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Anregungen zur methodologischen Grundlage der Konferenzdolmetscherausbildung

Autor: Diana Hebold
Fach: Dolmetschen / Übersetzen

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Details

Kategorie: Diplomarbeit
Jahr: 2006
Seiten: 79
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 25  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 430 KB
Archivnummer: V68769
ISBN (E-Book): 978-3-638-60721-6
Anmerkungen :
Die Arbeit bietet einen Vergleich zweier unterschiedlicher Ausbildungsansätze, des Leipziger Kompetenzmodells und der Ausbildung von Dolmetschern in Budapest. Ein reichhaltiges Übungsangebot aus dem die Ausbilder schöpfen können, welches aber auch von den Auszubildenden für das Selbststudium und für "Praktiker" zur Kompetenzerweiterung genutzt werden kann, runden die Arbeit ab.

Zusammenfassung / Abstract

Wie wird man ein guter Dolmetscher? Diese Frage wird in der vorliegenden Arbeit beantwortet. Zu diesem Zweck wurden die theoretischen Grundlagen und Lehrsätze der Dolmetscherausbildung an den renommierten Universitäten Leipzig und Budapest verglichen. Der zweite und größere Teil dieser Arbeit beinhaltet ausgewählte und nach den Schwerpunkten der Ausbildung (Bilateral-, Simultan- und Konsekutivdolmetschen) gruppierte Übungen. Diese sind hauptsächlich für die Sprachenkombination Englisch-Deutsch entwickelt, können aber rasch und problemlos auf andere Sprachen angepasst werden. Ebenso ist eine Adaption auf universitätsspezifische Besonderheiten der Ausbildung möglich, wie am Beispiel der Universität Leipzig gezeigt wird. Dieses Werk, einschließlich seiner vielfältigen Übungen, richtet sich hauptsächlich an Studierende und Lehrende für das Fach Dolmetschen. Es eignet sich für den Einsatz im Unterricht, bietet aber auch im Selbststudium studentischer Übungsgruppen (die Übungszeit für den Einzelnen ist erfahrungsgemäß im Unterricht recht knapp bemessen) wertvolle Hilfestellungen. Ebenso kann es von Übersetzern und Personen genutzt werden, die auf Umwegen zum Dolmetschen kamen. Die Übungen sollen all jenen behilflich sein, die ein tiefer gehendes Interesse für das Fach Dolmetschen haben und ihre Dolmetschkompetenzen weiter vertiefen und entwickeln wollen.

Textauszug (computergeneriert)

Universität Leipzig
Institut für Angewandte Linguistik und Translatologie

Anregungen zur methodologischen Grundlage der
Konferenzdolmetscherausbildung

Diplomarbeit

vorgelegt von: Diana Hebold
vorgelegt im: September 2006

 

Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort – Aufgabenstellung ... 3

2. Darlegung zweier Lehransätze für die Konferenzdolmetscherausbildung ... 5

2.1 Die Budapester Publikation ... 5
2.1.1 Die Aufsätze ... 6
2.1.1 Die Übungen ... 9

2.2 Die Ausbildung in Leipzig – das Kompetenzmodell ... 20
2.2.1 Grundannahmen ... 21
2.2.2 Handlungsmuster der Konsekutivdolmetschkompetenz ... 22
2.2.3 Handlungsmuster der Simultandolmetschkompetenz ... 23
2.2.4 Derzeitige Umsetzung des Kompetenzmodells ... 24

3. Schlussfolgerungen aus der Analyse ... 28

3.1 Anregungen für den Unterricht, das Selbststudium und Praktika ... 28
3.1.1 Dolmetschspezifische Handlungsmuster beim Konsekutivdolmetschen und dazu vorgeschlagene und modifizierte Übungen ... 28
3.1.2 Dolmetschspezifische Handlungsmuster beim Simultandolmetschen und dazu vorgeschlagene und modifizierte Übungen ... 51

3.2 Handlungsmuster und Übungsvorschläge – eine Liste ... 64
3.2.1 Liste der konsekutivdolmetschspezifischen Handlungsmuster und Übungsvorschläge ... 64
3.2.2 Liste der simultandolmetschspezifischen Handlungsmuster und Übungsvorschläge ... 71

4. Zusammenfassung und Ausblick ... 75

5. Literaturverzeichnis ... 77
 


"Das Was bedenke, mehr bedenke Wie."
Homunculus, Faust II1

1. Vorwort – Aufgabenstellung

Die vorhandene Literatur über das Dolmetschen und die Dolmetscherausbildung ist sich weitgehend einig darüber, das Dolmetschen als erlernbare Kompetenz zu betrachten, die allerdings eine gezielte pädagogische Ausbildung erfordert. Der Ausgangspunkt für meine Diplomarbeit war die Feststellung, dass zwar viel über die Ausbildung von Konferenzdolmetschern2 geschrieben wird, aber nur wenige konkrete Vorschläge angeboten werden, wie sie aussehen soll. Selten ist auch die Darstellung gezielter Übungen zur Entwicklung der Dolmetschkompetenz.

Bei Betrachtung der bisher erschienenen Literatur lässt sich durchaus eine Entwicklung der Dolmetschforschung und Didaktik feststellen. Während anfangs die Aufmerksamkeit eher der linguistischen Analyse der Ausgangssprache und der Umsetzung dieser Erkenntnisse in die Zielsprache galt,3 richtete sich die Konzentration später auf die Erforschung und Erklärung des Dolmetschvorganges. Davon zeugen zahlreiche Versuche, eben diesen Dolmetschvorgang in Einzel- und Teilhandlungen oder Phasen zu gliedern.4 Verschiedene Werke erörtern die unterschiedlichsten Aspekte der Dolmetscher- und Übersetzerausbildung, wie z.B. kulturelle Einflüsse auf eine Dolmetschleistung oder auch die Übersetzung mit Hilfe von Computern und die Recherche im Internet.5 In allen Fällen kommen nur vereinzelt konkrete Vorschläge zum Tragen, wie die Dolmetschkompetenz durch Übungen gefestigt werden kann.

Weiterhin wird das Thema Ausbildung auf diversen Konferenzen und in Produktionsseminaren erörtert. Aber auch dort werden nur sporadisch Hinweise auf Übungen angebracht. Vielmehr liegt der Schwerpunkt auf einer Strukturierung der Ausbildung und darauf, welche Aspekte in derselben verankert sein sollten, um eine Standardisierung der Ausbildungsinhalte zu erreichen und die Kompetenz der Dolmetscher auf internationaler Ebene zu gewährleisten.6 Als Beispiel möchte ich den Aufsatz von Hans G. Hönig zum internationalen Produktionsseminar in München anführen, der zwar als Übungen zur Notizentechnik Paraphrasierungs- und Nacherzählungsübungen oder das Vergleichen der Notizen empfiehlt, allerdings keinen Übungsaufbau anbietet.7 Auch auf den Konferenzen in Dänemark taucht ab und zu eine Übung auf. So wurden durch Ana Ballester und Catalina Jiménez aus Spanien einige Gedächtnis-, Verbindungs- und Analyseübungen vorgestellt und durch Beispiele veranschaulicht.8

Aufgrund des allgemeinen Mangels an konkreten Übungen bot das Erscheinen der Budapester Publikation „Interpreting: From Preparation To Performance“, herausgegeben von Csilla Szabó,9 einen willkommenen Anlass, diesen Umstand einmal genauer zu untersuchen. Entsprechend möchte ich in der vorliegenden Arbeit die Übungen, die dieses Buch bietet, daraufhin untersuchen, ob sie sich als nützlich für die Ausbildung von Konferenzdolmetschern an der Universität Leipzig erweisen und sich schlussendlich, eventuell in modifizierter Form, für den Unterricht und das Selbststudium nutzen lassen.

Vorgehen möchte ich bei dieser Untersuchung, indem ich zunächst das Budapester Kompendium auswerte und danach die Theorie, nach der in Leipzig unterrichtet wird: das LKM – das Leipziger Kompetenzmodell des Dolmetschens. Im dritten Teil meiner Arbeit werde ich untersuchen, ob sich die im Budapester Handbuch vorgeschlagenen Übungen auch in Leipzig für die Ausbildung als hilfreich erweisen könnten. Da zu erwarten ist, dass der Selbststudienanteil für die Studenten angesichts der Kürzungen im Hochschuletat noch weiter ansteigen wird, sollen die Übungen also nicht nur für Lehrkräfte, sondern auch für die Studenten hilfreiche Anregungen bieten, um motiviertes Lernen zu ermöglichen.

Ich selbst habe Arabisch und Englisch als Arbeitssprachen gewählt und im Hauptfach studiert, des Weiteren Französisch bis zum Abschluss des Vordiploms. Entsprechend sind dies also die Sprachen, auf die ich mich bei der Analyse der Lehre in Leipzig beziehen, und für die ich teilweise Übungsvorschläge unterbreiten kann.
 

2. Darlegung zweier Lehransätze für die Konferenzdolmetscherausbildung

2.1 Die Budapester Publikation

Die Budapester Publikation "Interpreting: From Preparation To Performance" erschien im Jahr 2003,10 um der Ausbildung von dringend benötigten Konferenzdolmetschern und Dolmetschern Anregungen und Hilfen zuzuführen.

Der Aufbau des Buches ist zweiteilig: im ersten Teil werden in sechs Aufsätzen die Ausbildung von Dolmetschern und die dabei auftretenden Probleme erörtert. Der zweite Teil stellt 38 Übungen vor, die im Unterricht oder Selbststudium zur Entwicklung verschiedenster dolmetschrelevanter Fähigkeiten genutzt werden können. Zu Anfang des Buches werden die Autoren mit kurzen Lebensläufen vorgestellt. Alle Autoren arbeiten als selbstständige Dolmetscher, manche sogar für die Europäische Kommission. Jeder einzelne von ihnen hat Erfahrungen in der Ausbildung von Dolmetschern gesammelt. Sie sind Lehrer und Dozenten und geben Dolmetsch- und Übersetzungskurse, manche zusätzlich auch Kurse für SKA11 oder Landeskunde an verschiedenen Hochschulen.

[...]


1 Goethe, 1981, S.259 (Faust II, 2. Akt- Laboratorium)

2 Der besseren Lesbarkeit halber verwende ich im gesamten Text das generische Maskulinum.

3 Kade, 1977

4 Kutz, Materialien zur Vorlesung "Dolmetschwissenschaft", 2003, Vorlesung 2

5 Fleischmann, 1997

6 Dollerup, 1992; Dollerup, 1994; Dollerup, 1996; Breitung, 1994

7 Hans G. Hönig, in: Breitung, 1994, S.76

8 Ana Ballester und Catalina Jiménez, in: Dollerup, 1992, S.242f

9 Szabó, 2003

10 Szabó, 2003

11 SKA – Sozial- und Kulturwissenschaftliche Auslandsstudien – Bezeichnung an der Universität Leipzig

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