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Rezeptionsgeschichte der "Penthesilea" und Textvergleich close

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Rezeptionsgeschichte der "Penthesilea" und Textvergleich

Subtitle: Vergleich von Gustav Schwabs: "Penthesilea" und Wolfgang Lichts: "Die Axt der Amazonen"

Intermediate Examination Paper, 2006, 29 Pages
Author: Ursula Pötter
Subject: German Studies - Modern German Literature

Details

Event: Grundtexte der Literaturwissenschaft - Die Sagen des Klassischen Altertums
Institution/College: University of Duisburg-Essen
Tags: Rezeptionsgeschichte, Penthesilea, Textvergleich, Grundtexte, Literaturwissenschaft, Sagen, Klassischen, Altertums
Category: Intermediate Examination Paper
Year: 2006
Pages: 29
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 6  Entries
Language: German
Archive No.: V67876
ISBN (E-book): 978-3-638-60563-2
ISBN (Book): 978-3-638-67243-6
File size: 185 KB

Abstract

Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt, wie es auch schon die Gestaltung des Titels unterstreicht, auf dem Textvergleich der Sage Penthesilea, erzählt von Gustav Schwab, mit dem Roman Die Axt der Amazonen. Eine Penthesilea-Modifikation in Prosa von Wolfgang Licht. In diesem Zuge wird erarbeitet, wie diese beiden Erzählungen zusammenhängen und inwiefern Licht den Penthesilea-Stoff gebraucht, um die Geschehnisse und Handlungen in seinem Roman darzustellen. Zuvor wird der Text, um die Analyse einzubetten, einen Hintergrund erstellen, der die Mythologie, die Sage von Penthesilea und deren Rezeption in der nachantiken Literatur erläutert und zusammenfasst. Im Schlussteil wird den Fragen nachgegangen, warum Antikenrezeption betrieben wird, und ob dieser Roman den Mythos braucht, beziehungsweise ihn in diesem Sinne einsetzt.


Excerpt (computer-generated)

Universität Duisburg-Essen
Proseminar: Grundtexte der Literaturwissenschaft -
Die Sagen des Klassischen Altertums
WS 2005/2006

Rezeptionsgeschichte der Penthesilea und Textvergleich
Gustav Schwab: Penthesilea - Wolfgang Licht:
Die Axt der Amazonen

von: Ursula Pötter

 


Inhalt

0 Einleitung 1

1 Einführung ins Thema 2

1.1 Begriffsdefinitionen 2

1.1.1 Die Gattung Sage
1.1.2 Die griechische Mythologie

1.2. Die Geschichte der Penthesilea in der griechischen Mythologie 5
1.3 Die Rezeption des Penthesilea-Mythos in der nachantiken Literatur

2 Hauptteil 8

2.1 Penthesilea 8

2.1.1 Der Autor und sein Werk
2.1.2 Welche Geschichte wird erzählt?

a) Handlung
b) Figuren
c) Erzählperspektive
d) Kontext

2.2 Die Axt der Amazonen 15

2.2.1 Der Autor und sein Werk
2.2.2 Welche Geschichte wird erzählt?

a) Handlung
b) Figuren
c) Erzählperspektive
d) Kontext

2.3 Textvergleich 20

3 Schluss 25

4 Literaturverzeichnis




 

0 Einleitung

Der Schwerpunkt meiner Arbeit liegt, wie es auch schon die Gestaltung des Titels unterstreicht, auf dem Textvergleich der Sage Penthesilea, erzählt von Gustav Schwab, mit dem Roman Die Axt der Amazonen. Eine Penthesilea- Modifikation in Prosa von Wolfgang Licht. Ich werde in diesem Zuge erarbeiten, wie diese beiden Erzählungen zusammenhängen und inwiefern Licht den Penthesilea- Stoff gebraucht, um die Geschehnisse und Handlungen in seinem Roman darzustellen.

Zuvor werde ich, um die Analyse einzubetten, einen Hintergrund erstellen, der die Mythologie, die Sage von Penthesilea und deren Rezeption in der nachantiken Literatur erläutert und zusammenfasst. In meinem Schlussteil werde ich den Fragen nachgehen, warum Antikenrezeption betrieben wird, und ob dieser Roman den Mythos braucht, beziehungsweise ihn in diesem Sinne einsetzt.

1 Einführung ins Thema

1.1 Die Sagen des klassischen Altertums

1.1.1 Die Gattung Sage

Die Sage ist eine zunächst mündlich tradierte, volkstümliche Erzählung, die in jeglichen Kulturen anzutreffen ist. Die Sage steht durch die Erzählung unwirklicher Ereignisse dem Märchen sehr nahe, in der kollektiven Rezeption und der Einbindung mythischer Elemente zeigt sie Gemeinsamkeiten mit dem Epos. Anders aber als der Gattung „Märchen“ liegen der Sage immer auf einem wahren Kern basierende Gegebenheiten und reale Orte bzw. Regionen oder Datierungen zugrunde. Die Sage hat somit dem Märchen gegenüber einen höheren Realitätsanspruch.

Mit der gezielten Sammlung und Herausgabe von Sagen begann man in Deutschland zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Viele Sagen sind ätiologischer Natur, sie erklären Dinge, die in der Wirklichkeit zu finden sind, wie ein Ereignis oder Namen von Orten. Zu dieser Kategorie zählt beispielsweise die Sage von der Entführung Europas1. Grundsätzlich kann man zwei Formen von Sagen unterschieden. Zum einen die „epische Sage“ und zum anderen die „Volkssage“. Bei der epischen Sage handelt es sich um eine Form von altertümlicher Geschichtsschreibung. Oft schließen sie sich zu Sagenkreisen zusammen, die in einem historischen Kontext stehen. Hier wären als Beispiele zu nennen die germanischen Helden- und Göttersagen, der Artusepos so wie die antiken griechischen Sagen.

Eine Kennzeichnung der epischen Sagen ist die oft höchst kunstvoll niedergeschriebene Verdichtung des Stoffes. Im Gegensatz dazu ist die Volkssage sprachlich und stilistisch eher anspruchslos verfasst. Volkssagen lassen sich in etliche Kategorien unterteilen, wie beispielsweise ätiologische Sagen, geschichtliche, Kultstätten-, Supernatur-, Todessagen… 2

1.1.2 Die griechische Mythologie

Die griechische Mythologie umfasst den gesamten Bereich der Erzählungen über griechische Götter und Heroen. Die griechische Religion hat in ihr einen gedanklichen Ausdruck und man findet in ihr Spuren von anfänglichen Deutungen des Lebens und der Welt.

Die griechischen Götter- und Heldensagen, die bis ins 2. Jahrtausend v. Chr. zurückgehen, wurden teils übernommen und teilweise sind sie entstanden aus Kultsagen, die anthropomorph biographisch ergänzt wurden. Die Heldensagen, die oft historische Grundlagen haben und Reflexion von realen Personen, Ereignissen oder allgemeinen Zuständen betreiben, weisen als Eigentümlichkeit das ätiologische Interesse auf, das alle möglichen Erscheinungen in der Umwelt zu erklären versucht. Auch eschatologische Fragen und Märchenmotive werden im griechischen Mythos behandelt. Zu den Göttermythen zählen die Geschichten von der Weltentstehung aus dem Chaos, der Durchsetzung der Herrschaft der olympischen Götter, der Entstehung und Entwicklung der Menschen sowie der Beziehungen der Götter zueinander und zu den Sterblichen.

Um Helden und Heldengruppen bildeten sich Sagenkreise, wie z.B. um Herakles3 oder die Argonauten4. Zum trojanischen Sagenkreis gehören die Erzählungen von den Kämpfen um Troja, der Zerstörung der Stadt, der Heimkehr der Griechen und der Schicksale der geretteten Troer. Im Bereich der Sagen der griechischen Landschaften hat der thebanische Sagenkreis die größte Bedeutung.

Bei Homer5 ist erstmals eine Systembildung und Ordnung der Mythen erkennbar, während ein umfassendes genealogisches System, welches die Götter untereinander und mit den Menschen verband, von Hesoid6 geschaffen wurde. Während die homerischen Texte von Kult oder Wesensart einzelner Götter handeln, beschäftigen sich die zyklischen Dichter mit der stofflichen Vervollständigung der griechischen Sagen, besonders denen der großen Sagenkreise. Dieser bedienten sich dann die späteren Schriftsteller. In der Chorlyrik dienten die Mythen zur Verherrlichung der Götter und zur dichterischen Erhöhung von Menschen und Situationen. Bei den Tragikern zeigte die Verarbeitung der Mythen religiöse Vertiefung und starke Bindung an die Polis, verwies auf die Grenzen des Menschen und vollzog auch eine Entheroisierung der Heldengestalten. Von den griechischen Historikern wurden die Götter- und Heldensagen rationalistisch gedeutet, während sie von der Philosophie teilweise heftig kritisiert wurden sowie vom Christentum bekämpft und umgedeutet.

Die bildenden Künste nahmen die griechische Mythologie seit der 2. Hälfte des 8. Jahrhunderts v. Chr. als Thema auf, in und seit der Renaissance haben die Sagen der griechischen Götter und Helden bedeutenden Einfluss auf die europäische Literatur und Kunst. In der wissenschaftlichen Behandlung setzte sich eine historische Betrachtungsweise durch; in letzter Zeit werden verstärkt die ethischen Gewichtungen hervorgestellt.

1.2 Die Geschichte der Penthesilea in der griechischen Mythologie

[...]


1 Europa, eine phönizische Prinzessin, die von Zeus nach Kreta entführt und zu seiner Geliebten gemacht wurde. In der griechischen Mythologie ist so der Erdteil, auf den Zeus sie entführte, nach ihr benannt.

2 Vgl. Wayland D. Hand. Der Stand der europäischen und amerikanischen Sagenforschung. In: Leander Petzoldt (Hrsg.). Vergleichende Sagenforschung. wbg. Darmstadt 1969. S. 402-430.

3 kraftstrotzender Sagenheld und Halbgott, Zeussohn, berühmt durch seine ihm auferlegten 12 Arbeiten. Später: Unsterblicher im Olymp

4 Die Argonautensage erzählt von der Fahrt des Jason und seiner Begleiter nach Kolchis und dort von der Suche nach dem Goldenen Vlies.

5 nach antiker Überlieferung der Dichter der griechischen Epen Ilias und Odyssee, der als Vorbild aller abendländischen Epiker gilt. Er ist als historische Persönlichkeit nicht fassbar, doch wird heute überwiegend angenommen, dass sich hinter Homer ein aus Smyrna stammender Dichter des 8. Jahrhunderts v. Chr. namens Melesigenes verbirgt.

6 Griechischer Dichter und Geschichtsschreiber, ca. 700 v. Chr., vermutlich Askra in Böotien


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