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Bachelorarbeit, 2006, 59 Seiten
Autor: Belinda Ermler
Fach: Ernährungswissenschaft / Ökotrophologie
Details
Institution/Hochschule: Justus-Liebig-Universität Gießen (Institut für Wirtschaftslehre des Haushalts und Verbrauchsforschung)
Tags: Konsummuster, Lebensformen, Konsum, Menschen, Dienstleistungen, Lebensqualität, Alter, Konsummuster, Lebensformen
Jahr: 2006
Seiten: 59
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 70 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-60223-5
Dateigröße: 1031 KB
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Thematik der Dienstleistungen für mehr Lebensqualität im Alter. Das Ziel dieser Arbeit soll es sein, anhand der Einkommensverwendung von Senioren, einen Einblick in die Zeitgestaltung der nachberuflichen Phase zu gewährleisten. Hierzu werden unterschiedliche Studien, die sowohl amtlichen wie auch nicht amtlichen Statistiken entstammen, herangezogen.
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Textauszug (computergeneriert)
Justus-Liebig-Universität Giessen
Professur für Wirtschaftslehre des Privathaushalts und Familienwissenschaft
Konsummuster privater Lebensformen - Konsum älterer Menschen - Dienstleistungen für Lebensqualität im Alter
Belinda Ermler
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung ... 1
1.1 Zielsetzung und Vorgehensweise ... 1
2. Demographische Entwicklung und Lebenslagen im Alter ... 2
2.1 Soziodemographische Entwicklung ... 3
2.1.1 Feminisierung ... 5
2.1.2 Singularisierung ... 5
2.1.3 Ausdehnung der Altersphase ... 6
2.2 Immaterielle Situation im Alter ... 7
2.2.1 Bildung ... 7
2.2.2 Gesundheit ... 8
2.2.3 Zufriedenheit ... 9
2.3 Materielle Situation im Alter ... 9
2.3.1 Einkommen ... 9
2.3.2 Vermögen ... 11
3. Einkommens- und Zeitverwendung im Alter für ausgewählte Lebensbereiche ... 12
3.1 Mobilität im Alltag ... 13
3.1.1 Auto ... 14
3.1.2 Bahn ... 16
3.1.3 ÖPNV ... 18
3.2 Seniorenmarkt Tourismus ... 20
3.2.1 Abgrenzung des Begriffs Tourismus ... 20
3.2.2 Reiseverhalten der Senioren ... 20
3.2.3 Bedarfe und Anforderungen an Seniorenreisen ... 29
3.3 Seniorenmarkt Freizeitsport ... 32
3.3.1 Barrieren und Motivation für die Aufnahme einer sportlichen Aktivität ... 33
3.3.2 Bedarfe und Anforderungen an Sportangebote ... 34
3.4 Haushaltsnahe Dienste für eine selbstständige Lebensführung ... 36
3.4.1 Motive für die Inanspruchnahme haushaltsnaher Dienstleistungen ... 37
3.4.2 Betreutes Wohnen ... 37
3.4.3 Ambulante Pflege ... 40
4. Diskussion der Ergebnisse ... 41
5. Zusammenfassung ... 43
6. Abstract ... 44
Literatur ... 45
1. Einleitung
Immer mehr Menschen werden immer älter. Und immer mehr alte Menschen stehen immer weniger Jungen gegenüber. Wir befinden uns in einem Wandel - in einem demographischen Wandel. War vor 50 Jahren lediglich jeder Siebte älter als 59 Jahre, so erreicht mittlerweile jeder Vierte das Seniorenalter. (vgl. Statistisches Bundesamt, 2003: 13) Entgegen jedem Jugendkult, wie er in den Medien präsentiert ist, wird die Gesellschaft zunehmend durch einen im Durchschnitt älteren Menschen charakterisiert sein. Es wird deutlich, dass mit der wachsenden Bedeutung älterer Menschen, die einseitige Betrachtung zentriert auf die „Jungen“ erweitert werden muss, so wie sich das Leben der älteren Menschen selbst wandelt. Zudem muss es zu einer Korrektur des überwiegend negativen Altenbildes kommen, welches keinesfalls mit der bestehenden Realität übereinstimmt.
Oftmals wird unter einem „alten Menschen“ ein armes, vereinsamtes, gebrechliches und oftmals physisch krankes Individuum verstanden. Bei den Senioren handelt es sich aber nicht um eine homogene Gruppe. Sie zeigen, ebenfalls wie die jüngeren Generationen, ein differenziertes Bild auf. Folglich gibt es unter ihnen eine Vielzahl von agilen, flexiblen, kontakt- und konsumfreudigen Senioren.
Zusätzlich weisen sie ein enormes Kaufkraftpotential auf, da sie neben der freiverfügbaren Zeit auch im Besitz der nötigen finanziellen Ressourcen sind. Rund ein Viertel der monetären Vermögensbestände entfällt auf die Haushalte der Senioren. (vgl. Statistisches Bundesamt, 2005: 1) Folglich stellen sie einen immensen Wirtschaftsfaktor dar, dessen Erschließung noch aussteht. Vor allem im tertiären Sektor1 können die Ressourcen der älteren Generation gewinnbringend eingesetzt und ferner die mit dem Alter einhergehenden Bedürfnisse befriedigt werden.
1.1 Zielsetzung und Vorgehensweise
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Thematik der „Dienstleistungen für mehr Lebensqualität im Alter“. Das Ziel dieser Arbeit soll es sein, anhand der Einkommensverwendung von Senioren, einen Einblick in die Zeitgestaltung der nachberuflichen Phase zu gewährleisten. Hierzu werden unterschiedliche Studien, die sowohl amtlichen wie auch nicht amtlichen Statistiken entstammen, herangezogen. Exemplarisch seien hier die 10. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung, die EVS sowie der Alterssurvey genannt.
Da ein Großteil der Konsumausgaben der Senioren für Unternehmungen und die eigene Gesunderhaltung ausgegeben werden, wird bei der Zeitgestaltung auf die Bereiche Mobilität, Reisen, Sport und haushaltsnahe Dienstleistungen eingegangen. Anhand dieser ausgewählten Bereiche soll dargestellt werden, dass Dienstleistungen zu mehr Lebensqualität im Alter beitragen.
Eingangs wird die Heterogenität der Gruppe der Senioren anhand des demographischen Wandels sowie der differenzierten Lebenslagen im Alter dargestellt2. Bezug nehmend auf die differenzierten Lebenslagen wird hierbei im Speziellen auf die immaterielle und materielle Situation der Senioren eingegangen. Es wird versucht, eine geschlechtsspezifische Darstellung der Situation herauszuarbeiten. Letztlich soll darauf hingewiesen werden, dass auf eine explizite Betrachtung der Situation in Ost- und Westdeutschland verzichtet wird, da es im Zeitablauf zu einer steten Angleichung beider Gebiete kommt.
2. Demographische Entwicklung und Lebenslagen im Alter
Ab wann ist man alt, beziehungsweise (bzw.) ab wann ist man der Gruppe der Senioren zuzuordnen? Eine solche Zuordnung findet überwiegend anhand des kalendarischen Alters statt. Demnach werden alle Personen ab dem sechzigsten Lebensjahr als Senioren bezeichnet. Die dritte Lebensphase, die oftmals als nachberufliche Phase definiert wird, kann des Weiteren in junge Alte (60. bis 75. Lebensjahr ), Alte (76. bis 90. Lebensjahr), Hochbetagte (91. bis 100. Lebensjahr) und langlebige Menschen (über 100 Jahre) untergliedert werden. (vgl. Europäisches Tourismus Institut GmbH (ETI))
Im Zuge des demographischen Wandels, wird die dritte Lebensphase erweitert um eine vierte Phase. Gründe hierfür sind unter anderem die, auf den medizinischen und technischen Fortschritt zurückzuführende verbesserte Lebenserwartung, sowie die frühzeitige Ausgliederung aus dem Erwerbsleben. Mit dieser quantitativen und qualitativen Ausweitung der nachberuflichen Phase geht auch eine Differenzierung des Alters einher. Menschen, die dieser späten Lebensphase angehören, unterscheiden sich zunehmend in ihrer sozialen Lage und ihren historischen Erfahrungen. Zusätzlich verändern sich, aufgrund der verbesserten Ressourcenausstattung älterer Menschen - auf gesellschaftlicher und individueller Ebene - die Altersgrenzen und Alterseinschätzungen. Es muss deutlich zwischen dem biologischen und dem emotionalen Alter unterschieden werden. Nicht jeder, der vom kalendarischen Alter her als alt bezeichnet werden kann, fühlt sich auch dementsprechend. (vgl. Schimany, 2003: 379)
Um das heterogene Bild der heutigen und künftigen Senioren zu verdeutlichen, wird im fortlaufenden Kapitel auf den demographischen Wandel sowie die immaterielle und materielle Situation der Senioren eingegangen.
2.1 Soziodemographische Entwicklung
Das Hauptmerkmal einer soziodemographischen Entwicklung ist die Veränderung der Gesellschaftsstruktur. Mit der Quantifizierung dieses Strukturwandels setzt sich das Statistische Bundesamt in Wiesbaden auseinander. In der 10. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung kommt es zu dem Ergebnis, dass die Geburtenhäufigkeit konstant auf dem niedrigen Niveau von 1,4 Kindern pro Frau bleibt. Hierbei wird bei den Frauen von einem geburtenfähigen Alter vom 15. bis zum 49. Lebensjahr ausgegangen. Im Zuge der niedrigen Geburtenhäufigkeit wird die Anzahl der potenziellen Mütter, von derzeitig 20 Millionen bis zum Jahr 2050 auf rund 14 Millionen sinken. Ebenfalls wird dadurch die Zahl der geborenen Kinder rapide abnehmen und folglich wird es, im Zuge von stagnierenden Geburtengängen, zu einem Rückgang der Bevölkerungszahl kommen. Ferner wird prognostiziert, dass das Hineinwachsen der geburtenstarken Kohorten in hohe Altersgruppen in den kommenden fünfzig Jahren zu einer Zunahme der jährlichen Sterbefälle führen wird, wodurch die Zahl der Sterbenden die Zahl der Geborenen übersteigen und die Bevölkerung schrumpfen wird. (vgl. Statistisches Bundesamt, 2003: 5)
[...]
1 Der Begriff des tertiären Sektors wird im Folgenden analog für den Dienstleistungsbereich verwendet.
2 vergleiche (vgl.) Kapitel (Kap.) 2.
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