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Autor: Alexander Walter
Fach: Geschichte - Nationalsozialismus, II. Weltkrieg
Details
Institution/Hochschule: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (Institut für Geschichte)
Tags: Hermann, Göring, Beauftragter, Vierjahresplan, Wirtschaft, Deutschland
Jahr: 2005
Seiten: 27
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 11 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 180 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-59476-9
ISBN (Buch): 978-3-638-67288-7
Zusammenfassung / Abstract
Hermann Göring oder „Der Dicke“, wie ihn die Menschen nannten, war ohne Zweifel eine der schillerndsten Persönlichkeiten des „Dritten Reiches“. Lange Zeit galt er zu Recht als der zweite Mann im Reich nach Hitler. Im Jahr 1936 bekam er von diesem eine der Schlüsselaufgaben nationalsozialistischer Politik übertragen: Er sollte als Bevollmächtigter des auf dem Parteitag der Ehre verkündeten Vierjahresplanes die deutsche Wirtschaft binnen kürzester Zeit auf einen totalen Krieg, den Krieg um das Schicksal der deutschen Nation vorbereiten. Ein ungeheurer Ehrgeiz, gepaart mit der Sucht nach Anerkennung, einer gehörigen Portion Opportunismus und ein ausgeprägt nationalistisches und antisemitisches Denken hatten Göring auf seinem Weg an die Spitze der nationalsozialistischen Karriereleiter geleitet. Doch rechtfertigte Göring das in ihn gesetzte Vertrauen? Schaffte er es, die Wirtschaft als Bevollmächtigter des Vierjahresplanes kriegstauglich und Deutschland vom Ausland unabhängig zu machen? Welche Maßnahmen und Schritte ließ er durchführen um die Ziele Hitlers zu erreichen. Und welchen Weg beschritt er bis er das Amt des Bevollmächtigten übernahm? Diese Fragen zu erörtern soll Aufgabe dieser Hausarbeit sein. In einem Verhör nach dem Ende des Krieges gestand Göring dem von der Idee des Vierjahresplans durchaus faszinierten amerikanischen Finanzexperten Herbert Dubois: „Ich bin nie Geschäftsmann gewesen, das war etwas völlig Neues für mich. Meine Aufgabe war es, die deutsche Wirtschaft zu organisieren, und ich habe meine ganze Energie angespannt, um die Sache ins Rollen zu bringen. Im Laufe der Jahre habe ich viel gelernt. Hauptaufgabe war es, die Ernährung zu sichern... und Deutschland autark zu machen. Die wichtigsten Probleme waren Eisen, Öl, Kautschuk.“ Neun Jahre früher hatte Adolf Hitler an die Wirtschaft appelliert, „Vertrauen Sie ihm, Er ist der beste Mann, den ich für diese Aufgabe habe.“
Textauszug (computergeneriert)
Martin – Luther – Universität Halle – Wittenberg
Institut für Geschichte
Sommersemester 2005
Hauptseminar: Die Wirtschaft im nationalsozialistischen Deutschland 1933 – 1945
Hermann Göring als Beauftragter für den Vierjahresplan
Von Alexander Walter
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Hermann Göring – Herkunft und Karriere 4
3. Der Weg zum Vierjahresplan 7
3.1 Die NSDAP und die wirtschaftliche Ausgangslage 1933 7
3.1.1 Die wirtschaftspolitischen Vorstellungen der Nationalsozialisten 7
3.1.2 Wirtschaftliche Ausgangslage und erste Maßnahmen bis 1934 7
3.2 Der Wirtschaftsminister Hjalmar Schacht und der „Neue Plan“ 9
3.3 Das Ende der Ära Schacht 12
3.4 Der Vierjahresplan – Inhalt und Ziele 13
4. Hermann Göring als Bevollmächtigter für den Vierjahresplan 14
4.1 Die Organisation des Amtes für den Vierjahresplan bis 1938 14
4.2 Die Arbeit des Amtes für den Vierjahresplan 16
4.2.1 Machtkämpfe und Anlaufschwierigkeiten 16
4.2.2 Planung und Zielerreichung 17
4.3 Das Amt für den Vierjahresplan ab 1938 23
5. Zusammenfassung 25
Literatur: 27
1. Einleitung
Hermann Göring oder „Der Dicke“, wie ihn die Menschen nannten, war ohne Zweifel eine der schillerndsten Persönlichkeiten des „Dritten Reiches“. Lange Zeit galt er zu Recht als der zweite Mann im Reich nach Hitler.
Im Jahr 1936 bekam er von diesem eine der Schlüsselaufgaben nationalsozialistischer Politik übertragen: Er sollte als Bevollmächtigter des auf dem Parteitag der Ehre verkündeten Vierjahresplanes die deutsche Wirtschaft binnen kürzester Zeit auf einen totalen Krieg, den Krieg um das Schicksal der deutschen Nation vorbereiten.
Ein ungeheurer Ehrgeiz, gepaart mit der Sucht nach Anerkennung, einer gehörigen Portion Opportunismus und ein ausgeprägt nationalistisches und antisemitisches Denken hatten Göring auf seinem Weg an die Spitze der nationalsozialistischen Karriereleiter geleitet. Doch rechtfertigte Göring das in ihn gesetzte Vertrauen? Schaffte er es, die Wirtschaft als Bevollmächtigter des Vierjahresplanes kriegstauglich und Deutschland vom Ausland unabhängig zu machen? Welche Maßnahmen und Schritte ließ er durchführen um die Ziele Hitlers zu erreichen. Und welchen Weg beschritt er bis er das Amt des Bevollmächtigten übernahm? Diese Fragen zu erörtern soll Aufgabe dieser Hausarbeit sein.
In einem Verhör nach dem Ende des Krieges gestand Göring dem von der Idee des Vierjahresplans durchaus faszinierten amerikanischen Finanzexperten Herbert Dubois:
„Ich bin nie Geschäftsmann gewesen, das war etwas völlig Neues für mich. Meine Aufgabe war es, die deutsche Wirtschaft zu organisieren, und ich habe meine ganze Energie angespannt, um die Sache ins Rollen zu bringen. Im Laufe der Jahre habe ich viel gelernt. Hauptaufgabe war es, die Ernährung zu sichern... und Deutschland autark zu machen. Die wichtigsten Probleme waren Eisen, Öl, Kautschuk.“1
Neun Jahre früher hatte Adolf Hitler an die Wirtschaft appelliert, „Vertrauen Sie ihm, Er ist der beste Mann, den ich für diese Aufgabe habe.“2
2. Hermann Göring – Herkunft und Karriere
Hermann Wilhelm Göring wurde am 12. Januar des Jahres 1893 in Rosenheim in Bayern als Sohn von Heinrich Ernst Göring und Franziska Göring (geb. Tiefenbrunn) geboren. Er entstammte einer traditionsreichen Familie, deren Mitglieder sich als Juristen und Beamte im preußischen Staat verdient gemacht und darüber hinaus seit 200 Jahren Beziehungen zur preußischen Aristokratie unterhalten hatten.3
Sein Vater Heinrich, ein promovierter Jurist, hatte im Bismarckschen Kaiserreich zunächst als Soldat gedient und war später im Konsulardienst als erster Reichskommissar für Deutsch – Südwestafrika (1885-1888) tätig. Zum Zeitpunkt der Geburt Hermann Görings befand er sich als Generalkonsul auf Haiti.4
Einige Jahre seiner Kindheit verbrachte Göring auf der Burg Veldenstein bei Nürnberg. Diese gehörte dem Geliebten seiner Mutter, einem jüdischen Arzt namens Dr. Hermann Epenstein. Nachdem die Beziehung zwischen Epenstein und seiner Mutter gescheitert war, zog er mit seinen Eltern nach München. Der Vater Heinrich musste während der Liaison seiner Frau wiederholt Demütigungen des Geliebten ertragen.
Hierin, aber auch in seinem kritiklosen Konsum hetzerischer Lektüre aus dem radikalen rechten Flügel, mag ein Grund für seinen ausgeprägten Antisemitismus zu finden sein. Sein antimarxistisches Weltbild hingegen erklärt sich wohl durch seine Abstammung aus dem staatstreuen Bürgertum, das auf die Wahrung der gesellschaftlichen Traditionen angewiesen war, um sein ökonomisches und politisches Überleben zu sichern.5
[...]
1 David Irving, Göring. Eine Biographie, München u. a. 1987, S. 239.
2 Irving, Göring, S. 247.
3 Vgl. Richard J. Overy, Hermann Göring. Machtgier und Eitelkeit, München 1990, S. 16; Irving, Göring, S. 37.
4 Vgl. Overy, Hermann Göring, S. 16; Irving, Göring, S. 38.
5 Vgl. Overy, Hermann Göring, S.29.
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