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Termpaper, 2006, 21 Pages
Author: Daniel Schygulla
Subject: German Studies - Modern German Literature
Details
Institution/College: University of Münster (Germanistisches Institut - Abteilung Neuere deutsche Literatur)
Tags: Georg, Büchners, Dantons, Parallelen, Georg, Büchner, Dramenfigur, Georges, Jacques, Danton, Proseminar, Geschichtsdrama
Year: 2006
Pages: 21
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 8 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-62413-8
ISBN (Book): 978-3-638-76896-2
File size: 187 KB
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Abstract
Der Gegenstand dieser Seminararbeit soll Georg Büchners Geschichtsdrama „Dantons Tod“ sein. Es soll dabei die Frage beantwortet werden, inwiefern Parallelen zwischen Büchner und seinem Protagonisten Georges Danton nachweisen sind. Um in die Materie vollends einsteigen zu können, soll zuvor jedoch die politische Situation Europas, Deutschlands und vor allem Hessens beleuchtet werden, damit deutlich wird, in welchen politischen und sozialen Umständen Georg Büchner aufwuchs. Anschließend wird Büchners eigene politische Einstellung, als Folge der politischen und sozialen Einflüsse, untersucht, bevor abschließend geklärt werden soll, ob Büchner und Danton identisch sind. Dabei soll erstens klar werden, dass sich der Danton des Dramas von dem historischen Danton unterscheidet, und dass Büchner durch das Drama und durch seine Hauptfigur Danton die politische Situation und das bürgerlich-idealistische Denken anprangert. Zudem lässt Büchner durch Danton deutlich werden, dass er selbst seine idealistische Sichtweise der Schulzeit abgestreift hat und während seines Lebensprozesses die Erfahrung macht, dass der Mensch nur ein Werkzeug der Geschichte ist und den Lauf der Historie nicht verändern kann, da das Schicksal vorherbestimmt ist. Über dieser Erkenntnis verzweifelt Büchner und lässt von allen revolutionären Gedanken und Taten ab. Zudem spitzt sich die Lage nach Veröffentlichung des „Hessischen Landboten“ zu und Büchner flieht zuerst nach Straßburg und später nach Zürich. Sein geliebtes Vaterland und das Elternhaus sieht er nie wieder. Danton verzweifelt ebenso über die Tatsache nichts verändern zu können und das sein Kampf sinnlos ist, doch er flieht nicht und erträgt wehrlos sein Schicksal.
Excerpt (computer-generated)
Westfälische Wilhelms-Universität, Germanistisches Institut
Abteilung Didaktik der deutschen Sprache und Literatur
Proseminar: Das Geschichtsdrama II
WS 2005/06
Georg Büchners „Dantons Tod“.
Parallelen zwischen Georg Büchner und seiner
Dramenfigur Georges Jacques Danton
von: Daniel Schygulla
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Georg Büchners „Dantons Tod“. Parallelen zwischen Georg Büchner und seiner Dramenfigur Georges Jacques Danton 4
2.1 Die politische Situation zur Zeit Georg Büchners 4
2.2 Georg Büchners politische und ideologische Einstellung 7
2.3 Der Vergleich zwischen Büchner und Danton. 13
3 Schlusswort 20
Literaturverzeichnis 21
Primärliteratur: 21
Sekundärliteratur 21
1 Einleitung
Der Gegenstand dieser Seminararbeit soll Georg Büchners Geschichtsdrama „Dantons Tod“ sein. Es soll dabei die Frage beantwortet werden, inwiefern Parallelen zwischen Büchner und seinem Protagonisten Georges Danton nachweisen sind.
Um in die Materie vollends einsteigen zu können, soll zuvor jedoch die politische Situation Europas, Deutschlands und vor allem Hessens beleuchtet werden, damit deutlich wird, in welchen politischen und sozialen Umständen Georg Büchner aufwuchs. Anschließend wird Büchners eigene politische Einstellung, als Folge der politischen und sozialen Einflüsse, untersucht, bevor abschließend geklärt werden soll, ob Büchner und Danton identisch sind. Dabei soll erstens klar werden, dass sich der Danton des Dramas von dem historischen Danton unterscheidet, und dass Büchner durch das Drama und durch seine Hauptfigur Danton die politische Situation und das bürgerlich-idealistische Denken anprangert. Zudem lässt Büchner durch Danton deutlich werden, dass er selbst seine idealistische Sichtweise der Schulzeit abgestreift hat und während seines Lebensprozesses die Erfahrung macht, dass der Mensch nur ein Werkzeug der Geschichte ist und den Lauf der Historie nicht verändern kann, da das Schicksal vorherbestimmt ist. Über dieser Erkenntnis verzweifelt Büchner und lässt von allen revolutionären Gedanken und Taten ab. Zudem spitzt sich die Lage nach Veröffentlichung des „Hessischen Landboten“ zu und Büchner flieht zuerst nach Straßburg und später nach Zürich. Sein geliebtes Vaterland und das Elternhaus sieht er nie wieder. Danton verzweifelt ebenso über die Tatsache nichts verändern zu können und das sein Kampf sinnlos ist, doch er flieht nicht und erträgt wehrlos sein Schicksal.
2 Georg Büchners „Dantons Tod“. Parallelen zwischen Georg Büchner und seiner Dramenfigur Georges Jacques Danton
Um zu verstehen warum Georg Büchner in seinem Geschichtsdrama „Dantons Tod“ die französische Revolution thematisiert, die Figur des Georges Jacques Danton verwendet und durch die Figur des Danton seine eigene politischen Einstellung verkündet, muss zuerst die politische Situation zu Georg Büchners Lebenszeit und danach Büchners persönliche politische Einstellung reflektiert werden. Anschließend können die politischen Aspekte innerhalb des Dramas analysiert werden, bevor die Figur des Danton mit Georg Büchner verglichen werden kann.
2.1 Die politische Situation zur Zeit Georg Büchners
Georg Büchner wurde am 17. Oktober 1813 im hessischen Goddelau, einem kleinen Bauerndorf mit rund 550 Einwohnern, geboren. Es war der zweite Tag der Völkerschlacht bei Leipzig, in der sich Europa in einer Koalition der drei großen konservativen Monarchien Mittel- und Osteuropas, Preußen, Österreich und Russland mit Unterstützung durch Schweden und England von der napoleonischen Besatzung befreite. Es war eine Befreiung vom Befreier, denn Napoleon hatte versucht, als Verfechter der großen Revolution, als Kämpfer für die Menschenrechte und der Volkssouveränität, Europa von seinen absolutistischen Herrschern zu erlösen. Das Scheitern dieser Befreiung und der daraus resultierenden Wiener Kongress im Herbst 1814 hatte eine vollständige Restauration Europas hin zu den alten, vorrevolutionären Zuständen zur Folge.1 Die Fürsten, die eine Verfassung unter Napoleons Druck versprochen hatten, nahmen diese teilweise oder sogar ganz zurück, als sie nach der Vertreibung Napoleons wieder ihren Platz auf dem Thron erlangt hatten. Sie versuchten, das Bündnis zwischen Thron und Altar zu erneuern und somit die Ordnung in Europa wiederherzustellen. Der Grund dafür lag in der Überzeugung des russischen Zaren, des Kaisers von Österreichs und des preußischen Königs, die ihre Herrschaft als legitim ansahen und in Gottes Auftrag durchführten.
Jeder, der die aufklärerische Sichtweise propagierte, dass ein Staatssystem auf sachlichen Bedürfnissen und auf einer partnerschaftlichen Übereinkunft basiert, wurde bekämpft.2 In den Karlsbader Beschlüssen vom 20. September 1819 wurden vier Gesetze beschlossen, die jeglichen liberalen Tendenzen entgegentraten. Zum ersten das Exekutionsgesetz, welches den Zusammenschluss von studentischen Interessensgemeinschaften untersagte. Zum zweiten wurde das Universitätsgesetz verabschiedet, wobei die Universitäten überwacht wurden und illegale studentische Vereinigungen verfolgt wurden. Als drittes Gesetz wurde eine Zensur der Presse festgelegt und als letztes Gesetz verabschiedete der Bundestag in der Frankfurter Paulskirche das Untersuchungsgesetz. Dabei wurden liberal und national gesinnte Professoren entlassen und erhielten ein Berufsverbot. Besonders vorangetrieben wurden diese Beschlüssen vom österreichischen Staatskanzler Klemens Wenzel Fürst von Metternich. Die Karlsbader Beschlüsse waren eine Folge des Wartburgfestes, auf dem erstmals eine gesamtdeutsche Studentenbewegung auftrat und dort Literatur mit undeutschem Inhalt verbrannte. Die revolutionäre Bewegung der Studenten gipfelte schließlich in der Ermordung des bekannten Komödiendichters und bekennendem Burschenschaftsgegner August Kotzebue, welche Metternich die Karlsbader Beschlüssen vorantrieben ließ.3
[...]
1 vgl. Hausschild, Jan-Christoph. Georg Büchner.. Mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten dargestellt von Jan-Christoph Hausschild. 3. Auflage. Hamburg. Rowohlt Taschenbuch Verlag. 1997. S. 9. ( im folgenden zitiert als: Hausschild. Büchner.)
2 vgl. Rinsum, Annemarie und Wolfgang van. Frührealismus 1815-1848. Deutsche Literaturgeschichte. Band 6. 3. Auflage. München. Deutscher Taschenbuch Verlag. 2001. S. 15. ( im folgenden zitiert als: Rinsum. Frührealismus.); zu der politischen Situation Europas nach der napoleonischen Herrschaft und zum Wiener Kongress vgl. auch: Nürnberger, Richard. Das Zeitalter der französischen Revolution und Napoleons. In: Mann, Golo. Alfred Heuß, August Nitschke. Propyläen Weltgeschichte. Band 8. Das neunzehnte Jahrhundert. Frankfurt am Main. Ullstein Verlag. 1991. S. 163-191.
3 vgl. Rinsum. Frührealismus. S. 18-19.
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