Quellenanalyse: Kardinal Bertram - "Ein offenes Wort in ernster Stunde" close

Bitte warten

Bitte installieren Sie den Flash Player, wenn kein E-Book erscheint.

Quellenanalyse: Kardinal Bertram - "Ein offenes Wort in ernster Stunde"

Autor: Dörte Ridder
Fach: Geschichte - Nationalsozialismus, II. Weltkrieg

Lesen Sie im E-Book



Details

Veranstaltung: Proseminar: Katholische Kirche und nationalsozialistische Herrschaft
Institution/Hochschule: Westfälische Wilhelms-Universität Münster (Historisches Seminar)
Tags: Quellenanalyse, Kardinal, Bertram, Wort, Stunde, Proseminar, Katholische, Kirche, Herrschaft
Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2003
Seiten: 19
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 23  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 205 KB
Archivnummer: V69033
ISBN (E-Book): 978-3-638-80887-3

Textauszug (computergeneriert)

Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Historisches Seminar Proseminar: Katholische Kirche und nationalsozialistische Herrschaft

Quellenanalyse: Kardinal Bertram - „Ein offenes Wort in ernster Stunde“

von Dörte Ridder
2003

 

Inhaltsverzeichnis

I. Methodische Vorüberlegungen ... 3

II. Hinführung zum Quellentext ... 3

1.) Historischer Kontext: Der Nationalsozialismus und die katholische Kirche bis 1931 ... 3

2.) Biographischer Kontext: Adolf Kardinal Bertram ... 5

3.) Quellenbezogener Kontext ... 7

III. Quellenanalyse ... 8

1.) Berechtigter Nationalismus als Brücke zwischen katholischer Kirche und Nationalismus ... 8

2.) Das Spannungsfeld zwischen Assimilation und Widerstand ... 10
a.) Obrigkeit ist gottgegeben ... 10
b.) Auflehnung gegen die nationalsozialistische Ideologie ... 10

3.) Die Instrumentalisierung der Kirchengeschichte – oder die Vergleichbarkeit von Reformation und dem Niedergang der Weimarer Republik ... 12

4.) Die Besonnenheit als Grat zwischen Abwarten und Handeln ... 13

IV. Integration der Quelle in den historisch-politischen

Gesamtzusammenhang ... 15

V. Literaturverzeichnis ... 18

 

I. Methodische Vorüberlegungen

Im Mittelpunkt der vorliegenden Hauarbeit steht die Quellenanalyse der Kundgebung Adolf Kardinal Bertrams, „Ein offenes Wort in ernster Stunde“, die er am Ende des Jahres 1930 verfasst hat.
Zur besseren Einordnung der Quelle in die Gesamtproblematik sollen jedoch zuerst Zusammenhänge aufgezeigt werden, die für das Verständnis der Quelle relevant sind. Dafür sind ein Vorverständnis der nationalsozialistischen Grundhaltung zur katholischen Kirche bis 1931, ebenso wie biographische Angaben zu Adolf Bertram und der quellenbezogene Kontext, der Auskunft geben soll über die Vorgeschichte der Entstehung der Quelle, von großer Bedeutung.
Bei der Quellenanalyse sollen dann anhand von vier entwickelten Problemstellungen beziehungsweise Thesen die relevanten Aussagen der Quelle untersucht werden.
In einem letzten Schritt sollen die erarbeiteten Erkenntnisse in ihren historisch-politischen Gesamtzusammenhang gestellt werden. Schwerpunktmäßig sollen die genannten Aspekte an der übergeordneten Hauptfragestellung: ‚Inwieweit ist die Kundgebung ein förderlicher und wirkungsvoller Beitrag zur Stärkung der Position der Kirche am Ende der Weimarer Republik?‘ näher geprüft werden.
Vor dem Hintergrund der Bedeutsamkeit der erarbeiteten Quelle für diese Zeit ist es erstaunlich, dass die Literaturlage diesbezüglich sehr schlecht ist. Zwar gibt es zahlreiche Biographien Bertrams, jedoch geht niemand ausführlicher auf die Kundgebung vom Dezember 1930 ein. Aus diesem Grund ist eine Untersuchung der Quelle besonders interessant.

 

II. Hinführung zum Quellentext

1.) Historischer Kontext: Der Nationalsozialismus und die katholische Kirche bis 1931

Religionspolitsche Vorstellungen der Nationalsozialisten wurden erstmalig im 25-Punkte Programm der NSDAP vom 24. Februar 1920 deutlich formuliert. Unter Punkt 24 heißt es darin:

Wir fordern die Freiheit aller religiösen Bekenntnisse im Staat, soweit sie nicht dessen Bestand gefährden oder gegen das Sittlichkeits- und Moralgefühl der germanischen Rasse verstoßen.
Die Partei als solche vertritt den Standpunkt eines positiven Christentums, ohne sich konfessionell an ein bestimmtes Bekenntnis zu binden. Sie bekämpft den jüdisch-materialistischen Geist in und außer uns und ist überzeugt, daß eine andauernde Genesung unseres Volkes nur erfolgen kann von innen heraus auf der Grundlage: Gemeinnutz vor Eigennutz. 1

Obwohl klar wird, wie mehrdeutig die gewählten Begrifflichkeiten sind, bezogen die deutschen Bischöfe zunächst öffentlich keine Stellung. Zu stark waren sie in dieser Zeit damit beschäftigt ihre Position gegenüber der Weimarer Republik zu finden.2 Hinzu kam, dass die NSDAP in den 20er Jahren kaum Wahlerfolge erzielte und außerhalb Bayerns nicht ganz ernst genommen wurde.

[...]


1 Feder, Gottfried. Das Programm der N.S.D.A.P. und seine weltanschaulichen Grundgedanken. München, 1933. S. 17-21.

2 Vgl. Denzler, Georg; Volker Fabricius (Hrsg.). Die Kirchen im Dritten Reich. Christen und Nazis Hand in Hand? Bd. 1: Darstellung. Frankfurt, 1984. S. 24-25.

Kommentare

Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:

http://www.grin.com/e-book/69033/