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Autor: Jan-Oliver Ruhnke
Fach: Geschichte - Nachkriegszeit, Kalter Krieg
Details
Institution/Hochschule: Universität Potsdam (Historisches Institut)
Tags: Kalter Krieg. USA. UDSSR. Deutschlandpolitik. Teilung Deutschlands. Reaktive Mechanik. Traditionalisten. Revisionisten.
Jahr: 2000
Seiten: 25
Note: 2.0
Literaturverzeichnis: ~ 28 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 220 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-14242-7
Textauszug (computergeneriert)
Der Beginn des Kalten Krieges und die Deutschlandpolitik der USA.
Die Teilung Deutschlands als zwangsläufige Entwicklung?
von Jan-Oliver Ruhnke
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsbestimmung des Kalten Krieges
2.1. Grundlegende Interpretationsansätze des Kalten Krieges
2.1.1.Traditionelle Interpretation des Kalten Krieges
2.1.2. Revisionistische Interpretation des Kalten Krieges
2.1.3. Der Kalte Krieg als "reaktive Mechanik"
3. Kurze Bewertung der Interpretationsansätze
4. Die Deutschlandpolitik der USA und ihr Einfluss auf die deutsche Teilung
5. Schlussbemerkungen
Quellen- und Literaturverzeichnis
1. Einleitung
Im Rahmen dieser Untersuchung wird die amerikanische Deutschlandpolitik während des beginnenden Kalten Krieges 1945 bis 1947 und deren Auswirkungen auf die Teilung Deutschlands beleuchtet. Im Mittelpunkt des Erkenntnisinteresses steht die Frage nach dem Anstoßgeber des Prozesses wachsender Konfrontation zwischen den USA und der Sowjetunion sowie die Konsequenzen der amerikanischen Außenpolitik hinsichtlich der Nachkriegsgestaltung Deutschlands.
Zunächst wird daher eine begriffliche und zeitliche Einordnung der Phase des Ost-West Konfliktes vorgenommen, um eine Ausgangsbasis für die weitere Untersuchung zu schaffen. Anschließend werden die in der vielfältigen Literatur vorherrschenden Interpretationsmuster des Kalten Krieges in groben Zügen dargestellt. Dabei geht es um die Deutungsversuche der "Revisionisten", der "Traditionalisten und um den Versuch die Entstehung des Kalten Krieges als "reaktive Mechanik", als Prozess wechselseitiger Fehlwahrnehmungen zu erklären. Daraufhin erfolgt eine kurze Bewertung der Interpretationsansätze. Im Hauptteil der Analyse wird die amerikanische Haltung zur Deutschlandfrage von 1945-1947 und deren Einfluss auf die folgenden separaten deutschen Staatsgründungen im Jahr 1949 untersucht. Dabei geht es weniger um die einzelnen deutschlandpolitischen Entscheidungen, als um die Hintergründe der außenpolitischen Vorgehensweise der USA bezüglich der Deutschlandfrage. Schließlich werden im letzten Teil der Ausführung die wichtigsten Erkenntnisse thesenartig zusammengefasst.
Hinsichtlich der vielfältigen und widersprüchlichen Literatur zum Kalten Krieg wurde der Versuch unternommen die Basis möglichst breit anzulegen. Aufgrund der Kürze der Untersuchung kann jedoch auf viele Darstellungen und Quellen nicht gebührend eingegangen werden.
2. Begriffsbestimmung des "Kalten Krieges"
Die Verwendung des Terminus "Kalter Krieg" erscheint in den überaus zahlreichen populären und historisch-politischen Veröffentlichungen inhaltlich derart unbestimmt, dass über Ursachen, Beginn und Ende des Konfliktes kein Konsens besteht. Es erscheint kaum möglich einen klar abgegrenzten Zeitraum des Kalten Krieges innerhalb des Ost-West Konfliktes auszumachen. Der Kalte Krieg ist weniger historische Epoche als "ein Aggregatzustand des Ost-West Konfliktes" . Eine zeitliche Abgrenzung ist zudem abhängig vom Mittelpunkt der Analyse, sowie der Bewertung der jeweiligen Zäsuren.
Steht der Systemkonflikt zwischen den USA und der Sowjetunion im Zentrum des Betrachtung, so wird man spätestens das Jahr 1917 als Beginn der Auseinandersetzung veranschlagen, ohne einen Endpunkt nennen zu können.
Denkbar wäre auch eine frühere Datierung, nimmt man Alexis de Tocquevilles Feststellung von 1835 : "There are now two great nations in the world, which starting from different points, seem to be advancing towards the same goal: the Russians and the Anglo-Americans …[E]ach seems called by some secret design of Providence one day to hold in its hands the destinies of half the world" , als Basis. Ist der das internationale System beherrschende Antagonismus der Weltmächte USA und UDSSR Mittelpunkt des Erkenntnisinteresses, so stellt das Jahr 1943 einen wahrscheinliches Anfangsdatum dar. Strittig wäre die Frage, ob das Enddatum offen bliebe oder anderen Konfliktlinien mittlerweile größere Bedeutung zukämen. Autoren, die vor allem den Prozess der Blockbildung in Ost und West analysieren beschränken sich meist auf die Jahre 1941-1955.
Im Sprachgebrauch und Selbstverständnis der Zeitgenossen begann der Kalte Krieg mit dem Jahr 1947. Der Journalist Walter Lippmann prägte diesen Begriff, als er die Veröffentlichung des späteren Leiters des Politischen Planungsstabes im US-Außenministeriums George F. Kennan kommentierte. der eben durch sein "langes Telegramm" vom 22.2.1946 und seinen anonymen mit "Mr. X" gekennzeichneten Artikel in der Zeitschrift "Foreign Affairs" in die Geschichte einging.
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