Quartiersentwicklung mit Migrantenökonomie - die Entwicklung von Migrantenökonomie im Quartier

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Details

Titel: Quartiersentwicklung mit Migrantenökonomie - die Entwicklung von Migrantenökonomie im Quartier
Autor: Anna Becker
Fach: Raumwissenschaften, Stadt- und Raumplanung
Institution/Hochschule: Technische Universität Hamburg-Harburg (Stadt- und Regionalökonomie)
Kategorie: Diplomarbeit
Jahr: 2006
Seiten: 211
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 101  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 4910 KB
Archivnummer: V67396
ISBN (E-Book): 978-3-638-58574-3
Anmerkungen :
Untersuchung zur wechselseitigen Beeinflussung von Quartiersentwicklung und lokal eingebetteter Ökonomie am Beispiel migrantischer Stadtteil- und Quartiersbetriebe

Textauszug (computergeneriert)

Technische Universität Hamburg-Harburg

Quartiersentwicklung mit Migrantenökonomie -
Die Entwicklung von Migrantenökonomie im Quartier

Untersuchung zur wechselseitigen Beeinflussung
von Quartiersentwicklung und lokal eingebetteter Ökonomie
am Beispiel migrantischer Stadtteil- und Quartiersbetriebe

Diplomarbeit

vorgelegt von: Anna Becker

2006

 

Inhaltsverzeichnis

Einführung ... 1
Einleitung ... 1
Erkenntnisinteresse und Ziel der Arbeit ... 1
Aufbau der Arbeit ... 2
Methodisches Vorgehen ... 4
Literatur- und Internetrecherche ... 6
Medienanalyse ... 6
Experteninterviews ... 8
Unternehmensbefragung ... 12
Qualitative und quantitative Kartierung ... 14

A. Theorie

1. Migrantenökonomie zwischen Nische und Markt ... 19
1.1. Bedeutungsgewinn der Migrantenökonomie ... 19
1.2. strukturelle Merkmale und Besonderheiten ... 20
1.3. Definition und Begriffsabgrenzung ... 20
1.4. Entstehungstheorien und Erklärungsansätze ... 21
1.5. Bewertung der Entstehungstheorien und Erklärungsansätze ... 26

2. Quartiersentwicklung ... 32
2.1. Das Quartier als „gesellschaftlicher Raum“ ... 32
2.2. Das Quartier als Ort von „Milieus“ ... 33
2.2.1. Das Milieu in der Ökonomie ... 37
2.3. Quartiersentwicklung durch Segregation ... 38
2.3.1. Mechanismen der Segregation ... 39
2.4. Prozesse der Quartiersentwicklung ... 43
2.4.1. Gentrifizierung ... 44
2.4.2. Marginalisierung ... 45
2.4.3. Die Entstehung „Ethnischer Kolonien“ ... 49
2.5. Die Stadt als Ort der Integration? ... 53
2.6. Resümee ... 54

3. Stadtteil und Quartiersentwicklung ... 55
3.1. Das Konzept der städtischen Teilökonomien ... 55
3.2. Arbeitswelten der Stadtteil- und Quartiersbetriebe: „Gemeinschaften, Gesellschaften, Partnerschaften“ ... 57
3.2.1. Bedeutung des Quartiers für Stadtteilbetriebe ... 59
3.2.2. Beschäftigungswirkung der Stadtteil- und Quartiersbetriebe ... 60
3.3. Stadtteil und Quartiersbetriebe in marginalisierten Stadtquartieren ... 61
3.4. Stadtteil- und Quartiersbetriebe in der Strategie der „Lokale Ökonomie“^ ... 62
3.5. Stadtteil- und Quartiersbetriebe als „Lokal eingebettete Ökonomie“ ... 64
3.6. Potenziale der Stadtteilökonomie für die Quartiersentwicklung ... 65

4. Migrantenökonomien als Stadtteil- und Quartiersbetriebe ... 68
4.1. Charakteristika der Migrantenökonomie ... 68
4.1.1. Ethnizität ... 68
4.1.2. soziales Kapital und Informalisierung ... 69
4.2. Potenziale und Funktionen der Migrantenökonomie ... 70
4.2.1. Wirtschaft und Arbeit ... 70
4.2.2. Integration ... 71
4.2.3. Quartiersentwicklung ... 72
4.3. Zusammenfassung: Potenziale und Funktionen migrantischer Stadtteil- und Quartiersbetriebe ... 75

5. Resümee ... 76

B. Empirie

6. Einführung in die empirische Untersuchung ... 77
6.1. Auswahl der Untersuchungsräume ... 77
6.2. Aufbau der empirischen Untersuchung ... 78

7. Schanzenviertel - Migrantenökonomie im Prozees der Gentrifizierung ... 79
7.1. Entstehung und Industrialisierung (1682-1939) ... 81
7.1.1. Baulich-räumliche Entwicklung ... 81
7.1.2. Sozialstruktur und Migranten ... 81
7.1.3. Gewerbestruktur ... 82
7.1.4. Image ... 82
7.2. Marginalisierung (1960-1985) ... 83
7.2.1. Baulich-räumliche Entwicklung ... 83
7.2.2. Sozialstruktur und Migranten ... 83
7.2.3. Gewerbestruktur ... 84
7.2.4. Image ... 86
7.3. Deindustrialisierung, „Neue Medien“ und Gentrifizierung (1985 bis heute) ... 86
7.3.1. Baulich-räumliche Entwicklung
7.3.2. Sozialstruktur und Migranten ... 86
7.3.3. Gewerbestruktur ... 88
7.3.4. Image ... 96
7.4. Zusammenfassung der Entwicklungen ... 98
7.5. Migrantenökonomie ... 99
7.5.1. Unternehmerportraits ... 105
7.6. Auswertung der Wechselwirkungen von Quartiersentwicklung und Migrantenökonomie ... 111
7.6.1. Quartiersentwicklung mit Migrantenökonomie – Potenziale und Funktionen der Migrantenökonomie ... 111
7.6.2. Die Entwicklung von Migrantenökonomie im Schanzenviertel . 118

8. Reiherstiegviertel - Migrantenökonmie im Prozess der Marginalisierung ... 121
8.1. Industrialisierung (1875-1962) ... 122
8.1.1. Baulich-räumliche Entwicklung ... 122
8.1.2. Sozialstruktur und Migranten ... 123
8.1.3. Gewerbestruktur ... 123
8.1.4. Image ... 124
8.2. Marginalisierung (1962-1980) ... 124
8.2.1. Baulich-räumliche Entwicklung ... 124
8.2.2. Sozialstruktur und Migranten ... 124
8.2.3. Gewerbestruktur ... 125
8.2.4. Image ... 125
8.3. Deindustrialisierung und Aufwertungsversuche (1980 bis heute) ... 125
8.3.1. Baulich-räumliche Entwicklung
8.3.2. Sozialstruktur und Migranten ... 125
8.3.3. Gewerbestruktur ... 129
8.3.4. Image ... 135
8.4. Aktuelle Planungen ... 136
8.4.1. Imagewandel? ... 137
8.5. Zusammenfassung der Entwicklungen ... 137
8.6. Migrantenökonomie ... 138
8.6.1. Unternehmerportraits ... 146
8.7. Auswertung der Wechselwirkung von Quartiersentwicklung und Migrantenökonomie ... 150
8.8. Quartiersentwicklung mit Migrantenökonomie – Potenziale und Funktionen der Migrantenökonomie ... 151
8.9. Die Entwicklung von Migrantenökonomie im Reiherstiegviertel ... 158

C. Expertise

9. Quartiersentwicklung mit Migrantenökonomie ... 161
9.1. Funktionen und Potenziale der Migrantenökonomie für die Quartiersentwicklung ...
9.1.1. Wirtschaft und Arbeit ... 161
9.1.2. Integration ... 162
9.1.3. Quartiersentwicklung ... 163
9.2. Entwicklungspfade der Quartiersentwicklung ... 165
9.2.1. Migrantenökonomie als Faktor der Gentrifizierung? ... 165
9.2.2. Migrantenökonomie als Beitrag zur Marginalisierung? ... 167
9.3. Gegenüberstellung und Ergebnisse ... 168

10. Die Entwicklung von Migrantenökonomie im Quartier ... 170
10.1. Die diametrale Wirkung des Quartiers ... 170
10.2. Unternehmerisches Denken und Handeln im Quartierskontext ... 171
10.3. Entwicklungsstufen der Migrantenökonomie ... 173

11. Handlungsansätze und -perspektiven ... 174
11.1. Qualifizierung von Migrantenbetrieben ... 174
11.2. Das Existenzgründerprojekt auf der „Veddel“ ... 175
11.3. Übertragung des Konzeptes auf das Reiherstiegviertel ... 177

12. Erkenntnisse, Reflexionen und Ausblick ... 179

Anhang

Quellenverzeichnisse ... 181
Literaturverzeichnis ... 181
Zeitungsartikel ... 187
Internetquellen ... 188

Gesprächspartner Experteninterviews ... 188
Gesprächsleitfaden Experteninterviews ... 189
Gesprächsleitfaden Unternehmensbefragung ... 191

 

Einführung

Einleitung

Die Planungspolitik in Deutschland ist zu Beginn des 21. Jahrhunderts vor zwei zentrale Herausforderungen gestellt: Die Verfestigung hoher struktureller Arbeitslosigkeit und die wachsende soziale und kulturelle Heterogenität der Bevölkerung.

Der im Juni 2006 vorgelegte Bericht der UNO dokumentiert, dass jeder fünfte Mensch in Deutschland einen Migrationshintergrund aufweist. Mit dem am 01.01.2005 in Kraft getretenen Zuwanderungsgesetz wurde die Zuwanderung nach Deutschland erstmals rechtlich geregelt und sich von politischer Seite zu Deutschland als einem Einwanderungsland bekannt. Zurzeit leben knapp 9% ausländische Staatsbürger in Deutschland, die überwiegend in den städtischen Ballungsräumen in Westdeutschland ansässig sind.

Der Wandel von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft und den Folgen der Globalisierung geht mit einer tief greifenden Umstrukturierung der nationalen Wirtschaft einher. Den neu entstehenden Arbeitsplätzen im hochqualifizierten Bereich stehen die freigesetzten Arbeitsplätze im industriellen Bereich sowie eine Vielzahl an unregelmäßigen und prekären Arbeitsverhältnissen gegenüber. Die Migranten sind gegenüber dem Durchschnitt der deutschen Bevölkerung besonders stark von Arbeitslosigkeit und prekärer Beschäftigung betroffen.

Durch den Rückzug der öffentlichen Hand aus der Regulierung des Wohnungsmarktes überlagern sich die Probleme der hohen Arbeitslosigkeit mit der hohen Konzentration von Migranten auf der Ebene des Quartiers. Damit sind besondere Herausforderungen für die Quartiersentwicklung in den Bereichen der sozialen und ökonomischen Integration, der Sicherung von Infrastruktur und Versorgung und der Bekämpfung von Armut, Arbeitslosigkeit und Ausgrenzung auf Quartiersebene entstanden.

Bei der Auseinandersetzung mit den Problemstellungen wurden die Stadtteil- und Quartiersbetriebe als Akteure entdeckt, um strukturelle Verbesserungen vor Ort herbeiführen zu können. In jüngerer Zeit sind besonders die Migrantenökonomien in den Mittelpunkt des Interesses gerückt, da sie die Schnittstelle zwischen Mehrheitsgesellschaft und Migranten sowie zwischen Erwerbslosigkeit und Beschäftigung darstellen.
 

Erkenntnisinteresse und Ziel der Arbeit

Migrantenökonomien sind in deutschen Großstädten zu einem festen Bestandteil der Stadtteil- und Quartiersökonomie geworden. Einzelhandelsgeschäfte und internationale gastronomische Angebote prägen das Straßenbild vieler Quartiere und gehören als Selbstverständlichkeit zu den Konsummustern von Großstädtern. Gleichwohl sind Migrantenökonomien erst seit wenigen Jahren zum Untersuchungsgegenstand der wirtschafts- und kommunalwissenschaftlichen Forschung geworden.

Neben ihrer Entstehung und Funktionsweise haben bisherige Untersuchungen besonders die Bedeutung der Migrantenökonomie für benachteiligte Stadtquartiere sowie für die Integration von Zuwanderern herausgestellt. Demgegenüber werden Migrantenbetriebe im Quartier als ein Integrationshemmnis sowie als Verstärker von sozialer Ausgrenzung beschrieben.

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es herauszustellen, in welchem Wechselverhältnis die Migrantenökonomie zu der Entwicklung von Quartieren steht. Grundlage der Untersuchung ist die Annahme, dass Quartiere keine neutralen Unternehmensstandorte sind, sondern die Entwicklungsperspektive von Unternehmen ebenso beeinflussen, wie die Unternehmen die Entwicklung von Quartieren mit bestimmen. Ausgehend von dem Verständnis wird untersucht, in wie weit die Migrantenökonomien die Entwicklungspfade eines Quartiers beeinflussen können und wie sich im Gegenzug das Quartiers auf das unternehmerische Denken und Handeln der migrantischen Unternehmer auswirken kann.

Es wird davon ausgegangen, dass sich die Ausprägung und Verbreitung der Migrantenökonomien in Abhängigkeit der unterschiedlichen Strukturen im Quartier vollziehen und in der Folge die Funktionen und Potenziale variieren, welche die Migrantenökonomie für das Quartier und seine Bewohner übernehmen kann. Ein Schwerpunkt der Arbeit liegt in der analytischen Auseinandersetzung der Potenziale und Funktionen der Migrantenökonomie, die ihnen von der Politik und der sozial-, wirtschafts- und kommunalwissenschaftlichen Forschung zugeschrieben werden. Im Zuge dessen wird analysiert, wie Migrantenökonomien im Zusammenspiel mit anderen lokalen Faktoren die baulich-räumliche, soziale und ökonomische Struktur von Quartieren beeinflussen und welche Bedeutung den Migrationsbetrieben im Vergleich zu anderen Faktoren in dem Prozess zukommt.

Die Diplomarbeit zeigt theoretisch und empirisch auf, wie sich die Migrantenökonomie im Spannungsfeld von Gentrifizierungs- und Marginalisierungsprozessen entwickeln und verändern. Dabei wird der Blick nicht nur auf das Unternehmen als ökonomische Einheit, sondern auch auf den Unternehmer als individuell denkendes und handelndes Subjekt gerichtet.

Am Ende der Arbeit entsteht ein mehrschichtiges Bild der Wirkungszusammenhänge von Migrantenökonomie und Quartiersstrukturen, das zeigt, wie ihre enge Wechselbeziehung zur Synchronisation von Entwicklungsmöglichkeiten und einer Determinierung gemeinsamer Zukünfte führt.
 

Aufbau der Arbeit

Dieser Abschnitt gibt einen kurzen Überblick über die einzelnen Kapitel dieser Arbeit und ihre Zusammenhänge. Die Arbeit gliedert sich in fünf Bereiche:

Einführung

Teil A Theorie (Kapitel 1,2,3,4 und 5)

Teil B Empirie (Kapitel 6,7 und 8)

Teil C Expertise (Kapitel 9, 10, 11 und 12)

Anhang

In der Einführung erfolgten eine erste Einordnung des Untersuchungsgegenstandes und die Eingrenzung des Erkenntnisinteresses der Arbeit. Die Darstellung des methodischen Vorgehens beschließt die Einführung

Teil A befasst sich mit dem aktuellen wissenschaftlichen Diskussionsstand zu den Themen Migrantenökonomie (Kapitel 1), Quartiersentwicklung (Kapitel 2) und Stadtteilökonomie (Kapitel 3). Nachdem eine Einführung in das Themenfeld der Migrantenökonomie mit einer Beschreibung des Bedeutungsgewinns (Kapitel 1.1), der strukturellen Merkmale und Besonderheiten (Kapitel 1.2), einer Definition und Begriffsabgrenzung (Kapitel 1.3) und einer Diskussion der Erklärungsansätze und Entstehungstheorien (Kapitel 1.4) vorgenommen wurde, wird die wechselseitige Beziehung von Raum und gesellschaftlichen Prozessen anhand der Modelle des „gesellschaftlichen Raumes“ und von „Milieus“ verdeutlicht. Als treibende Kraft der Quartiersentwicklung wird folgend die Segregation vorgestellt, die über die aktuellen Entwicklungen am Arbeits- und Wohnungsmarkt wesentlich gestaltet wird. (Kapitel 2.3) Die gesellschaftlichen und ökonomischen Veränderungen führen auf Quartiersebene zu den Prozessen der Marginalisierung und Gentrifizierung sowie zu der Entstehung ethnischer Kolonien. (Kapitel 2.4) In Anbetracht der Segregationsentwicklungen wird im Anschluss die heutige Integrationsfunktion von Städten diskutiert (Kapitel 2.5) und abschließend eine Zusammenfassung über die Mechanismen und Prozesse der Quartiersentwicklung und ihre Auswirkungen auf die Quartiersbewohner gegeben. (Kapitel 2.6)

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