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Autor: Micha Vorländer
Fach: Medien / Kommunikation - Mediengeschichte
Details
Institution/Hochschule: Universität Siegen
Tags: Woodstock, Festival, Kommerzialisierung, Ideologie, Geschichte, Popsongs
Jahr: 2005
Seiten: 14
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 10 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 699 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-60426-0
Textauszug (computergeneriert)
Universität Siegen, Sommersemester 2005
Seminar: „Killing me softly… - Geschichte, Formen und Funktionen des Popsongs“
Das Woodstock Festival –
Kommerzialisierung einer Ideologie?
von: Micha Vorländer
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung 3
2. Die Woodstock Epoche 3
2.1 Der Vietnamkrieg 3
2.2 Die Anti-Rassismus-Bewegung 4
3. Die Hippiekultur 5
3.1 Ideale und Lebensstil der Hippies 5
3.2 Musik der Hippies 6
3.3 Entwicklung zur Massenkultur 7
3.4 Kommerzialisierung von Flower Power 7
4. Das Festival 8
4.1 Entstehung 8
4.2 Werbung 8
4.3 Künstler und Musik 9
4.4 Chaos 11
5. Schlusswort 12
Literaturverzeichnis 14
1. Einführung
Das Woodstock-Rockfestival von 1969 ist bis heute legendär und weit über die Grenzen seiner damaligen Zielgruppe hinaus bekannt. Aufgrund seiner Größe mit über 500.000 Besuchern und seiner bis dato unerreichten medialen Verbreitung durch einen eigenen Film hat es Geschichte geschrieben. Bis heute gilt es als der Höhepunkt der Hippiebewegung in den 1960er Jahren. Ohne die zu Grunde liegende Idee der Festivalinitiatoren, ein Exempel für den Frieden statuieren zu wollen, wäre es dazu nie gekommen. Gleichzeitig handelte es sich bei dem Festival und dessen anschließender Vermarktung als Film jedoch um eine nach klaren ökonomischen Maßstäben geplante Unternehmung mit dem Ziel, Gewinn zu erwirtschaften. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich daher mit der Frage, ob Woodstock eine schon zur Popkultur entwickelte Ideologie kommerziell ausnutzte, oder doch nur selbst Teil dieser Ideologie war. In der Geschichte des Popsongs würde dies bedeuten, dass Lieder mit politischen und ideologischen Äußerungen zur massenmedialen Vermarktung geeignet sind. Darin sieht der Musikwissenschaftler Heinz Bamberg zwei unterschiedliche und prinzipiell widersprüchliche Einstellungen: „Zum einen wird die Musik kommerziell genutzt, sie ist eine Möglichkeit, Geld zu verdienen und als Popstar berühmt zu werden. Zum anderen wird die Musik als Ausdruck eines inneren Gefühlszustandes bzw. einer inneren Haltung betrachtet und steht für ,authentische’ und ,echte’ Empfindungen.“ 1
2. Die Woodstock Epoche
2.1 Der Vietnamkrieg
Die Geschehnisse der 1960er Jahre und das Denken der Bevölkerung waren geprägt vom Vietnamkrieg, dessen US-amerikanische Beteiligung 1965 begann. Bereits zu Beginn der amerikanischen Intervention gab es in den USA eine relativ kleine Oppositionsbewegung gegen den Krieg, insbesondere in den Hochschulen. Je länger der Krieg andauerte, desto stärker untergruben die täglichen Berichte von der Front die Moral der Bürger in den USA und förderten weltweit die Antikriegsbewegungen. „Im Oktober 1967 zeigten sich nur noch 58 Prozent der US-Bevölkerung mit dem Vietnamkrieg einverstanden.“2 1968 erreichte die Antikriegsstimmung der USamerikanischen Bevölkerung ihren vorläufigen Höhepunkt, als ein Gegenschlag der nordvietnamesischen Guerillas durch alle Medien ging. Zu diesem Zeitpunkt befand sich bereits eine halbe Million US-amerikanischer Soldaten in Vietnam. Die inzwischen etwa 700 kriegsberichterstattenden Journalisten vor Ort zeigten im Fernsehen verletzte amerikanische Soldaten, Bilder von zahlreichen Leichen und zerbombten Städten. Je deutlicher sich die öffentliche Meinung gegen den Krieg wendete, desto häufiger zeigten die Berichte auch dessen dunkle Seite. Vielen wurde klar, dass dieser Krieg nicht umgehend gewonnen werden könnte. Weiterhin war vielen unklar, was die tatsächlichen Gründe und der Sinn des US-amerikanischen Engagements in Vietnam waren. Auch die immer größer werdende Zahl an Opfern unter den amerikanischen Soldaten löste bei großen Teilen der Bevölkerung Entsetzen aus. Von Teilen der Bevölkerung wurde ein sofortiger Abzug der Truppen gefordert. Da die Antikriegsbewegung sich besonders bei den jungen Leuten an den Hochschulen durchgesetzt hatte, fanden dort auch die stärksten Proteste statt. Die 1964 gegründete radikale Studentenorganisation Free Speech Movement organisierte regelmäßig Demonstrationen gegen den Krieg.3 Die Ideologie der Jugendgeneration war durchweg Pazifismus, die Antikriegsbewegung galt gleichzeitig auch als Friedensbewegung und propagierte das friedliche und freiheitliche Zusammenleben.
2.2 Die Anti-Rassismus-Bewegung
Neben der Antikriegsbewegung war die Gleichberechtigung der Afroamerikaner und die Anti-Rassismus-Bewegung in den USA ein zentrales Thema der 1960er Jahre. Das Ende der Segregation und die Einräumung aller Rechte im öffentlichen Leben beschäftigten die gesamte Gesellschaft. Durch das den Afroamerikanern nun uneingeschränkt zustehende Wahlrecht war auch dies ein sehr politisches Thema. Aufgrund ihrer friedens- und freiheitsliebenden Ideologie wurde „der Bürgerrechtskampf gegen die Rassentrennung, gegen die traditionelle Sklavenhaltermentalität auch zu einer Sache liberaler Nichtafroamerikaner“4. Durch die Ermordungen von John F. Kennedy im Jahre 1963 sowie Robert Kennedy und Martin Luther King im Jahre 1968 wurden der Bürgerrechtsbewegung drei wichtige Leitfiguren geraubt.5 Durch die Attentate „kam es zu gewaltigen Studenten-Revolten; die Columbia University in New York blieb tagelang von Studenten besetzt und konnte nur nach einem blutigen Polizeieinsatz geräumt werden.“ 6 „Am Ende der sechziger Jahre fühlten sich – politisch gesehen – die Friedens- und Bürgerrechtsaktivisten als Verlierer des Jahrzehnts.“ 7
3. Die Hippiekultur
3.1 Ideale und Lebensstil der Hippies
[...]
1 Bamberg: Beatmusik, S. 115
2 Feddersen: Woodstock, S. 43
3 vgl. Landy: Woodstock Vision, S. 12
4 Feddersen: Woodstock, S. 14
5 vgl. Feddersen: Woodstock, S. 47
6 Landy: Woodstock Vision, S. 12
7 Feddersen: Woodstock, S. 47
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