"Die tote Haut" oder "Ein Hauch von Leben"

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Details
Autor: Ammal Atwan
Fach: Kosmetologie
Veranstaltung: Projektseminar
Institution/Hochschule: Universität Hamburg (Fachbereich Chemie IGTW)
Jahr: 2005
Seiten: 38
Note: 1,2
Literaturverzeichnis: ~ 26 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 23650 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-63176-1
Textauszug (computergeneriert)
Universität Hamburg, FB Chemie – IGTW
Projektseminar Haut und Haar
Sommersemester 2005
„Die tote Haut“ oder Ein Hauch von Leben
von: Ammal Atwan
Inhalt
1 Einleitung 3
2 Haut 3
3 Der Tod als natürlicher Vorgang 5
4 Konservierung 6
4.1 Mumifizierung 6
5 Die letzte Reise 7
6 Totentransport in der Antike 11
7 Totentransport im Mittelalter 15
7.1 Entstehung der Totenfürsorge 18
7.2 Besondere Umstände, besondere Maßnahmen 19
7.3 Totentransport mit dem Leichenwagen 21
7.3.1 Der motorisierte Leichenwagen 24
7.3.2 Sargwagen auf dem Friedhof 28
8 Weltweite Überführungen 31
9 Heutiges Bestattungsverhalten 32
9.1 Die Aufbahrung 34
9.2 Die Trauerfeier 34
9.3 Bedeutung der Verbrennung 35
9.4 Vermittelte Totenvorstellungen 36
10 Zusammenfassung 36
1 Einleitung
Im Rahmen dieser Hausarbeit möchten wir uns mit der „toten“ Haut beschäftigen. Dabei soll es nach einer kurzen allgemeinen Einführung zum Hautaufbau um deren Konservierung und Erhaltung gehen.
Im ersten Teil werden die verschiedenen Möglichkeiten zur Konservierung (natürliche wie künstliche) aufgezeigt. Auch die Hintergründe -religiös wie ideologisch- der Konservierung menschlicher Haut bzw. des menschlichen Körpers sollen kurz dargestellt werden. Das Hauptaugenmerk soll jedoch auf der Wechselwirkung zwischen toter Haut -bezüglich ihres chemischen Aufbaus- und der Umwelt im weiteren Sinne liegen, wobei das Thema Gerbung ein wichtiger Teil sein wird.
Im zweiten Teil sollen die verschiedenen Transportmittel, mit denen Tote von der Antike bis zum 20. Jahrhundert bewegt wurden, dargestellt werden. Der Schwerpunkt liegt hierbei in der Entwicklungsgeschichte im Zuge der technischen Weiterentwicklung und der größer werdenden Entfernung zum Friedhof.
Außerdem soll die Symbolik hierbei, die auch heute noch enorme Bedeutung hat, wie z.B. der Transport von hochgestellten Persönlichkeiten auf doch eher altmodische Weise mit einer pferdegezogenen Leichenkutsche, herausgearbeitet werden. In einem weiteren Teil soll der heutige Umgang mit Verstorbenen mikrosoziologisch erklärt werden. Es soll deutlich werden, wie Menschen angesichts des Todes anderer handeln und wie tote Menschen von lebenden Menschen wahrgenommen werden und wie dies das Handeln der Lebenden bestimmt. Dabei richtet sich der Schwerpunkt auf das Bestattungswesen in Deutschland. Dabei soll dargestellt werden, warum bestimmte Bestattungsweisen bevorzugt werden bzw. das Handeln gegenüber Verstorbenen von Kosten-Nutzen-Kalkülen geleitet wird und, ob der Tod aus unserer Gesellschaft verdrängt wird oder nicht.
2 Haut
Die menschliche Haut (Cutis) besteht aus drei „großen“ Schichten. Die äußerste von ihnen ist die Oberhaut (Epidermis) und lässt sich scharf gegen die darunter liegende Lederhaut (Dermis, Korium) abgrenzen. Die Papillen (höckerförmiger Ausstülpungen der Dermis in die Epidermis hinein) sind unter dem Mikroskop deutlich zu erkennen. In diesen Papillen befinden sich feinste Blutgefäße (Kapillaren), welche die Epidermis bzw. deren Basalzellschicht mit Nährstoffen versorgt. Größere Blutgefäße befinden sich tiefer in der Dermis und im Unterhautfettgewebe (Subcutis, subcutanes Fettgewebe). Die Dermis geht allmählich in die Subcutis über. (vgl. in [1], S. 11/12) Die Epidermis lässt sich wiederum in 4 Schichten unterteilen. Dabei handelt es sich um unterschiedliche Differenzierungsstadien der gleichen Zelle(Keratinozyten). Der damit verbundene Vorgang von Differenzierung wird allgemein als Keratinisierung bezeichnet. Von außen nach innen bezeichnet man die Schichten folgendermaßen:
• Hornzellschicht: stratum corneum
• Körnerzellschicht: stratum granulosum
• Stachelzellschicht: stratum spinosum
• Basalzellschicht: stratum basale
Unter dem stratum basale befindet sich die Basalmembran.
Die Einwölbungen der Epidermis in die Dermis hinein bezeichnet man als Retezapfen oder Reteleisten. Zusammen mit den Papillen (Vorwölbungen der Dermis in die Epidermis hinein) bezeichnet man diese Schicht zwischen Dermis und Epidermis auch als Dermo-epidermale Junktionszone. (vgl. [2])
Hauptbaustein der Epidermis ist das Keratin. Die Basalzellen der Basalzellschicht produzieren zunächst weitere Basalzellen die nicht mehr alle an der Basalmembran Platz finden und somit nach und nach nach außen gedrängt werden. Dabei verändern sie ihre Form, werden immer flacher und flacher und keratinhaltiger. Die finale Umwandlung vom Keratinozyten in Korneozyten (welche ohne Zellkern nicht mehr als „lebende“ Zellen bezeichnet werden) findet durch Enzyme statt welche die Keratinozyten selber produzieren vorerst aber noch in Vesikeln eingeschlossen haben. Die Korneozyten, als äußerste Schicht sind lediglich noch leblose Hornschüppchen bei denen der Stoffwechsel zum Erliegen gekommen, der Zellkern abgebaut und die Zellmembran durch eine Hülle aus Proteinen und Lipiden ersetzt ist. Anschließend werden diese leblosen Hornschüppchen mechanisch abgestreift (Desquamination). Von der Basalzelle bis zum Abstreifen vergehen dabei etwa 30-40 Tage allerdings erreichen die Zellen das Stadium der Korneozyten (toten Hornschuppe) bereits nach etwa 14 Tagen. (vgl. in [1], S. 12/13)
Hauptbaustein der Dermis (Lederhaut) ist das Kollagen. Die Dermis ist daher ein Bindegewebe. Sie besteht außer aus Kollagen auch aus Elastin welche ein äußerst stabiles Netzwerk bilden. In dieses Netzwerk eingebettet befinden sich Blutkapillaren, Nervenstränge, Haarwurzeln, Lymphgefäße und weitere einzelne Zellen wie:
- Fibroblasten, welche Maßgeblich am Aufbau des Kollagens und der Proteoglycane (die die verbleibenden Zwischenräume ausfüllen) beteiligt sind
- Mastzellen und Makrophagen, welche wichtige Komponenten des Immunsystems sind wobei die Mastzellen zusätzlich am Aufbau der Dermis beteiligt sind um die wichtigsten zu nennen. (vgl. in [1], S. 14)
Die Subcutis besteht größtenteils aus Fettzellen (Lipozyten). Sie ist ein weniger festes Bindegewebe. Kräftige Kollagenfasern unterteilen die Subcutis in druckelastische Kammern in denen sich die Fettzellen zu dichten Zellhaufen zusammenfinden, die von Blutkapillaren durchzogen sind. Das Unterhautfettgewebe dient vor allem als Energiespeicher, Druckpolster, Wärmeisolator und spielt speziell bei der Frau auch eine wichtige Rolle im Hormonhaushalt des Körpers. (vgl. in [1], S. 39)
3 Der Tod als natürlicher Vorgang
Nachdem klinischen (Hirntod= absterben der Hirnzellen) Tod tritt nach und nach der Zelltod (biologischer Tod) ein. Dabei funktionieren die verschiedenen Körperzellen rein biologisch unterschiedlich lange weiter. Die Hirnzellen sterben zuerst (8-10 min), es folgen die Zellen des Herzens (15-30 Minuten) und die der Leber (30-35 Minuten), die Lungenzellen leben noch knapp eine Stunde und auch die Niere kann bis zu zwei Stunden überleben. Der Tod einzelner Organe wird auch als Partialtod oder Organtod bezeichnet. Muskelzellen können ihre Energieversorgung vorerst ohne Sauerstoff gewährleisten und bleiben somit bis zu acht Stunden lebendig. Allerdings werden sie nach 2 Stunden unbeweglich, da ihr Energievorrat dann aufgebraucht ist und der Sauerstoff zum Wiederauffüllen fehlt. Die Totenstarre setzt mit dem verhaken der Muskelzellen ein und lässt aus ungeklärten Gründen nach zwei Tagen nach. Magen und Darm arbeiten noch bis zu 24 Stunden weiter. Dann setzt allerdings die sogenannte Autolyse ein. Damit ist die Selbstzersetzung de Körpers gemeint, da sich die Zellen nicht mehr gegen die eigenen Verdauungssäfte wehren können. Das ebnet Bakterien den Weg, welche aus Darm und Mundhöhle langsam ins Körperinnere vordringen. Diese Bakterien töten nach und nach die letzten noch lebenden Zellen.
Kurz nach dem Tod werden unter der Haut Venen sichtbar und es zeigen sich erste bläuliche Leichenflecken (livor mortis) wenn das Blut im Körper absinkt. Die durch die bakterielle Zersetzung entstehenden Gase (speziell NH3, CO2, H2S und N2 ) blähen den Körper auf und dringen auch in die Haut ein, was zur Entstehung von Hautblasen führt welche sich schlussendlich mit Flüssigkeit füllen.
Schließlich erkaltet der Körper. Je Stunde um etwa ein Grad (je nach Umgebungstemperatur).
Am Verwesungsprozess sind eine Vielzahl Bakterien, Enzyme, Pilze und andere Organismen beteiligt. Das gesamte organische Material (Haut, Fleisch und Organe) wird nach und nach zersetzt. Auch Haare und Zähne fallen aus. Nach etwa vier Jahren ist nur noch ein Skelett übrig, sämtliche Knorpel und Weichteile sind zersetzt. (vgl.[3])
4 Konservierung
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