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Ästhetik des Schreckens in Theater und Film: Schwarzer Humor - Gewalt und Komik

Hauptseminararbeit, 2004, 24 Seiten
Autor: Stefan Karlegger
Fach: Theaterwissenschaft

Details

Veranstaltung: Ästhetik des Schreckens in Theater und Film
Institution/Hochschule: Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Tags: Schreckens, Theater, Film, Schwarzer, Humor, Gewalt, Komik, Schreckens, Theater, Film
Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2004
Seiten: 24
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 8  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V69549
ISBN (E-Book): 978-3-638-62014-7

Dateigröße: 368 KB


Textauszug (computergeneriert)

Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Institut für Theaterwissenschaft
Hauptseminar: Ästhetik des Schreckens in Theater und Film
Sommersemester 2004

Ästhetik des Schreckens in Theater und Film
“Schwarzer Humor/Gewalt und Komik”

von: Stefan Karlegger

 


Inhaltsangabe

1. Einleitung Seite 2

2. Schwarzer Humor: Eine Definition Seite 3

3. „Monty Python – Der Sinn des Lebens“ Seite 5

3.1 Inhalt Seite 5
3.2 Dramaturgischer Aufbau Seite 7
3.3 Grenzen und/oder Grenzüberschreitungen: Motiv Grausamkeiten Seite 9

4. „The Kentucky Fried Movie“ Seite 11

4.1 Inhalt Seite 11
4.2 Dramaturgischer Aufbau Seite 12
4.3 Grenzen und/oder Grenzüberschreitungen: Motiv Tod Seite 13

5. „MASH“ Seite 15

5.1 Inhalt Seite 15
5.2 Dramaturgischer Aufbau Seite 16
5.3 Grenzen und/oder Grenzüberschreitungen: Motive Religion und Hierarchien Seite 17

6. Schlussbetrachtung Seite 20

7. Literaturverzeichnis Seite 22

8. Filmographie Seite 23

 

 


1. Einleitung

„Wenn die Trauer und die Angst, die der Tod mit sich
bringt, auf der einen Seite der Waage stehen, so ist
das Lachen und der Humor das Gegengewicht, um
unser Leben in seiner Balance zu halten.“1

Der Tod hat sowohl in den Darstellungen der Kunst als auch in den Einstellungen der Menschen, deren Grundeinstellungen zuvor über zwei Jahrtausende unverändert geblieben waren, seit dem 19. Jahrhundert einen entscheidenden Wandel vollzogen. Der Tod war ein vertrauter Begleiter, ein Bestandteil des Lebens, der akzeptiert wurde. Philippe Ariès beschreibt in seinem Buch „Geschichte des Todes“, dass der Tod für den heutigen Menschen angsteinflößend, unfassbar und in der heutigen Gesellschaft nicht eingeplant ist. Heute stirbt der Mensch nicht mehr im Kreise seiner Familie und Freunde, sondern einsam und zurückgezogen in den sterilen Kliniken umgeben von medizinischer Technik.
Aus dieser Angst vor dem Tod zieht der schwarze Humor seine Kraft. „Es ist gerade das Wesen des schwarzen Humors, dass mit dem Entsetzen Scherz getrieben wird, das Leichen hier behandelt werden wie Holzbündel und Lebende wie Leichen. [...] Wenn ein Mensch an die Grenze kommt, wo er etwas nicht mehr ertragen kann, lacht er. Das Grauenerregende schlägt in Komik um [...]. Witzig wirkt die Verletzung der Tabus, die über Tod und Sterben liegen.“2 Schwarzer Humor dient somit als Ventil für die Auseinandersetzung mit gesellschaftlich tabuisierten Themen.
Ziel dieser Hausarbeit ist exemplarisch anhand dreier Filmbeispiele zentrale Motive des Schwarzen Humors darzustellen und zu beschreiben, wie sich der dramaturgische Aufbau der nachfolgenden Szenen gestaltet. Zudem soll aufgezeigt werden, welche Grenzen oder Tabus berührt und gegebenenfalls überschritten werden.

2. Schwarzer Humor: Eine Definition

Der in Deutschland bekannte Ausspruch „Humor ist, wenn man trotzdem lacht“3 umfasst die wesentlichen Merkmale des Phänomens, dass der Lachende eine gewisse Überlegenheit gegenüber dem Paradoxen hat, da er Bereitschaft zur Heiterkeit zeigt, selbst wenn es nichts zu lachen gibt. Dieses Phänomen tritt speziell beim Schwarzen Humor, der sich aus einer extrem sarkastischen Sehweise entwickelt hat, auf. Der Schwarze Humor ist durch einen starken Kontrast zwischen inhaltlichen Vorstellung aus den Bereichen Tod, Krankheit, Verbrechen oder anderen Grausamkeiten auf der einen und der Anwendung von Mitteln der Komik auf der anderen Seite gekennzeichnet. Er enthält makabre Elemente, die in derart skurrilen und grotesken Zusammenhängen auftauchen, dass er gegen die Normen der Moral, des guten Geschmacks und Tabus in hohem Maße verstößt, so dass das in seinem Zusammenhang ausgelöste Lachen nicht selten von einem gewissen Unbehagen begleitet wird. Der Schwarze Humor spielt dabei mit den menschlichen Emotionen wie Angst, Schrecken sowie Ekel und wird oftmals als abwegig und hinterhältig empfunden.
"Diese Art von Humor, der Kritik und Immoralität immer implizit sind, bezieht ihr Ethos dagegen aus dem Verlangen, die im Dunkeln liegenden Phänomene an das Licht zu zerren bzw. die dunkle Seite der im Lichte stehenden und oftmals blendenden sichtbar zu machen. Über den Umweg negativer (′negativ′ im Sinne von ′verkehrt′ verstanden) Sichtweise und Definition wird versucht, das Ziel des Wesentlichen zu erreichen. Die bekannten Pfade erscheinen in der Regel zwar begehbar, sind jedoch nur auf Bequemlichkeit ausgelegt und führen zur schönen Aussicht. Schwarzer Humor bedeutet da den Weg zur Alternative: Man muss zuerst durch Dickicht und sich den Weg bahnen, um selbstständig das verborgene Unbekannte zu entdecken und darauf hinzuweisen."4
Schwarzer Humor kommt vornehmlich in Verbindung mit herber Kritik zur Anwendung, um nach der anfänglichen Entrüstung des Rezipienten einen Bewusstseinswandel zu bewirken. Ähnlich der Groteske steht dabei nicht zuerst das Lachen im Vordergrund, sondern der Eindruck des Unheimlichen und der Bedrohung des bekannten Weltbildes. Auch erreicht der Schwarz Humor in seiner Wirkung auch ein Gefühl des Grauens. Durch den Schwarzen Humor werden gesellschaftliche Tabus oder Grenzen angesprochen und oft auch überschritten, um die aktuellen Themen aus der Sprachlosigkeit herauszuführen und diskussionsfähig zu machen.
"Das wichtigste Merkmal schwarzen Humors ist die Fähigkeit, [...] eine von der Normalität abseits liegende Perspektive anzunehmen und zu behaupten [...] adoptiert jemand diese Sichtweise hinsichtlich des Lebens bzw. der Welt überhaupt, so wird er letztlich fast immer das Bild einer ′abseitigen Welt′ vor Augen führen. Als Gegensatz zum positiven Weltbild der Mehrheit mit Glauben an das Positive und Gute schlechthin besitzt er, wie bei der Photographie, das Negativ, welches das eigentliche Original darstellt und von dem die farbigen Bilder nur die Abzüge sind."5

[...]


1 Turacek, Christoph: Der Tod tanzt mit... http://totentanz-online.de/kuenstler/turecek-text.htm (02.04.2006)

2 Helmer, Sabine [1989]: Tabu und Faszination – Über die Ambivalenz der Einstellung zu Toten. Berlin, Hamburg. S. 177

3 Der Ausspruch geht auf Otto Julius Bierbaums Reisebericht „Die Yankeedoodlefahrt“ zurück

4 Hellenthal, Michael (1989): Schwarzer Humor: Theorie und Definition. Essen. S. 41-42

5 Hellenthal, Michael (1989): Schwarzer Humor: Theorie und Definition. Essen. S. 42-43


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