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Deutsche Phonetik und ihre Behandlung im Unterricht Deutsch als Fremdsprache

Autor: Maja Doko-Schikora
Fach: Deutsch - Deutsch als Fremdsprache / Zweitsprache

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Details

Kategorie: Magisterarbeit
Jahr: 2004
Seiten: 124
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 53  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 9472 KB
Archivnummer: V67393
ISBN (E-Book): 978-3-638-58573-6

Textauszug (computergeneriert)

Technische Universität Berlin
Institut für Sprache und Kommunikation

Deutsche Phonetik und ihre Behandlung im Unterricht
Deutsch als Fremdsprache

Magisterarbeit

vorgelegt von: Maja Doko-Schikora

2004

 

Inhaltsverzeichnis

1 Einführung in die Thematik, Zielstellung und Aufbau der Arbeit
a) Was ist eigentlich Phonetik?
b) Wozu brauchen wir Phonetik?
c) Wie viel Phonetik/phonetisches Wissen braucht aber ein Mensch?
d) Zielsetzung und Aufbau der Arbeit

I. Theoretische Grundlagen der Phonetik

1 Grundlagen der lautlichen Kommunikation – Von der Lautproduktion bis zur Lautperzeption

1.1 Anatomische und physiologische Grundlagen der Lautproduktion – Artikulatorische Phonetik
1.1.1 Atmung
1.1.2 Phonation
1.1.2.1 Kehlkopf.
1.1.3 Artikulation
1.1.3.1 Das Ansatzrohr
1.1.3.1.1 Einzelne Organe des Ansatzrohrs
1.1.3.1.1.1 Die Zunge
1.1.3.1.1.2 Der Kiefer
1.1.3.1.1.3 Die Lippen
1.1.3.1.1.4 Die Zähne
1.1.3.1.1.5 Der Zahndamm
1.1.3.1.1.6 Der Gaumen und das Zäpfchen
1.1.3.1.1.7 Der Rachen

1.2 Physikalische Grundlagen der Lautproduktion – Akustische Phonetik
1.2.1 Schall und Sprechschall
1.2.2 Formen des Sprechschalls
1.2.2.1 Stumme Schallform
1.2.2.2 Quasiperiodische Schallform
1.2.2.3 Explosionsschall
1.2.2.4 Rauschen
1.2.2.5 Überlagerte Schallform

1.3 Anatomische, physiologische und neurolinguistische Grundlagen der Lautwahrnehmung – Auditive Phonetik
1.3.1 Das Ohr
1.3.1.1 Das Außenohr
1.3.1.2 Das Mittelohr
1.3.1.3 Das Innenohr
1.3.2 Das Gehirn
1.3.3 Dekodierung als Endstation der auditiven Wahrnehmung

2 Das deutsche Lautalphabet

3 Realisierung einzelner Sprachlaute des Deutschen

3.1 Vokale
3.1.1 Differenzierungsmerkmale des Vokalismus
3.1.1.1 Zungenlage
3.1.1.2 Lippenform
3.1.1.3 Öffnungsgrad
3.1.2 Diphthonge

3.2 Konsonanten
3.2.1 Differenzierungsmerkmale des Konsonantismus
3.2.1.1 Artikulationsstelle
3.2.1.2 Artikulierendes Organ
3.2.1.3 Artikulationsmodus / Artikulationsart
3.2.1.3.1 Verschlusslaute / Plosive
3.2.1.3.2 Reibelaute / Frikative
3.2.1.3.3 Nasallaute
3.2.1.3.4 Laterallaut
3.2.1.3.5 Schwinglaute / Vibranten
3.2.1.3.6 Affrikaten
3.2.1.4 Stimmbeteiligung
3.2.2 Tabellarische Darstellung des Konsonantismus

3.3 Laut-Buchstaben-Beziehungen
3.3.1 Allgemeine Regeln zu den Laut-Buchstaben-Beziehungen
3.3.1.1 Vokale
3.3.1.2 Konsonanten

4 Wortakzent

4.1 Akzentarten
4.1.1 Melodischer Akzent
4.1.2 Dynamischer Akzent
4.1.3 Temporaler Akzent

4.2 Regeln für die Wortakzentuierung (nach Siebs, Duden & WDA)
4.2.1 Einfache und abgeleitete Wörter
4.2.1.1 Suffixbildungen
4.2.1.2 Präfixbildungen
4.2.1.2.1 Betonte Präfixe
4.2.1.2.2 Unbetonte Präfixe
4.2.1.2.3 Betonungswechsel
4.2.2 Zusammengesetzte Wörter
4.2.3 Wortgruppenakzent
4.2.4 Fremdwörter

5 Satzintonation

5.1 Die terminale oder fallende Intonation
5.2 Die progrediente oder weiterführende Intonation
5.3 Die interrogative oder fragende Intonation

II. Didaktik und Methodik der Phonetik im DaF-Unterricht

1 Didaktisch-methodische Vorüberlegungen für den Unterricht Deutsch als Fremdsprache

1.1 Lehrerkompetenz

1.2 Ursachen für die phonetischen Fehler im DaF-Unterricht
1.2.1 Interferenz der Muttersprache
1.2.2 Hörprobleme
1.2.3 Sozialpsychologische Faktoren
1.2.3.1 Motivation
1.2.3.2 Angst / Hemmungen
1.2.3.3 Alter
1.2.3.4 Identität

1.3 Fehleranalyse

1.4 Wie motiviere ich meine Schüler für die Phonetik?

1.5 Welche Übungsmethoden sind angebracht?

2 Phonetikübungen

2.1 Hörübungen
2.1.1 Vorbereitende Hörübungen
2.1.1.1 Eintauchübungen
2.1.1.2 Diskriminationsübungen
2.1.1.3 Identifikationsübungen
2.1.2 Angewandte Hörübungen

2.2 Sprechübungen
2.2.1 Vorbereitende Sprechübungen
2.2.1.1 Einfache Nachsprechübungen
2.2.1.2 Kaschierte Nachsprechübungen
2.2.1.3 Produktive Übungen
2.2.2 Angewandte Sprechübungen
2.2.2.1 Vortragen / Lesen
2.2.2.2 Frei sprechen

3 Übungsbegleitende / -ergänzende Unterrichtsmittel

3.1 Visuelle Mittel
3.2 Taktile Mittel
3.3 Gegenstände
3.4 Frey-Methode Phago-Phonetik und Zungenbrecher
3.5 Gestische Unterstützungen
3.6 Tonträger und Computertechnik
3.7 Transkription

4 Schlusswort

III. Anhang

Beschreibung einzelner Laute

  • a-Laute
  • o-Laute
  • u-Laute
  • i-Laute
  • ü-Laute
  • ö-Laute
  • e-Laute
  • Zentralvokale:
  • Diphthonge
  • Explosivlaute
  • Reibelaute
  • Hauchlaut
  • Schwinglaute
  • Nasallaute
  • Laterallaut
  • Affrikaten

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

 

1 Einführung in die Thematik, Zielstellung und Aufbau der Arbeit

a) Was ist eigentlich Phonetik?

Viele „Nicht-Phonetiker“ werden sich mit der Antwort auf diese Frage schwer tun. Oftmals wird Phonetik im Zusammenhang mit dem Fremdsprachenunterricht als Aussprache definiert, was nicht ganz richtig ist. Hinter dem Begriff „Phonetik“ verbirgt sich viel mehr.

„Phonetik ist Wissenschaft von der Phonation, von der Gesamtheit ihrer Voraussetzungen, Gegebenheiten und Auswirkungen.“ (Wängler 1983, S. 10) Es werden drei Teilgebiete der Phonetik unterschieden:

a) artikulatorische Phonetik
b) akustische Phonetik
c) auditive Phonetik

(Abb. 1 Zweige der Phonetik - in der Downloadversion enthalten)

Die Phonetik beschäftigt sich als artikulatorische, akustische, auditive Phonetik mit der Erzeugung, den akustischen Eigenschaften und der Wahrnehmung von Lauten. Sie wendet dabei die Methoden der Physik, der Medizin und auch der experimentellen Psychologie an. Auf diese Punkte wird im ersten Teil der Arbeit näher eingegangen.
 

b) Wozu brauchen wir Phonetik?

Obwohl Phonetik Teil jeder Grammatik ist, wird sie sehr oft vernachlässigt. Dies ist besonders im Fremdsprachenunterricht zu beobachten. Die richtige Aussprache ist die Grundlage jeder erfolgreichen Kommunikation, was uns nicht immer ganz bewusst ist.

Hier ein lustiges Beispiel zur Verdeutlichung ihrer Bedeutung:

(Abb.2 - in der Downloadversion enthalten)

In diesem Fall kostete die schlechte Aussprache die Japanerin wahrscheinlich viel Zeit und Geduld.

Abweichungen von dem gewohnten Klang der Laute beeinträchtigen die Kommunikation. Es kommt oft zu Missverständnissen oder Irritationen beim Hörer, wodurch dann falsche Emotionen entstehen und inhaltliche Informationen verloren gehen.

Es ist eine Tatsache, dass die Lerner einer Fremdsprache sich meistens darum bemühen, schnell viele Vokabeln zu lernen, um diese in einen Satz integrieren zu können. Vielen ist die Bedeutung der richtigen Artikulation unbewusst. Das liegt zum Teil daran, dass diese im Fremdsprachenunterricht noch immer nicht richtig gefördert wird. In dieser Hinsicht ist aber nicht nur der Fremdsprachenunterricht zu kritisieren. Viele Muttersprachler mit starker Dialektfärbung sind verwundert, wenn sie von anderen Mitbürgern des eigenen Landes nicht verstanden werden, und es fällt ihnen in solchen Situationen meistens schwer so deutlich zu reden, damit sie verstanden werden. Daraus lässt sich schließen, dass in den Schulen die hochdeutsche Aussprache auch vernachlässigt wird.

Oft wird die schlechte Aussprache als Zeichen der mangelnden Bildung gesehen. Korrekte Aussprache signalisiert eine höhere Bildung und Intelligenz und umso unverständlicher ist es, wenn man z.B. bei einem Arzt sitzt und kein Wort von den, für den Einzelnen, wichtigen Informationen versteht. Dieling/Hirschfeld bezeichneten die Aussprache als „hörbare Visitenkarte“. Sie ist, können wir fast sagen, wie eine Eintrittskarte in die Gesellschaft und die Herzen der Menschen.

So sollte Phonetik nicht nur ein Thema im Fremdsprachenunterricht sein.
 

c) Wie viel Phonetik / phonetisches Wissen braucht aber ein Mensch?

Es geht nicht darum, die Phonetik einer Sprache als ein Schauspieler oder Lehrer zu beherrschen, sondern darum, die eigene Aussprache bestimmten Standards anzupassen. Fraglich ist, ob es überhaupt so etwas wie eine perfekte Aussprache gibt. Dieselben Laute werden von denselben Menschen immer anders ausgesprochen.

Heutige Aussprachenormen werden immer mehr an die der Sprecher angepasst. Die Sprecher richten sich nicht mehr nach bestimmten Normen, sondern sie werden von denen gemacht. In welchem Maße soll das zugelassen werden? Besteht dadurch die Gefahr, dass die deutsche Sprache ihre Identität verliert? So finde ich, dass die Bühnensprache noch ausdrucksstark war, während die heute verwendete Alltagssprache langsam die Konturen des Deutschen immer mehr verschwinden lässt.

Heutige Aussprachenormen werden immer mehr an die der Sprecher angepasst. Die Sprecher richten sich nicht mehr nach bestimmten Normen, sondern sie werden von denen gemacht. In welchem Maße soll das zugelassen werden? Besteht dadurch die Gefahr, dass die deutsche Sprache ihre Identität verliert? So finde ich, dass die Bühnensprache noch ausdrucksstark war, während die heute verwendete Alltagssprache langsam die Konturen des Deutschen immer mehr verschwinden lässt.

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