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Autor: Dr. des. Robert Dennhardt
Fach: Philosophie - Philosophie des 17. und 18. Jahrhunderts
Details
Tags: David, Humes, Schlüsse
Jahr: 1999
Seiten: 9
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 8 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 173 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-60990-6
Zusammenfassung / Abstract
David Hume, John Locke und George Berkeley bildeten das große Dreigestirn der englischen Aufklärungsphilosophie. Hume verbrachte einige Jahre als Gesandtschaftssekretär in Frankreich, wo er unter anderem mit Rousseau in Beziehung trat. Während dieser Zeit schrieb er sein Hauptwerk Eine Abhandlung über die menschliche Natur. Er war er zu diesem Zeitpunkt 26 Jahre alt, und obwohl sein Werk schließlich 1740 in London erschien, mußte er erst mit vielen kleineren Essays die Öffentlichkeit auf sich aufmerksam machen. Für uns soll nun der erste Teil von besonderem Interesse sein ― Die Untersuchung über den menschlichen Verstand. Voranstellen möchte ich noch eine Bemerkung von Hume, als Beispiel für seine Art von Skeptizismus: "Auf diese Weise müssen wir in all unseren Gedanken und Vorstellungen aufräumen: Greifen wir irgendein Band heraus, etwa über Gotteslehre oder Schulmetaphysik, so sollen wir fragen: Enthält er irgendeinen abstrakten auf Erfahrung gestützten Gedankengang über Tatsachen und Dasein? Nein. Nun, so werft ihn ins Feuer, denn er kann nichts als Blendwerk und Täuschung enthalten." (Letzter Satz in Humes Untersuchung über den menschlichen Verstand.) So nehme ich Kapitel IV seiner Untersuchung über den menschlichen Verstand heraus, in dem Hume seine skeptischen Zweifel betreffs der menschlichen Verstandestätigkeiten ausführt. In dem gesamten Werk versucht Hume als erster, eine ausgearbeitete empirische Theorie des Menschen zu liefern. (Vgl. Störig 1998, 356.) Sie mündete in der Rezeptionsregel "Es gibt keine erkenntniserweiternden gültigen, das heißt deduktiv korrekten Schlüsse."
Textauszug (computergeneriert)
Über David Humes gültige Schlüsse
von: Robert Dennhardt
David Hume wird 1711 als Sohn eines schottischen Edelmannes in Edin-burgh geboren und ist Skeptiker. Ein Zeitgenosse schreibt über ihn:
Sein Aussehen spottete jeder Physiognomik, […] Sein Gesicht war breit und fett, sein Mund groß und
von einfältigem Ausdruck. Die Augen waren leer und geistlos, und beim Anblick seiner Korpulenz
hätte man eher glauben können, einen Schild-kröten essenden Ratsherrn als einen kultivierten
Philosophen vor sich zu sehen.1
Und der das sagte, war übrigens ein Verehrer Humes Philosophie. Wie dem auch sei, David Hume, John Locke und George Berkeley bildeten das große Dreigestirn der englischen Aufklärungsphilosophie.2 Hume verbrachte einige Jahre als Gesandtschaftssekretär in Frankreich, wo er unter anderem mit Rousseau in Beziehung trat. Während dieser Zeit schrieb er sein Hauptwerk Eine Abhandlung über die menschliche Natur. Er war er zu diesem Zeitpunkt 26 Jahre alt, und obwohl sein Werk schließlich 1740 in London erschien, mußte er erst mit vielen kleineren Essays die Öffentlichkeit auf sich aufmerksam machen. Für uns soll nun der erste Teil von besonderem Interesse sein Die Untersuchung über den menschlichen Verstand. Voranstellen möchte ich noch eine Bemerkung von Hume, als Beispiel für seine Art von Skeptizismus:
Auf diese Weise müssen wir in all unseren Gedanken und Vorstellungen aufräumen: Greifen wir
irgendein Band heraus, etwa über Gotteslehre oder Schulmetaphysik, so sollen wir fragen: Enthält er
irgendeinen abstrakten auf Erfahrung gestützten Gedankengang über Tatsachen und Dasein? Nein.
Nun, so werft ihn ins Feuer, denn er kann nichts als Blendwerk und Täuschung enthalten.3
So nehme ich Kapitel IV seiner Untersuchung über den menschlichen Verstand heraus, in dem Hume seine skeptischen Zweifel betreffs der menschlichen Verstandestätigkeiten ausführt. In dem gesamten Werk versucht Hume als erster, eine ausgearbeitete empirische Theorie des Menschen zu liefern.4
Mit einer Art Logik der Vorstellungen knüpft er an Ideen von John Locke an und beschrieb Logik danach als eine Art Anatomie des Denkens. Als erstes bestimmt Hume eine scharfe Unterscheidung aller „Gegenstände der menschlichen Vernunft in Beziehungen von Vorstellungen und Tatsachen“ anderer-seits.5 Außerdem bestimmt er das durch äußere oder innere Wahrnehmung tatsächlich Gegenwärtige als impression (Eindruck) und die durch Erinnerung und Phantasie hervorgebrachten Bilder als ideas (Ideen).6 Hier ist der Begriff Ideen in einem engeren Sinne zu verstehen als zum Beispiel bei Plato, der Ideen als ein Reich immaterieller, ewiger und unveränderlicher Wesenheiten annahm. Alle komplexen Ideen entstehen nun durch Kombinationen dieser einfachen Elemente, also Impressionen und Ideen. Hier nun stellt sich die Mathematik als einzige Wissenschaft heraus, die sich nicht mit der Verknüpfung von Vorstellungen befaßt, sondern nur mit der Verknüpfung von Tatsachen.
[...]
1 Vgl. Weischedel 1973, 170.
2 Vgl. Störig 1998, 355.
3 Letzter Satz in Humes Untersuchung über den menschlichen Verstand.
4 Vgl. Störig 1998, 356.
5 Vgl. Hume 1993, 35.
6 Vgl. Störig, ebenda.
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