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Gott erfahren im Spannungsfeld von Offenbarung und Verhüllung - eine theologische Verortung des Begriffs der Gotteserfahrungen

Autor: Niels Hoffmann
Fach: Theologie - Systematische Theologie

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Details

Kategorie: Diplomarbeit
Jahr: 2001
Seiten: 70
Note: 2,0
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 195 KB
Archivnummer: V6883
ISBN (E-Book): 978-3-638-14355-4

Textauszug (computergeneriert)

Katholische Fachhochschule Mainz
Fachbereich: Praktische Theologie

Gott erfahren im Spannungsfeld von Offenbarung und Verhüllung
 - eine theologische Verortung des Begriffs der Gotteserfahrung

Diplomarbeit

zum Wintersemester 2000 / 01
im Fachbereich Praktische Theologie

Vorgelegt von:

Niels Hoffmann

Inhaltsverzeichnis

0. Einführung ... 4

1. Erfahrung ... 7
   
1.1 Erfahrung im profanen Verständnis ... 7
        1.1.1 Von der Wahrnehmung zur Erfahrung ... 7
        1.1.2 Erfahrungen sind nicht machbar ... 9
        1.1.3 Erfahrungen sind auf Ganzheit ausgerichtet ... 10
        1.1.4 Erfahrungen als Erfahrungsgeschichte ... 13
    1.2 Gotteserfahrung ... 13

2. Offenbarung ... 16
   
2.1 Wesentliche Aspekte zur Offenbarungslehre ... 17
        2.1.1 Offenbarung als Selbstmitteilung Gottes zum Heil der
        Menschen ... 17
        2.1.2 Wie offenbart sich Gott ... 22
            2.1.2.1 Offenbarung in der Schöpfung ... 23
            2.1.2.2 Offenbarung in der Geschichte ... 27
            2.1.2.3 Offenbarung in Jesus von Nazareth ... 30

3. Verhüllung ... 34
   
3.1 Gott als Geheimnis ... 35
        3.1.1 Transzendenz Gottes ... 35
        3.1.2 Verhüllung in der Offenbarung ... 37
        3.1.3 Sünde und Sündhaftigkeit des Menschen ... 39

4. Glauben im Kontext von Verhüllung und Offenbarung ... 43
   
4.1 Was Glauben meint ... 44
    4.2 Glaube als personales Ereignis ... 46
    4.3 "Ich glaube, darum weiß ich" ... 47
    4.4 Glaube als Wagnis ... 49
    4.5 Glaube als Antwort des Menschen auf die Selbstoffenbarung
    Gottes ... 52

5. Zusammenfassung und Fazit: Das Spannungsfeld von Offenbarung
und Verhüllung, in dem sich Gotteserfahrungen und Glauben ereignen ... 56

6. Abschließender Ausblick ... 61

7. Literaturverzeichnis ... 66


0. Einführung
Die Motivation zu der hier vorliegenden Diplomarbeit mit dem Titel: Gott erfahren im Spannungsfeld von Offenbarung und Verhüllung - eine theologische Verortung des Begriffs der Gotteserfahrung entstand aus folgender Beobachtung heraus: Bei Diskussionen in Vorlesungen und Seminaren des Studiums der Praktischen Theologie schien es oft, als verstünde jeder etwas anderes über grundsätzliche Begriffe der Theologie wie Gott, Spiritualität, Glaube oder das Christliche... usw. Mit dem Begriff Gotteserfahrungen war es nicht anders. Wenn jeder unter diesen Begriffen etwas anderes versteht, wie soll man sich dann noch verständigen? Dabei standen sogar Meinungen im Raum, welche jede Prämisse über Gott bzw. Gotteserfahrung ignorierten und dennoch beharrlich eine persönlichen Beziehung zu Gott konstatierten. "Doch macht die Rede von einer persönlichen Beziehung [zu Gott] wenig Sinn, solange nicht inhaltlich Aussagen wenigstens vorausgesetzt werden."

Unzufrieden über diesen Beliebigkeitspluralismus erwuchs das Bedürfnis, hier eine Diplomarbeit zu erstellen, die sich eingehend der Gotteserfahrung widmet und sie im Spannungsfeld von Offenbarung einerseits und Verhüllung andererseits zu verorten versucht. Denn der Begriff der Gotteserfahrung "[...] existiert in dem Bewußtsein der meisten Benutzer in der elementaren Weise eines ‚Vor-Urteils′, d.h. in der Weise einer Überzeugung, die unzähligen weiteren Entscheidungen und Ansichten zugrunde liegt, die aber selbst unbegründet bleibt, oder besser gesagt: die scheinbar gar keiner Begründung bedarf, da ihre Richtigkeit unmittelbar einleuchtet."

Ziel der Arbeit ist es daher, wesentliche Charakteristika zu beleuchten
die Gotteserfahrungen kennzeichnen und umgeben. Denn die Frage, ob Gott sich heute noch erfahren läßt bzw. überhaupt erfahren werden kann, ist von großer Wichtigkeit für den christlichen Glauben; liegt darin doch die Frage nach Gott selbst verborgen. Erheben Christen die Frage nach Gott, so stellen sie die Frage nach der ureigenen Mitte des Glaubens. Wenn Gott nicht erfahrbar ist, welche Relevanz hätte er dann noch in dieser Welt und im Leben der Menschen? Gott ist es, auf den hin sämtliche Aussagen der Theologie vorgenommen werden. Fiele Gott weg, so fehlte der Theologie dasjenige, was sie erst zur Theo-logie, also zur Lehre bzw. Rede von Gott machte. Gott ist - und das ist mehr als ein Gemeinplatz - bleibender Bezugspunkt jeder Theologie und des christlichen Glaubens.

Allerdings wäre es verfehlt, hier auch eine umfassende Antwort auf die Frage nach Gott und seiner Erfahrbarkeit zu erwarten. Der Fokus der Arbeit liegt auf der Spannung zwischen der Offenbarung Gottes und der Tatsache, daß Gott der Welt dennoch unzugänglich und verhüllt ist. Dieser Spannung sind Gotteserfahrungen ausgesetzt. Deshalb wird aber keine methodisch-didaktische bzw. religionspädagogische Vermittlung vorgestellt, wie Gott sich im Spannungsfeld von Offenbarung und Verhüllung erfahren ließe, sondern es soll eine systematisch-theologische Fundierung bzw. Artikulation dieser Spannung erfolgen.

Aber auch mit dieser Beschränkung ist das Feld, was im Fortgang betreten wird, noch sehr weitläufig. Sehr groß sind die Möglichkeiten des Ausschweifens und Exkursierens. Aber gerade darin liegt die Herausforderung der Arbeit, wesentliche Inhalte des Glaubens zur Sprache und verständlich auf den Punkt zu bringen. Ohne die christliche Religion im Kern verkürzen zu wollen, muß es dennoch möglich sein, nicht in Form ganzer Bibliotheken auf die Frage nach Gotteserfahrung zu antworten, sondern in wichtigen Grundzügen auf wenigen Seiten von Erfahrungen Gottes zu sprechen.

Die Diplomarbeit baut sich ihrem Titel gemäß auf: Im Kapitel 1 wird zunächst einmal zu klären sein, was Erfahrung als solche kennzeichnet bevor sich mit Gotteserfahrungen näher beschäftigt werden kann. Sodann wird diese Sichtweise auf die Gotteserfahrung transferiert und festgestellt, daß die Gotteserfahrung die Offenbarung Gottes voraussetzt. Kapitel 2 wird dann wesentliche Aspekte zur Offenbarungslehre behandeln. Im Kapitel 3 wird der Offenbarung die Verhüllung Gottes gegenüber gestellt und näher untersucht. Kapitel 4 versucht im Anschluß zu sagen, welche Konsequenzen sich daraus für den Glauben ergeben bzw. was Glauben im Kontext zur Offenbarung und Verhüllung eigentlich bedeutet. Im Kapitel 5 werden die Ausführungen der vorherigen Kapitel zusammengefaßt und ein Fazit über die dargelegten Inhalte gezogen. Im letzten Kapitel, dem Kapitel 6, findet dann noch ein abschließender Ausblick statt.

Es sei zum Schluß noch darauf hingewiesen, daß sämtliche in dieser Diplomarbeit zitierten Bibelstellen, sich auf die allgemein gebräuchliche Einheitsübersetzung beziehen. Desweiteren ist diese Arbeit unter Verwendung der alten Rechtschreibregelung verfaßt worden. Ebenso wurde auf die Ergänzung weiblicher Endungen bei Berufs- und Rollenbezeichnungen zugunsten eines flüssigeren Lesens verzichtet. Der Autor ist sich aber bewußt, daß beim Gebrauch von männlichen Berufs- und Rollenbezeichnungen, auch stets Frauen damit gemeint sein können.

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