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Tania Blixen´s Out of Africa als kolonialistisches Werk

Seminararbeit, 1999, 18 Seiten
Autor: Ilka Borchardt
Fach: Afrikawissenschaften

Details

Veranstaltung: Proseminar: Einführung in das Studium der afrikanischen Literatur
Institution/Hochschule: Humboldt-Universität zu Berlin (Seminar für Afrikawissenschaften)
Tags: Tania, Blixen´s, Africa, Werk, Proseminar, Einführung, Studium, Literatur
Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 1999
Seiten: 18
Note: sehr gut (1,3)
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V6730
ISBN (E-Book): 978-3-638-14235-9

Dateigröße: 202 KB


Textauszug (computergeneriert)

Tania Blixen´s Out of Africa als kolonialistisches Werk

von Ilka Borchardt


Inhalt

1 Einleitung 4

2 Kolonialistische oder koloniale Literatur - Definitionsversuche 5

2.1 JanMohamed, 1983 5
2.2 Döring, 1996 6

3 Tania Blixen 7

4 Jenseits von Afrika 9

4.1 Tania Blixen & Europa 9
4.2 Tania Blixen & Afrika 12

5 "Jenseits von Afrika" als kolonialistisches Werk 15

6 Zusammenfassung 17

7 Literaturverzeichnis 18
7.1 Primärliteratur 18
7.2 Sekundärliteratur 18

1 EINLEITUNG

Im Rahmen des Proseminars "Einführung in das Studium der afrikanischen Literatur" beschäftigte sich die Seminargruppe mit Joyce Carys Roman "Mister Johnson" als einem Beispiel für kolonialistische Literatur. Dabei entstanden Diskussionen um die Unterscheidung von kolonialistischer und kolonialer Literatur und den Einfluß des persönlichen Weltbildes der Autorin/ des Autoren auf das literarisch präsentierte Bild.
Mich interessiert in diesem Zusammenhang Tania Blixens "Out of Africa" von 1937. Dieses Werk wurde zur Kolonialzeit von einer weißen Farmerin geschrieben und spielt in einer Kolonie. Würde das also schon ausreichen, um es als kolonialistische Literatur zu kategorisieren? Und wie paßt die Einordnung als "kolonialistisch" zu Blixens offensichtlich sehr romantischem und sehnsüchtigen Bild von Afrika? Wie wirkt sich die Position Blixens in der eigenen Gesellschaft auf ihre Sicht der kolonialen Verhältnisse aus?
Um diese Fragen in der vorliegenden Arbeit beantworten zu können, beschäftige ich mich eingangs mit Definitionsversuchen kolonialistischer Literatur.
Dann gebe ich einen biographischen Überblick über Tania Blixen, um später ihre Position in der Gesellschaft besser einordnen zu können. Anhand ihrer Texte "Jenseits von Afrika" und "Schatten wandern übers Gras" charakterisiere ich ihr Vorstellungen von Europa und Afrika und belege abschließend, daß auch "Jenseits von Afrika" als kolonialistische Literatur einzuordnen ist, trotz seines scheinbar positiven Bildes.
Die im Text in Klammern angegebenen Seitenzahlen beziehen sich auf Rudolf von Scholtz′ deutsche Übersetzung von Tania Blixens "Jenseits von Afrika" in der Münchener Ausgabe von 1998.

2 KOLONIALISTISCHE ODER KOLONIALE LITERATUR - DEFINITIONSVERSUCHE

Innerhalb der literaturwissenschaftlichen Diskussion um die Einordnung kolonialer oder kolonialistischer Literatur werden die verschiedensten Positionen vertreten. Die Meinungen reichen von: "Alle Literatur aus der Kolonialzeit ist Kolonialliteratur." bis hin zu differenzierteren Positionen wie Tobias Döring von 1996 oder JanMohamed von 1983, mit denen ich mich im folgenden befasse.

2.1 JanMohamed, 1983

In dem 1983 erschienenen "Manichean Aesthetics, The Politics of Literature in Colonial Africa" beschäftigt sich Abdul R. JanMohamed mit sechs verschiedenen literarischen Werken, die im Kontext des Kolonialismus bzw. als postkoloniale Bücher geschrieben wurden. Eines dieser Bücher ist "Out of Africa" von Tania Blixen.
JanMohamed konzentriert sich in dieser Arbeit auf die sozialpolitischen Aspekte des Kolonialismus, nicht die ökonomischen Motivationen kolonialer Situationen. Er meint, daß koloniale Schreibende oft in die Artikulation verschiedener Theorien verwickelt seien, wie z.B. die zivilisatorische Mission, die "Bürde des weißen Mannes". Diese dienten der Legitimation, der Rationalisierung imperialen Bestrebens. Daher neigt seine Literatur dazu, "to be replete with ideological valorizations of his colonial experience."
Die koloniale Situation selbst ist geprägt von der Ambivalenz zwischen Kolonisierern und Kolonisierten, d.h. die Kolonialherren brauchen die zu Kolonisierenden u.a., um ihre eigene Überlegenheit immer wieder zu legitimieren. "For while he (der Kolonisierende - Anm. d.A.) sees the native as the quintessence of evil and therefore avoids all contact because he fears contamination, he is at the same time absolutely dependent upon the colonized people not only for his privileged social and material status but also for his sense of moral superiority and, therefore, ultimately for his very identity."
In diesem Zusammenhang wird auch die persönliche Biographie der/ des Autorin/ Autors für JanMohamed wichtig, nämlich wie sie/ er koloniales Leben erfährt und verinnerlicht. Dabei werden klassenspezifische Erfahrungen, die in Europa die wichtigsten waren, durch rassenspezifische ersetzt. Die Grundannahme ist also für JanMohamed, daß "novels and autobiographies are aesthetic as well as ideological discourses and that ideological discourse is composed of cognitive and emotive components."

[...]


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