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Das Bild als Element in der medialen Berichterstattung - wie werden Bilder wahrgenommen, beschrieben, analysiert und interpretiert?

Autor: Eike-Kristin Wilinski
Fach: Soziologie - Medien, Kunst, Musik

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Details

Veranstaltung: Media Events
Institution/Hochschule: Freie Universität Berlin (Institut für Soziologie)
Tags: Bild, Element, Berichterstattung, Bilder, Media, Events
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2006
Seiten: 15
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 13  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 103 KB
Archivnummer: V68168
ISBN (E-Book): 978-3-638-60675-2

Textauszug (computergeneriert)

FU Berlin, FB Politik- und Sozialwissenschaften, Wissenschaftsbereich Soziologie
WS 2005/2006
Hauptseminar: Media Events

Hausarbeit

Das Bild als Element in der medialen Berichterstattung – wie werden
Bilder wahrgenommen, beschrieben, analysiert und interpretiert?

Seminarteilnehmerin:

Eike-Kristin Wilinski

 

 

Gliederung

Gliederung  2
Einleitung  3

Teil 1 - Erklärung und Einordnung von Bildern  4

Das Bild – Begriffsklärung und Bildfunktion  4
Das Bild im Forschungszusammenhang und die Abgrenzung zum Wort  5

Teil 2 - Bildverwendung  7

Bildwahrnehmung und Wahrnehmungsnähe  7
Das Verstehen von Bildern  8
Die Verarbeitung von Bildern  8
Die Beschreibung von Bildern  9
Die Analyse von Bildern  10
Die Interpretation von Bildern  11

Teil 3  13

Zusammenfassung und Ausblick  13

Quellen  15

 

 

Einleitung

Eine Nachricht, bzw. eine Bekanntgabe in den Medien über ein bestimmtes Ereignis oder einen Sachverhalt, wird vermittelt durch Worte und/oder Bilder. Worte geben als geschlossener Text die Fakten und den Inhalt dessen wieder, was geschehen und berichtenswert ist. Sie drücken Meinungen aus und können Geschehenes bewerten. Bilder können ebenso zu Informationszwecken dienen, haben aber gleichwohl das Vermögen das Geschehene zu veranschaulichen, etwas abzubilden und vor Augen zu führen, weshalb sie eine wichtige kommunikative Rolle einnehmen: „In der Praxis dominieren Bilder die meisten medialen Kommunikationssituationen.“1 Bilder sind ebenso wie Texte ein wesentlicher und eigentümlicher Bestandteil der medialen Berichterstattung.2 Die Erforschung von Bildern gehört u.a. zu dem noch jungen, aber wachsenden Wissenschaftsbereich3 der visuellen Kommunikation. Die visuelle Kommunikation ist „ein sich dynamisch entwickelndes Forschungsfeld, das vom Austausch zwischen den Disziplinen lebt“4, also in vielen Wissenschaftsbereichen (z.B. Soziologie, Psychologie etc.) Gegenstand der Forschung ist und deren Publikationen stetig im Steigen begriffen sind.5

In dieser Hausarbeit soll ein Beitrag geleistet und ein Überblick gegeben werden, welche Bedeutung Bildern, als Teilbereich der visuellen Kommunikationsforschung, in den Medien und der Kommunikationsforschung zukommt. Im Mittelpunkt stehen das Bild und der Bildbetrachter. Es soll herausgearbeitet werden, wie Bilder wahrgenommen, bzw. wie sie beschrieben, analysiert und interpretiert werden können. 

Eine beispielhafte Bildanalyse wird in der vorliegenden Hausarbeit keinen Platz finden. Vielmehr wäre es schon allein aus Kapazitätsgründen sinnvoll, sie zu einem eigenen Gegenstand einer weiteren Hausarbeit zu machen.

Auch die ethischen Aspekte der visuellen Berichterstattung sollen in dieser Hausarbeit ausgespart werden. Gerade in Hinblick auf die moralische Verantwortung, die jeder Journalist zu tragen hat, wäre es jedoch lohnenswert auch diesem Thema einen gesonderten Blick in einer eigenen Forschungsarbeit zu widmen.

Teil 1 - Erklärung und Einordnung von Bildern

Das Bild – Begriffsklärung und Bildfunktion

Allgemein ausgedrückt spricht man in der Kommunikationswissenschaft bei einem Bild von visuellen Zeichen zur Übermittlung von Bedeutungen.6 Tiefer greift die Definition von Ludwig Wittgenstein, der davon ausgeht, dass ein Bildgestalter mit Hilfe eines Bildes als visuelles Phänomen versucht die Realität darzustellen: „Das Bild ist ein Modell der Wirklichkeit.“7 Auf die Bestimmung und den Zweck von Bildern geht Christian Doelker mit seiner Bilddefinition ein: Ein Bild ist „eine zum Zweck der Betrachtung oder Verständigung hergestellte visuelle Konfiguration.“8 Klaus Sachs-Hombach nimmt seine Begriffsbestimmung vor, indem er erklärt, was ein Bild in praktischer Hinsicht ist und ausmacht: „Bilder im engen Sinne sind artifizielle, flächige und relativ dauerhafte Gegenstände innerhalb eines Kommunikationsaktes.“9 

Bilder haben die Funktion innerhalb eines kommunikativen Aktes reale oder fiktive Sachverhalte zu veranschaulichen.10 Bilder führen uns also etwas vor Augen, können gleichwohl informierenden Charakter wie die Sprache haben und geben dem Bildbetrachter darüber hinaus die Gelegenheit, sich etwas bildlich vorzustellen, denn Bilder „stellen Personen, Gegenstände oder Ereignisse dar, sie bilden etwas ab oder zeigen etwas“.11 Klaus Sachs-Hombach unterscheidet vertiefend dazu drei Bildfunktionen: Die kognitive Funktion eines Bildes dient dazu, von etwas zu überzeugen, Meinungen und Präferenzen zu beeinflussen. Unter der epistemischen Bildfunktion ist ein empirischer Informations- bzw. Erkenntnisgewinn zu verstehen, während von einer normativen Bildfunktion zu sprechen ist, wenn das Bild durch Normenvermittlung unser grundlegendes Weltverständnis beeinflusst.12

Da ein zu weit gefasster Bildbegriff, der auch Träume, Musik und sprachliche Metaphern einbezieht nicht geeignet ist für den Inhalt der Hausarbeit und die genannten Begriffe auch nicht Teil der visuellen Kommunikationsforschung sind, bietet sich zur gezielten Themenerarbeitung vielmehr die Unterscheidung, bzw. der Bildbegriff von Marion G. Müller an. Sie unterscheidet zwischen materiellen und immateriellen (geistigen) Bildern. Das Kriterium für die in der visuellen Kommunikationsforschung relevanten Bilder liegt demnach in der materialisierten Form. Materielle Bilder können u.a. die Gestalt einer Fotografie, einer Skulptur, eines Films oder eines Videos annehmen.13

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1 Andreas Schelske: Visuell kommunikatives Handeln mittels Bildern. In: Klaus Sachs-Hombach: Bildhandeln. Interdisziplinäre Forschungen zur Semantik bildhafter Darstellungsformen. Herbert von Halem Verlag, Köln 2001. S. 154

2 Marion G. Müller: Grundlagen der visuellen Kommunikation. UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz 2003. S. 13 f.

3 Klaus Sachs-Hombach/Klaus Rehkämper: Vom Realismus der Bilder. Herbert von Halem Verlag, Köln 2000. S. 9

4 Marion G. Müller/Thomas Knieper: Kommunikation visuell. Das Bild als Forschungsgegenstand – Grundlagen und Perspektiven. Herbert von Halem Verlag, Köln 2002. S. 8

5 Klaus Sachs-Hombach. Bildhandeln. Interdisziplinäre Forschungen zur Semantik bildhafter Darstellungsformen. Herbert von Halem Verlag, Köln 2001. S. 1 (Vorwort)

6 Vgl. Microsoft Encarta Enzyklopädie Professional 2005

7 Ludwig Wittgenstein: Tractatus logico-philosophicus. Edition Suhrkamp 1963. S. 25

8 Christian Doelker: Ein Bild ist mehr als ein Bild – visuelle Kompetenz in der Multimedia-Gesellschaft. Klett Cotta.Stuttgart 1999. S. 187

9 Klaus Sachs-Hombach: Das Bild als kommunikatives Medium. Herbert von Halem Verlag, Köln 2003. S. 77

10 Vgl. Klaus Sachs-Hombach: Kann die semiotische Bildtheorie Grundlage einer allgemeinen Bildwissenschaft sein. In: Klaus Sachs-Hombach: Bildhandeln. Interdisziplinäre Forschungen zur Semantik bildhafter Darstellungsformen. Herbert von Halem Verlag, Köln 2001. S. 11

11 Manfred Harth: Bezugnahme bei Bildern. In: Klaus Sachs-Hombach: Bildhandeln. Interdisziplinäre Forschungen zur Semantik bildhafter Darstellungsformen. Herbert von Halem Verlag. Köln 2001. S. 41

12 Dazu und zur weitergehenden Vertiefung von Bildfunktionen vgl. Klaus Sachs-Hombach: Das Bild als kommunikatives Medium. Elemente einer allgemeinen Bildwissenschaft. Herbert von Halem-Verlag. Köln 2003. S.262 ff.

13 Vgl. Marion G. Müller: Grundlagen der visuellen Komunikation. UVK Verlagsgesellschaft mbh, Konstanz 2003. S. 22 ff.

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