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Autor: Isabel Findeiss
Fach: Kunst - Sonstiges
Details
Institution/Hochschule: Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt (Philosophisch-Pädagogische Fakultät, Lehrstuhl für Kunstgeschichte)
Tags: Documenta, Idee, Geschichte, Documenta
Jahr: 2002
Seiten: 27
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 14 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 179 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-61148-0
Textauszug (computergeneriert)
Documenta – Idee und Geschichte
von: Isabel Findeiss
6. Semester, Sommersemester 2002
Gliederung
1. Einleitung
2. Überblick über die Literatur
3. Geschichte der Documenta
3.1. Documenta 1 (1955)
3.2. Documenta 2 (1959)
3.3. Documenta 3 (1964)
3.4. Documenta 4 (1968)
3.5. Documenta 5 (1972)
3.6. Documenta 6 (1977)
3.7. Documenta 7 (1982)
3.8. Documenta 8 (1987)
3.9. Documenta 9 (1992)
3.10. Documenta 10 (1997)
3.11. Documenta 11 (2002)
4. Schlussbemerkung
5. Literaturverzeichnis
1. Einleitung
Documenta – der Name dieser im mehrjährigen Abstand in Kassel stattfindenden Kunstausstellung ruft bei den meisten Menschen, hauptsächlich den kunstinteressierten, die unterschiedlichsten Reaktionen hervor. Für die einen ist die Documenta eine der bedeutendsten Ausstellungen der Gegenwartskunst, die anderen lehnen sie als angebliches „Produkt der Freizeitindustrie“1 schlichtweg ab, oder unterstellen ihr gravierende Einflussnahme auf den nationalen und internationalen Kunst- und Ausstellungsbetrieb.
Auch haftet der Documenta immer noch ein ganz bestimmter Mythos an: Ordnung in das unübersichtliche Gebiet der Gegenwartskunst zu bringen! Doch ist das heute überhaupt noch möglich? In unserem Zeitalter der neuen Medien greifen Künstler mehr und mehr auch in Bereiche ein, die früher als „kunstlos“ erachtet wurden. Grenzen werden überschritten und verwischt – zwischen Stilen und Gattungen, der Gegenwart und der Vergangenheit, durch die Öffnung der Grenzen in Europa auch zwischen den Ländern. So wird der Überblick über das aktuelle Kunstgeschehen immer schwieriger. Genau den will die Documenta jedoch jedes Mal aufs neue geben.
Worauf gründet die Documenta dann diesen Anspruch? Welche Idee steckt hinter diesem Ausstellungszyklus? Diese Fragen klären sich, wenn man die Geschichte der Documenta von ihren Anfängen 1955 bis zum heutigen Zeitpunkt verfolgt. Ich möchte nun deshalb chronologisch auf die einzelnen Documenta-Ausstellungen eingehen und anhand dieser Abfolge die Hintergrundidee und die Geschichte der Documenta darstellen.
2. Überblick über die Literatur
Neben Aufsätzen und Artikeln in diversen Tageszeitungen und Zeitschriften, die jeweils die aktuelle, in dem entsprechende Jahr stattfindende Documenta betreffen, lässt sich darüber hinaus auch eine große Menge an Literatur zur Documenta allgemein und ihrer Geschichte finden. Hierbei hat sich besonders Harald Kimpel hervorgetan, der neben seinem Artikel „Warum gerade Kassel?“ in Band 49 der Zeitschrift „Kunstforum“ mit „documenta. Die Überschau“ ein Überblickswerk zu dieser Ausstellung verfasst hat. In „documenta. Mythos und Wirklichkeit“ versucht Kimpel dagegen, die Documenta kritisch zu hinterfragen, indem er sich mit den Strukturen, dem Ort und der Art der Kunstvermittlung der „ Institution Documenta“ auseinandersetzt.
Auch direkt Beteiligte diverser Documenta-Ausstellungen äußern sich zur Geschichte der Documenta, so beispielsweise der künstlerische Leiter der Documenta 6 und 8, Manfred Schneckenburger, mit seinem Werk „documenta. Idee und Institution“ oder der Pressesprecher der Documenta 3, Alfred Nemeczek. Er veröffentlicht neben kürzeren Artikeln in der Zeitschrift „Art“ von 1982 und 1987 auch das kompakte kleine Buch „documenta. Wissen 300“ mit einem kurzen, prägnanten Abriss der Documenta-Geschichte. Bei diesen Werken der direkt Beteiligten lässt sich jedoch deutlich die Tendenz erkennen, die Dinge subjektiv aus der eigenen Perspektive zu beschreiben.
Des weiteren ist Volker Rattemeyers „documenta. Trendmaker im internationalen Kunstbetrieb“ zu erwähnen, der sich in einer Sammlung von Essays, entstanden während einer Tagung der Kasseler Hochschulwoche, mit dem Einfluss der Documenta auf den Kunstmarkt und die allgemeine Wertschätzung der dort gezeigten Werke und Künstler auseinandersetzt. Auch sollte Walter Grasskamps Aufsatz in Band 49 des „Kunstforums“ nicht vergessen werden, der sich in „Modell documenta oder wie wird Kunstgeschichte gemacht“ damit auseinandersetzt, welchen Einfluss die Documenta auf die Kunstgeschichtsschreibung ausübt. Zuletzt muss in unserer Zeit der neuen Medien auch auf das Internet als Informationsquelle hingewiesen werden. Die offizielle Seite der Documenta unter http: //www.documenta.de enthält neben allen wichtigen Informationen zur aktuellen 11. Documenta 2002 auch einen historischen Überblick.
3. Geschichte der Documenta
Befasst man sich näher mit der Geschichte der Documenta, stellt sich zuerst die Frage, bei welchem Zeitpunkt man beginnen soll. Fängt man direkt mit dem Jahr 1955, dem Jahr der ersten Documenta, an oder beginnt man schon früher, wie Harald Kimpel, der meint, „dass die Geschichte der documenta nicht erst 1955 mit dem Stattfinden der d1 einsetzt, sondern bereits mit einer „Inkubationszeit“ des Unternehmens während der ersten Hälfte der 50er Jahre“.2 Unbestreitbar bleibt, dass man freilich die Geschichte der Documenta nicht adäquat darstellen kann, ohne auf die näheren Umstände und den Zustand Kassels nach dem Zweiten Weltkrieg und in den frühen 50er Jahren einzugehen.
1955, im Jahr der ersten Documenta und zehn Jahre nach Ende des Krieges, liegt das Stadtgebiet von Kassel immer noch weitgehend in Trümmern. Kassel war während der nationalsozialistischen Herrschaft in Deutschland durch seine zentrale Lage und das Vorhandensein von Bodenschätzen zu einem Zentrum der Rüstungsindustrie aufgerückt und deshalb in den letzten Kriegsjahren von den Alliierten besonders heftig bombardiert worden. Durch die Veränderung der politischen Situation nach 1945 und die Gründung der DDR liegt Kassel nun auch nicht mehr im Zentrum Deutschlands, sondern am östlichen Rande des Landes, gerade mal 30 km von der Grenze Ostdeutschlands entfernt. Diese Tatsache sowie die aus diesem Grunde damals schon hohe Zahl der Arbeitslosen tragen dazu bei, dass der Wiederaufbau Kassels nur schleppend voran geht und sich auch noch bis weit in die 60er Jahre hineinziehen sollte.3
Um nun die missliche Lage der Stadt etwas zu verbessern, bewirbt Kassel sich um die Ausrichtung der Bundesgartenschau im Jahre 1955. Dadurch erhofft man sich Einnahmen durch Touristen und ein besseres Image für die Stadt.4
3.1. Documenta 1 (1955)
[...]
1 Kimpel, Harald: documenta. Mythos und Wirklichkeit, Köln 1997, S.76. Im folgenden zitiert als „Kimpel 1997“.
2 Kimpel, Harald: Warum gerade Kassel? Zur Etablierung des documenta-Mythos, in: Kunstforum 49/1982, S.25.
3 Vgl. Kimpel 1997, S.94f.
4 Kimpel 1997, S.95f.
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