsberechtigungen ist ein Emissionszertifikat, welches den Besitzer zum Ausstoß einer gewissen Menge an CO2 Kohlendioxid oder -äquivalent berechtigt. In einem eigens zum Handel dieser Zertifikate geschaffenen Markt können diese erworben, veräußert und übertragen werden.

Voraussetzung für die Funktionsfähigkeit eines solchen Marktes ist die Schaffung eines allgemein anerkannten Regelkatalogs. Dieser wandelt ein - zunächst - grundsätzlich kostenfreies Gut in ein handelbares, Marktmechanismen unterworfenes Gut um. Es wird also dem Besitz oder Gebrauch solcher Zertifikate eine Nutzen stiftende Eigenschaft zugewiesen. (Anm.: Nicht zu verwechseln mit dem allgemeinen Übel der Emission an sich) Dies erzeugt automatisch eine Teilung der Welt in zwei Gruppen:

• Gruppe der Markteilnehmer (zwei ökonomisch identische Länder A und B; A+B = Inland) und
• Gruppe der Außenstehenden (Ausland)

Es wird hier angenommen, dass Emissionshandelssysteme nur in den Ländern A und B installiert werden und Land A Zertifikate von B importiert. (Vgl. Copeland / Taylor 2005, S. 225)

[...]


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